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Dr, Frlederlch Kannglesser
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<t 1909 » Verlag Friedrldi oon ZezsAml^
Die Ciymologie
der
Phanerogamennomenclaiur.
Eine Erklärung der
wlssensdiaftlidien, der deutschen, französischen,
englischen und holländischen Pflanzennamen.
Von
Dr. Friederidi Kanngiesser
Sera
F. pon ZezsdiwHz
1908
OJOIHiA
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Drack von Ramm & Seemann in Leipzig.
Vorwort.
Vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Erklärung der Phanero-
gamen-Nomenklatur. Es werden im allgemeinen nur jene Pflanzen-
namen erläutert, deren Vertreter zugleich in den Floren von Deutsch-
land, Frankreich, Holland und England einheimisch sind. Die offizielle,
d. h. griechisch -lateinische Nomenklatur wird, wo nur möglich, mit
den eigenen Worten der Schriftsteller des Altertums erläutert. Von
der neusprachlichen, d. h. deutschen, französischen, englischen und
holländischen Benennung wurden die gebräuchlichsten Bezeichnungen
sämtlich erwähnt. Wo in vereinzelten Fällen eine Erklärung nicht
gelang, wurde dies ausdrücklich vermerkt oder durch ein dem Wort
beigefügtes „?“ hervorgehoben. Die Synonymik fand insoweit Be-
rücksichtigung als ein sprachliches oder allegorisches Interesse vor-
lag. Von der binären Nomenklatur wurden meist 'nur die Genus-
bzw. Geschlechts- oder Gattungsnamen erläutert; die gewöhnlich
lateinischen Spezies, bzw. Art- oder Sortennamen hingegen, die
meist leicht verständlich sind, wurden nur dann erwähnt, falls sie
selbst, bzw. ihre neusprachlichen Äquivalente der Erklärung be-
durften. Für die des Holländischen Unkundigen sei an dieser Stelle
bemerkt, daß holl, ou wie au, eu wie ö, ui wie eu, u wie ü, ij oder
y wie ei, oe wie u und z wie s ausgesprochen wird. Manch fremd
aussehendes holländisches Wort wird alsdann dem Deutschen leicht
verständlich sein. — Schließlich sei noch ausdrücklich bemerkt, daß
die botanische Identität der wissenschaftlichen Pflanzennamen mit
den gleichlautenden römischen und altgriechischen Namen mehr
denn oft auf sehr schwanken Füßen steht. Die Entstehung und
Sprache der wissenschaftlichen Nomenklatur ist ja bekanntlich auf
die Versuche von Kräuterkundigen zurückzuführen, die Pflanzen des
Dioscorides und Plinius usw. mit denen unserer Flora zu identi-
fizieren. Erst dem Botaniker Fuchs, der um die Mitte des
i6. Jahrhunderts in Tübingen dozierte, war die Entdeckung Vorbe-
halten, -daß jedes Land seine eigene Flora hat, daß die deutschen
Pflanzen oft andere als die der alten Griechen seien. Es können
bei Besprechung der einzelnen Gattungen diese Momente nur ge-
streift werden. Des näheren darauf einzugehen, liegt außerhalb
des Rahmens dieser Abhandlung. Schließlich sei noch insbesondere
hervorgehoben, daß gerade Finne sich der griechischen Nomen-
klatur oft zur Bezeichnung ganz anderer Pflanzen bedient hat.
Literaturnachweis.
Griechische Autoren.
QeocpQaOTOv Ttegl cpvTcov loToglag. Paris 1866. Theophrast, ein
Schüler des Plato und Aristoteles, lebte um 372 — 287 v. Chr. Er war
Philosoph und Botaniker.
HedavLOV J LOOv.OQidov yivaLaQßetog tieqI largr/.rig. Bißliov
yL — J. Leipzig 1829. Dioskorides, ein griechischer Arzt aus Kilikien,
lebte um 50 n. Chr.
ralr^vov tzeqI y^QacJEcog ymI dvvdfXEtog tojv aTtltov cpaQixdvxov.
BißlLOv Z — ©. Leipzig 1826. Galenus Claudius, Arzt, geb.
1 3 1 n. Chr. zu Pergamon in Kleinasien, gest. um 201 n. Chr. in Rom
Hippokrates, ein griechischer Arzt zu Kos (460 — 360 v. Chr.),
erwähnt die Pflanzen nur in aller Kürze als Heilmittel, ohne auf ihre
botanischen Eigenschaften näher einzugehen. — Die zwei Bücher über
die Pflanzen des Aristoteles (394 — 322 v. Chr.) sind leider verloren
gegangen. — Nikander, griechischer Arzt, lebte um 150 v. Chr. und
verfaßte zwei Lehrgedichte: Qr^Qta/.a vmI d?x§iq)dQiiayM, in denen er
der Heilwirkungen der Pflanzen gedenkt. — Lange Zeit wurden die
zwei Bücher über die Pflanzen des Nikolaos von Damaskus (um
Chr. Geb.) für die Aristotelischen gehalten. Der griechische Text ist
verloren, doch ist aus erhaltener arabischer Version des Isaak Ben
Honain eine lateinische Übersetzung von Alfredus vorhanden (Leipzig
1841). Das Werk handelt von den Pflanzen im allgemeinen, ohne auf
Namenserklärungen einzugehen. — Aetios lebte im 6. Jahrhundert
n. Chr. Er stammte aus Amida in Mesopotamien und war kaiserlicher
Leibarzt in Konstantin opel. Sein Abriß der Heilkunde in 16 Büchern
ist eine abgekürzte Abschrift, vornehmlich des Galen. — Schließlich sei
bemerkt, daß Homers (900 v. Chr.), Hesiods (800 v. Chr.), Hero-
dots (500 V. Chr.), teilweise Xenophons Werke (400 v. Chr.) und
die Geographie Strabos (um Chr. Geb.) auf etymologische Notizen hin
durchgearbeitet worden sind.
V
Lateinische Autoren.
C. Plinii Secundi naturalis historia. Berlin 1866. Plinius
lebte 23 — 79 n. Chr. Als Enzyklopädist ist er unzweifelhaft von großer
Bedeutung; wie wenig Beachtung er aber als Naturforscher verdient, er-
hellt am besten aus einer Briefstelle seines Neffen C. Plin. Caecil. Sec.;
vergl. Ep. III. 6. Repeto me correptum ab eo (sc. Plinio) cur ambu-
larem: „poteras“ inquit „has horas non perdere“ nam perire omne
tempus arbitratur quod studiis non impenderetur. Schon dieser Um-
stand spricht eigentlich zu ungunsten des Plinius in der Polemik über
Dioskorides und Plinius. Beide waren bekanntlich Zeitgenossen, und
wegen der Übereinstimmung vieler Stellen ihrer erwähnten Werke wurde
ihnen Plagiat vorgeworfen. Die einen stellen sich auf die Seite des
Dioskorides, die anderen ergreifen für Plinius Partei. Nach dritter
Meinung soll die Ähnlichkeit verschiedener Stellen auf eine gemeinsame
Quelle zurückzuführen sein, als diese werden die Compositiones medicae
des Scribonius Largus angegeben. Doch möchte ich letzterer Ansicht
nicht beipflichten, da ich bei der Lektüre dieses Autors keinerlei
zwingende Beweisgründe in dieser Hinsicht vorfand.
Lucius Apulejus. De medicaminibus herbarum über. Nürnberg
und Altorf 1788. Der Urheber dieser Schrift lebte in der ersten Hälfte
des 5. Jahrhunderts n. Chr. und hat seinen Namen von dem bekannten
Dichter aus Madaura usurpiert.
Marcus Porcius Cato Major (234 — 149 v. Chr.). De agri-
cultura s. de re rustica. Der lateinische Text stellt wahrscheinlich nur
eine Überarbeitung aus späterer Zeit dar. — Marcus Terentius
Varro, f 116 v. Chr., schrieb: De re rustica und de lingua latina. —
Des Publius Vergilius Maro (70 — 19 v. Chr.) Georgicon ist ein Lehr-
gedicht über den Landbau. — Vitruvius Pollio lebte unter Caesar
und Augustus. Er schrieb 10 Bücher: De architectura. Buch XII. 9
handelt ausführlich von den Bauhölzern; Buch VH. 14 finden sich
einige Notizen über Farbstoff liefernde Pflanzen. — Aul. Corn. Celsus
lebte um 25 n. Chr. und schrieb: De medicina; die Pflanzen werden
nur als Heilmittel erwähnt. — L. Jun. Moderatus Columella lebte
um 60 n. Chr. und schrieb de re rustica, wie eine besondere Abhand-
lung: De arboribus. — Ebenfalls de re rustica schrieb Rut. Taur.
Aemil. Palladius. Er lebte im 4. Jahrh. n. Chr. — Marcellus
Empiricus lebte zu Anfang des 5. Jahrhunderts am Hofe des Kaisers
Theodosius. Er schrieb: De medicamentis. — Vegetius Renatus
Flavius, der ungefähr zur selben Zeit lebte, schrieb eine Ars veterinaria
s. mulomedicina. — Die in diesem Absatz erwähnten Schriftsteller geben
entweder überhaupt nicht, oder nur sporadisch Erklärungen von Pflanzen-
namen,
Lexika.
Isidorus Hispalensis, Originum s. etymologiarum libri XX. Leip-
zig 1833. Isidor, seit 594 Bischof von Sevilla, gibt im vorstehenden
VI
Werk eine Reihe Erklärungen lateinischer Worte. Speziell im XVII. Buch
handelt er von den Pflanzennamen ab. — Das griechische Lexikon, das
Hesychios von Alexandria im 5. Jahrh. n. Chr. verfaßte, nennt die
Pflanzennamen, gibt aber keine Etymologie derselben.
Thesaurus Graecae Linguae ab Henrico Stephano constructus.
8 Bde. Paris 1831 — 1865.
Totius Latinitatis Lexicon opera et Studio Aegidii Forcellino.
Bd. 1—6. Prati 1858-1875.
W. Pape, Griechisch - deutsches Handwörterbuch. Leipzig 1880.
K. E. Georges, Lateinisch - deutsches Handwörterbuch. Braun-
schweig 1888.
Großes Universallexikon. 64 Bde. 1733 — 1750. Im Verlag
von J. H. Zedier. Bei Beschreibung der Pflanzen ist in diesem Werk
im Gegensatz zu anderen ähnlichen Werken, wie der Grande Encyclo-
pedie frangaise und der Encyclopaedia Britannica, großer Wert auf die
Synonymik und Etymologie der Pflanzennamen gelegt.
J. und W. Grimm, Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854 — 1905.
Bd. I — IO.
L. K. Weigand, Deutsches Wörterbuch. 2 Bde. Gießen 1881 — 1882.
K. Schwenck, Wörterbuch der deutschen Sprache in Beziehung auf-
Abstammung und Begriffsbildung. Frankfurt a. M. 1855.
Sachs, Enzyklopädisches Wörterbuch der deutschen und französischen
Sprache. Berlin 1880.
E. Litt re, Dictionnaire de la langue fran9aise. Paris 1873 — 1875.
4 Bde.
A. Scheler, Dictionnaire d’etymologie frangaise. Bruxelles 1888.
D armestet er et Hatzfeld, Dictionnaire general de la langue
frangaise. Paris.
Mur et. Enzyklopädisches Wörterbuch der deutschen und eng-
ischen Sprache. Berlin 1891.
W. W. Sceat, An Etymological Dictionary. Oxford 1884.
Ch. Annandale, The Concise English Dictionary. London 1906.
C. A. X. C. T. Sicherer und A. C. Akveld, Nederlandsch - Hoog-
duitsch en Hoogduitsch-Nederlandsch Woordenboek. Amsterdam. Leiden.
J. Frank, Etymologisch Woordenboek der nederlandsche Taal.
Botanische Werke.
W. L. Petermann, Deutschlands Flora. Leipzig 1849.
O. Wünsche, Die Pflanzen Deutschlands. Leipzig und Berlin 1901.
O. Sc hm eil, Lehrbuch der Botanik. Stuttgart und Leipzig 1903.
G. Bonnier und G. de Layens, Flore complete de la France. Paris.
G. Bentham, Handbook of the British Flora. London 1904.
E. Step, Wayside and Woodland Trees. London 1905.
M. Pirie, Flowers, Grasses and Shrubs. London.
W. F. R. Suringar, Zakflora. Handleiding tot het bepalen van
de in Nederland wildgroeiende Planten. Groningen 1903.
H. Henkels, Schoolflora voor Nederland. Groningen 1904.
VII
L. Pfeiffer, Nomenclator Botanicus. Kassel 1873 — 1874. Enthält
nur sporadisch und anmerkungsweise Erklärungen der offiziellen Pflanzen-
namen.
G. Pritzel und Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen.
Hannover 1882. Gibt des öfteren etymologische Notizen.
A. Martin, Die Pflanzennamen der deutschen Flora mit den
wichtigeren Synonymen in alphabetischer Ordnung etymologisch erklärt.
Halle 1851. Es wurden nur die sogen, lateinischen Pflanzennamen er-
klärt. Das Werk lieferte ausgiebiges IMaterial.
Toussaint, Etüde etymologique sur les Flores Normande et
Parisienne. Extrait du bulletin de la Societe des Amis de Sciences
Naturelles de Rouen. 1905. Dies ausgezeichnete Werk wurde mir in
dankenswerter Weise von dem Herrn Präsidenten der naturwissenschaft-
lichen Gesellschaft in Rouen, Herrn H. Gadeau de Kerville, zur Verfügung
gestellt.
F. Sohns, Unsere Pflanzen. Ihre Namenserklärung, sowie ihre
Stellung in der Mythologie und im Volksaberglauben. Leipzig 1904.
J. A. W. Miquels Homerische Flora; übersetzt von J. C. M. Laurent.
Altona 1836.
K. Koch, Die Bäume und Sträucher des alten Griechenlands.
Stuttgart 1879.
H. Graßmann, Deutsche Pflanzennamen. Stettin 1870. Der Ver-
fasser stellt in diesem Werk eine deutsche Nomenklatur auf, die den
Vorteil bietet, der Verwechslung von Pflanzennamen vorzubeugen, und
den papiernen Stil beseitigt, dagegen zu sehr mit fremdklingenden
Provinzialismen arbeitet. Das System, das von Graßmann eingeschlagen
wird, besteht darin, daß jeder Artname aus zwei einfachen Wörtern zu-
sammengesetzt wird, von denen das zweite die Gattung bezeichnet.
W. M eigen. Die deutschen Pflanzennamen. Wesel 1882. Ist
eigentlich nur eine Besprechung des vorgenannten Werkes.
O. V. Hovorka und A. Kronfeld, Vergleichende Volksmedizin.
Stuttgart 1908. Bd. I imd II. Erschien während der Drucklegung und
konnte daher nur noch sporadisch verwertet werden.
Aigremont, Volkserotik und Pflanzenwelt. Bd. 1. Halle 1908.
Erschien ebenfalls während der Drucklegung der Arbeit und konnte da-
her nicht mehr benutzt werden. Das Werk soll in einer der weiterhin
erscheinenden Lieferungen eine Aufzeichnung von erotischen Pflanzen-
namen enthalten.*)
*) Als Beispiele aus dem B«“ Band des Werkes seien die folgenden Namen
gegeben: Klöterbusch (Corylus); Pfaffenhödchen (Evonymus); Jungfernstrauch (Ribes
nigrum); Zitzerl (Berberis). — Vergl. des ferneren Orchis; Ragwmz (Ophrys); Puce-
lage (Vinca). — Queckholder (Juniperus); Quickenbaum (Sorbus aucuparia); Hurle-
busch, Füe (Ilex aquifolium) sollen von der ehemaligen Verwendung zu Lebensruten
ihren Namen haben; mit Zweigen der genannten Sträucher wurden die Weiber erregt,
um fruchtbar zu werden.
Einleitung.
Als Einleitung sei zunächst eine kurze schematische Übersicht über
die Motive gegeben, die bei Benennung der Pflanzen in Betracht kamen.
Nur die prägnanten Bezeichnungen sind als Beispiele gewählt worden.
Im übrigen muß auf die Einzeldarstellungen verwiesen werden. Die
Pflanzen sind benannt nach
morphologischen Eigenschaften:
Nach dem Gesamthabitus der Pflanze vergl. u. a. Adoxa, Centun-
culus, Traveller’s-joy (Clematis); Mignonette (Draba); Zwerggras (Mibora).
Wegen der Ähnlichkeit der gesamten Pflanze mit einer anderen
Pflanze: Valerianella.
Nach der Wurzel: Yellow -bird’s-nest (Monotropa) ; Knoblauch
(Allium); Coralliorhiza ; Neottia, Nestwurz; Keulenwurz, Herkuleswurz
(Nymphaea); Rettich (Raphanus); Schwarzwurzel (Scorzonera) ; Braunwurz
(Symphytum).
Nach dem Stengel: Polygonum (Knöterich) ; Weiberzorn, Weiber-
klatsch, Frauenkrieg (Ononis); Lidstengl (Hippuris).
Nach den Blättern: Tausendblatt (Achillea); Segge (Carex); Filago,
Filzkraut; Pinguicula, Vetblad; Leontodon, Loewenzahn; Pfennigkraut,
Wiesengeld (Lysimachia „nummularia“) ; Sagittaria, Pfeilkraut; Vrouwen-
tongen (Populus tremula); Hydrocotyle, Nabelkraut, Pennywort; Tausend-
loch (Hypericum); Taubecher, Frauenmantel ( Alchimilla) ; Dipsacus, Cabaret
des oiseaux, Lavoir de Venus.
Nach der Blüte: Blütenstand — Form — Farbe. Goldregen
(Cytisus); Jungfemkraut, Pucelage (Vinca); Langue de femme, Amourette,
Schellenbäumchen (Briza); Alopecurus, Fuchsschwanz: Gretchen im Busch,
Jungfer im Grünen (Nigella Damascena); Campanula, Glockenblume;
Bosch vogeltje, Cephalanthera; Cypripedilum, Frauenschuh; Rittersporn
(Delphinium); Digitalis, Fingerhut; Bischofsmütze (Epimedium); Sieben-
stern (Trientalis); Fliegenblume, Bienenblume, Spinnenblume (Ophrys);
Stern aus Bethlehem (Gagea); Star of Bethlehem (Ornithogalum) ; Schach-
blume, Damier, Kievitsbloem, Fritillaria Meleagris; Jungfer im Hemd
(Galanthus); Homme-pendu (Aceras); Sturmhut (Aconitum); Sang de
Venus (Adonis); Löwenmaul, Snapdragon (Antirrhinum); Manteau royal
(Aquilegia); Stiefmütterchen (Viola tricolor); Anthoxanthum , Flouve;
Schoentjes en laarsjes (Lotus); Malteser Kreuz, Brennende Liebe, Rubin-
chen (Lychnis).
IX
Nach der Frucht: Dreizack, Triglochin; Wildermannskraut (Pulsa-
tilla); Erodium, Kranichschnabel; Geranium, Storchschnabel; Käsekraut
(Malva); Filzläuse (Caucalis); Schöterich (Erysimum); Pfaffenhut, Kardi-
naalsmuts (Evonymus); Capsella, Hirtentäschel; Physalis, Amour en cage.
Lampionplant; Lunaria, Judassilberling; Schildkraut (Alyssum); Tete de
mort (Antirrhinum).
Nach dem Samen: Nigella; Blinks (Montia); Lithospermum, Perl-
kraut; Astragalus.
Nach physiologischen Eigenschaften:
Nach der Blütezeit: Weihnachtsrose (Helleborus); Winterstern
(Eranthis); Frühling (Daphne); Zeitlose (Galanthus); Kuckuksblume (Orchis);
Sporkeiblume, Sommertürchen, Zeitlose, Niveole, Lenteklokje (Leucoium);
Fleur de Päques (Anemone); Vernalgrass (Anthoxanthum) ; Meidoorn
(Crataegus); Sommerwurz (Orobanche); Calendula; Vakanzblume (Cichoria);
Michaelisblume, Zeitlose (Colchis); Zeitlose (Bellis).
Nach der Fruchtreife: Johannisbeere (Ribes); Aprikose (Prunus
armeniaca). — Nach physiologischen Eigenschaften der Frucht: Impatiens,
Rühr mich nicht an, Hüpferling.
Nach der Zeit des Öffnens oder Schließens der Corolla: Faule
Magd, Neunerblümle, Shepherd’s or Poor Man’s Weather-glass, John-
go-to-bed-at-noon (Anagallis); Dame d’onze heures (Ornithogalum) ;
Hesperis, Nachtviole; Nachtkerze, Siebenschläfer (Oenothera).
Nach dem Saftgehalt der Pflanze: Lactuca; Wolfsmilch (Euphorbium);
Milchbaum (Acer camp.); Sapin (Abies).
Nach physiologischen Eigenschaften der Blätter, bzw. des Stengels:
Drosera, Sonnentau, Vliegenvangertje; Urtica, Brennessel.
Nach dem Geruch: Ruchgras (Anthoxanthum); Stinkhout (Frangula);
Bois-sent-bon (Myrica); Veenreukgras (Hierochloa); Faulfischkraut (Cheno-
podium vulvaria); Moschusblümchen (Adoxa); Gottesvergeß (Ballota).
Nach dem Geschmack: Bittercress (Cardamine); Bitterkruid (Picris);
Erdgalle (Erythraea); Pfefferbaum (Daphne); Bittersüß (Solanum „dulca-
mara“).
Nach der Giftwirkung: Venijnboom (Taxus); Henbane (Hyoscyamus);
Wolfsbane (Aconitum Lycoctonum); Wolfskers, Tollkirsche (Atropa);
Kindermord (Juniperus Sabina); Wolfsmilch (Euphorbium); Wütrich, Cow-
bane (Cicuta); Wolfsbast (Daphne).
Nach der parasitären Lebensweise: Orobanche, Hanftod, Kleeteufel,
Broomrape; Baummarder (Viscum).
Nach sogen, medizinischen Eigenschaften:
Benediktenwurz, Avens (Geum); Potentilla; Heilt allen Schaden
(Valeriana); Heil aller Welt (Achillea); Verbodden Baum, Jungferpalme
(Juniperus Sabina); Koortswortel (Valeriana); Herzgespann (Leonurus);
Mutterkraut (desgl.); Matricaria; Augentrost (Euphrasia); Brunelia; Herbe
aux femmes battues (Bryonia); Gichtrübe (desgl.); Milzkraut, Chryso-
splenium; Wurmkraut (Tanacetum); Milchkraut, Polygala; Pulmonaria,
X
Lungenkraut; Alyssum; Gauchheil (Anagallis); Angelica, Engelkraut, Herbe
du St. Esprit; Althaea; Roerkruid; Aristolochia.
Die Veranlassung zum Gebrauch der Pflanze gegen ein Leiden liegt
häufig in der Form der Pflanze selbst. In der Heilkunde wurde diese
als „Signaturlehre“ bezeichnete Disziplin vornehmlich von Paracelsus wieder
aufgefrischt: So wurde Lithospermum wegen seiner steinharten Samen
gegen Steinleiden verwandt, Vesicaria wegen der blasenförmigen Schöt-
chen gegen Blasenleiden, Saxifraga wegen der Kalkausschwitzung der
Blätter gegen Steinleiden, Hepatica wegen der Lappenform der Blätter
gegen Leberleiden, Scrophularia wegen der knotigen Wurzeln gegen
Drüsenknoten, Ranunculus ficaria wegen der Wurzelknöllchen gegen Feig-
warzen und Hämorrhoiden, Pulmonaria wegen der blau und roten Blüten
gegen Lungenleiden. Das homöopathische Prinzip dieser Heilmethode
scheint auch der Verv'endung von Doronicum gegen Vertigo zugrunde
zu liegen. Denn Doronicum, das auf steilen, schwindligen Höhen wächst,
wird als Schwindelkraut, Duizelkruid gegen Schwindel angewandt.
Nach mythologischen Eigenschaften
sind benannt: Alraun, Heinzelmännchen (Mandragora); Rowan (Sorbus
aucuparia); Bettstroh (Asperula); Berufskraut (Erigeron); Jageteufel (Hype-
ricum); Artemisia „dracunculus“, Esdragon; Liebesorakel (Chrysanthemum).
Nach technischen und ökonomischen Eigenschaften:
Weberdistel (Dipsacus); Eriophorum, Bettfedern; Spar (x\bies);
Kaddig (Juniperus); Pailleuse (Zostera). — Glaskraut (Parietaria) ; Lavan-
dula. — Heudieb (Plantago); Poison de la terre (Aristolochia); Hühner-
darm (Anagallis und Stellaria); Luizenboom (Evonymus); Pedicularis;
Pulicaria; Fleabane (Erigeron); Canary-grass (Phalaris); Triticum.
Aus ökologisch-geographischen Gründen:
Nach der Heimat oder Herkunft: Medicago; Brassica „sabauda“,
Savoyischer Kohl, Chou de Milan; Cochlearia „armorica“; Cydonia; Wal-
nuß (Juglans); Juniperus „sabina“; Heidekorn, Tatarenkorn, Sarassin
(Fagopyrum); Rhabarber (Rh eum); Pamassia; Persica; Prunus „armeniaca“;
vergl. Isidor. XVII. 7. 3. Nam multae arbores nomina ex provinciis vel
civitatibus, de quibus allatae sunt, acceperunt.
Nach Standorts Verhältnissen : Hydrocharis, Froschbiß; Najas, Nix-
kraut; Aconitum; Rainweide (Ligustrum); Rainfarren, Revierkraut (Tana-
cetum); Limosella, Schlammkraut; Litorella, Strandling; Hungerblümchen
(Draba); Heide (Calluna, Erica); Mooswurz, Dennorchis (Goodyera);
Parietaria, Herbe aux nonnes; Potamogeton; Veenbes (Vaccinium oxy-
coccus); Speedwell (Teucrium); Ammophila, Haut Dune; Andromeda, Rots-
bes; Arabis; Arenaria; Hieracium, Habichtskraut; Duindoorn (Hippophaes).
Nach Personennamen:
Nach Botanikern: Lonicera, Hottonia, Lobelia. ~ Nach Fürsten:
Gentiana, Eupatorium. — Nach Heiligen: Barbaraea; St. Christophskraut
XI
(Actaea); Kunigundenkraut (Eupatorium). — Nach Personen aus der
alten Helden- und Götterlehre: Achillea, Centaurea, Heracleum.
Prävalierend für die Bezeichnung der Pflanzen sind die Eigen-
schaften der Blüte und der Frucht, die Standorts Verhältnisse und die den
Pflanzen zugedachten medizinischen Wirkungen.
In gleicher schematischer Kürze wie zuvor seien einige philologische
Notizen gegeben. Zunächst über die
sprachliche Herkunft der Pflanzennamen.
Von den 473 abgehandelten offiziellen Gattungsnamen der nord-
westeuropäischen Flora stammen 238, also ungefähr die Hälfte, aus dem
Griechischen; vergl. z. B. Antirrhinum, Cephalanthera, Echium, Physalis usw.
— Aus dem Lateinischen stammen 173, also zirka ein Drittel der betr.
Namen. Die römische Nomenklatur bedurfte bereits der hellenischen
zur Aushilfe: Plin. XXI. 28. Sunt et alia genera nominibus Graecis
indicanda, quia nostris maiore ex parte huius nomenclaturae defuit cura.
Als typisch lateinischen Ursprungs vergl. z. B. die folgenden Namen:
Bellis, Fumaria und Urtica. — Gemischten Ursprungs, d. h. Bastard-
namen, sind Majanthemum und Fagopyrum. — Aus dem Arabischen
stammen ii Namen; vergl. Taraxacum, Datura, Berberis. Manche
arabischen Pflanzennamen werden jedoch a.uf das Griechische zurück-
geführt, da ja die Araber (wie die Römer) in der Pflanzen- und Heil-
kunde die Schüler der Griechen waren; vergl. diesbezüglich Physalis
„Alkekengi.“ — Aus dem Keltischen stammen zwei Namen: Armeria
und Betula, und je ein Name aus dem Deutschen (Brunella), dem
Orientalischen (Tulipa) und dem Asiatischen (Oryza). — Nach Personen
sind 28 Gattungsnamen genannt. — Von 16 Namen war die Herkunft
unklar.
Die Gleichnamigkeit verschiedener Pflanzen
findet sich selbstredend nicht unter den offiziellen, wohl aber unter den
offiziösen und Volksbezeichnungen. So ist der Name Leberkraut, Liver-
wort. Mutterkraut, Roerkruid, Ruhrkraut und Wundkraut, herbe militaire,
herbe ä la coupure für vielerlei Pfanzen gebräuchlich; vergl. diesbezüglich
auch Zwrog; im Holländischen bedeutet Kers sowohl Kirsche als Kresse.
— Hierher gehört auch das Kapitel der Namensusurpation einer wert-
volleren Pflanze durch eine minder wertvolle, ihr aber in irgend einer
Beziehung ähnliche Pflanze; vergl. z. B. über Galgant unter Cladium
und Cyperus, desgl. Myrrhe für Myrrhis usw.
Als despektierliche Bezeichnung
wird häufig der Name eines Tiers dem Namen einer Pflanze beigesetzt,
um diese als minderwertige zu bezeichnen; vergl. Rosa canina, Hunds-
rose, Dog-rose; Hundspetersilie, Ache de chien (Aethusa); Roßkastanie
(Aesculus hippocastanum) ; Horse-radish, radis de cheval (Cochlearia
Armorica).
XII
Unter Antiphrasis
versteht man die scherzhafte Benennung nach Eigenschaften, deren
Gegenteil gerade zutrifft; vergl. unter Holosteum, auch unter Evonymus
und Beinheil (Narthecium) und unter Sagina.
Als Appositiva
zu herba sind u. a. die folgenden Pflanzennamen aufzufassen: Achillea,
Hepatica, Herniaria, Impatiens, Pedicularis, Pulmonaria.
Die Diminutivbildungen
sind unter den Pflanzennamen sehr häufig; aus der offiziellen Nomen-
klatur vergl. u. a. Asperula, Campanula, Centunculus, Gladiolus, Radiola,
Ranunculus, Nigella, Serratula.
Die Endung -ago
findet sich bei den lateinischen Pflanzennamen nicht selten. Teils soll
durch sie die Ähnlichkeit mit der vorgenannten Pflanze angedeutet
werden, teils scheint besagte Endung von agere, fortführen, bzw. herbei-
führen, abzuleiten zu sein. Von offiziellen Namen vergl. Medicago, Tussi-
lago, Plantago, Solidago, auch Plumbago, Trixago, ferner Lappago, Cunilago.
Als Korruptionen
aus fremden Sprachen sind die folgenden Worte aufzufassen: engl. Orache,
franz. Arroche, aus lat. Atriplex, dieses wiederum aus dem griechischen
^^TQdq>a'Mg] Malva aus MaXdx'iq, Lattich aus Lactuca; Fenchel aus
Foeniculum; Alant aus Inula; Spargel aus Asparagus. Ein interessantes
Kapitel der Sprachverderbung ist die
Assimilation, bzw. Volksetymologie,
worunter man das Mundgerechtmachen fremdklingender Namen versteht;
vergl. Leerbaum aus Larix; Liebstöckel, Leberstöckel aus Levisticum;
Maindegloire aus Mandragora; Winkelkraut aus Vinca; Osterluzei aus
Aristolochia; Rosenmarie, Rosemary und ros marinus selbst aus dem
ungetrennten Rosmarinus; Farfugium aus Farfara (s. unter Tussilago);
Siebenbaum, Segenbaum aus (Juniperus) Sabina; Josephli aus Hyssopus;
auch Creeping Jenny aus Creeping Penny (Lysimachia nummularia) gehört
mit Reservat hierher. Das beste aber hat die Volksetymologie aus Rain-
varren gemacht, indem sie das Kraut auch Rheinfallkraut nannte. (Tanacetum).
Daß ganze Sätze
zur Namensbezeichnung verwandt werden, ist eines der interessantesten
Kapitel der Synonymik. Als Beispiele seien genannt: Vergißmeinnicht,
Souviens-toi-de-moi, Aimez-moi, Plus je vous vois, plus je vous aime
(Myosotis); Sitt in d’Hose (Bidens); Ich acht sein nicht (Briza); Dis-
moi-la-verite (Chrysanthemum); Klim op (Hedera); Rühr mich nicht an
(Impatiens); John-go-to-bed-at-noon (Anagallis); Nimm mir nichts (Alchi-
milla); Denkmein (Omphalodes); None-so-pretty (Saxifraga umbrosa);
Volg my na (Orchis Morio).
A.
Abies.
Isid. etyin. XVII. 7. 32. Abies dicta quod prae ceteris arboribus
eat (h. e. abeat) longe et in excelsum promineat
von abire, abweichen, weil sie die übrigen Bäume an Höhe über-
trifft, vergl. die griech. Bezeichnung ilazrj, von eXav ziehen, also etwa
„die in die Länge gezogene“, „hochanschießende“ — nach anderer
Erklärung dasselbe wie das griech. Ttixvg^ Kiefer. Das a ist euphe-
mistisch dem Stamme vorgesetzt. Die Grundbedeutung ist die des
spitzen, wie aus dem Klang des Wortes Tvixvg hervorgehen soll, —
nach dritter Erklärung von ßiog, Leben, Anspielung auf die Lang-
lebigkeit des Baumes.
d. Tanne, verw. mit dem deutschen: dehnen, in die Länge ziehen.
S. vorher — oder verw. mit engl, dun: dunkel, wegen ihrer dunklen
Nadeln, vergl. die Bezeichnung des mit Tannen bestockten „Schwarz-
waldes“.
f. Sapin vom lat. sappinus von sapa, fz. seve, d. Saft, also soviel als
Harzbaum, vergl. Vitruv. De architectura H. 9. Abies. — Quae vero
est Superior — dicitur esse fustema, ima autem sappinus (Saftstück)
vocatur.
e. Fir, vergl. die deutsche Bezeichnung Föhre (allerdings für Kiefer,
diese wie Fichte werden ja häufig mit Tanne verwechselt, vergl. die
bayer. Bezeichnung Weißfichte für Tanne) fir, Föhre vom griech. TVQlvog,
lat. pinus, s. d. oder verwandt mit e. firm: hart wegen des Holzes
resp. mit langobard fereha: quercus, s. d. oder endlich mit fire: Feuer,
weil als Brennholz benutzt wird.
n. Zilverspar. Zilver: Silber wegen der silbergrauen Rinde, (oder wegen
der unterseits silberfarbenen Nadeln). Spar unser deutsches Span'en
(Dach-) Balken, weil das Holz zu Balken verarbeitet wird. — Dennen-
hout = Tannenholz.
Acer,
von a/.Qog spitz, weil die Blätter in spitze Ecken auslaufen oder weil
Lanzen aus seinem Holz gemacht wurden, ev. verwandt mit dem
hebr. cheren, Hom. Das n von cheren ist unterdrückt und kehrt
Kanngiesser, Etymologie usw. 1
in acemus dem adj. von acer wieder. Das a wurde euphemistisch
vor cheren als Anlaut gesetzt. Acer hieße also wegen seiner Härte
soviel als Hombaum; nach dritter Meinung von ay.qlg Heuschrecke
mit Bezug auf das Aussehen der geflügelten Früchte, vergl. hierzu
die griech. Bez. für Acer compestre G(p£vdajLivog von Gq)evd6vr] Schleuder
aus gleichem Grunde.
d. Ahorn, mit diesem Namen soll ursprünglich die Platane bezeichnet
worden sein, Ahorn könne daher nicht von acer abstammen wie
angenommen wird. — Doch läßt sich die Verwandtschaft von Ahorn
mit acer nicht absolut abweisen, das n von Ahorn findet sich eben-
falls in erw. acemus wieder.
f. Erable, vergl. arabre (Haute Provence) aus acer arbor = Ahombaum
oder aus acer albulus, weißlicher Ahorn, wegen der Farbe des Holzes.
e. maple ags moepel, mapel-treow, mapulder, celt. mapwl, verwandt mit
dem lat. macula Fleck, Maser im Holz. Acer campestre wird auch
Maserholz genannt, ebenso Maßholder, Namen, die ev. mit macula,
maple in Verbindung stehn.
71. Ahorn: Franck bezeichnete ihn als den einzigen holl. Namen für
Acer, Henkels und Turingar hingegen nennt Acer vornehmlich Esch-
doorn, d. h. Eschenstrauch, mit Bezug auf die Flügelfrüchte, die dem
Ahorn wie der Esche gemeinsam sind. Sicherer versteht unter Esch-
doom jedoch Crataegus, auf die der zweite Bestandteil des Wortes
besser zutrifft. Doch scheint dieses Synonym für Crataegus auf dem
Umweg über Acer entstanden zu sein, dessen Blätter an die von
Crataegus, nicht aber an die der Esche erinnern.
Acer campestre.
d. Feldahom, da er im Feldgehölze wächst. Maßholder bereits erklärt
oder dieselbe Etym. wie Maßliebchen s. u. Bellis. Schles.: Milchbaum,
wegen des süßen Milchsaftes.
f. Erable champetre.
[ e. common oder small -leaved maple, z. d. gewöhnlicher oder klein-
blättriger Ahorn.
7t. Kleine Eschdoorn.
Acer pseudo-platanus.
Isid. XVII. 7. 20. Sycomoms, sicut Graeca nomina sunt. Dicta
autem Sycomorus, e quod. sit folium simile moro
pseudo-platanus unechte Platane, wegen seiner Ähnlichkeit mit diesem
Baum (Blätter).
d. Bergahorn, wächst in Bergwäldem.
f. Sycomore lat. sycomorus, gr. Gvyof^OQog von Gvyiov Feige, iioQOv,
murus Maulbeere, weil seine Blätter den gelappten Blättern der
Maulbeere und Feige ähnlich sehen — oder vom hebr. shikmah,
Bergahom. Die norm. Bez. chicamore kommt dieser Etymologie am
nächsten. — Faux platane: Falsche Platane.
3
e. Sycomore, auch Sycamore.
11. Schotsche lindeboom. Schottischer Lindenbaum. Der lindenähn-
liche Baum wächst in Schottland wild, aus seinem Saft bereitet man
daselbst ein weinartiges Getränk; s. Milchbaum unter acer campestre;
vergl. Acer saccharinum den Zuckerahorn in Nordamerika. — Luiten-
boom. Soll das Wort mit luit, die Laute in Connex stehen, weil aus
seinem Holz Lauten gemacht wurden? Vergl. die deutsche Bez.
Lauterbaum; vergl. ferner die Ableitung des deutsch. AVortes Laute
vom arab. alüd, das ursprünglich etwas von Holz bedeutet.
Aceras,
a privativum. Keqag Hom. Die Blüte ist ohne den typischen
Sporn der Orchidaceen, zu welcher Familie die Pflanze gehört.
K. anthropophora von av^QCOTtog Mensch und (peQCO tragen, weil die
Unterlippe, zweimal so lang als die Kelchblätter, herabhängt und
deshalb mit einem hängenden Mann verglichen werden kann. Die
seitlichen Lappen der Unterlippe stellen die Arme, und der Mittel-
lappen, w'elcher lang ist und in zwei Fortsätze ausläuft, die Beine
und Körper dar.
d. Ohnhom — Bockshödlein, s. u. Orchis.
f. Aceras (homme-pendu = hängender Mann).
e. Man-Orchis: Mannorchis.
n. Spoorloos: Sporlos.
AcMllea. ^ ^ylyl'k'kEiog ßoravr] vergl. Hottonia und Millefolium.
Plin. XXV. 19. Invenit et Achilles discipulus Chironis qua volneribus
mederetur. quae ob id Achilleos vocatur.
Apul. med. herb. 88. Graeci myriophyllon, Latin! millefolium. Hane
herbam Achilles invenit, unde vulnera ferro facta sanabat, et ob
id Achilleos vocatur.
Achilles (Kraut) nach Achilles, der es entdeckt und gegen Wunden
angewandt haben soll.
d. Garbe, ahd. garwe, ags. gear(u)we, darunter versteht man soviel als
Gesundmacher, Heiler, ahd. garwä, die Heilende, Herstellerin. Garbe
daher soviel als „Heilpflanze“, vergl. die deutsche Bez. Heil aller
Welt! Vergl. ferner Gariot unter Agrimonia. — Schafgarbe, dient als
Futterkraut.
f. Achillee — Millefeuille, z. d. Tausendblatt, vergl. die Artbez. A. mille-
folium wegen der feinfiederteiligen Blätter.
e. Yarrow, s. Garbe. — Milfoil.
n. Gerw. — Duizendblad. — Hazengras.
Aconitum, av.ovLxov.
Theophr. Plant. IX. 16. 4.
0v€Tai TTavzayov y.ai ovv. iv taig
1*
4
jiicvov acp tov exei T7]v ^^oorjyoQiav' avTrj öi egtl yxifAri
TLg Tcüv MaQiavövvwv. (pLlel Si fj-aXiOTa Tovg TieTQcoöetg roTtovg.
Antigon. Hist, mirab. 119. sc. 13 1. QeoTtof^Ttog öe cpriOLv 0 laroQio-
ygacpog ro VMXoifxevov dyonrov yiyveod^ai fxiv tvcqI Hgayleiav r^v
h TUi TZOVTO) Talg ovojuaKof-ievaig Av.ovaig.
Nicand. Alexipharm. 42 — 43.
Ivö A'ybvaig.
Sr^r^uv d'AtvTivov sveßldoTrjGev OQoyyoig.
Ovid. Metam. VII. 418 — 419.
Quae quia nascuntur dura vivacia caute
Agrestes aconita vocant.
Diosc. IV. 77. aJg xqtüVTai TZQog Tag twv Xvuov ^riQag ivTid^evTeg
y.QeaGLv wfiolg' ßgcod^elGai ydg VTtb TtZv Xvytov, dvaiQovGiv avTovg.
Plin. XXVII. 3. nascitur in nudis cautibus, quas aconas nominant,
et ideo aconitum aliqui dixere, nullo iuxta ne pulvere (xoVtg) quidem
nutriente, hanc aliqui rationem nominis atulere, alii quoniam vis
eadem esset in morte, quae cotibus in ferri acie deterenda, sta-
timque velocitas sentiretur.
Lucanus IV. 322. Pallida Dictaeis nascentia saxis Infundas aconita.
Galen. Pharmacologia Z. 19. ^Aagvitov ^ TtaQÖa^layxsg. 20. "Ayo-
vLTov ^ Xvy.oyTOvov. IdiMieQOv öe Xv'AOvg avaigelv Ttecpvyev coGTzeg
eyelvo TtagödleLg.
Isid. etym. XVII. 9. 25. Acone partus est Bithyniae, qui proventu
malorum graminum usque adeo celebris est, ut noxias herbas aconita
illinc nominemus.
Aconitum entweder von einem Ort oder einer Gegend ähn-
lichen Namens, wo es in Massen wuchs, so benannt, oder von
d'Aovai steile Felsen, auf denen sein Standort, event. von xoVry
Tötung mit anlautendem a, wegen seiner Giftwirkung, oder
endlich, weil er auf Felsen wachsend sich nur von yavig Staub
ernährt.
Aconitum Napellus.
Diminutivum von Napus, Rübe, wegen der rübenförmigen Wurzel.
d. Eisenhut, Sturmhut, Mönchshut, Narrenkappe. Diese Namen sind
wegen der Form der Blüte gegeben, ebenso am Naheufer: Venus-
wägelchen, Tauben wagen, bei Bremen Pferd und Wagen, Reiter zu
Pferd. Die Helmhaube soll den Wagen darstellen.
f. Aconit. Char de Venus = Venuswagen. Casque = Helm (de
Jupiter) oder casque bleu wiegen der blauen Blütenfarbe. Capuche de
Moine = Mönchskapuze.
e. Aconite. — Monk’s-hood. — Helmet-flower (Helmblume).
n. Monnikskap, Stormhoed.
Aconitum lycoctonum.
Vergl. Diosc. und Galen, ebenso die Synonyma yvvo'yTOVov, f.iVoy.-
5
TOroy, ■d-tjQO(p6vov. Die Pflanze wurde zum Töten wilder Tiere
benutzt.
d. Wolfswurz.
f. Aconit tue-loup (töte den Wolf), Etrangle - loup (würge den Wolf).
e. Wolf’s-bane = Wolfsbann.
71. Gele monnikskap = Gelber Mönchshut, wegen der Blütenfarbe.
Acorus, (xy,oQog.
Diosc. I. 2. 'O de xvXdg rrß Qlt7]g dTto/Md^algei za eTtLO/MTVoivTa xdXg
AOQaig.
Plin. XXV. loo. radices gustu acres.
Isid. etym. XVII. 9. 10. Acorum, acerrimi odoris.
Acorus von a priv. und Pupille, weil die Pflanze Augentmbungen
heilt (Diosc.). — Nach anderer Meinung von a priv. und zo^og
Sättigung, ihre gewürzhafte Wurzel soll appetiterregend wirken. —
Nach dritter Ansicht verwandt mit acer, scharf, wegen des unan-
genehmen Geruchs der zerriebenen Bieter oder wegen des scharfen
Geschmacks der Wurzel.
d. Kalmus aus calamus, vAXaf-iog Rohr, bezw. Sumpfgewächs überhaupt.
/. Acore.
e. Sweet Flag = Süße Flagge, wegen des flaggenartigen, schwert-
förmigen Blattes und der gewürzhaften Wurzel. Sweet sedge, über
sedge s. u. Carex.
n. Kalmus. Swanenbrood (= Schwanenbrot) : Teichpflanze.
Actaea,
lat. acte, griech. azrij Holunder, s. u. Sambucus. Actaea weil seine
Blätter und Blüten denen des Holunder gleichen — oder von
acta, azirij Gestade, av.Talog an Ufern, weil es am Ufer wächst —
oder nach Finne das Kraut des Aktäon, der von seinen durch
den Genuß dieses Krautes wütend gewordenen Hunden gefressen
wurde.
d. Christophskraut. Zu Ehren des heil. Christoph, des Geisterbanners.
f. Actee — Herbe de Saint Christophe.
e. Baneberry. Herb Christopher.
n. Actaea.
Adonis.
^'Adwvig die griech. Bez. einer phöniz. Gottheit: Adon, was auch Herr
bedeutet; vergl. den hebr. Namen adon, Herr und Adonai für Gott.
Phoeniz. und Hebr. sind bekanntlich Dialekte eines Stammes. Die
Syrer wie Phönizier verstanden unter Adonis vornehmlich den
Sonnengott. Adonis hieße also soviel als Sonnenblümchen wegen
der leuchtenden Farbe seiner gipfelständigen Blüte ( — oder nach dem
6
mythol. Königssohn Adonis, der in eine Blume verw’andelt wurde,
benannt; vergl. Ovid Mtam. X.)
d. Adonisröschen.
e. Pheasant’s-eye, Fasanenauge. — Adonis.
/. Adonis. — Oeil de perdrix, Rebhuhnauge. — Sang de Venus, Venus-
blut, Rubissant, vom lat. ruber, frz. rouge; rot. — Goutte de Sang
Blutstropfen; sämtliche Namen wegen der roten Blütenfarbe; ebenso
n. Kooltjes-vuur. = Köhlchenfeuer; vergl. den deutschen Namen Feuer-
röschen.
Adoxa,
von aSo^og, unberühmt, wegen ihres unscheinbaren Aussehens.
d. IMoschusblümchen, Bisamkraut. Bisam (vom hebr. Bosam = Aroma)
ist ein stark riechender Saft des Bisamtieres. Das Pflänzchen duftet
schwach nach Moschus.
f. Adoxe moscatelline. Herbe musquee. IMoscatelle: Diminutifform.
e. IMoscatel.
n. Muscuskruid.
Aegopodiiim,
Ziege, Ttovg Fuß alyLTtodrjg ziegenfüßig, bezieht sich auf die
wegen der eingeschlagenen Züngelchen einem Ziegenfuß ähnendeln
Blumenblätter.
d. Giersch, unbek. Herkunft. Ziegenkraut. Zipperleinkraut, wurde gegen
Podagra benutzt, vergl. den Artnamen Aeg. podagrarium.
f. Egopode. Herbe aux goutteux. Gichtkraut, ebenso
e. Goutweed, Gichtkraut. — Woher die Namen Bishop’s-weed, Herb
Gerard, auch
n. Gerardskruid (?) Geitepoot = Geißfuß. Wilde Geer verw’. mit Giersch.
Zevenblad, wegen der sieben Blätter einer Spreite.
Aera, s. Aira, aXqoiy
Name mehrerer als Unkraut unter dem Getreide wachsenden Gräser,
vielleicht von alqiß in die Höhe gehen.
d. Schmiele, frk. schmilme Grashalm, auch der spitze Beschlag eines
Stockes — oder verwandt mit schmal, wegen der schmalen Gras-
blätter ev. verw. mit Schmelz, wegen der glänzenden Blütenhülle.
f. Gauche von caucher drücken, pressen, wegen der flachen Blätter.
(f. Hairgrass, wegen der zarten Halme des Blütenstandes Haargras genannt.
71. Smeele, auch Boendergras z. d. Scheuergras, weil es wegen der rauhen
Halme zum reinigen benutzt wurde. — Bentgras: Binsengras s. u.
Juncus.
Aesculus.
Isid. etym. s. u. Facgus
von esculus Speiseeiche, von esca Speise. Der Name dieser Eichen-
7
art wurde des ähnlichen Baumhabitus wie der eßbaren Frucht halber
auf Aesculus übertragen — oder verw. mit avJvXog Eichel wegen der
Frucht — ev. aus aiyog y.vlov: al'^ Ziege, yvXov die Vertiefung unten
am Auge, das Auge. „Ziegenauge“ wegen der augenförmigen Gestalt der
Frucht. Der Sortnamen Hippocastanum, von iTtTtog Pferd und YMOravov
Kastanie. Der getrocknete zermahlene Same wurde Pferden, besonders
wenn sie krank waren, unter das Futter gemischt. — Nach anderer
Erklärung deswegen hippocastanum z. d. Roßkastanie, weil die Frucht
im Gegensatz zur echten Kastanie ungenießbar ist, vergl. Meerrettig,
Hundsveilchen usw. Zu deutsch auch Saukastanie und Foppkastanie
genannt.
d. Roßkastanie.
f. marronier, ital. marrone. Sollte dies Wort nicht mit Mähre, Pferd
verwandt sein? — Event, vom hebr. armon Platane, das man ehe-
dem mit castanea übersetzte, oder verwandt mit dem römischen Bei-
namen Maro, es wäre dann wegen der glänzenden Samen von
fjaLQO) leuchten, glänzen abzuleiten. — Unter dem Wort fxccQaog,
LiccQaoVy das sich bei Eustathius findet, verstand man die Frucht der
Comelkirsche (die gewöhnlich TcizTa^ig genannt wird); auch dieser
Name könnte mit fAaiqto leuchten verv^andt sein, war aber wohl
keineswegs für marronier ursprünglich.
Horse-chestnut = Pferdekastanie.
n. Paarden Kastanje. — Wilde Kastanje.
Aethusa,
aiS^ovoa die funkelnde oder brennende von aY'9'{vaa)co wegen der
glänzenden Blattunterseite oder wegen ihres scharfen Geschmacks.
d. Gleiße von glitzern, s. o. event. von gleißen, in der Bedeutung
falsch sein. Die Pflanze ist eine Giftpflanze, die im Garten neben
der Petersilie vorkommt und da ebenfalls Umbellifere mit dieser zu
Verwechslungen Veranlassung gab. — Hundspetersilie, als verächtliche
Bezeichnung.
f. Ache-des-chiens = Hundseppich. Apium, Eppich, ist ebenfalls eine
Umbellifere.
e. Fool’s Parsley = Narrenpetersilie.
n. Tuinscheerling = Gartenschierling, wegen ihrer Giftwirkung und der
Ähnlichkeit mit Conium, dem Schierling, der ebenfalls ein Dolden-
gewächs ist. — Kleine dolle Kervel, Anthriscus, n. Kervel ist eben-
falls eine Umbellifere.
Agrimonia.
Diosc. IV. 41. EvTtaTtoQiov. cpvlla tdig %r^g yavvaßetog ioiYota
evLOL Tavrriv agyefj.covriV iytaXeaav Ttlavr^S'evreg.
Plin. XXV. 29. Eupatoria quoque regiam auctoritatem habet.
Agrimonia vergl. gr. aygLiAOiog feldbewohnend, wild, da die Pflanze
auf den Äckern wächst. A. Eupatoria, nach Mithridates Eupator,
8
dem König vom Pontus, der Heilkräuter anpflanzen ließ. S. auch
unter Eupatorium,
d. Odermennig und Ackermännchen sind aus dem lat. verderbt.
f. Aigremoine — Gariot, Heilkraut von guerir heilen.
e. Agrimony. — Liverwort gegen Leberkrankheiten.
n. Leverkruid.
Agrostemma,
von ayQcg Acker und ore^i^ia Kranz, die auf dem Felde wachsende
Pflanze wurde zum Bekränzen verwandt. — Event, von in
der Bedeutung Krone; danach hieße die Pflanze: Krone des Feldes,
wegen ihrer Schönheit.
Agrostemma Githago,
vom lat. gith, git indecl. der Name des Samens von Nigleal sativa,
mit dem der Agrostemmasamen Ähnlichkeit hat.
d. Rade veru'andt mit rot, wegen der Blütenfarbe.
f. Agrosteme. — Nielle von Nigella. Dim. von niger, schwarz, wegen
der Samenfarbe. Coquelourde, Anspielung auf seine schwere Samen-
kapsel, coque Schale, lourd schwer.
e. Corncockle d. h. Kornschale, wächst unter dem Kom, cockle, gael,
cogall, frz. coque.
n. Kornroos — Nagelbloem = Nelkenblume, die Pflanze gehört zu den
nelkenartigen Gewächsen. — Bol, Kopf, wegen der kopfähnlichen
Frucht. Die Kelchzipfel der Frucht sehen wie Haare aus.
Agrostis,
ayqtoüTLg, griech. Benennung wildwachsender Gräser und Kräuter,
von ayqoq Feld, oder von ayqog und yQuong Gras.
d. Straußgras, wird in Sträuße eingebunden.
f. Fiorin vom ital. fiorino Blümchen, wegen der Zartheit seiner Ähren.
— Etemue, die Kinder gebrauchen die zarten Ähren, um die Nase
zu kitzeln und Niesen (etemuer) zu erregen.
Fioringrass. — Bent-grass = Binsengras, s. u. Juncus.
n. Struisgras.
Ajuga,
auch Abiga genaimt, von abigo abtreiben, wegen einer angebl. abortiven
oder purgierenden Wirkung. — Nach anderer Ansicht von ayvieog
gliederschwach: gegen Gicht verw'endet.
d. Günsel, aus dem ehemaligen Namen Consolida: die „gesundmachende“
Pflanze gebildet. — Im Bernischen: Büggeln, verwandt mit der engl.
Bez. bügle, das in dieser Sprache auch Signal-, Jagdhorn bedeutet.
Betreffs des engl, und frz. Wortes bügle vergl. altfrz. bougle, worunter
9
man sowohl Büffel als ein aus dem Büffelhorn hergestelltes Blas-
instrument verstand; der Name soll auf die Pflanze wegen der hom-
nartigen Form der Blüte übertragen worden sein. — Doch schon Marcellus
Empiricus bezeichnet Ajuga als Bugula. Sollte das Wort nicht aus
Buglossa, der gewöhnlich Anchusa benannten Boraginee verderbt sein,
mit der jene Labiate verwandt ist und eine gewisse Ähnlichkeit hat? —
Brünelle: gegen die Bräune.
f. Bügle. — Herbe de St. Laurent, weil es in kritischen Momenten bei
Krankheiten gebraucht wurde. Vergl. die frz. Redensart: etre sur le
gril comme St. Laurent, sich in gefährlicher Lage befinden: St. Lorenz
war ein Märtyrer des III. Jahrhunderts, der auf einem Eisenrost ver-
brannt wurde.
e. Bügle.
n. Zenegroen, auch Senegroen = Singrün = Immergrün. Vergl. u.
Alchemilla.
Alchemilla,
vom arab. Alkemelyeh, bezw. nach den Alchimisten, die in den Blättern
dieser Pflanze ein Hilfsmittel gefunden zu haben glaubten, gewöhnliche
Metalle in Gold umzuwandeln.
d. Sinnau aus Sin-tau. Sin = immer (vergl. Singrün, Sintflut). Sinnau
= Immertau. Im Grunde der Blätter, die einem ausgebreiteten
Mantel ähnlich sind, bezw. mantelartig zugefaltet sind, findet man
Tau- und Regentropfen. — Frauenmantel — Taubecher — Tau-
schüssel (Graubünden) — Regendächle (Augsburg) — Regenschirm-
chen (Gera). — Nimm mir nichts (Österreich), da sie das Regen-
w’asser auffängt. Siehe auch unter Dipsacus. — Löwenklau wegen
der Blattform.
f. Manteau de Notre-Dame = Marienmantel. — Mantelet des Dames —
pied de lion: Löwenfuß.
e. Lady’s-mantle : Marienmantel.
n. Leeuwenklauw. Onze vrouwenmantel.
Alisma, ctkioixa^
von oXiOlo mit Salz füttern; also Salzkraut, wegen des bitteren Ge-
schmacks — oder verwandt mit kelt. : alis = Wasser, da es eine
Wasserpflanze ist.
d, Froschlöffel, wegen der löffelartigen Blätter. — Wasserwegerich, w^eil
seine Blätter denen des Wegerichs (Plantago) gleichen. Vergl. Diosc.:
HI. 159. (fvkXa liiev e'xsi agvoyloGGc^) (plantagini) of-ioia.
f. Plantain d’eau: Wasserplantago. — Pain de grenouilles, Froschbrot,
man glaubte irrtümlicherweise, daß die Frösche sich von Pflanzenkost
nähren; vergl. diesbezüglich u. a. die Froschnamen der Batrachomachie.
e. Water- Plantain.
n. Water-Wegbree. Lepelblad.
IO
Alliaria, sc. herba.
von Allium = Lauch, weil es denselben Geruch hat.
d. Lauchkraut.
f. Alliaire. Herbe ä l’ail; dasselbe wie der deutsche Name.
e. Garlic-mustard = Lauch-senf. Eine dem Senf nahverwandte Pflanze.
— Sauce alone: Weil sie bloß den Geruch hat wie Knoblauch,
ohne aber Knoblauch zu sein, wurde sie ironisch: „Nur Sauce“ sc.
ohne Fleisch, genannt.
n. Look zonder look: Lauch ohne Lauch, s. vorher.
Allium.
Isidor, etym. XVII. lo. 14. Allium dictum quod oleat
von olere riechen, wegen seines Geruchs, — oder von yeXyigy auch
ayXig^ wie die Knoblauchzwiebel hieß. Das a in ayXig ist anlautend,
yXlg verwandt mit y.vX, das etwas Rundes, Krummes bezeichnet: wegen
der runden Zwiebel, — event. von aXleo^ai herausspringen, wegen
seines raschen Wachstums, oder celt. all = brennend, wegen des
scharfen Geschmacks der Pflanze.
d. Lauch, aus Schlauch oder von Loch, beides wegen des hohlen
Stengels; s. jedoch auch unter Ceratophyllum.
f. Ail vom lat.
e. Leek, s. u. Lauch. Derselbe Bestandteil auch im folgenden Garlic
und unter Hemlock, dem Schierling.
n. Look.
Allium Cepa.
Isedor. etym, XVII. 10. 12. Cepa vocatur, quia non est aliud, nisi
tantum caput.
cepa von caput Kopf, weil die Zwiebel diesem gleicht — oder vom
griech. yi^Ttog Garten, da sie eine typische Gartenpflanze ist.
d. Zwiebellauch, Zwiebel: aus Vermischung von cepula, dem Dimi-
nutivum von cepa mit dem lat. bulbus, griech. ßoXßog, deutsch Bolle
oder nur aus ersterem.
f. Ciboule. — Oignon, vom lat. unus, eins, da es nur eine Zwiebel hat.
Columella nennt die Pflanze unio.
e. Onion, s. vorher.
n. Ui, desgl. ebenso Ajum. — Cipel.
Allium sativum.
Zu deutsch wörtlich Saatlauch.
d. Knoblauch, veru^andt mit engl, cleave spalten, „gespaltener Lauch“,
weil die Zwiebel gespalten ist. Vergl. ahd. Klioban. — Die Ab-
leitung von Knopf, wegen der Form der Wurzelknollen, scheint
weniger zutreffend zu sein.
/. Ail(cultive), wörtliche Übersetzung des Lateinischen. — Scherzweise
I
auch Perdrix de Gascogne, Gascogner Rebhuhn oder Chapon de
Gascogne, Gascogner Kapaun genannt. Die Gascogner stehen als
Aufschneider in schlechtem Ruf.
e. Garlic, s. u. Allium: von Gar, die Lanze im ags., wegen der spitzen
Halme: „Lanzenlauch“.
n. Knoflook.
Ainus.
Isid. XVII. 7. 42. Ainus, quod alatur amne. Proxima enim aquae nas-
citur, nec facile extra undas vivit, — Vitruv. 11. 9. Ainus autem
quae proxima fluminum ripis procreatur.
Ainus: nach Isidor: quod alatur amne: weil sie durch den Fluß er-
nährt wird, so benannt. Die Erle wächst bekanntlich an Ufern und
feuchten Orten. — Nach anderer Meinung: von einem alten Stamm-
wort al Wasser, kelt alis, desgl. — Nach Martin von yVivoo,^ einer
Ahorn- oder Ulmenart, deren Namen auf yXia Leim zurückzuführen,
was auf das saftige Holz, bezw. auf das klebrige Blatt von A. gluti-
nosa sehr wohl paßt: y wäre vor X eliminiert und a als Anlaut ge-
nommen worden. — Dürfte Ainus nicht mit dem ahd. alusa: rot-
braunes Holz, dem deutschen Wort Aalkirsche (Frangula), Elsbeere
(Pirus torminalis), dem niederl. aalber (Ribes rubrum) und mit dem
engl. Wort ale: rotbraunes Bier verwandt sein, ihm also der Begriff
rot zugrunde liegen, da das weiße frische Holz der Erle beim Liegen
rasch rötlich wird?
d. Erle, Eller verw'andt mit Ainus.
y. Aune, aulne, wallon, onai, aunai desgl.
e. Alder, altengl. aller, ags. aelr, al(e)r.
n. Eis, Eller.
Alopecuriis^
aX{M7tt/.ovqo<i Fuchsschwanz, ccIcotctj^ Fuchs, ovqa Schwanz, wegen
der Farbe und Form des Blütenstandes.
d. Fuchsschwanz.
/. Vulpin vom lat. Vulpes Fuchs.
e. Foxtail, vergl. den deutschen Namen.
n. Vossestaart, desgl.
Alsine, aXalvri.
Diosc. H. 214. alalvf] 6i dia to O'ueqovg cpilelv /.al aXatodetg.
Plin. XX VH. 8. Alsine nascitur in lucis, unde et alsine dicta est.
Von aXaog Hain, wegen des Standorts vieler Arten.
d. Miere, s. unter Anagallis und Stellaria.
f. Alsine.
e. Sandwort, wächst auf sandigen Äckern.
n. Heggekrind — Haagkraut, s. vorher — mier, desgl.
12
Althaea, al^ala, aA^ea.
Galen, pharmacol. H. XII. 13. B'JaXayji Tj f.iev ayqia dtaq)OQT(]TrAr^q
argif^a vmI (.laXav.TLv.rß ItzI ßgay v ^eTeyei dvvdfjeojg — ovof^idKeraL
vmI al&ala (ebenso im Aetius).
Derselbe. Z. V. i. zßlo'Aog ^ dXd^aia.
Isidor, etym. XVII. 9. 75. Althaea quod in altum surgit.
Von dXd^io heilen oder verwandt mit altus, hoch, weil sie rasch hoch wächst.
d. Eibisch von Ißioxog, ahd. ibisca. Ursprung dunkel. Eibisch soll
mit Eibe, Efeu, Eppich verwandt, andere aber stellen diese Be-
ziehung in Abrede.
f. Guimauve, verdorben, aus ibisco-malva. Beides nahverwandte Mal-
vaceen; s. Galen.
e. Marsh mallow z. d. Sumpfmalve. Althaea officinalis, die gebräuch-
liche Althaea wächst in feuchten Gebüschen; über officinalis s. unter
Primula.
n. Heemst verderbt aus Hibiscus, vergl. die d. Namen Hemisch und Hünst.
Alyssum, dlvooov.
Diosc. III. 95. Ttag oigLy.aoTtog, tag döTtidlayLa dLddiTcXa, ev oio t6
07rlQ(.ia v/coTvXavv, doyel de %al Xvöaav yvvig Idad^ai avy^OTtev
0 deOfiaTL y.al öod^ev.
Plin. XXIV. 57. Nomen accepit, quod a cane morsos rabiem sentire
non patitur ex aceto potus adalligatusque.
Galen, pharmac. Z. I. 24. ^'^XvGGov covofxaorai fjev aXvGOOv
^ Ttoa Sid TO d^av(.iaGT(jög dvLvdvai xovg vtvo XvGtovTog yvvcg
SeörjyfÄevovg. dXXd yial ^örj Xvttojvti dod'elGa jtoXXd'ug l^iaGaxo,
ungefähr desgl. Aetius. Sermo I.
aXvGGOv von a priv. und XvGGa Hundswut, weil es ein Mittel gegen
die Hundswut war (oder von a priv. und Xvtco Schlucken, als
Mittel gegen den Singultus).
d. Schildkraut, wegen der Gestalt der Frucht, s. Diosc. Vergl. auch das
nächstverwandte Lunaria — Steinkraut, weil es auf felsigen Abhängen
wächst.
f. x\lysson, Alysse. — Passerage: ce qui fait passer la rage, ein Kraut,
das die Wut vorübergehen läßt.
e. IMadwort, d. h. Tollkraut, s. o. vergl. (canine) madness Hundswut.
n. Schildzaad.
Amarantus, df,idQavTog.
Plin. XXI. 23. Summa naturae ejus in nomine est, appellato, quo-
niam non marescat.
Von d negativum und (.iccgaivofiai verwelken. Die Blumen behalten
auch im trockenen Zustand Farbe und Form.
d. Amarante.
f. Amarante.
e. Amarant(h). Die litera h ist absolut falsch.
n. Amarant.
— 13
Ammophila.
Ableitung von a^(,iog Sand und cpileiv lieben, weil die Pflanze gern
auf Sand wächst. — Sie wird in der offiziellen Nomenclatur auch
Psamma (von xpa^fxa Sand) genannt.
d. Strandhafer: wegen seines vielfach verzweigten Wurzelstocks wird er
zur Befestigung der Dünen angepflanzt und von den Anwohnern der
See wie Getreide gepflegt. — Helmgras, weil es wie ein Helm
schützt.
/. Roseau de sables: Sandschilf. Betr. Roseau s. u. Phragmites. —
Haut dune, weil es hoch auf den Dünen wächst. Millegreve, aus
au milieu des greves, d. h. am Strand.
€. Sea Matweed, mat vom lat. matta, die aus Schilf hergestellte Matte.
Der englische Ausdruck besagt etwa Seeschilf oder Mattengras.
n. Helm — Zandhaver.
Anacamptis,
von ava'/,afX7tTtü umbiegen, wegen der umgebogenen seitlichen Blätter
des Perigon — oder weil die Staubbeutel umgebogen sind.
d. Hundswurz, vergl. das griech. Synonymon für OQyiq: Kvvdg oqxlq, zu
deutsch Hundshoden, s. unter Orchis.
f. Anacamptis.
e. Pyramidal Orchis: Der Blütenstand der Orchideen ist pyramiden-
förmig.
fl. Hondswortel.
Anagallis.
Ableitung von civa yeXaco, lachen, wegen der freundlichen, hübschen
Blume oder weil die Pflanze gegen Melancholie angewandt wurde;
doch kann diese Anwendung lediglich ein Ergebnis der sogen. Sig-
naturlehre sein, von der in der Einleitung die Rede ist. — Nach
anderer Ansicht kommt der Namen von ava und aycdXio wieder-
zieren, weil die Pflanze das ganze Jahr hindurch blüht.
d. Gauchheil: als Mittel gegen Seelenleiden, vergl. mhd. gouch: der
Geisteskranke. — Aus gleichem Grunde wird die Pflanze auch
„Vernunft und Verstand“ genannt. — Der Umstand, daß die Pflanze
erst um 9 Uhr ihre Blüten öffnen oder oft überhaupt geschlossen
halten soll, hat ihr die folgenden Namen eingetragen: Neunerblümle
(Augsburg), Faule Magd (Thüringen), Faulenzchen, Faulelschen, Nif el-
kraut (Österreich), vergl. altd. niffen = schlafen, einnicken: Die Blüten
schließen sich nicht nur des Nachts, sondern werden zugleich nickend.
— Korallenblümchen spezieller Name für die rotblühende A. arvensis:
Acker Anagallis, wächst als Unkraut auf Feldern. — Da sie mit der
ebenfalls als Ackerunkraut vegetierenden Stellaria der Form nach
große Ähnlichkeit hat, trägt sie auch deren Namen „Miere“ bezw.
„Meier“ A. arv. wird aber im Gegensatz zur weißen Miere (Stellaria
arvensis) als rote Miere bezeichnet. Über die Etymologie des Wortes
14
„Miere“ ist man durchaus im Unklaren, vergl. zu frz. mouron und
ndl. muur. — Wie die Stellaria wird sie wegen ihres ausgebreiteten
Wurzel Werks auch Hühnerdarm genannt.
f. Mouron (rouge): (rote) Miere, wallon moron neuprov. mourroun, mou-
rel, mouret, span. : muruge, portug. : morriäo, verwandt mit frz. museau,
Schnabel, Zunge, wegen der Blätter — oder mit mordre beißen,
vergl. das Synonym Morgeline aus mouron und geline Henne, da es
die Hühner gern abbeißen — nach dritter IMeinung von morsus,
Biß, da es gegen den Biß tollwütiger Tiere gebraucht wurde. S. auch
unter niederl. muur.
e. Pimpemel vom lat. pampinus, frz. pampre, junger Weinzweig: A. hat
diesen Namen wegen der zahlreichen Verzweigungen. — Cure all:
heilt alles. — Shepherd’s or Poor Man’s Weather-glass, des Schäfers
oder armen Mannes Wetterglas: Ist die Luft mit Wasserdämpfen
gesättigt, daß bald Regen folgt, dann schließt die Pflanze die Blüte.
— John-go-to-bed-at-noon: Hans geh um Mittag zu Bett; so ge-
nannt, weil sie schon um Mittag wieder die Blumenkrone schließen
soll.
n. (Roode) Muur: gleichen Ursprung wie d. Miere und frz. mouron.
Muur heißt im Holländischen auch „Mauer“. Der niederl. Name
der Pflanze ist ähnlich wie das deutsche: „Meier“ nur als volksetymo-
logische Bildung aufzufassen, denn weder Stellaria noch Anagallis
sind Mauergewächse. Überdies existiert auch in der holländischen
Sprache die Bezeichnung Mier für A. — Sie wird auch Basterdmuur
im Gegensatz zur Stellaria genannt,
v
Auchusa, ayyovöa.
Ableitung von ctyyio würgen und ovaov Strick, vielleicht wegen des
geschnürten Blütenschlundes. — Event, nur von ayyco, da es die
Schlangen töten sollte, vergl. Diosc. IV. 24 u. 25, ov idv Tig i^aooij-
odfxevcg zig ccTtOTTTVGr] elg tc Gvo^a xdv eqnevov, ano'AZEvü avxb.
— Möglicherv^eise auch aus dvd^ovoa von avS-og Blüte korrumpiert,
wie ^OQViyeg aus OQvid^eg. — dyyovoito^aL^ sich schminken, ist
sekundär, da hierzu der rote Saft der Pflanze benutzt wurde: vergl.
Theophrast. De odoribus. VI. 31. ygcofiaziCovoiv öi xd. itiv ZQvd'Qd
xfj dyyovGr] Th. h. plant. VII. 9. 3. al {qiCaL) S'lQvd^Qal y.a^dTxeQ
rj XE xrjg dyyovar^g. Diosc. IV. 23, iq ös glga ev xo) S-egei yEVvcoi.ilvi]
ymI ßduTovoa xdg yelgag de TtoQcpvgd. — Das Synonym
Buglossa ist aus dem griech. ßovylcoGGov, von ßovg Ochse und
ylwaoa Zunge entstanden: wegen der rauhen zungenförmigen Blätter,
vergl. Apul. medic herb. 42. Buglossa dicta est ea, quod folia aspera
in modum linguae bubulae habeat. Isid. etym. XVII. 9. 49. Bug-
lossa a Graecis dicta quod folia aspenima admodum linguae bovis.
d. Ochsenzunge. Schminkwurz. Rotfärbkraut.
f. Bouglosse: Langue de boeuf: Ochsenzunge.
e. Alkanet, span, alcaneta, dim. von alcana vom arab al-hinna, henna;
15
al ist bekanntlich der arab. Artikel, der ja auch in anderen Sprachen
agglutiniert wird, vergl. frz. lierre (Hedera).
n. Ossetong: Ochsenzunge.
Andromeda
war der Name einer mythologischen Königstochter, die an die Felsen
gebunden war und von Perseus befreit wurde. Wegen des Wachstums
auf Felsen wurde der Pflanze dieser Name zuteil.
d. Gränke, verwandt mit granum, wegen der Beerenkömer ; vergl tyrol.Grann-
beere für das verwandte Vaccinium Vit. Id.; vergl. ferner: Granatapfel.
f. Andromede, Andromedie.
e. Andromeda.
n. Rotsbes, d. h. Felsbeere.
Anemone, aveiÄcoviq.
Ovid. Metam. X. 737 — 739
brevis est tarnen usus in illo.
Namque male haerentem et nimia levitate caducum.
Excutiunt idem, qui praestant nomina, venti.
Plin. XXI. 94. Flos nun quam se aperit nisi vento spirante unde et
nomen accepere.
Die näheren Erklärungen sind verschieden: von aveuog Wind; i. weil
sie vom leisesten Windhauch bewegt wird; 2. wegen ihres Stand-
orts auf windigen Höhen; 3. da sie die Corolla bei wehendem
Wind öffnet; 4. weil die Blumenkrone durch den Wind leicht ent-
blättert wird; 5. wiegen ihrer Blütezeit: um Ostern, zur Zeit der
großen Winde.
d. Windröschen, Osterblume, Kuckucksblume, weil sie zur Zeit des Ein-
treffens des Kuckucks blüht; vergl. unter Cardamine.
f. Anemone, altfrz. Passe-fleur; parce qu’il passe les autres fleurs, weil
sie die anderen Blumen übertrifft: vergl. Passerage (Alyssum). Pied
de coq: Hahnenfuß, wegen der Blattform.
e. Anemone.
n. Anemoon — Windbloem — Milkbloem, wegen der weißen Blüte;
vergl. unter Cardamine — Boschhanevoet, wächst im Gebüsch.
Anethum, avrjd'ovy
verwandt mit avuov Anis, oder von avw S^elv, nach oben, in die
Höhe laufen, wegen ihres raschen Wachstums. Event, von hauchen,
(mit eingeschöbenem v)j wegen des starken Geruchs.
d. Dill, Till von teilen, weil er in viele Ästchen geteilt ist, oder ver-
wandt mit engl, dull = lindern, wiegen seiner schmerzstillenden, be-
ruhigenden Eigenschaften.,
/. Dille.
e. Dill-seed = Dillsamen.
n. Dille.
— i6 —
Angelica, sc. herba.
Adject. zu angelus; Engel.
d. Engelkraut, wegen seiner Heilwirkungen. — Brustwurz — Hirten-
pfiff: die Stengelglieder dienen Kindern als Elöten.
f. Angelique — Herbe du St. Esprit = Heiliggeistkraut.
€. Angelica — Holy Ghost.
n. Engelwortel.
Antennaria, sc. herba
von Antenna: (Insekten)Eühler, wegen der keulenförmigen Gestalt
des Pappus der männl. Blumen benannt.
d. Katzenpfötchen, wegen der dichtbehaarten Pflanzenteile.
f. Pied de Chat, desgl.
(f. Everlasting = Immerdauemd. Die Pflanze hält sich auch trocken.
Cat’s-ear, Katzenohr, wegen der behaarten, spitz ausgezogenen Blätter.
n. Kattefoet, Droogbloem, Kattepootje, Roerkruid = Ruhrkraut, Mittel
gegen Ruhr.
Anthemis, avd^e^ig,
av^eiLiig = Blume, vielleicht ein Diminitivum aus wegen
ihrer relativ kleinen Blume im Vergleich zu den übrigen Kompositen.
Plin. XXH. 26. Chamaemelon, quoniam odorem mali habeat.
Isid. etym. XVII. 9. 46. Chamaemelon Graece dicta, quod mali
Matiani odorem habeat, sitque brevis terraeque vicinia.
d. Hermel, verderbt aus Kamille, aus dem griech. x<^f.iaLf.irikov, Erdapfel,
von dem Apfelgeruch, der dem Boden nahe blühenden Kamille.
yaixal am Boden, (urjXov Apfel. Im übrigen ist das Vorgesetzte
yay.al häufig ein Diminutiversatz.
f. Camomille.
e. Chamomile.
n. Kamille.
Anthoxantum,
von avd-og Blume und ^avd-og gelbrot, wegen der gelbroten Staub-
beutel.
d. Ruchgras, wegen seines (waldmeisterähnlichen) Geruchs.
/. Elouve, vom lat. flavus, gelb.
e. Vernal Grass, Erühlingsgras, wegen der Blütezeit.
11. Reukgras = Riechgras.
Anthyllis, av^vXllg.
Diminutiv, von avd-og Blüme, also etwa: Blümchen, oder von avdog
und YovXog Wolle, wegen der wolligen Blume.
d. Wundkraut, Wundklee, eine dem Klee nächstverwandte zur Wund-
behandlung angewandte Pflanze.
17
/. Anthyllide — Vulneraire: von lat.: vulnus Wunde.
e. Lady’s-fingers, wegen der Deckblattform — Kidney Vetch, Nieren-
wicke, eine wickenähnliche Pflanze mit nierenförmigen Samen.
n. Wondkruid.
Antirrhinum, avrlqqivov.
Theophr. hist, plant. IX. 19. 0 de Sottsq fjLta%ov givag t'xei.
Diosc. IV. 13 1 sc. 133. YMQTTov ös cpegei f.ico%ov giölv o(.iolov.
Plin. XXV. 80. semine vituli narium.
Galen, pharmacol. 49. ^Avtiqoivov ^ avdqqLvov o^iOLOV ^6o%ov qiolv
TOV YMQTCOV.
von avzl entgegen und qlg Nase; etwa: Klaffnase, wegen des Aussehens
der reifen Samenkapsel, die man mit einer Kalbsnase verglich (oder
wegen des Aussehens der Blüte).
Löwenmaul, wegen der Blüte.
f. Gueule de lion, Löwenrachen, gueule de loup, Wolfsrachen. IMufle
de veau, Kalbsschnauze. Tete de mort, weil die trockene Samen-
kapsel einem „Totenkopf“ gleicht.
e, Snapdragon = Schnappdrachen.
n. Leeuwenbek = Löwenmaul.
Apium^ ciTtiov.
Isid. etym. XVII. 9. i. Apium dictum, quod ex eo apex, id est
caput antiquorum triumphantium coronabatur.
von apex Spitze, Kopf, weil der Kopf der Triumphierenden mit
Apium geschmückt wurde. — tü OTtiov heißt sowohl Eppich wie
Birnbaum vielleicht von euphem. a und ttIwv glänzend, wegen
der in beiden Fällen glänzenden Blätter — oder verwandt mit kelt.
apon = Wasser, weil Eppich gern am Wasser wächst, — event. von
apis, da die Bienen die Blumen lieben.
d. Eppich aus dem Lateinischen.
f. Ache (des marais = Sumpf) Eppich, aus dem lat. apium, wie proche
aus propius.
e. Apium.
n. Apium.
Apium grayeolens, s. auch unter Selinum,
von gravis schw'er, stark, olere riechen, wegen des Geruchs.
d. Sellerie von griech. aehvov, verwandt mit eXog, Sumpf, weil sie gern
in Niederungen und feuchten Orten wächst; vergl. Homer. II. II. 776.
iXeod'QSTZTcv te aeXivov, Nicand. Ther. 597. eXeod'QETcrov xe oeXivov
üTteQuara.
f. Celeri, vergl. ital. selleri.
e. Celery.
n. Selderie, Selderij.
Kanngiesser, Etymologie usw.
2
— i8 —
Aquilegia,
von aquara legere Wassersammeln,' von den jungen trichterförmigen
Blüten, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt, oder von Aquila,
Adler(sklaue) wegen der Blätter, besser wegen der einwärtsgekrümmten
Spitzen der Blüten.
d. Akelei, aus dem Lateinischen. — Wilde Glockenblume s. u. Campa-
nula — Narrenkappe s. u. Aconitum.
f. Ancolie — manteau royal, Königsmantel, wegen der prächtigen Blüte.
€. Columbine, vom lat. columba, Taube. Die Kelchblätter sollen Flügel,
die Blüte eine Taube darstellen.
71. Akelei.
Arabis,
wächst an trocknen, dürren Stellen, wie man sie in Arabien hat und
hat dieserhalb ihren Namen erhalten.
d. Gänsekraut: Die Gänse fressen es.
f. Arabette.
e. Rockcress = Felsenkresse, wächst an Felsen. Betreffs Kresse vergl.
unter Lepidium.
n. Scheefkelk = Schiefkelch (?).
Arenaria, sc. herba,
von arena Sand: Sandkraut, weil es auf sandigen Stellen wächst.
d. Sandkraut.
f. Sabline, von sable, desgl.
6. Sandwort.
71. Zandkruid.
Aristolochia, aqioxo'koyia.
Theophrast. Hist, plant. IX. 20. 4. agloTTj /.isv TtQog vovegav.
Diosc. III. 4. a)v6[.iaOTaL /nev aTto xov öoy.eiv agioza ßor^d^eiv xaig
Xoyolg.
Plin. XXV. 54. Inter nobilissimas aristolochiae nomen dedisse
gravidae videntur, quoniam esset agiotrj Xeyovaaig.
Isid. etym. XVII. 9. 52. Aristolochia dicitur quod muliebribus foetis
optima sit. Nam suppersessa post partum, matricem beneficio
vaporis expurgat.
Ableitung von agiGza das Beste und Xoyog Wöchnerin; das Kraut
wurde als obstetrisches Mittel benutzt.
d. Osterluzei, verderbt aus dem griech. (Blüht erst nach Ostern: Mai
bis Juli.)
f. Aristoloche. — Poison de la terre = Erdgift, weil es auf kultiviertem
Land als Unkraut wuchert, oder wegen des widerlichen Geruchs
seiner Teile.
(. Birth -wort: Geburtskraut.
71. Pijpbloem, Blüten ähneln kleinen Tabakspfeifen.
19
Armeria,
vom celt ar mer: am Meer. Die A. maritimus wächst am IMeer.
d. Grasnelke. Nelkenähnliche, zuweilen unter Gras wachsende Pflanze,
auch Pinke, s. unter Dianthus.
f. Armelin aus dem offiziellen Namen.
Thrift (?)
n. Strandkruid, wächst am Meeresstrand bzw. an den Küsten.
Arnica,
verderbt aus dem griech. 7tzaQt.(r/Jj.
Diosc. II. 19 1. 7tvaQ(.iiy,ri — aygoj de yeq:dliov (.iLygov, dqiuv
yard Trjr eQEd^ioziv.dv iczciq},iov. o&er /mI tovof-iaozccL.
(pvEzat de er oqEcvoig /mI TtEZQtodeai zoTzoig.
Galen. 0. 16. 37. TczagurÄV^g zd i.iev ctv&ij Ttzaqf-iiy.rpg eozi dvrd-
f-iEcog, od-Ev tceq ‘/mI zfj Ttoa zovvoiia.
Von 7ZzaQi.i6g das Niesen, TtzdqvvLiai niesen; unter 7CzaQf.iLy7] ver-
steht man jedoch gewöhnlich Achillea ptarmica, doch ist auch
Arnica montana darunter gedeutet worden, deren gewürzhafte
Blüten und Wurzeln ebenfalls Niesen erregen. — Andere Ety-
mologen wollen es mit dqvog Lamm in Verbindung bringen, ohne
dazu aber eine nähere Erklärung zu geben.
d. Wohlverleih. Etymol. ebenfalls sehr unklar. Im Mittelalter Wolfilegia,
mhd. wolffelein: Wolfsdistel. Die Bezeichnung Wolf ist jedenfalls in
dem Wort enthalten. Wohlverleih ist lediglich euphemistisch wegen der
guten Eigenschaften der Pflanze aus den älteren Bezeichnungen
konstruiert worden.
f. Arnica. — Amique.
e. Mountain-tobacco , ein Hochgebirgskraut mit tabakähnlichen Blättern.
}i. Wolverlei — Heilige vrouwenkruid : wegen der Heilwirkungen.
Artemisia, dqzE\.aöla,
Plin. XXV. 36. JMulieres quoque hanc gloriam adfectavere in quibus
Artemisia uxor Mausoli adoptata herba, quae antea parthenis voca-
batur. Sunt qui ab Artemide Ilithyia cognominatam putent, quo-
niam privatim medeatur feminarum malis.
Isid. etym. XVII. 9. 45. Artemisia herba Dianae a gentibus con-
secrata est, unde et nuncupata. Graece enim Diana '^ozEf-iig dicitur.
Ableitung: von Artemisia, der Gattin des Königs Mausolus: oder der
Göttin Artemisia, der römischen Diana zu Ehren benannt, die es ge-
funden und gegen Frauenleiden zuerst angewandt haben soll. —
Nach anderer Meinung is't A. von dQZEf.nqg, frisch, gesund, wegen
seiner Heilwirkung abzuleiten. Daß die Pflanze im Altertum vor-
nehmlich gegen Frauenleiden angewandt worden ist, wird außer durch
Plinius, auch von Diosc. IH. 117 und Galen Z. I. 62 bezeugt.
2*
20
d. Beifuß = „Peipes“ im Erzgebirge = „Biboz“ in einer mittelalterlichen
Handschrift. Das Wort ist abzuleiten von bozen, altgerm. bautan,
.stoßen, da er als Gewürz zu den Speisen gestoßen wurde. —
„Johannisgürtel,“ den man zur Sonnenwende in die Flammen warf und
der alle Leiden der Kranken mit sich nahm, war aus Beifuß ge-
flochten.
f. Armoise, provenz. arsemicia, span, und ital. artemisia — Herbe de
St. Jean. Die Pflanze am St. Johannismorgen gepflückt, galt als be-
sonders heilkräftig.
c. Mugwort ags mucgwyrt, d. h. IMidgewort = Mückenkraut, wegen ihres
starken Geruchs als Schutzmittel gegen Ungeziefer angewandt.
//. Bijvoet — Alsem aus einer mittelalterl. Nebenform: Alsinthium
s. Absinthium. — St. Janskruid.
Artemisia abrotanum, aßgorovov,
abzuleiten von aßgorog, einer poetischen Nebenform von af^ißgoTog =
a/Lißgooiog, ambrosisch, göttlich, heilig, wegen der Heilwirkung. —
Nach anderer Meinung von aßgog, weich und Tslvto, in die Länge
ziehen, weil es ein weiches und langes Kraut ist, — nach dritter
Meinung von a negativ, und ßgcoo/xo^ essen, weil das Kraut wegen
seiner Bitterkeit ungenießbar war.
d. Eberraute, assimiliert aus dem griech. Namen. Gertelkraut, weil es viel
Gerten und Reißlein trägt. — Ganserkraut aus Kampferkraut, weil
es stark riecht und statt Kampfer als Kleidereinlage gegen Ungeziefer
benutzt wurde.
f. Abrotone, aurone, wallon. levrone mit Agglutination des Artikels;
pikard: avrogne. — Garde-robe = Kleiderschoner, vergl. unter d.
Ganserkraut. — Citronelle, da die geriebenen Blätter Zitronengeruch
haben.
e. South emwood, betr. wood vergl. unter Wermut im folgenden;
möglicherweise auch einfach für weed. Demnach also: Südkraut, da
es eine süd europäische Pflanze ist. — Lad’s Love, Knabenliebe (?).
71. Everwortel.
Artemisia absinthium, aipiv^iov,
von a priv. und ß,nvd^og, Freude,, weil ihr bitterer Geschmack die
Lust benimmt — nach anderer Ansicht von a priv. und rclvto,
trinken, weil sein Saft ungenießbar, vergl. Nicol. Damasc. De plantis.
(s. Literaturnachweis): Succorum, qui fructibus insunt, quidam sunt
potabiles, quidam amari, ut absinthium et centaurea. — Doch ist
nach wiederum verschiedener Ansicht, 'das a in beiden erwähnten
Fällen euphemistisch, weil der Absinth doch tatsächlich als Zusatz
zu Wein oder Branntwein genossen wird und viele „erheitert,“ vergl.
Diosc. aßiLV^LTTjg olvog, mit Wermut abgezogener Wein. — Nach
Martin auch von xplvofiai^ Blüten und angesetzte Früchte abfallen
lassen, mit anlautendem a: weil er das Fruchtabfallen in der Nähe be-
findlicher Bäume bewirke.
d. Wermut, von warm und 6t, uot, in der Bedeutung Kraft, Schatz
(vergl. Kleinod): weil der Absinth ein kräftigendes, erwärmendes
Getränk sein soll. Nach anderer Erklärung, weil er den „Mut wehrt“,
bitter schmeckt und trunken macht. — Wiegenkraut, man betrachtete
es als schlafbeförderndes Mittel und legte es dieserhalb in Wiegen
und Betten, vergl. Bettstroh (Asperula). — Grabkraut, da es auf
Kirchhöfen gepflanzt wird, vergl. Totenblume (Calendula). — In
Hessen: Else, assimiliert aus Alsinthium, s. unter Artemisia, niederl.
Alsem.
f. Absinthe, provenz. absinti, absens, eyssens; span, ajenjo; ital. assenzio.
— Aluine, Helleicht verwandt mit hebr. alua, etwas bitteres, oder
von aXoT^ Aloe, also eine Pflanze, die den bitteren Geschmack der
Aloe hat, möglicherweise verderbt aus Absinthium.
e. Wormwood, wood entweder =weed Kraut oder = uot, 6t Schatz:
Wurmmittel, vergl. Apulej. med herb. loo. Absinthii et marrubii et lupi-
norum paria pondera .... necant lumbricos. — Absinth — Alsem.
n. Absint ohne h am Schluß ist etymologisch unrichtig. Vergl. unter
Hyacinthus und Amarantus. — Aalst, Alsem — Wormkruid.
Artemisia dracunculus.
Diminutiv, von drago. Drachen: Drachenkraut, weil es gegen Schlangen
und Drachen feit.
d. Esdragon. Die Schreibweise Estragon mit t statt d, wie man sie jetzt
häufig findet, ist selbstverständlich falsch. — Im gothaischen Dialekt
ist der aus dem Lat. stammende Namen zu „Astrachan“ assimi-
liert worden.
f. Esdragon.
e. Tarragon.
Dragon.
Arum, a()OP.
Plin. XIX. 30. Est inter genera et quod in Aegypto aron vocant.
nach Plin. stammt der Name aus dem Ägyptischen. — Nach anderer
Meinung ist er von qaivio, besprengen, befeuchten, wegen seines
Standorts an feuchten Plätzen herzuleiten.
d. Aron — Aronsstab, der Blütenkolben und der gleichlautende Namen
waren Veranlassung, die Pflanze an den Stab des biblischen Aron
erinnern zu lassen. — Pfaffenpint, pint nd = penis, wegen des Blüten-
kolbens oder wegen des oben mit scharlachroten Beeren besetzten
Fruchtstengels. — Eselsohren wegen der Form der Blätter.
• /. Pied de veau: Kalbsfuß desgl. — Langue de cerf, Hirschzunge, desgl.
— Gouet, verwandt mit gouge, Hohleisen, wegen der Blütenscheide —
Chandelle, Kerze, wegen der von der Blütenscheide umgebenen
1
I
i - 1\ ■
i
22
Keule oder wegen der hochroten Beeren. — Battante de cloche:
Glockenklöppel, wegen des Blütenkolben. i
e. Cuckoo-pint, s. unter Pfaffenpint. Vielleicht auch wegen der hohlen I
Blütenscheide, unter Pint versteht man im engl, ein Hohlmaß. Nach ?
dieser Erklärung hieße die zur Kuckuckszeit blühende Pflanze: j
„Kuckucksmaas.“ — Wake-Robin = Wacht-Robert, s. unter frz. Chan- ‘
delle, ebenso unter Geranium Robertianum. — Lords and Ladies:
Herren und Damen, wegen der Anordnung der Staubblätter und ;
Stempel.
71. Aronskelk, wegen der hohlen Blütenscheide. — Kalfsvoet. .
Asarum, aoaqov. \
Diosc. I. 9. Ttoa evcoöi^g OTecpavoj.iaTiy.ri. •
Plin. XXL 16. Asaron: quin immo asaron invenio vocatari, quoniam
in coronas non addatur.
Nach Plin. wurde die Pflanze nicht zu Kränzen verwandt und habe
dieserhalb den Namen erhalten: von a negat und oalgto schmücken.
— Nach Diosc. wurde sie aber doch zu Kränzen verwandt mid ■
wäre, wenn erwähnte Ableitung zutreffen sollte, das a euphemistisch
aufzufassen. — Nach anderer Erklärung von a negat. und occQog
Zweig, da der Stengel nur an der Spitze zwei Blätter trägt. — Sollte
der Name nicht aus der Bezeichnung des Diosc. für diese Pflanze,
nämlich aus aygla vcxqdog verderbt sein? Die Pflanze hieße dann
soviel als wilde Narde, weil sie dieser an aromatischem Geruch
nahesteht.
d. Haselwurz, verderbt aus Asarum oder weil sie unter Haselsträuchern
wachsen soll. — Wilde Narde. — Weihrauchkraut, wegen des Ge-
ruchs der Blätter. — Brechwurz, wegen der Giftwirkung.
f. Asaret — Rondelle, wegen der runden Blätter. Oreille d’homme,
Mannsohr, wegen der runden, ohrförmigen Blätter. — Cabaret:
wahrscheinlich statt bacaret, vom lat. baccar, dem Namen einer
Asarum sehr nahestehenden Pflanze; von bacca, kleine runde Frucht.
Cabaret scheint volksetymologisch für das unbekannte Wort bacaret g
getreten zu sein. Da Cabaret Schenke bedeutet, suchten andere Er- J
klärer den Pflanzennamen hiermit insofern in Zusammenhang zu 1
bringen, daß sie sagten, der Genuß des Pflanzensaftes errege wie zu 1
reichlicher Alkoholgenuß Erbrechen. Man behauptete auch, man habe
Trinkern, um sie dem Alkohol abspenstig zu machen, den wider-
wärtigen Asarumsaft an das Glas geschmiert. Doch scheinen diese
Erklärungsversuche ebenso weit abzuliegen, als die Vermutung, daß
Asarum aus dem lat. combretum, dem Namen einer Binsenart, ent-
stellt sei. Wahrscheinlich ist cabaret aus asaret assimiliert.
e. Asarabacca, s. die Erklärung von frz. cabaret. — Hazelwort —
Wild Nard.
71. Mansoor.
23 —
Asparagus, darcagayog.
Theophr. Hist, plant. VI. 4. 2. *AvaßXaOTdvei de 0 ‘mvXdg e/. zijg
a(jq)ayLdgrov7iQog%aL söwöea^ucg eötlv. etd^ ovxcjg djtoTQayvveTai
yial e^cc/Mv^ovTai TcgoLOvorig zig wgag.
Varro. Ling. Lat. IV. Asparagi, quod ex aspereis virgulteis nascun-
tur (s. leguntur) et ipsi asperi sunt. Nisi Graecum illi enim
quoque dicitur daTtagayog.
Isid. etym. XVII. 10. 19. Asparagus quod spinosus et asper sit,
ut frutex ejus, ex quo gignitur.
Bei den südeuropäischen Spargelarten verw^andeln sich die Blätter im
Laufe der Jahreszeit in Domen, daher wird Asparagus von asper rauh
abgeleitet — event. von OTtagdoaco zerreißen, wegen der stachelspitzigen
Blätter, oder weil seine Sprosse die Erde zerreißen, d. h. lockern. Das
a ist G 7t agdoG CO als Intensivum vorgesetzt — nach anderer Meinung von
aspergere, besprengen, weil man mit seinem Kraut Wasser sprengte.
d. Spargel. Diminutivform aus dem Lat.
f. Asperge.
e. Asparagus.
71. Asperge: Koraalkruid, = Korallenkraut, wegen der roten Beeren.
Asperugo.
Plin. XXVI. 65. sed asperioribus foliis, asperugo vocatur.
von asper, rauh, wegen der stachligen Stengel und borstigen
Blätter.
d. Schärfling, von scharf. Desgl.
f. Räpette von räper, reiben. Auch Echium wird aus nämlichem Grunde
so genannt.
e. Madwort, s. unter Alyssum.
n. Sherpkruid = Scharfkraut.
Asperula.
Diminutivform von asper, rauh, wegen der Rauhigkeit der Blätter,
die besonders im Herbst zu konstatieren ist.
d. Meister, soll wahrscheinlich auf die Heilkraft des Krautes deuten. —
Waldmeister (A. odorata, wegen des Geruchs.)
f. Asperule — Petit mugnet, vom lat. muscus = Moschus, desgl. Reine
des Bois, Königin der Wälder, vergl. Waldmeister.
e. Woodruff, von wood = Wald und ruff verwandt mit rot, wegen der
Färbekraft, speziell von A. tinctoria. Färbermeister — oder von ruff,
rüffle Kragen, wegen der kragenförmig um den Stengel gestellten
Blätter.
fl. Meikruid, auch zu deutsch Maikraut, da es im Mai besonders gut
duftet. — Lieve vrouwen bedstroo, auch zu deutsch: Unserer lieben
Frauen Bettstroh, da es den Wöchnerinnen zur Erleichterung des
Wochenbettes unter das Bett gelegt wurde. — Auch Ruwkruid, vergl.
engl. Woodruff.
24
Aster, aozriQ,
zu deutsch Stern, wegen des Strahlenkranzes der Compositenblüte.
d. Aster, Sternblume.
/. Aster,
€. Aster.
n. Aster.
Astragalus, aorqdya'kog.
Unter dem griech. Namen versteht man Halswirbel, Sprungbein,
Würfel. Die Bezeichnung wurde auf die Pflanze wegen der eckigen
Samen übertragen.
d. Tragant, von rgaydyiav&aj Bocksdorn, dem griech. Namen des
dornigen Astragalus verus, der den süßlich- weißKchen Tragantgummi
ausschwitzt.
/. Astragale — Faux reglisse, von Wurzel und yXvyivQ, süß =
Falsche Süßwurzel, im Gegensatz zu Glycyrhiza, der echten Süßwurzel,
der sie ähnlich sieht; vergl. auch den deutschen Ausdruck Lakritzen-
wicke: Lakritz verderbt aus yXv'Avqita’, wicke, weil sie mit dieser nahe
verwandt; auch wilde Kichern, d. h. wilde Wicken, benannt.
e. Astragal. — Milkvetch: Milch wicke : s. o.
71. Hokjespeul, peul = Hülse, die Pflanze ist eine zweifächeiige Hülsen-
frucht.
Atriplex, aTgacpa/ug.
Atriplex aus dem vorstehenden griech. Namen, der von a negat und
Tovcpdoj schwelgen, oder Tgecpco ernähren herzuleiten ist, womit die
Pflanze als nutzloses Unkraut bezeichnet wäre.
d. Melde, verwandt mit mild, wegen der zarten Blätter oder mit Mehl
wegen des weißschilfrigen Aussehens und mehligen Anfühlens der-
selben. Nach anderer Meinung verwandt mit griech. (.laXdoGELV
erweichen, wegen der purgativen Wirkung vergl. Diosc. II. 145.
lovi Ö€ y.oiXlag Lia?My,Tiy.6v, daher auch gewöhnlich Scheißmelle
genannt.
/. Arroche, arreuce, wallon. aripe, ärose, bei Namur aurause, aus dem
lat. verderbt; desgl. ital. atrepice. Der wallon. Name läripe ist durch
Agglutination des Artikels gebildet; vergl. levrone (Artemisia abrota-
num) und lierre (Hedera) — Bonne dame, belle dame, gute Frau,
schöne Frau, weil sie als Heilmittel benutzt vairde.
e. Orache vergl. franz. arroche.
71. Melde. — Mel.
Atropa,
von (xTQOTtog, unabwendbar, also wurde auch die eine der drei
Parzen bezeichnet, die den Lebensfaden abschneidet. Die Pflanze
ist demnach wegen ihrer Giftwirkung so benannt. A. Belladonna
25
(ital.) = Schöne Frau; in Italien soll man den Saft der Beere als
Schminke gebraucht haben oder um die Pupillen weit zu machen
und dadurch dem Auge ein interessantes Aussehen zu geben.
d. Tollkirsche. Die Beere wird von Kindern mit der Kirsche ver-
wechselt. Tollkirsche wegen der Giftwirkung. — In der Mark auch
Römerin benannt, s. vorher.
f. Belladonne. — Morelle furieuse, vom niederlat. morella, schwärzlich,
wegen der Beerenfarbe; furieux rasend, toll, weil dem Tod ein
Wutdelir vorangeht.
e. Deadly nightshade, zu deutsch tödlicher Nachtschatten; nächster Ver-
wandter des Nachtschatten s. unter Solanum. — Dwall, vom ags.
dwelian, irren, betäubt sein.
n. Wolfskers = Wolfskirsche; vergl. Wolfsmilch (Euphorbium) — Dood-
kruid — Belladonna.
Ayena,
von avis, Vogel, da die Vögel den Hafer gern fressen. Nach anderer
Meinung von aveo, begehren, wegen der Begierde, mit der die Tiere
den Hafer fressen. Nach dritter Meinung von havere, gesegnet
sein, gesund sein, weil der Hafer ein wichtiges Nahrungsmittel ist.
Wieder andere bringen es mit dem griech. Verb ar(vaLy blasen, in
Verbindung, da der Halm als Hirtenpfeife verwendet wurde. Mög-
licherweise ist A. mit dem deutschen Hafer eines Urstamms.
d. Hafer, verwandt mit altnord, hafr, Bock, dem der Hafer noch heute
als Futter gegeben wird.
f. Avoine, in der Normandie ist noch zuweilen der lat. Namen selbst
gebräuchlich.
e. Oat, verv’andt mit eat, essen.
n. Haver.
B.
Ballota^ ' ßalXtoTT^^
verwandt mit ßal?M, wegwerfen, da sie wegen ihres unangenehmen
Geruchs eine verw'erfliche Pflanze ist.
d. Bulte, aus dem lat. — Gottesvergeß, wegen ihres widerlichen Geruchs;
stinkender oder schwarzer Andorn, wegen der dunkelgrünen Blätter
und seiner Verwandtschaft mit dem Andom (Marrubium). — Schw^arz-
nessel, die Pflanze sieht der Taubnessel sehr ähnlich.
f. Marrube noir = schwarzer Andorn.
e. Black Hemp-nettle = schw'arze Galeopsis. s. d.
n. Ballote.
26
Barbaraea.
Zu Ehren der heil. Barbara, der Schutzheiligen der Soldaten, so ge-
nannt, da die Pflanze als Wundkraut benutzt wurde.
d. Barbarakraut — Winterkresse, nächste Verwandte von Nasturtium
der Kresse. Winterkresse, da sie als zweijährige Pflanze überwintert.
f. Barbaree — Herbe de Sainte Barbe — Cresson de terre. Erd-
kresse.
e. Wintercress — Yellow rocket, gelbe Rauke, wegen der goldgelben
Kronblätter und ihrer Verwandtschaft mit Eruca (Cruciferen).
//. Winterkers: Winterkresse.
Bellis,
von bellus, lieb, schön, niedlich, wegen dem kleinen, hübsch blühenden
Pflänzchen so benannt.
d. Gänseblümchen, weil es auf der Gänseweide wächst und von Gänsen
gefressen wird. — Maßliebchen = Matteliebchen = Wiesenliebchen;
vergl. das lat. pratolina. — Zeitlose (Graubünden, Braunschweig),
weil sie zu jeder Zeit blüht, sich an keine bestimmte Blütezeit ge-
bunden hält; vergl. im Gegensatz hierzu die (Herbst)zeitlose, Colchis.
f. Petite Marguerite, weil die Blüte wie eine „kleine Marguerite“ aus-
sieht, s. unter Chiysanthemum; vergl. die Bezeichnung in der Eifel:
Magdalenblümchen. — Päquerette von päques, Ostern, da sie um
diese Zeit zu blühen beginnt. — Päturage, Weide, weil es auf den
Weiden wächst.
e. Daisy aus day’s-eye, Tagesauge, wegen der Blütenform (Composite).
71. Madeliefje, vergl. deutsch: Maßliebchen.
Berberis,
im barbar - ärztlichen Griech. ßeQßeQiqg genannt. Ursprünglich viel-
leicht aus der arab. Bezeichnung barbäris, berbäris, berberis : pers. barbari,
türk, barbaris, womit die Beere eines stachligen Strauches bezeich-
net werden soll. — Nach anderer Meinung soll B. soviel als eine
Pflanze aus der Berberei bedeuten.
d. Berberitze — Sauerdorn, wegen der säuerlichen Beeren des dornigen
Strauches.
f. Berberis — Epine-vinette, nach Meinung der einen: Dornwein, weil
aus seinen Früchten ein Wein hergestellt werde, oder weil dieselben
in Trauben angeordnet sind, nach Meinung der anderen ist vinette
ein Synonym für oseille, Rumex acetosa. Epine-vinette hieße danach
soviel als Domampfer, wegen des säuerlichen Geschmacks der Blüte
und Früchte.
e. Barberry, aus berberis, dessen letzter Bestandteil wegen der Beeren-
fmcht zu berry assimiliert wurde.
71. Berberis.
27
Beta,
der keimende Samen soll an die Form eines griech. B(eta) erinnern;
nach anderer Meinimg vom kelt. bette, rot, wegen der roten Farbe
der Wurzelrinde; vielleicht auch von dem griech. und lat. meta,
das jede spindelförmige Figur, in diesem Falle die Rübe bezeichnet.
d. Bete, Runkelrübe, Runkel soll eine verstärkende Bedeutung haben
(vergl. Brotrunken, derbe Brotschnitte), also etwa soviel als derbe
Rübe, wegen ihrer Dicke — Zuckerrübe, da Zucker aus ihr raffi-
niert wird. — Die Bezeichnung Mangold ist etymologisch äußerst unklar.
f. Bette.
e. Beet.
71. Biet.
Betula.
Plin. XVI. 30. betulla: Gallica haec arbor.
Die Römer nannten die Birke, die sie in Gallien kennen lernten,
sicherlich nach der dort üblichen Bezeichnung: betula. Betu ist der
kelt. Name des Baumes, der noch heute in Schottland beith ge-
nannt wird. Die griech. Bezeichnung or^utöa mag aus betula ver-
derbt, möglichweise assimiliert sein, unter Anlehnung an
gären und /.ivöog, Flüssigkeit, wegen des Birkenwassers.
d. Birke, verwandt mit Borke, engl, bark (das seinerseits von bergen,
umhüllen abzuleiten), wegen der weißborkigen Rinde. Im Sanskr.
wird die Birke bjurja genannt. — Maibaum, als der zuerst aus-
schlagende Frühlingsbaum.
f. Bouleau, dialektlich kontrahiert zu beoule, aus Betula.
e. Birch, k-laut wechselt in ch; vergl. dän., skandinav. kirk, engl, church.
d. Kirche.
71. Berk.
Bidens,
von bis: doppelt und dens: Zahn, Zweizahn. Bei ihm verwandeln
sich die zwei bis vier Kelchblätter zu starren Fortsätzen der Frucht.
d. Zweizahn — Krautgartenläuse , wegen des Aussehens und Hängen-
bleibens der Früchte an den Kleidern; vergl. die ostfriesische Be-
zeichnung: sitt in d’Hose.
f. Bident — Chanvre d’eau = Wasserhanf. Eine Wasser])flanze, deren
Blätter denen des Hanf gleichen.
e. Bur-marigold = rauhes Mariengold, wegen der goldgelben Blüten, der
Maria zu Ehren benannt. Die Pflanze ist zuweilen behaart; betr. bur
vergl. unter Borago; Gaelisch.: Lus-mari [Läusemarie], ahd. lüs, engl,
louse die Laus.
71. Tandzaad ==: Zahnsaat. — Goudbloem = Goldene Blume.
Borago, aus dem Latein des Mittelalters,
vom arab. a bu rach, bezw. abü araq, Vater des Schweißes, da die
Pflanze als schweißtreibendes Mittel benutzt wurde, oder vom
28
spätlat. und ital. borra, burra, Haar, wegen der behaarten Blätter, event.
von burdunculus, womit die Pflanze von Marc. Emp. bezeichnet
wird; burdunculus dürfte aber als Diminutiv zu burdo = Maulesel
aufzufassen sein. Hiernach hätte die Pflanze den Namen von ihrem
grauen, behaarten Aussehen erhalten.
d. Borretsch.
f. Bourrache.
e. Borage.
71. Bemagie.
Brachypodiuni,
von ßga^vg^ kurz und Ttovg, Fuß. „Kurzstiel“, weil die Ährchen
bloß an kurzen Stielen getragen werden.
d. Zwenke, Etym. unbekannt.
f. Herbe sure, saures Kraut. Es wird von den Tieren verabscheut.
e. False Brome = Falsche Trespe. Sieht der Trespe (Bromus) ähn-
lich und ist mit ihr verwandt.
71. Kortsteel — Kurzstiel.
Brassica.
Varro Lingua Latina. IV. Brassica ut praeseca, quod ex huius scapo
minutatim praesecatur,
von praesecare, weil von seinem Stengel allmählich abgeschnitten
wird, oder von ßXaGTavto, sprossen, oder event. von ßgaOGCo, knistern,
weil seine Blätter beim Abbrechen knistern; vergl. auch kelt. Bresic,
Brassic = Kohl.
d. Kohl, lat. caulis und griech. vMulog = Stengel. Grundbegriff von
Kohl ist demnach Röhre und Stengel; also Kraut mit starkem Stengel.
/. Chou, desgl.
€. Colewort, desgl.
71. Koöl, desgl.
Brassica sabauda,
zu deutsch: Savoyischer Kohl, da er aus Savoyen (Norditalien) ein-
geführt wurde.
d. Wirsing, ital. verza, vom lat. viridis, grün, zu deutsch grüner Kohl.
f. Chou de Milan = Mailänder Kohl.
e. Savoy.
71. Savoyekool — Groene Kool.
Brassica gongyloides,
von yoyyvXigj Rübe, also rübenähnlich. ‘
d. Kohlrabi = Kohlrübe.
f. Choux-rave, desgl.
.e. Cole-rape, desgl.
n. Koolraap, desgl. -
29
Brassica rapa.
Isid. etym. XVIIL lo. 7. Rapa dicta a rapiendo, id est compre-
hendo,
rapa von rapere = raufen, weil er ausgerauft wird, ebenso Rübe
von rapa.
d. Rübsen — Rübenkohl.
/. Turnep(s) (die Akademie schreibt fälschlicherweise mit s, dies ist nur
das Pluralzeichen der englischen Sprache, aus dem das Wort ent-
lehnt).
c. Turnip, verwandt mit tor, das im Dialekt von Wales Anschw-ellung
heißt und von Napus, s. im folgenden.
n. Raap(zaad).
Brassica Napus.
Isid. etym. XVII. 10. 8. Napus a similitudine rapae vocatur.
Napus verwandt mit rapa.
d. Raps.
f. Navet, vom lat. Napus.
c. Rape(seed), cole(seed).
n. Koolzaad.
Briza,
ßqita hieß eine thrakische Getreideart, die noch heute daselbst
wrisa heißt. Das Wort, vielleicht verwandt mit oQv^a, Reis, ist
wahrscheinlich nicht griech. Herkunft. Der Name Briza wurde
von Linne auf das Zittergras übertragen und wäre dementsprechend
mit ßgitco, ßgiGw (mit Frucht) belasten oder ßgid^co, schläfrig sein,
im Einklang zu bringen, wegen der an zarten Stielen hängenden
Ährchen.
d. Zittergras, Bebergras (Mecklenburg), Ich acht sein nicht! (Österreich),
Muttergottestränen (Kärnten), Läuse, Schellenbäumchen (Hessen):
wegen der herzförmigen kleinen Ähren, die vom leisesten Windhauch
bewegt werden, vergl. unter Populus tremula.
/. Tremblette von trembler: zittern — Langue de femme: Frauenzunge
— Amourettes.
e. Quakinggrass : quake, zittern.
n. Trilgras von trillen, zittern — Bevertjes.
Bromus.
Plinius XXIL 79. Bromos nascitur inter vitia segetis avenae genere.
Ableitung von ßgof-iog, Hafer, oder ßgaJ/iia, Speise, weil die Pflanze
ein gutes Futterkraut ist.
d. Trespe, mhd. trefs, wahrscheinlich verwandt mit Treppe, niederl.
trap, Stufe, portug. trepar, klettern, wegen der treppenförmig auf-
30
gebauten Blütenanordnung der Ährchen. Die Bezeichnung „Durst“
aus. Trespe assimiliert. Romweizen = Rauhweizen, s. vorher.
f. Brome, aus dem lat.
.e. Brome, desgl.
n. Dravik, vergl. unser Täverich, verv^andt mit Trespe.
Brunella.
Die Pflanze wirkte gegen die Brämie, ihr offizieller Name ist aus dem
deutschen Wort Bräune latinisiert.
d. Braunelle, im österr. Mundfäulkraut.
f. Brun eile.
e. Self-heal, auch zu deutsch: Selbstheil.
n. Brunei, Bruinel.
Bryonia, ßgvcovla,
von ßgroj, hervorwuchern, — oder von ßqvov, Kätzchen, wegen der
wie Kätzchen aussehenden Fruchtzapfen.
d. Zaunrübe, wächst an Zäunen und hat eine rübenförmige Wurzel. —
Gichtrübe, gegen Gicht. — Stickwurz, weil sie denen helfen sollte,
die vor Keuchen und Husten dem Ersticken nahe wären, oder aus
der mhd. Bezeichnung Scitwurz = Scheißwurz verderbt. Die giftige
Wurzel rief Diarrhöen hervor. — Die Bezeichnung wilder Wein ist
daher, weil ihre Blätter dem Weinlaub ähnlich sehen, nur daß sie
weißlich sind, daher Bryonia alba, weiße Br. — Wilder Kürbis, die
Pflanze ist eine Cucurbitacee. — Entwin wohl verdorben aus Zitwer,
der Curcuma cedüaria, einer Verwandten der Bryonia, aus dem
arab. dschadwär.
f. Bryone. — Couleuvree von couleuvre = Natter, wegen der sich ver-
schlingenden Zweige. — Vigne blanche weißer Wein. Rave de
serpent, Schlangenrübe, da sie giftig ist und sich schlangenförmig
ivindet. Navet du Diable = Teufelsrübe. Herbe aux femmes
battues = Kraut der geschlagenen Frauen, man legte Wurzelschnitte
auf die Beulen, um diese vermeintlich rascher zur Heilung zu bringen.
e. Bryony.
n. Heggerank. Die Heckenrübe rankt sich an Hecken empor.
BupMhalmum, ßovcp&ali^iov.
Diosc. IV. 58. xQVödvd^ELiov Ol de ßotcpd^ali^iov. avd-rif,iriltva, lo^v-
Qwg OTilßovTa yial ocpS-aluoeiScog zuzXorcorj.
Galen. II. 14. Bov(p&aXf.iov wrcjuaGTai f.iev ouTwg a7zd riov avdtov
eorjiivai Öoaovvtwv ymzcc to O'/rj^ia ßodg 0(pd^aXf.i(p (desgl. Aetius
Sermo I.).
Isidor, etym. XVII. 9. 93. Buphthalmum florem habet croceum,
oculo similem. Unde et a Graecis nomen accepit.
ßov(pd-aXf.iov aus ßovg Ochse und o(pd-alj.i6g Auge, wegen derstrahlen-
blütigen, großen Kompositenblume.
31
d. Rindsauge, vergl. auch unter Xrysanthemum.
f. Oeil de boeuf, Ochsenauge.
e. Ox-eye, desgl.
n. Runderoog — Rinderauge.
Bupleurum, ßovTxlevQov,
ßovTtXevQOv y Ochsenrippe, wegen der hervorstehenden Samenrippen
oder wegen der scharfen Blattränder, die mit Ochsenrippen verglichen
wurden.
d. Hasenohr, wegen der eiförmigen langzugespitzten Blätter.
f. Buplevre, aus dem lat. — Oreilles de lievre: Hasenohren.
e. Hare’s-ear, Hasenohr.
n. Doorwas, auch zu deutsch Durch wachs, der Stiel scheint durch die
beiden ihn umgebenden Blätter wie hindurchgewachsen.
Butomus, ßovroiLiog,
von ßoug, Ochse, ret.ivELV, schneiden: „Ochsenschnitt“, weil die Ochsen
die scharf schneidige Wasserpflanze gern fressen sollen.
d. Wasserliesch, s. unter Carex. — Schwanenblume, als Teichpflanze so
genannt.
f. Butome. — Jone fleuri, Blumenbinse, der binsenähnliche Stengel trägt
oben eine Dolde rosafarbener Blüten.
e. Flowering Rush. = Blühende Binse.
n. Waterlisch, Swanebloem.
BUXUS, Ttv^og.
Isid. etym. VH. 53. Buxus Graecum nomen est, ex parte a Latinis
corruptum, 7tvtog enim appellatur a Graecis arbor sempervirens
et levitate materiae elementorum apicibus apta.
Tcv^og verwandt mit rcvytvog, dicht, fest, gedrängt, wegen der Dichtig-
keit des Holzes und des Blätterstandes, in letzterer Hinsicht auch
event. von TtTvaaco, Übereinanderfalten, abzuleiten.
d. Buchsbaum, aus dem lat.
f. Buis, desgl.
e. Box, desgl.
71. Buks (boompje). Palmboompje, da Buchszweige an Stelle von Palm-
zweigen am Palmsonntag benutzt werden.
C.
Cakile,
von '/«zog, schlecht, Cakile also etwa: „Unkraut“, oder vom arab.
Kakaleh.
d. Rocket, eine Seepflanze, deren Blumen und Blätter der Eruca gleichen
die engl, ebenfalls rocket heißt.
32
1
i
I
/. Caquillier — Roquette de mer = Meerrauke.
e. Rocket.
n. Raket, heißt auch Eruca, mit der sie aufs nächste verwandt ist.
Calamagrostis,
aus- YMlajiiog und aygioarig, „Rohrgras“.
r/. Reit(h)gras, s. u. Carex.
/. Calamagrostide.
Small reed, Kleinrohr.
u. Struisriet = Strausrietgras, wegen der ausgebreiteten Rispen oder da
es in Sträuße eingebunden wird.
Calamintlia, yMlaf^ilvd^ri, ^
zu deutsch schöne Minze, sie gleicht einer Minze (Mentha) mit großen '
Blüten, oder aus '/.aXaf-iOf-iivd^ri^ von y^aXaf-iog, Halm, Stoppel, da sie i
auf Stoppelfeldern häufig sei. ■
d. Kölme, aus dem offiz. Namen verderbt.
f. Calament.
e. Calamint.
n. Steenthym = Steinthymian. Die Pflanze, eine Labiate, ist dem ;
Thymus sehr nahe verwandt und wächst in einzelnen Arten auf j
Felsen und steinigen Hügeln.
Calendula. |
Kalendae: der erste eines jeden Monats, auch für Monat selbst. i
Calendula etwa „Monatsblume“, da sie Monate hindurch blüht: da- •
her auch Flos omnium mensium genannt. j
d. Ringelblume, wegen der halbkreisförmigen Frucht, oder weil die gelb-
strahlige Kompositenblüte einem goldenen Ring entfernt ähnlich ist.
— Totenblume. Sie ist häufig als Gräberschmuck anzutreffen. —
Gilken, weil, sie zum Gelbfärben dient. — Morgenröte, da sie schon
früh die Blüte öffnet. — Warum in Brandenburg „Studentenblume“?
f. Souci, altfrz. soulsie, von sol, Sonne, sequi, folgen, da sich die Blüten !
nach dem Sonnenstand drehen oder zur Zeit des Sonnenaufgangs I
sich öffnen und dann erst nach Sonnenuntergang sich schließen. ^
€. Marigold, vergl. den nahverwandten Bidens, Mariengold, wegen der
goldgelben Blüte.
n. Goudsbloem.
Callitriche,
so hieß ein Farnkraut. Auf unsere Gattung ist der Name wahr-
scheinlich durch Verw'echslung gekommen.
Plin. XXII. 30. Quidam callitrichon vocant ab effectu, tinguit enim
capillum.
Apulej. medic. herb. 48. Graeci callitrichon. Latini capillum veneris.
Herba in oleo trita capilli uncti inficiuntur.
1
33
Isidor, etym. XVII. 9. 67. Capillum Veneris vocatum, sive quod
elapsos post alopeciam capillos recreat, vel quod capillorum fluores
coercet, vel quod sit virgulis nigris lenibus cum splendore quasi
capilli.
Von Schönheit, Haar, das Callitrichon der Alten
war ein Haarmittel. Die jetzige Callitriche ist eine Pflanze, deren
Stengel und Blätter grünen Haaren gleichen, die im Wasser flottieren.
d. Büngel, vielleicht von bingein harnen, w'eil die Pflanze möglichenv'eise
als harntreibendes Mittel benutzt wurde; vergl. Mercurialis — Wasser-
stern; die oberen Blätter, meist zu einer Rosette gehäuft, schauen
aus dem Wasser hervor.
f. Callitrique — Etoile d’eau = Wasserstem.
e. Callitriche — Water Starwort = Wassersternkraut.
n. Haarsteng = Haarstengel, s. oben. — Sterrekroos = Stemgekröse.
Gekröse wohl, weil sich die Stengel untereinander verwirren; vergl.
die Bezeichnungen Hühnerdarm für Anagallis und Stellaria, wegen
der faserigen, ausgebreiteten Wurzeln. Vergl. auch die niederl. Bezeich-
nung für Lemna: Eendenkroos: Entengekröse, weil sich die Lemna-
blättchen wie Gekröse ausbreiten. Niederl. kroos mag auch mit kraus
verwandt sein, dieses event. wiederum mit Kraut. Danach bedeutete
Sterrekroos nur soviel als Sternkraut.
Calluna,
von AaXXvvojy kehren, reinigen, VMXXvvTQOVy der Besen, aus seinen
Zweigen wurden Besen gemacht.
d. Heidekraut, bildet den vornehmsten Vegetationsbestand der Heiden.
f. Callune.
e. Ling, isländ. und dän. lyng, vielleicht verwandt mit Calluna — Heather
= Heidestrauch.
n. Struikheide, desgl.
Caltha,
wahrscheinlich identisch mit einer im Griech. yidlx^ oder xdXy.rj ge-
nannten Blumenart. Caltha dürfte durch Buchstabenumstellung aus
XaX'Aav&Tj oder xf^Xytov dvd-og, wie gewisse Kupferprodukte benannt
werden, verderbt sein. Immerhin dürfte der Pflanzenname mit
Xaly.og, Kupfer, wegen der goldgelben, glänzenden Blüte in Be-
ziehung zu bringen sein. — Nach anderer Meinung aber ist der
Name aus ydXad^og, Körbchen, abzuleiten. — Die Pflanze vegetiert in
starken Büschen, aus denen wie aus einem Blumenkorb die gelben
Blüten herausschauen — oder vom selben griech. Wort in der Be-
deutung Becher oder Schale, wegen der Form der Blüte.
d. Dotterblume, wiegen des dottergelben Kelches.
f. Souci des marais. Die gelben Blumen gleichen an Farbe denen
von Calendula, souci; des marais = „Sumpf-“, weil es an Sümpfen
wächst.
Kanngiesser, Etymologie usw.
3
34
55
e. Marsh Mangold = Sumpf - Mariengold , s. ebenfalls unter Calendula. '
11. Dotterbloem.
Camelina,
Xai^ial, am Boden, Xivov, Lein. Man sät die Cameline zur selben
Zeit wie den Lein, oder man hielt die Pflanze für degenerierten
Lein; nach anderer Ansicht aus y.aXai.L'^Xivov^ Stengellein, event. auch
von chamaemelina, ein Kraut, das der Kamille ähnlich ist. Urspr.
ist jedenfalls sehr unklar.
(i. Dotter, wegen der gelben Blüten und gelben Samen. V
f. Cameline — Camomille de Picardie, s. oben, wird in der Picardie
kultiviert, da man aus seinem Samen ein Öl gewinnt.
e. Gold of pleasure = Freudengold, wegen der goldgelben Farbe der
Blüten wie Samen, die, wde gesagt, ein nützliches Öl liefern.
n. Dotterbloem — Huttentut, woher dieser Name? Vergl. Huttelbeer-
baum für Pirus torminalis und blauer Hutten für Hedysarum obscu- '
rum. — Dotter und Huttentut soll sprachlich verv\'andt sein.
Campanula,
zu deutsch eine kleine Glocke, nach der Landschaft Campanien be-
nannt, wo die Glocke erfunden sein soll. Campana, Glocke, campa-
nula Diminutivform.
d. Glockenblume.
f. Campanule. — In der Normandie: Clochettes = Glöckchen.
e. Harebell = Hasenschelle; vergl. Foxglove, Fuchshandschuh, für
Digitalis.
n. Klokje.
Campanula Rapunculus.
Diminutivum von Rapa, Rübe, wegen ihrer fleischigen Hauptwurzel.
d. Rapunzel.
f. Raiponce.
e. Rampion, ramps.
n. Rapunzel — sämtliche Worte vom Lateinischen abgeleitet.
Campanula rotundifolia,
rundblättrige Glockenblume, mit Bezug auf die Form der Grund-
blätter, die aber zur Blütezeit der Pflanze meist verschwunden sind.
Zur Blütezeit hat die Pflanze leinblattähnliche Blätter.
d. Rundblättrige Glockenblume — Eisenhut, wegen der Form der Blüte.
f. Campanule ä feuilles rondes — Clochette.
€. Harebell — Blue-bell.
n. Grasklokje, da sie auf Grasfeldern wächst. — Kleine wilde Klokskens.
I
35
Cannabis, -^/lawaßig,
in Anlehnung an canna, y^avva: Rohr, das ebenfalls wie der Hanf
zu Flechtwerken diente. Nach Kluge ist die Entlehnung des
deutschen Wortes Hanf aus dem südeuropäischen cannabis undenk-
bar, da die Germanen den Einfluß südlicher Kultur etwa erst im
letzten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erfuhren. Die Griechen
lernten den Hanf im 5. Jahrh. v. Chr. kennen; vergl. Herodot. IV. 74.
'Eart Ö8 oq)i (sc. ^yvi^'aig) Aavvaßtg (pvoi.iivr^ sv xy
jtaxvT^tjTog ymI f^ieyad^eog xcu Uvo) ef.ig)eQeGTdTri. xavTrj di TtoVLCß
vTteQcpiqei vMvvaßig' avTrj y.al avTOf-iarrj yal OTteiQOj^iivri qpvexai,
yat auTijg Gpr/izeg (.liv yal eif^iaxa TtOLevvxat xoioi XivioLOi
cuOLovarcc. ovö^ dv, doxtg uij yaQxa XQißcov el'r] avxr^g, ÖLayvohj,
Xivov rj /Mvvdßiog ian' og di ^iri dl-ds yco xr^v yavvdßida, XLveov
doyrjOEi elvai xd e!f.ia. Die Scythen bauten den Hanf, und er stammt
wohl aus den kaspischen und Aralgegenden, wo er noch jetzt in
Üppigkeit wachsen soll. Die Germanen hätten von ihrer Wanderung
von Asien nach Europa beim Durchzug durch die eiwähnten
Gegenden Hanf und Hanflmltur kennen gelernt, vielleicht von dem-
selben Volke, das den Griechen das Wort ydvvaßig lieferte. Nach
Kluge sind also ydvvaßig und Hanf verwandte Begriffe eines Stamms;
vergl. arab. canab, pers. desgl., kelt. ebenso.
d. Hanf.
/. Chanvre, norm, cambre, picard. canv, wallon. ebene, Saintogne: charve,
provenz. cambre, carbe, cambe, canebe, canep, ital. canapa, katalon.
canam, span, cahamo, portug. cänhamo.
e. Hemp, ags. haenep.
71. Hennep.
Capsella.
Diminutiv, von capsa = Kästchen, wegen der taschenförmigen Schoten.
(L Hirtentäschel.
/. Bourse ä pasteur, desgl.
e. Shepherd’s-purse, desgl. — altengl. Poor Man’s Pharmacetie, des armen
Manns Apotheke, als Heilmittel.
71. Herderstasje, desgl.
Cardamiue, /MQdafilvij.
Diosc. H. 205. ^'ißr^Qig, r(COi y.aqdaf-iavxiyiv xd cfvlla rcaq-
6f.ioia yMqddi-tip.
Thesaurus Graec. Ling. Paris 1841. T. IV. p. 959. yMpdaj-iivri:
herbae a nasturtii similitudine sic nominatae. Galen. Volum. XHI. p.
229. et Paul. Aegin. 7. xd OLOVf.ißQiov a nonnullis vocari yaQdauivr^v
ait, utpote yctQddutp TtQooeor/lg. Item Aribas. collect. Med. 12.
Sisymbrium esse herbam aquatilem: ab aliquibus appellari y.aq-
dauLvXjV, quoniam x(p y.aodduw, i. e. Nasturtio, sit gustu
similis.
3
36
Cardamine ist an Geschmack wie Blattform dem yMQÖaf.iov, d. h.
Nasturtium, der Kresse ähnlich und hat daher den Namen erhalten.
d. Schaumkraut; häufig findet man an dieser Pflanze die Larve der
Schaumcicade (Cicada spumaria) in einem von derselben erzeugten
Speichel. — Daher und weil sie zur Zeit des Eintreffens der Kuckuke
blüht, auch „Kuckucksspeichel“ genannt. — Störkeblöm (ostfries.),
Storchblume, aus ähnlichem Grund — Fleischblume, wegen der matt-
roten Farbe der frischen Blüten, s. u.
/. Cresson des pres, Wiesenkresse, betr. Kresse s. unter Lepidium.
<f. Milkmaid, Milchmädchen, wegen der weißen Blüten. — Lady-Smock,
Frauenhemd, desgl. vergl. Shakespeare: „Lady-Smocks all silver- white
Paint the meadows with delight.“ — Cuckoo-flower. — Bitter-cress.
n. Veldkers = Feldkresse, da sie auf den Fluren wächst. — Koekoeks-
bloem — Engeltjes, wegen der weißen, hübschen Blüten. — Pinkster-
bloem, d. h. rosa Sternblume. Die sich öffnenden Blüten sind matt-
rosa, erst ältere Blüten erscheinen weiß, vielleicht wegen der blei-
chenden Wirkung der Sonne.
Carduus,
führt mit den dornigen Gattungen Carlina, Cnicus, Dipsacus, Eryngium,
Onopordon dieselben Hauptbezeichnungen.
Von cardo, Spitze, oder verwandt mit kelt. „ard“ Dorn, wegen der
spitzigen Domen, mit der die Distel bedeckt ist — event. von carere,
kratzen.
d. Distel, verwandt mit tease zupfen, teare zerreißen, ebenso mit
Dom (engl, thom), das mit zerren verv’andt ist; oder von ags. thydan,
stechen, — event. von altd. degan, gedeihen, weil die Distel ein rasch
gedeihendes Unkraut ist.
e. Thistle.
f. Chardon, vergl. die lat. Bezeichnung.
n. Distel.
Carex,
von carere, kratzen oder ysiQCOf schneiden, wegen der kieselsäure-
haltigen, scharfen Blattränder.
d. Rietgras, von kelt. riet = Feld, ein Gras, das in manchen Arten im
Feld vorkommt, oder identisch mit der Bezeichnung Rieth für Bach,
bzw. Ried für Sumpf, ein Gras, das zuweilen an Gewässern sich
vorfindet. Möglicherweise auch dasselbe wie Rieth, Ried: ein Synonym
für Rohr. ags. hreod, engl, reed, ahd. hriot, ried, das mit rauschen
oder rütteln wegen der im Winde schwankenden Halme in etymo-
logische Beziehung gebracht wird, s. auch unter Phragmites. Ebenso
vergl. die Bezeichnung Reit(h)gras (Calamagrostis), das sprachlich mit
Rietgras eines Stamms sein dürfte; vergl. hierzu das bayerische Verb
raitschen für wackeln, schaukeln. — Segge, verwandt mit secare,
schneiden, wegen der Blattränder.
37
f. Laiche, provenc. und piemont. : lesca. Ital. heißt lisca Halm, ahd.
bedeutet lisca Rohr, Schilf, vergl. ferner die deutsche Bezeichnung
Lieschgras (Phleum). Das Wort wird mit dem frz. lier, binden, in
Verbindung gebracht, da man annimmt, daß die Halme zum Binden
benutzt worden sind.
e. Sedge, vergl. d. Segge.
71. Zegge, Sek. — Rietgras. — Bent = Binse (Juncus).
Carlina.
Karl der Große soll sich mit Erfolg der Pflanze bedient haben, um
seine Kriegsleute von der Pest zu heilen — von Linne soll sie nach
Kaiser Karl V. benannt sein — nach anderer Meinung soll Carlina aus
Cardina verderbt sein; letzteres, von Carduus ableitbar, soll soviel als
kleine Distel bedeuten. Die Pflanze ist tatsächlich der Distel nächst
verwandt und hat distelartiges Aussehen.
d. Eberwurz, da der Eber das Kraut fressen soll. (?) Es wird auch Äber-
wurz geschrieben: sollte dies Wort nicht mit dem tirol. „aepr“, d. h.
offen, verwandt sein, wegen der offensichtlichen Blüte von C. acaulis?
e. Carline thistle.
f. Carline.
71. Driedistel. Man hielt den mittleren Stengel, wenn er drei Blumen
hatte und man ihn bei sich trug, für ein Mittel gegen Sodbrennen.
Doch bezieht sich diese Bezeichnung lediglich auf Carlina vulgaris,
da C. acaulis nur eine einzige Kompositenblüte hat.
Carpinus, 'Qvyla,
von yMQ(fogi holzartige Erucht, ungenießbar im Gegensatz zu den
Erüchten anderer Waldbäume — oder vom kelt. car Holz und pen
Kopf: Aus seinem Holz wurden Ochsenjoche hergestellt. Vergl.
Vitruv. II. 9. Carpinus — itaque Graeci quod ex ea materia iuga
iumentis comparant, quod apud eos iuga ^vya vocitantur, item zy-
giam eam appellant.
d. Weißbuche. Der der Buche nahverwandte Baum hat weißes Holz.
— Hornbaum, wegen der Härte des Holzes, oder weil die aus seinem
Holz gemachten Joche den Ochsenhömern aufgesetzt wurden. —
Heister, Hester vergl. frz. hetre, verwandt mit Haag, Hecke, da der
Baum zu Hecken Verwendung findet. — Hagebuche.
f. Charme, aus dem Lat.
e. Hombeam.
71. Haagbeuk.
Carum,
von Kagia, Karien, einer kleinasiatischen Landschaft, wo der Kümmel
besonders angepflanzt worden sein soll — oder von yidgog, Be-
täubung, wegen seines intensiven Geruchs — event. von ydga, Kopf,
wegen der Doldeninfloreszenz. — Andere leiten Carum vom arab.
karwaia ab.
38
d. Kümmel, lat. cuminum, griech. y.v(.iivov, hebr. kamon.
y. Cumin — carvi — anis des Vosges. Geruch erinnert an Anis; in
den Vogesen wird er dem Käse zugesetzt.
e. Cumin — Caraway.
n. Komijn — Karwij.
Castanea, yaovavoiK
Isid. etym. XVII. 7. 25. Castaneam Latini a Graeco appellant voca-
bulo. Hane enim /.dazavov vocant, eo quod fructus ejus gemini
in modum testiculorum intra folliculum reconditi sunt, qui dum
ejiciuntur, quasi castrantur.
Die Kastanie hat im Altgriech. viele Synonyme: zweifellos hat man
den Baum wie die Frucht mit epr^yog bezeichnet, obwohl die home-
rische Bezeichnung qr^yog, da der Dichter keine näheren Erklärungen
hinzufügt, unbestimmt bleiben muß. Späterhin nannte man die
Kastanie /diog ßctXavog'. Zeuseichel, worunter also nicht die den
Griechen unbekannte luglans regia zu verstehen ist. Wohl eine
besondere Art der Kastanie scheint die yagva svßor/.ri des Theophrast
gewesen zu sein, da sie außer den Früchten des cpryyog bei diesem
Schriftsteller besonders erwähnt wird. Xenophon, der die Kastanie
bei den Mosynöken kennen lernte, berichtet darüber: An. 5. 4. 29.
VMQva öe ertl twv dvayUov r^v rcoWd zd Ttlazia^ ovv. eyovxa dia-
fpvTiV OvSsjulai'. Erst Nikander spricht von vmqvov /MGTavai-
v.ov. Die Kastanien sollen zuerst bei der thessalischen Stadt
Kaozavia angebaut worden sein, die entweder der Kastanie den
Namen gegeben oder selbst nach ihr benannt worden ist. — Nach
Isidor soll castanea mit castrare: kastrieren verwandt sein, weil die
beiden hodenartig geborgenen Früchte, nachdem sie aus der Hülle
herausgefallen, diese wie kastriert erscheinen lassen. — Wahrschein-
lich aber ist der Ursprung im Altarmenischen zu suchen.
d. Kastanie. — Zahme Kastanie, da die Frucht im Gegensatz zur Roß-
kastanie eßbar ist.
f. Chätaigner.
e. Chestnut, mit = Nuß. Im Gegensatz zu Horse - chestnut (Aesculus)
auch Spanish Chestnut genannt, da die zahme Kastanie von Spanien
nach England importiert wird.
n. Kastanje.
Catabrosa,
von yazdßqoyoLg, das Verzehren, weil das Gras vom Vieh gefressen wird
— oder von yazaßLßQcoGy.eiv, verzehren, mit Bezug auf die gezäh-
nelten gleichsam angenagten Spelzen.
d. Quellgras, wiegen seines Standorts.
f. Catabrosa.
c. Catabrose.
71. Brongras = Brunnengras = Bomgras.
39
Caucalis^ y.avvM/dg.
KavAalig bezeichnet dieselbe Pflanze wie y.avy.og und bildet hierzu
wahrscheinlich eine Diminutiv- oder Reduplikationsform. — IMan bringt
yMüV.og mit yMUOy brennen, wegen des brennenden Geschmacks der
Umbelliferenpflanze in Verbindung. — Nach anderer Ansicht ist
yMvyaXig von zfw, ziehen und y.avXog, Stengel, wegen des ausge-
breiteten Habitus einer Art, herzuleiten.
d. Haftkraut, Bettelläuse, Filzläuse. Die Früchte sind mit Widerhaken
versehen und bleiben daher an den Kleidern hängen.
/. Caucahde — Gratteau, von gratter, kratzen, desgl.
e. Caucalis.
n. Wilde wortel, im Gegensatz zu der im Garten gezogenen Gelen
wortel (Daucus Carota), der sie als Umbellifere nah verwandt ist;
vergl. die Artbezeichnung: C. daucoides und s. Diosc. II. i68. zau-
yalig, ol de öavyov aygiov.
Centaurea, yevzatQeiov.
Plin. XXV. 30. Centaurio curatur dicitur Chiron cum Herculis
excepti hospitio pertractanti arma sagitta excidisset ei in pedem.
Isid. etym. XVII. 9. 33. Centauriam Graeci vocant, quoniam a Chi-
rone Centauro fertur reperta.
Der Sage nach von dem Centauren Chiron zuerst als Heilpflanze
angewandt.
d. Tremse, Tremisse. Ursprung dunkel — Flockenblume, da die Pflanze
einen flockig-wolligen Blätterbelag hat.
/. Centauree. — Jacee aus dem spätlateinischen Jacea, angeblich von iacere,
daniederliegen, abzuleiten, mit der trivialen Erklärung : weil es am Boden
wüchse! — (C. iacea) auch Tete de moineau, Sperlingskopf, wegen
der Form der Hüllblätter; derentwegen auch Tetard, Kaulquappe.
Mal-fenu == schlechtes Heu, die Pflanze wird vom Vieh gemieden.
e. Knapweed, knap soviel als Anschwellung, übertragen Kopf, also Kopf-
kraut. — Hardhead = Harter Kopf; vergl. die diesbezügl. in der
Eifel gebräuchlichen Namen Hartkopf und Knopfblume, wegen des
dichten Involucrum.
71. Centaurie — Knoopkruid — Tremske.
Centaurea Cyanus,
blaue Centaurea.
d. Kornblume, da sie unter dem Korn wächst.
/. Bleuet, wegen ihrer schönen blauen Blume. — Casse-lunettss, zerbrich
die Brillen, man machte Augentinktur daraus.
e. Cornflower. — Blue bonnet, Blauhaube — Hurtsickle, „macht
die Sichel stumpf“ beim Getreideschneiden.
11. Korenbloem — Roggebloem — Blauwbloem. — Bol: Kopf, wegen
der Form des Involucrum; vergl. unter Agrostemma.
40
Centhranthus,
von yJvd^QOv, Sporn und av-d-ogj Blume, wegen des langen Blüten-
sporns.
(/. Spornblume.
c. Centhranth — Red Valerian = roter Baldrian. Sie ist dessen nächste
Verv^andte und blüht lebhaft rot.
f. Valeriane rouge.
n. Spoorbloem.
Centunculus.
Diminutivum von cento = Lumpen, Bruchstück, wegen der außer-
ordentlichen Kleinheit des Pflänzchens. Höhe 2 — 8 cm.
d. Kleinling.
f. Centenille.
e. Chaffweed, chaff = Spreu, wertlose Kleinigkeit- Chaffweed etwa:
„Kleinkraut“; vergl. Chaff-biscuit, Klein -Zwieback.
71, Dwergbloem = Zwergblume.
Cephalanthera,
von y,eg)aXri, Kopf und avd^-Qog, Anthere. Anspielung auf seine
freistehenden, auf kleinem Pedicill beweglichen Antheren.
d. Orant, aus lat. origanum (s. d.), griech. oqiyavov, worunter man eine
dieser Orchidee weit entfernte Labiate versteht. Vielleicht, daß wegen
der länglich eiförmigen Blätter der Name Orant auch auf C. über-
tragen wurde.
/. Cephalanthere.
e. Helleborine s. unter Epipactis, die mit C. aufs nächste ven^'andt ist.
71. Bosch vogeltje, auch zu deutsch: Waldvögelein, da die Blüte einem
Vögelchen sehr ähnlich sieht.
Cerastium,
von ylqag, Hom, y^gaOTrjg, gehörnt, wegen der harten, zuweilen
leicht gekrümmten Frucht.
d. Hornkraut.
/. Ceraiste.
e. Cerast.
71. Hornbloem.
Ceratophyllum,
von yjgag, Hom und cpv?^Xov, Blatt. Die Blätter sind stachelig an
den Zipfeln und gleichen kleinen Hörnern, oder wegen der mit
zwei gekrümmten Domen versehenen Früchte.
d. Hornblatt — Igellock, wegen der stacheligen Blattzipfel; betr. lock vergl.
engl, hemlock (conium) und charlock (Sinapis), desgl. garlic (Allium)
und deutsch Lauch (desgl.); ags. leac soll soviel als Kraut bedeuten.
41
f. Ceratophylle — Cornifle (lat. cornu = Horn).
e. Homwort.
n. Hoornblad.
Chaerophyllum, yaiqiffvllov,
lat. auch caerefolium, von y^aiQto, sich freuen und q)vXXoVy Blatt,
wegen des angenehmen Duftes der Blätter, oder weil sie wegen ihres
Blätterreichtums erfreut, eventuell weil der Genuß der Pflanze
munter und freudig stimmen soll. Nach Martin aber von ytaiQO-
(pvlXov: xalgog bezeichnet die kurze Schnüre, an denen die Augen
befestigt sind, durch die am Webstuhl die Fäden laufen. Die
schmalen Teilchen der Umbelliferenblätter konnten nicht unpassend
mit jenen Schnürchen verglichen w’erden und so vMLQOcpvXXov als
Benennung veranlassen.
Chaerophyllum Anthrisciis,
verwandt mit av&eQi^y Halm, halmartiger Schaft, oder von av&og,
Blume und Qvayogy Hecke, da die Pflanze gern an Hecken wächst.
a\ Kerbel.
f. Cerfeuil.
e. Chervil.
11. Kervel — sämtliche Namen verd. aus dem offiziellen Namen.
Ch. silvestre,
zu deutsch Waldkerbel, wächst aber mehr an Feldrändem und
Hecken.
d. Kälberkropf. Die Kälber fressen es gern, der Stengel ist unterhalb
des Knotens verdickt. — Kälberkem, soviel als Kälberkorn, Kälber-
getreide, aus erwähntem Grund. — Beide Namen event. auch aus
dem offiziellen Chaerophyllum assimiliert.
f. Persil d’äne, vergl. die deutsche Bezeichnung Eselspeterlein. Die Esel
fressen die Blätter der petersilienähnlichen Pflanze.
e. Cow-chervil = Kuhkerbel. — Mock-chervil = Scheinkerbel.
n. Wilde Kervel — Pijpkruid (Pfeifenkraut). Aus den Stengelgliedern
machen die Kinder Flöten.
Cheiranthus,
ein Bastardname aus der arabischen Bezeichnung der Pflanze keiri
und dem griech. Wort avS-og, Blüte. Da aber die Araber in der
Pflanzenkunde Schüler der Griechen waren, ist anzunehmen, daß
viele arabische botanische Bezeichnungen aus dem Griechischen ent-
lehnt sind. Man bringt daher den ersten Bestandteil von Cheiranthus
mit YUQQog, gelb oder Y.TjQog, Wachs in Beziehung und zwar wegen
der goldgelben, glänzenden Blüten; andere aber erklären das Wort
direkt aus Hand, wegen einer gewissen Ähnlichkeit der aufge-
42
platzten Schoten mit den Fingern, oder weil man die Blume zu
Bouquets abzupflücken pflegte. (?)
d. Lack, Goldlack, da die Blüte wie mit Goldlack überfirnißt erscheint.
Sollte Lack nicht aus Levkoje verderbt sein? Vergl. hierzu unter
Matthiola. — Bei Halle heißt die Pflanze „Kirche“, aus Cheiranthus
assimiliert. — Gelbveigelein, wegen des Veilchen duftes.
f. Giroflee des murailles, Mauergewürznelke. Die Pflanze w'ächst auf
altem Gemäuer, und der Duft ihrer Blüte erinnert an den der Ge-
würznelken, d. h. der Blütenknospen von Caryophyllus aromaticus.
Giroflee ist aus Caryophyllus verderbt.
e. Wallflower = Mauerblume.
n. IMuurbloem.
Chelidonium, ibIMvlov.
Theophrast VIL 15. i. yßkidoviov^ 'ml yaq tovto a/iia tcJj
öovia avd'u.
Diosc. II. 2 1 1 . TatrrjQ 0 yvXoc, jULystg /.ieIltl 'ml Eipr]d^elg ev yaX'/.q
Itc av&Qa/.toVj aQ/iwCtL ^Qog o^vtOTtiav. — /Jo'/.ü öi tov6f.iaöd^ai
yeXiöoviov, eTteiör^ af^a Talg yeXidoGL qiaivo^ievaig avacpvezai
Xeyovoaig de oyf-iTtaga/Mal^ei. ziveg öe \oTOQi]oav ^ tog edv zig
TvcpXco&fj Ttov zrjg yeXiöovog veooGcov, cd lÄiqTeQeg TtQoocpeQovoai
T^v Ttoav IcovTat zr^v jtiqQCüOLv avzov.
Plinius. XXV. 50. x\nimalia quoque invenere herbas, in primisque
chelidoniam, hac enim hirundines oculos pullorum in nido resti-
tuunt dantque brisum, ut quidam volunt, etiam erutis oculis. —
Florent adventu hirundinum, discessu inarescunt.
Marcellus Empiricus. 11. 10. Chelidonia herba in hirundinum stercore
nascitur.
Isidor, etym. XVII. 9. 36. Chelidonia ideo dicitur vel quod ad-
ventu hirundinum videtur erumpere, vel pullis hirundinum si oculi
auferantur, matres eorum illis ex hac herba mederi dicantur.
Apulejus. medic. herb. 73. Si quidem nomen chelidoniae sumpsit
ex hoc, quod eo tempore semper florescit quo hirundines praesto
sunt, quas Graeci chelidonias vocant; vel ut quidam memorant,
quod nidis suis eandem hirundines ferant, ob acuendos succeden-
tium visus.
Chelidonium ist von yeXiötov, Schwalbe abzuleiten, da es zur Zeit
des Eintreffens der Schwalben blüht. Auf die anderen oben er-
wähnten abenteuerlichen Erklärungsversuche der Alten verlohnt
sich nicht hier nochmals eihzugehen. Von den Alchimisten
wurde Ch. zu Coeli donum, Himmelsgabe, assimiliert, weil nach
ihrer Meinung dem gelben Saft der Pflanze allerhand wichtige
Naturkräfte innewohnten.
d. Schöllkraut, Schellkraut, entweder verderbt aus dem offiziellen Namen
oder von sceljan, abschälen, scelah, schielend abzuleiten, weil das
Kraut als Mittel gegen Hornhauttrübungen, wie gegen das durch
43
Hornhauttrübungen entstandene Schielen ver^vandt wurde. — Gold-
wurz, wegen des gelben Saftes — Schwalbenwurz. — Es sei hier
bemerkt, daß man der Signaturlehre entsprechend die gelbsaftige
Pflanze gegen Gelbsucht gab.
f. Chelidoine — Eclaire, claire, aufhellendes, klar machendes Kraut,
wurde wie besagt als Augenheilmittel benutzt.
e. Celandine.
n. Schelkruid — Oogenklaar.
Chenopodium,
von yr^v^ Gans und 7rot;g, Fuß, TtoÖLOv, Füßchen, Gänsefüßchen,
wegen der Plattform. Die Planze hat manche Namen mit der
ihr nahverwandten Melde (Atriplex) gemeinsam.
d. Gänsefuß, Schißmelde, Mistmilte. Kommt an Miststellen vor. S. auch
unter Atriplex.
f. Chenopode — Patte d’oie = Gänsefuß — Anserine von lat. anser,
Gans.
c. Goosefoot = Gänsefuß.
Ganzevoet.
Ch. vulvaria,
von Vulva, die Scham, da es für Frauenleiden gut ist.
d. Hundskraut, Faulfischkraut, nackte und stinkende Hure, — alle
diese Namen wegen ihres schlechten Geruches. — Fotzenkraut,
Schamkraut, aus oben erwähntem Grunde.
/. Arroche puante, zu deutsch stinkende Melde.
e. Stinking Goosefoot.
n. Stinkende Ganzevoet.
Ch. bontis Henriciis.
d. Guter Heinrich, wegen seiner Heilkraft, die er gegen faulende
Wunden besitzt. Heinrich heißen die Kobolde, deren Gänsefüße
den Blättern ähnlich sehen. — Wundkraut — Schmerling, wegen der
schmierigen, mehlig-klebrigen Blätter.
f. Bon H.enri — Epinard sauvage, wilder Spinat, arme Leute essen ihn
an Stelle von Spinat.
e. Good King Henry — Allgood.
n. Goede Hendrik — Algoede.
Chlora,
gelbgrün, wegen der hellgrünen Farbe der Pflanze.
d. Bitterling. Die Gentianaceen sind bitter, vergl. Erythraea.
f. Chlorette.
e. Yellowwort, wegen der gelben Blüte.
n. Bitterplant.
44
Chrysanthemum,
von XQVGog, Gold und avS^eiuov, Blume, wegen der goldgelben
Blumen dieser Gattung so benannt.
d. Wucherblume, wegen ihres raschen Gedeihens. — Marguerite vom
lat. margarita, Perle, mit der ihre schöne - Blume verglichen wurde.
[Das lat. und das griech. (.laQyaQLTiqg, (.laoyaqov scheint von dem
pers. mervarid, Perle, abzustammen; vergl. Plin. IV. 54. Praecipue
autem laudantur (margaritae) in Persico sinu maris Rubri. 56. Nec
apud barbaros quidem eins aliudquam margaritae.]
f. Marguerite doree, Gold - Marguerite. — Dis-moi-la- verite: Sag mir
die Wahrheit; Anspielung auf das bekannte Abreißen der Zungen-
blättchen.
e. Ox-eye Daisy, Ochsenaugen -Gänseblümchen. Betreffs daisy s. unter
Bellis, deren Blüte eine hliniaturform der Chr.-Blüte ist.
11. Ganzebloem, s. unter Bellis — Groote madelief, desgl.
Chrysanthemum Tulgare, gewöhnliches Chr., wird auch Tauacetum
genannt,
spätlat. tanasia, von ad^ctvaoia, Unsterblichkeit, da die Blüten sich
auch trocken lange halten. Daher in Kräuterbüchern auch Herba
immortalis, unsterbliches Kraut, genannt.
d. Rainfarren, wächst an Rainen, Ackergrenzen und hat farrenähnliche
Blätter; aus Rainfarren ist volksetymologisch Rheinfarren, ja sogar
Rheinfallkraut geworden. Da sprachlich das „h“ nicht zum Aus-
druck kommt, hat diese Assimilation sich selbst zensiert! — Revier-
kraut.
/. Tanaisie, wallon. teinhaie, ital. tanacetio, daneto und atanasia, span,
tanaceta und atanasia.
c. Tansy.
7/. Boeren Wormkruid, Bauern Wurmkraut, als Mittel gegen Würmer. —
Reinevaar — Steenvaren, wächst auf Steinschutt.
Chrysosplenium,
von ygvaog Gold und GTvlrjr Milz, wegen der gelben Blüte und
seiner Verwendung gegen Milzkrankheiten.
d. Milzkraut.
f. Saxifrage doree, Dorine, die Saxifraga nahverwandte Pflanze hat gelbe
Blüten.
c. Chrysosplene.
n. Goudveil, auch zu deutsch ‘Goldveilchen. Die Blätter sehen den
Veilchenblättern ähnlich.
Cicendia,
ein Phantasiename Adansons; soll aus Centaurea und Gentiana ge-
bildet worden sein. Cicendia ist bekanntlich eine Gentianacee
(vergl. unter Mibora). Andere Erklärer brachten den Namen mit
45
ital. cicigna = Blindschleiche in Verbindung, bezugnehmend auf die
bei bedecktem Himmel geschlossenen Blumen und den fadenförmigen
Stengel.
d. Zindelkraut, verderbt aus dem Lat.
f. Cicendie.
e. Cicendia.
7t. Draadgentiaan, wegen des fadenförmigen Stengels.
Cichorium, yuywoiov,
arab. Ursprungs oder von z/w, gehen und ycoQiov, Feld, weil sie am
Feld anzutreffen.
Cichorium intyhus.
Isid. etym. XVII. lo. 12. Intubus Graecum nomen est. Est intu-
bus, quod sit intus tophus (?).
Intybus, auch Intubus geschrieben, wird abgeleitet von
eingeschnitten, wegen der Blattform, oder von anlautendem „in“,
und tuba, Tube, wegen des hohlen Stengels.
d. Wegwarte, soviel als Weghüter, da sie am Wege wächst; von Prof.
Dr. Fick in Würzburg wurde sie als „Vakanzblume“ bezeichnet, weil
sie zu einer Zeit zu blühen beginnt, wo die großen Universitätsferien
einsetzen.
f. Cichoree, chicoree, ital. cicorea.
e. Chicory — Succory, verderbt aus dem vorigen mit Anklang an sugar,
Zucker, vergl. westfälisch „Zuckerei“.
71. Cichorei und Suikerij, mit Anklang an suiker, Zucker.
Cichorium endivia,
endivia, ital. Form für intubus.
d. Endivie.
f. Endive.
e. Endive.
71. Aandijvie.
Cicuta.
Isidor. ‘ etym. XVII. 9. 73. Cicuta propter quod in thyrso geniculato
nodos habeat occultos, ut canna, sicut dicitur fossa caeca, quae
occulta est. Haec potui data interficit.
Cicuta war der lat. Name für vxoveLOV] cicuta und ycoveiov waren
also im Altertum Synonyma, während die heutigen Gattungen Cicuta
und Conium (von yxoveiov) verschieden sind. Das Gift, mit dem die
Athener das Todesurteil vollstreckten, mit dem auch Sokrates gerichtet
wurde, war nicht das des gefleckten Schierlings (conium maculatum),
sondern das von Cicuta, dem sogen. Wasserschierling, der auf griech.
ycüveiov genannt wurde; vergl. Pers. 4. i. f, Magister (sc. Socrates),
sorbitio quem tollit dira cicutae
46
Cicuta wird von y.cjveiov, aus dem es mittelst Reduplikation ent-
standen sein soll, abgeleitet; -/.(Lveiov aber soll mit dem Verb zt'w:
in sich aufnehmen, in sich enthalten, verwandt sein, da es vornehm-
lich in seinem Wurzelstock den berüchtigten gelben Saft enthält.
Event, ist die Ableitung von y.ovr^: Tötung anzunehmen. — Nach
Isidor liegt Cicuta der Begriff caecus, verborgen, zugrunde, da es in
den verdeckten Kammern seiner Wurzel den giftigen Saft vorborgen
halte. — Nach dritter Ansicht kommt Cicuta von dem mit erwähntem
caecus verwandten Zeitwort caecare, in der Bedeutung blenden, den
Blick trüben, wegen der Giftwirkung.
(/. Wasserschierling, weil er an Wassergräben, Bachmündungen usw. ge-
deiht und dem gewöhnlichen Schierling (Conium maculatum) an Gift-
wirkung gleicht, eigentlich übertrifft. Obwohl beide Pflanzen Um-
belliferen, sind ihre Blätter immerhin sehr verschieden. Die Blätter
von Cicuta sind lanzettlich, die von Conium aber tief -fieder-
spal tig. Das Charakteristicum für Cicuta ist der Wurzelstock, der
beim Längsschnitt quer gefächert erscheint und aus den Kammern
einen stinkenden, gelblichen Saft entleert, der sich an der Luft rötet.
Das für Conium maculatum, den gefleckten Schierling, angegebene
Charakteristicum, das ihm den Artnamen eingetragen, ist die braun-
rote Fleckung des Stengelgrundes, die aber allerdings nicht bei allen
Exemplaren ausgeprägt zu sein braucht. — Ein weiteres Synonym
für Cicuta virosa, die giftige C., ist die Bezeichnung Wütrich, die ihm
wegen seiner enormen Giftwirkung zuteil wurde.
/. Gigue, Cicutaire: Im Gegensatz zu dem ebenfalls Cigue genannten
Conium maculatmn wird C. auch Cigue aquatique, d. h. Wasser-
schierling, genannt.
e. Water Hemlock, Wasserschierling. — Cow-bane, Kuhbann, wegen
der Giftwirkung.
n. Waterscheerling — Dolwortel — Dolle Kervel, ist wie die gewöhnliche
Kervel (Anthriscus) eine Umbellifere. Überdies wird auch aus
gleichem Grunde C. maculatum ebenfalls als Dolle Kervel bezeichnet.
Circaea (sc. herba), /UQ/Mia (sc. ßoravy]),
nach der Zauberin Circe benannt. Man schrieb dem Kraut große
Wunder zu und gebrauchte es zu Zaubereien.
d. Hexenkraut.
f. Circee. — Herbe aux sorcieres, magiciennes, Hexen-, Zauberinnen-
kraut.
e. Enchanter’s Nightshade, Zauberers Nachtschatten. S. Solanum.
n. Heksenkruid.
Cladium,
eine Graminee, hat ihren Namen von yXaöoc,^ langer, schmaler Zweig,
Schößling, wegen der Halme.
d. Schneidegras, wegen der scharfen Blattränder.
f. Cladium.
47
e. Cladium.
71. Galigaan, zu deutsch Galgant; hierunter versteht man eigentlich Alpi-
nium (nach dem ital. Botaniker, Alpini), Cladium, Juncus und Scirpus
haben erw. Namen wegen ähnlichen Gebrauchs der Wurzel adop-
tiert. Der Name Galgant soll aus dem Arab. oder Pers. stammen;
vergl. unter Cyperus.
Clematis,
Diosc. IV. 7. y^lr^^iavlg: /.Xrn^iava ös (.ir/.qa.
Ableitung von yXr^ua, Schoß, Trieb, Ranke. Clematis hieße demnach
soviel als Rankengewächs.
d. Waldrebe. Diese Waldpflanze ist wie der Wein ein Klettergewächs.
— Bettlerkraut, es wurde von den Bettlern zur Erzeugung künstlicher
Geschwmre benutzt.
f. Clematite des bois, Waldclematis. Vigne blanche, weiße Rebe,
wegen der weißen Blüten.
e. Traveller’s-joy = des Wanderers Freude, wegen der Schönheit der
häufig an Wegen rankenden Pflanze. Virgin’s-bower = Marienlaube.
Old-Man’s-beard = Alter Mannsbart, wegen der behaarten Früchtchen.
71. Boschdruif ~ Buschtraube.
Cochlearia.
Ableitung von cochlear, Löffel, wegen der Form der etwas konkaven
Wurzelblätter.
d. Löffelkraut; Skorbutkraut, da es in Sirup gegen den Skorbut benutzt
wurde.
f. Herbe aux cuillers = Löffelkraut. Herbe au scorbut.
e. Spoonweed = Löffelkraut. Scurvygrass = Scorbutgras.
71. Lepelblad.
Cochlearia Armorica,
nach Amiorica in der Bretagne, wo der Meerrettich heimisch ist.
d. Meerrettich, Meer-(Mähr-)Pferderettich, denn der Volksmund verknüpfte
gern den Namen einer Pflanze, die einer anderen ähnlich, aber
minderwertiger ist, mit einem Tiemamen; vergl. Roßkastanie, Hunds-
veilchen; oder Meer-(rettich), verv’andt mit der ahd. und russ. Be-
zeichnung ehren, ags. green, das seinerseits mit „Kresse“ verwandt
sei, die ihren Namen von dem „kratzenden“, scharfen Geschmack
haben soll ; möglicherweise verwandt mit altfries. hrene = Geruch,
wegen des starken Geruchs des Meerrettichs — event. verderbt aus
Armorica.
f. Radis de cheval = Pferderettich. Raifort = racine forte = scharfe
Wurzel.
e. Horse-radish = Roßrettich. Horse dient im Engl, häufig zur Begriffs-
verstärkung, vergl. das vorhin Erwähnte.
7t. Mierik-(wortel). — Meerradijs — Peperwortel.
Colchicum, ^olyi/^ov.
Nicand. Alex.
^Hv de TO ßlT^deirjg xo?,xrjidog ix^oiuevov tvvq,
Küvo Tig evSe^TjTai, eq^ri^ieqov —
Diosc. IV. 84.
KoXyiv.oVj Ol de eq)r^f.i€Qov. FewäTai de nXelavov ev KoXyoig.
Nach der Landschaft Kolchis, wo sie heimisch sei, oder in Anlehnung
an die Kolchische Giftmischerin Medea; hpr^iieqov nannten die
Griechen die Pflanze, weil sie „an einem Tag“, in kurzer Frist, den
Tod herbeiführe. Im Mittelalter nannte man sie Filius ante patrem:
Sohn vor dem Vater, weil die Früchte im Frühjahr, die Blüten im
Herbst erscheinen.
d. Herbstzeitlose, wegen ihrer späten Blütezeit, die ganz außerhalb der
gewöhnlichen Blütezeit liegt. Vergl. im Gegensatz hierzu unter Bellis.
— Spinnerin, da sie zu der Zeit an zu blühen fängt, wo die Spinn-
stuben eröffnet werden. Die Annahme, sie werde für die Urheberin
der Spinnfäden des Altweibersommers gehalten, ist etymologisch nicht
verwertbar, ebensowenig die, daß sie von den Mädchen zwischen den
Händen zerrieben werde, um diese durch das Spinnen nicht wund
zu machen. — Michelsblume, weil sie um Michaelis blüht. — Schul-
blume, weil sie zu Beginn der Schulzeit nach den Michaelisferien
blüht, vergl. Vakanzblume unter Cichoria. — Nackte Jungfer, nackte
Hure, weil die Blüten ohne Blätter erscheinen. — Kälberschisse;
weil sie dem Weidevieh schlecht bekommt. — Faule Futen, wegen
der Giftwirkung. — Wiesensafran, da ihre Blüte der des Safrans
ähnlich ist. — Am Naheufer nennt man die Pflanze Kiehdetz, Kuh-
euter, wegen der Frucht; desgl. Kuckuksweck bei Gotha, weil sie
zur Zeit des Eintreffens des Kuckuks die weckförmige Frucht zeigt.
f. Colchique. — Dame sans chemise, Dame ohne Hemd — Cul tout
nu, nackter Hintern — Tue-chien, Mort au chien, Tue-loup,
Hundetod, Wolfstod, s. unter Aconitum — Veillotte, Ältliche Jungfer,
wegen der auffallend rosafarbenen Kleidung oder weil sie verspätet
blüht. — Safran bätard.
e. Meadow-saffron, Wiesensafran.
n. Herst-tijloos — Tijdeloos.
Conium, ^aveiov (zomov).
Theophr. und Diosc. verstehen unter yxuveiov die Cicuta, deren zu-
gehörige Erläuterungen einzusehen sind. Wenn man ycoveiov mit
y.ovig, Staub, wegen der punktierten Stengel in Beziehung bringt, so
kann diese Erklärung schon deshalb nicht zutreffen, weil, wie gesagt,
die Griechen unter yioveiov Cicuta verstanden, deren Stengel bekannt-
lich nicht punktiert ist. Der Name wurde auf die heutige Gattung
lediglich wegen der dem ycuveiov ähnlichen Giftwirkung übertragen.
d. Schierling, verwandt mit scem, Schirm, da er einen schirmförmigen
Blütenstand hat. Nach anderer Meinung ist S. mit sceran,
49
scheeren, schneiden in Beziehung zu bringen, entweder wegen der
wie eingeschnitten erscheinenden Blattspreiten, oder wegen der Gift-
wirkung, — Teufelspeterlein: die giftige Pflanze sieht der Petersilie
ähnlich. — Blutpeterlein, wegen der Giftigkeit oder der blutroten
Besprenkelung des unteren Stengelabschnittes.
f. Gigue, cigue^tachee, gefleckter Schierling; grande eigne, großer Schier-
ling: die Pflanze wird 8o — i8o cm hoch, während Cicuta gewöhnlich
kleiner ist und zwischen 30 und 1 20 cm an Höhe mißt. Gigue d’Athenes:
dieser Name würde besser auf Cicuta anzuwenden sein.
c. Hemlock, ags hemleac; hem ist etymologisch unklar, vielleicht soll
damit so viel als schädlich, böse, ausgedrückt werden; unter lock, ags.
leac versteht man gewöhnlich ein Kraut mit hohlem Stengel, vergl.
unter Allium und Ceratophyllum.
71. Dolle Kervel — Gevlekte scheerling.
Conyallaria, sc. herba.
Convallaria als Adj. zu convallis: Tal, da die Pflanze im Tal wächst,
oder von convallis und XeiQLOv, Lilie, als Bastardname, da die
Pflanze einer kleinen Lilie gleicht.
d. Zauke. Herkunft dunkel; niederw^endisch heißt tsup Schorf, Grind;
vielleicht galt die Pflanze gegen Grind als wirksam; oder von oberwendisch
caltka (sprich zawka) = Semmel, da man die Glockenreihe als an-
einandergereihte Semmeln auffaßte. — Maiglöckchen, da es im Mai
mit glockenförmigen Blümchen blüht.
/. Lis des vallees = Tallilie — auch muguet, von muscus, Moschus,
wegen des angenehmen Geruchs der Blüte, s. unter Asperula.
e. Lily of the valley.
71. Lelietje der dalen.
Conyolyulus,
von convolvere, zusammenwickeln, „Schlingpflanze^^.
d. Winde, weil sie sich am Getreide, Zäunen usw. emporwindet. Wegen
ihrer trichterförmigen Blüten wird sie Windglöckchen und Mutter-
gottesgläschen genannt.
f. Liseron, von lis, Lilie, an deren Blüte die Windenblüte erinnert —
norm, liot, von Her, binden, winden. — Veillee von veiller = wachen,
da die Pflanze die Blüte bei Sonnenaufgang öffnet, bei Untergang
der Sonne aber wieder einrollt; daher auch Belle de jour, Tag-
schöne. — Clochettes = Glocken.
e. Bindweed, s. vorher.
n. Winde.
Conyolyulus polygonatum,
vielknotiges C., wegen der vielen Wurzelknoten.
d. Salomonssiegel. Die Stellen der Wurzel, an denen die vorjährigen
Kanngiesser, Etymologie usw. 4
50
Pflanzen abgestorben, lassen kreisrunde Narben erkennen, die mit
einem Siegel verglichen werden können.
f. Signet (ou sceau) de Salomon, desgl.
c. Solomon’s-seal.
n. Salomonszegel.
Coralliorrhiza,
von y.oqaXkiov^ Koralle und Wurzel. Der Wurzelstock ist
korallenartig verzweigt.
d. Korallenwurz.
f. Corallorhize.
e. Coralroot.
n. Koraalwortel.
Coriandrum, yoQLavÖQov.
Isid. etym. XVII. ii. 7. Coriandrum ex Graeco nomine sumptum
quod illi yoQiov vocant.
von yoQig, Wanze, weil die Blätter und die frischen Samen wie
Wanzen riechen, oder weil das Kraut gegen Wanzen gebraucht wird;
event. von yogrj, Pupille, an die es wegen seiner runden Samen
erinnert.
d. Koriander.
/. Coriandre.
e. Coriander.
n. Koriander.
Cornus, ygdveia.
Theophr. III. 12. To de ^vlov t6 f^iev T^g ygavelag axagd-LOv
yial aregeov oXov, Zf^iOLOv y.egazi z^v TtvKvozrjza yial z^v ioxvv.
von cornu, Horn, wegen seines hornharten Holzes, möglicherweise
auch aus dem griech. Namen für Cornus mas: ygdveia gebildet und
assimiliert; vergl. unter Prunus cerasus. Doch kann auch ygdveia
von yjgag, Hom abzuleiten sein.
Cornus mas,
männlicher C., wegen des harten und widerstandsfähigen Holzes.
d. Cornelkirsche, wegen der kirschroten Frucht. — Hornstrauch —
Hartriegel, sein Holz wurde zu Riegeln benutzt.
y. Cornouiller — Courgelier verderbt aus dem Vorhergehenden oder
weil seine Frucht einem kleinen Kürbis (courge) gleicht. — Fuselier =
Spindelbaum, s. unter Evonymus.
e. Cornel-tree.
u. Komoelje — Komel.
51
Cornus sauguinea,
blutige C., wegen der roten Rinde.
d. Roter Hornstrauch, gemeiner Hartriegel.
f. Cornouiller sanguin.
e. Dogwood, volksetymol. aus Dagwood. Unter dag verstand man im
Altengl. den Stachel, die Geißel, womit die Tiere angetrieben werden.
Diese Geißeln wurden aus seinem Holz verfertigt. — Nach anderer
Erklärung ist aber dogwood direkt von dog: Hund abzuleiten, da
das Dekokt seiner Rinde ein gutes Mittel gegen die Hunderäude sei.
— Gatter, Gatten, Gaitre-berry vom ags. gadtreow: Geißelbaum. —
Gadrise, ags. gadriis, d. h. Geißelreis, Geißelzweig. — Gadderidge
von gad und red, „Geißelrot“, wegen der roten Zweige.
tu Roode Kornoelje.
Corrigiola.
Diminutivum von corriga, Riemen, wegen der langen, schlanken, zähen
Stengel.
d. Uferling, weil er am Ufer wächst. — Hiischsprung, vielleicht wegen
der lineal-länglichen, vorn breiteren Blätter, die mit dem Hirschsprung,
d. h. den Hinterläufen entfernte Ähnlichkeit haben.
/. Corrigiole.
e. Strapwort = Riemenkraut.
n. Riempjes.
Corydalis, v.o^vdokiov
entweder von '/.OQvg, Helm, Haube, wegen der Form der Blüte, oder
von 'AOQvöalog, Lärche, die wiederum ihren Namen dem Helmbusch,
bzw. Sporn auf ihrem Kopfe zu verdanken hat.
d. Lärchensporn, wegen des breiten Honigsporns der Blüte. — Hohl-
wurz, wegen der zur Blütezeit hohlen Wurzelknolle.
f. Cor}Malle.
c, Corydal.
n. Helmbloem.
Corylus, TO vmqvov to Xeucxov.
Corylus wahrscheinlich eine Diminutivform zu ymqvoVj Nuß, wie
denn auch der griech. Name soviel als „kleine Nuß“ heißt — oder
von YOQvvri, Blütenknospe abzuleiten, da die Haselblüten als die
ersten Zeichen des Lenzes besondere Beachtung verdienen. — Nach
dritter Ansicht von yioQvgj Helm, wegen der Fruchtblätter der sogen.
Cupula.
Corylus Ayellana.
Plin. XV. 24. ... ut in Abellanis, quas antea Abellinas patriae nomine
appellabant.
4*
52
Isid. etym. XVII. 7. 24. Avellanae ab Avellano Campaniae oppido,
cui abundant, cognominatae sunt.
Die Artbezeichnung Avellana hat ihren Namen nach einer Abella,
auch Avella benannten campanischen Stadt, in deren Umgebung sie
besonders gepflegt wurde. Betr. des Übergangs von b in v vergl.
unter Vaccinium.
d. Haselstrauch, weil die Hasen sich gern unter ihm lagern oder weil
man die $ Blütenkätzchen mit Hasen verglichen haben mag. Nach
anderer Meinung ist Hasel aus Corylus mittelst einer Übergangsform
Cosylus verderbt.
f. Coudrier, Coudre, in den Ardennen Caurier, wallon. Cori aus Corylus.
— Noisetier, Nußbaum.
€. Hazel, ags. haes(e)l.
n. Hazelaar.
Cotoneaster,
von Cotonea, Nebenform zu Cydonia, Quittenbaum, dem C. nahe
verwandt ist. Durch die Endung aster soll Ähnlichkeit und geringerer
Wert angedeutet werden.
d. Kutte, vergl. Quitte. Kutte aus Cotoneaster.
f. Cotoneastre.
c. Cotoneaster.
n. Dwergmispel, auch zu deutsch Zwergmispel, nächster Verwandter von
Mespilus, aber kleiner.
Crambe, Kga/nßr].
Ableitung von yielgo), schneiden. Der Name bezieht sich auf das
zu Gemüsezwecken wiederholte Abschneiden der Pflanze.
d. Meerkohl, sieht dem Kohl ähnlich, wird auch als solcher gebraucht,
wächst am Meer.
f. Chou marin, desgl.
c. Seakale.
n. Zeekool.
Crataegus,
von 'AgaxaiOQ,, widerstandskräftig, wegen seines Holzes — von /.gaxog,,
Kraft, alytüv der Ziegen, die Ziegen fressen die jungen Zweige ab
— oder aus yigaxa, Kopf, Ziege = Ziegenkopf, vielleicht auch
wegen des starken, widerlichen Geruchs der Blüten, der dem des
Ziegenbocks vergleichbar ist.
d. Weißdorn, wegen der helleren Rindenfarbe, im Gegensatz zu der des
Schwarzdorns (Prunus spinosa). Dom aus sansc., dri altd. zeran got
teieren = zerreißen. Hagedorn, da er zu Hecken benutzt wird.
f. Aubepine — alba spina = Weißdorn.
e. Haw(thorn), altengl. Haga == Haag = Heckendorn.
11. Meidoom, weil er im Mai blüht. — Haagdoorn.
53
Crepis,
von yiQriTtlgj in der Bedeutung: Halbschuh. Sohle, wegen der Form
des Wurzelblattes, oder in der Bedeutung: Ufer, da Cr. paludosa und
virens an diesem Standort Vorkommen.
d. Hasenkraut. Sobald sich der Hase unter diesem Kraut duckt, fühlt
er sich stark. Melancholikern wird es zu tragen angeraten, damit sie
nicht weichlich, sondern „fest“ werden. Daher vielleicht auch der
Namen „Feste“. Woher aber die Bezeichnung Pippau?
f. Crepide.
e. Hawk’s-beard = Habichtsbart, wegen der federigen Fruchtkrone.
Nächster Verwandter von Hieracium, Habichtskraut.
n. Streepzaad, Streifensaat, wegen der länglichen Blätter.
Crociis, Kqovmq.
Diosc. I. 25. ^Af-isLvojv {.liv eoTiv oyicoQVMog fv RiXiAag,
liTco Tov h avTrj y.coQvytov.
Isid. etym. XVII. 9. 5. Crocum dictum ab oppido Ciliciae, quod
vocatur Corycium, quamquam et alibi nascatur, sed non tantum,
vel tale, quäle in Cilicia. Unde a potiori parte nomen accepit.
Crocus vielleicht von Corycius, wie die beste Crocusart im Altertum
genannt wurde, nach einer cilicischen Gegend — aus ygoxt], Faden,
wegen der officinellen Narben — oder Orient -hebr. Herkunft.
d. Safran, aus dem arab. az-zaferan, zafaran, pers. zaafer, walach. sofran.
f. Safran, ital. zafferano, span, azafrano, portug. a^afräo.
e. Saffron.
71. Crocus.
Cucumis.
Varro. Lingua Lat. IV. Cucumeres dicuntur a curvore, ut curvi-
meres dicti.
wahrscheinlich nach der Fruchtform genannt: vom kelt. cucc, einer
Art Vase — aus lat. cucuma, Topf, griech. mit Vorgesetzter Re-
duplikation — vom griech. Zeitwort yvo), schwellen, schwanger sein
— oder von curvor, Krümmung.
d. Gurke, vei'wandt mit poln. ogarek, russ. ogurez, diese ihrerseits mit
griech. .ayyouQLOv (Wassermelone). Arab. pers. türk, chijär, mit Artikel
al chijär, hindostan. cahirä, wiederum verwandt mit cucumis.
f. Concombre, verwandt mit dem Lat. Unter cornichons versteht man
die kleineren Einmachgurken, von corne, Horn, wegen der Gestalt
der Frucht.
e. Cucumber, vergl. die deutsche Vulgärbezeichnung „Gümmer“.
n. Augurk. — Komkommer.
Cucurbita,
vergl. unter Cucumis, mit dem es etymol. verwandt sein soll. —
Von yvQTog^ curvus, krumm, wegen der Fruchtform. — Wie orbita
54
von orbis, so ist corbita, curbita von corbis, runder Korb, entstanden,
corbis wurde cu vorgesetzt entweder als Reduplikation oder im Sinne
des Verbum zrw, schwellen, schwanger sein.
Cucurbita Pepo.
Pepo, griech. Ttimov, von TttTtTio, kochen, womit eine durchaus reife,
gleichsam ausgekochte, infolgedessen weiche und aufgeschwollene
Frucht bezeichnet werden soll.
(t Kürbis, von cucurbita, verwandt mit Gurke.
/. Courge. — Citrouille, weil die Frucht zitronenartig ist.
e. Pumpkin, von Pepo, desgl. Pumpion. — Gourd, wie frz. Courge,
deutsch Kürbis.
11. Pompoen.
Cuscüta, vAGavra,
vom arab. kuchütä, in derselben Bedeutung, oder syrischer Herkunft,
wo es ein Kraut ohne Wurzel und Blätter bedeutet — von '/.aoovcoy
zusammenflicken — von 'Aavadvco, beschleichen, besteigen — vom
griech. o'/xrov, Peitsche, das mit Reduplikation versehen ist und etwa
‘aLg'avxov lauten würde, um eine lange, venväckelte Peitsche zu be-
zeichnen.
d, Seide, die blasse Pflanze umspinnt wie ein Seidenfaden andere
Pflanzen. — Unserer lieben Frauen Blumenhaar.
f. Chevelure du Diable = Teufelshaar, da es eine schmarotzende Pflanze
ist — Cheveux de Venus = Venushaare — Barbe de moine =
Mönchsbart — Bourreau du lin = Leinhenker, weil es unter dem
Lein Schaden anrichtet — Angure du lin, von angere, erwürgen.
— Teigne, Grind; Galle, Krätze. Aus der Medizin übernommene
Ausdrücke, um die Gefährlichkeit dieses Schmarotzers zu bezeichnen.
e. Dodder, auch im Deutschen derselbe Namen, verwandt mit deutsch
Dotter, worunter man eine verharrte Schnur versteht.
11. Duivelsnaaigarn = Teufelsnähgarn, auch zu deutsch Teufelszwirn;
vergl. Nicol. Damascen. De plantis. II. 7. Cuscuta: Saepe etiam ex
planta alia planta nascitur, non suae formae, sine radice; movetque
se super plantam — et crescit planta ut fila, et tenduntur super
plantam; ut cuscute et similia. — Warkruid, zu deutsch Wirrkraut.
— Wilde Klimmer, vergl. unter Hedera.
Cydonia, sc. malus, to v.vddvLOV sc. (.iriXov.
Isid. etym. XVII. 7. 4. Malus Cydonia nomen sumpsit ab oppido,
quod est in insula Greta, de qua dicere solent, urbium Cretensium
matrem Cydoniam, ex cuius pomo Cydonitum conficitur.
nach der Stadt Cydon auf Kreta, wo die Quitte vornehmlich ge-
diehen sein soll.
d. Quitte, vom Lat. -Griech.
f. Coing, Coigenassier, desgl.
e. Quince, desgl.
n. Kwee, quee, desgl.
55
Cynara, y^waga (sc. aytavS-a),
zu deutsch hieße nach dieser Bezeichnung des Galen Cynara soviel
als Hundsdom, eine verächtliche Bezeichnung des stachligen Ge-
wächses. — Cynara wird auch direkt von kvcov, Hund, abgeleitet,
dessen Zähnen die Kelchspitzen der Pflanze ähneln sollen. — Nach
dritter Meinung wird C. mit yvdto, kratzen, in Verbindung gebracht,
da die Pflanze ein distelähnliches Gewächs ist. — Schließlich wurde
behauptet, sie habe nach der Insel Cynara im ägäischen Meere, wo
sie besonders kultiviert worden sein soll, den Namen erhalten.
Artischocke wird gewöhnlich aus dem arab. ardhischoki, ardhi = Erde
und schoki = Dorn; Erddom, abgeleitet; vergl. zu deutsch auch Erd-
schocke. — Doch soll jenes Wort volksetymologisch aus dem ital.
articiocco ins Arab. übertragen worden sein. Der eigentliche und
ältere arab. Name für die Artischocke sei harsjef oder charsjof, wo-
von die andere ital. Bezeichnung carcioffo abstamme, desgl. unter
Agglutination des arab. Artikels das span, alcarchofa und das port.
alcochofra. — Auch wird der Name vom kelt. art, Dom und
chaulx, Kohl, abgeleitet. — Überdies wird die Fmcht der Artischocke
im Griech. bereits dgrvTLyov genannt. Möglich, daß hiervon die
arab.-ital. Bezeichnungen abzuleiten.
f. Artichaut.
e. Artichoke.
n. Artischock, Artisjok.
Cynoglossum, ywoylwaaov.
Apul. medic. herb. 96. Graeci cynoglosson, Itali linguam canis.
von yv(i)v, Hund und y?^'^GGa, Zunge', wegen der Blattform, bzw.
wegen des unangenehmen Geruchs der Pflanze verächtlich Hunde-
zunge genannt.
Hundszunge.
/. Langue de chien, desgl. Herbe au Diable, Teufelskraut, aus letzthin
erwähntem Grunde, auch wegen der düsterroten Blütenfarbe, oder
endlich wegen der mit Häkchen versehenen Früchte, die wie Kletten
an den Kleidern hängen bleiben.
e. Hound’s-tongue.
n. Hondstong.
Cynosurus,
von ycvvög ovgd, Hundsschwanz, wegen der Infloreszenz.
d. Kammgras, wegen der stachelspitzigen Ähren, die wie ein (Hahnen-)
Kamm aussehen.
/. Cynosure — Cretelle von crete (de coq), Hahnenkamm.
e. Dog’s-tail = Hundeschwanz.
H. Kamgras.
— 56 —
Cyperus, y.vTteigog
ist gleichen Ursprungs wie Cupressus*), aus einem hebr. Wort,
Kopher, das Harz bedeutet, wegen des Wohlgeruchs dieser Pflanzen
so benannt.
d. Cypergras.
f. Souchet, Dimin. von souche, die starken und vielen Wurzeln bilden
einen kleinen Stock (souche). — Patenotre, Paternoster; die Wurzel-
knoten erinnern an einen Rosenkranz.
e. Galingale, zu deutsch Galgant; wegen ihres Wohlgeruchs wurde die
Pflanze absichtlich wie unabsichtlich mit Galgant verwechselt, s. unter
Cladium.
71. Cypergras.
Cypripedium,
von KvTtQog, Venus und Ttsdiov, Diminut. von Ttedr], Schuh, wegen
der Blüte.
c/. Frauenschuh. — Hosenlatz (Aargau). Die ausgehöhlte vorgebauschte
bunte Lippe der Blüte erinnert an die oft buntgefärbten, vorge-
bauschten Hosenlätze, die man im Mittelalter trug. Vielleicht, daß
so dieser Name zu erklären ist.
f. Sabot = Holzschuh.
e. Lady’s-slipper = Frauenpantoffel.
71. Vrouwenschoen.
Cytisus, yvTLöog
war der Name von Medicago arborea, von y^vzog, Höhlung, wegen
des hohlen Stengels herzuleiten, oder von Kythnos, wo er reichlich
wuchs. Von Medicago arborea wurde der Name auf den verwandten
Cytisus übertragen.
d. Goldregen, wegen der gelben Blütentraube. — Bohnenstrauch, wegen
der bohnenförmigen Schoten. — Hosen und Schuhe (ostfries.), das
Schiffchen mit den beiden Flügeln stellt ein paar Schuhe, die symmetr.
Fahne ein paar weite Fischerhosen dar.
f. Cytise. — Ebenier, Ebenholzbaum, wegen der Härte und dunklen
Farbe des Kernholzes, das dem von Diospyros ähnlich ist. — Aubour,
provenz. alborn, wallon. äbon, span, albomo. Die Artbezeichnung
Labumum durch Agglutination des Artikels von albumum, weißes
Holz, das junge zarte Holz unter der Rinde, der Splint, der bei
Cytisus von hellgelber Farbe ist.
e. Golden chain, Goldkette. — Bean-trefoil, Bohnenklee, wegen der Drei-
zahl seiner Blätter. — ' Pea-tree, Erbsenbaum, wegen der Blüten und
Schoten, die denen der Erbse gleichen. Bohne, Erbse und Gold-
regen sind Schmetterlingsblütler.
71. Gouden Regen.
*) y.vnaqiaaog, Cupressus sempervirens ; ihr Holz wurde von den Phöniziern
zum Schiffbau verwandt. Von diesen wurde sie nach Cypern eingeführt, wo sie sich
über die ganze Insel ausbreitete und Veranlassung zu deren Benennung wurde. (Koch.)
57
D.
Dactylis,
öa/,Tv?dgj fingerähnlich, wegen der Anordnung der Ährchen an dem
Blütenstand, wie die Finger an der Hand.
d. Knäuelgras, vergl. den Artnamen D. glomerata; glomerata = geknäuelt.
Die Ährchen stehen in buschigen Knäueln.
/. Dactyle, Dactylis glomerata = Dactyle pelotonne; pelotonne = ge-
knäuelt.
e. Cock’s-foot-grass, zu deutsch Hahnenfußgras. Möglicherweise wegen
der gestielten Ährchen, die mit einem Hahnenfuß entfernte Ähnlich-
keit haben, so benannt.
n. Kropaar, zu deutsch Kropfähre, wegen der knäuelförmigen Ähre.
Daphne.
Diosc. IV. 146. Jacpvoeiöig — (pvkXa dacpvrj eoiv.oTa.
zJaq)vrj heißt eigentlich, auch im Neugriech. Lorbeer (Laurus nobilis).
Der Name kommt von q^alvouai =: glänzen mit der verstärkenden
Vorsilbe da. cpavrj (Fackel), öaipavrjj ödcpvi]. So genannt wegen der
glänzenden Blätter. Wegen der Ähnlichkeit der Daphneblätter und
-früchte mit denen des Lorbeers adoptierte sie dessen Namen. Vergl.
hierzu auch den Artnamen D. laureola; vergl. die siebenbürg. Be-
zeichnung Waldlierbeer.
d. Seidelbast, verv^andt mit ahd. zidal, Biene. Das Wort zidal ist noch
erhalten in Zeidler = Bienenzüchter und Zeidelweide, ein WaldHertel,
in dem Bienenzucht getrieben wurde. Die Daphneblüten, die im
Frühling noch vor den Blättern erscheinen, werden von Bienen auf-
gesucht. Seidelbast, der Bast, die Rinde dieser Pflanze soll blasen-
ziehende, heilkräftige Wirkung haben. — Nach anderer Erklärung
soll „Seidel“bast eine dem altgerman. Kriegsgott „Ziu“ heilige Pflanze
sein und daher ihren Namen erhalten haben. —
Kellerhals, vielleicht aus Kälberhals verderbt, da das Holz, in Ruten
um den Hals der Kälber gewunden, die Läuse vertreibe; vergl. die
schles. Bezeichnung Kelberhals. Ebenso die thüring. Bezeichnung
Lausekraut. — Nach andeier Erklärung hängt Kellerhals mit quellen
oder quälen zusammen, da sein brennender Geschmack den Hals
quellen läßt oder quält; vergl. livländisch Quälerhals. — „Frühhng“,
ihre wie Syringen duftenden schönen rosenroten Blüten erscheinen
im März.
58
/. Daphne Morillon. Unter Morillon versteht man eine schwarze
Traubensorte. Die Daphne wird wegen ihrer schwarzen Beeren
D. Morillon benannt. Zu Morillon vergl. more, der Mohr, Licivqog,
maurus, schwarz, s. unter Morus.
Mezereon, vom lat. Artnamen D. Mezereum, auf den sich, als der
verbreitetsten Art, fast alle neusprachlichen Namen für D. beziehen.
Mezereum stammt aus dem arab. und pers. mäzariyün (mazeriyn),
womit der Araber die Camellia bezeichnen soll. — Man bringt den
Namen auch mit dem ital. ammazzare, töten in Verbindung, wegen
der giftigen Eigenschaften der Pflanze. Vergl. hierzu die Schweiz.
Benennung Giftbäumli und das frz. Malherbe, schlechtes Kraut. —
Über Garou, garoutte s. im n. — Bois-gentil, Bois-joli, hübscher
Strauch, wegen seiner schönen rosa Blüten, die im Frühling am kahlen
Stengel erscheinen. — Cancerille, da das Kraut gegen den Krebs
angewandt wird.
e. Daphne — Mezereon — Spurge- Olive und Spurge-Laurel, wegen
ihrer purgierenden Eigenschaft und der Ähnlichkeit ihrer Blätter
mit denen der Olive und des Lorbeers; vergl. die deutsche Bezeich-
nung Scheißlorbeer.
Dwarf-bay, Zwerglorbeer; bay (lat. bacca) wird speziell für die Beere
des Lorbeer gebraucht. Zwerglorbeer, da er nur ein kleiner lorbeer-
ähnlicher Strauch ist.
71. Peperboompje, vergl. unsere deutsche Bezeichnung Pfefferbaum, wegen
des brennenden Geschmacks seiner Beeren.
Garouboompje; unter frz. garou in loup-garou enthalten, versteht
man den in einen Wolf verwandelten Teufel; vergl. die deutsche,
vielleicht hiermit ver>Ä^andte Bezeichnung Werwolf. Die Pflanze
wurde wegen ihrer Giftigkeit so genannt. Vergl. hierzu auch die
deutsche Bezeichnung Wolfsbast für Daphne. Die Beziehungen zu
dem ehedem in unseren Gauen sehr gefürchteten Wolf sind denen
des Teufels verwandt.
Datura,
vom arab. Datora oder Tatorah in derselben Bedeutung, türk, tatula.
— Nach anderer Erklärung von do, dare, geben, weil ein Extrakt
des Krautes von Huren trägen und kraftlosen Mannspersonen gegeben
worden sei.
d. Stechapfel, wegen der stachligen runden Fruchtschale. — Dotter
assimiliert aus Datura."
f. Stramoine, aus dem mittelalt. Stramonium. Unbekannten Ursprungs
oder von GTovyvoVy Nachtschatten und (.laivouaL, rasen, wegen der
giftigen Wirkung. Pomme de diable, Teufelsapfel, herbe aux sor-
ciers = Zauberers Kraut.
e. Thorn-apple, Domapfel; vergl. frz. pomme epineuse.
71. Doornappel, auch Dolappel.
59
Bauens, griech. daivMg,
von Saico, erw^ärmen, man schrieb seinem Samen erwärmende Kraft
zu; vergl. Diosc. III. 76. to öi G7tiQf.ia Tcavrtov övvaixiv tyei
S^eqiiavTLvA^v,
d. Möhre, ahd. Moraha. Vielleicht, weil eine Art auf moorigem Boden
gedieh. — Nach der Meinung anderer hängt es mit mürbe, wegen
der Beschaffenheit der Wurzel, zusammen; vergl. auch Morchel. —
Gelbe Rübe, wegen der Farbe ihrer Wurzel. — Carotte, lat. Carota
(Apicius), ital. desgl., von /MQCOTog, safranfarben. — Nach anderer
Ansicht von vmqov, Kümmel, dem die Pflanze ähnlich sieht. —
Nach dritter Meinung verwandt mit nordengl. carre und schwed.
caerr, Sumpf, aus erv^ähntem Grunde. — Blutströpfli, wegen des blut-
roten mittelsten Blümchen.
f. Carotte.
e. Carrot und yellow parsnip, zu deutsch gelber Pastinak; mit Pasti-
naca ist Daucus als Umbellifere verwandt.
ii. Peen, altniederl. pee. Unbekannter Herkunft. — Vogelnest, auch
im Deutschen derselbe Ausdruck, wegen des nestförmigen Blüten-
kopfes. — Gele wortel und kroot (aus carotte).
Belphinium,
vom griech. JeK(piv, Delphin, dem die Blütenknospe der Pflanze
ähnlich sieht.
d. Rittersporn. Die blauen Kelchblätter laufen in einem Sporn zu-
sammen.
f. Eperon de Chevalier, dasselbe; dauphinelle, von dauphin, Delphin.
e. Larkspur, zu deutsch Lärchensporn, s. auch unter Corydalis.
n. Ridderspoor.
Bianthus,
aus Jicg ardog, Juppiterblume, wegen ihrer Schönheit Juppiter ge-
weiht.
d. Nelke, auch Nägelchen, Dim. von Nagel, wegen der Form der Nelken-
blüten.
f. CEillet, von oeil, Auge, wegen der Schönheit der Blume; auch Ivrogne,
der Trunkenbold, wegen der roten Blüte.
e. Pink, venvandt mit dem holl, pinken zwinkern, weil die schöne Blüte mit
einem Auge verglichen wurde oder weil manche Nelkenblüten mit
augenähnlichen Fleckchen bedeckt sind, — Nach anderer Meinung
verwandt mit peak Spitze (auch pink heißt Spitze), wegen der Form
der Blätter. — Doch soll pink, zwinkern, die Augen halb geschlossen
haben, seinerseits mit pink, Spitze verwandt sein, da beim Augen-
schließen die Lidwinkel spitzer werden, auch das vom Augapfel
Sichtbare wird hierbei kleiner. Nach dieser Konstruktion hieße pink
soviel als frz. oeillet, kleines Auge. — Die engl. Farbenbezeichnung
pink, für eine rosa Farbe, ist auf die Nelkenfarbe zurückzuführen.
n. Anjelier, etwa soviel als Engelkraut, wegen der Schönheit der Nelke.
6o
Dictamnüs, örAxa^vog.
Theophr. hist, plant. IX. i6. Tc öe dr/.Taf.ivov Ydiov Kqi^Tr^g.
Vergil. Aen. XII. 4. 12. Dictamniim genetrix Cretaea.
Diosc. III. 34. /jiv^xat-LVog nba eazl Kgr^rrAiq. — III. 39. (Degerat
Se ajtd Kgrzr^g e'regov eiöog diV.Tai.ivov.
Plin. XXV. 53. Dictamnum — non est alibi quam in Greta.
Isid. Hisp. Orig. etym. XVII. 9. 29. Dicta, mons Cretae, ex quo
dictamnum herba nomen accepit.
Nach dem Berge Dicte auf Kreta benannt, der angeblichen Heimat
der Pflanze.
(i. Diptam, an Stelle eines k-Lautes ein p-Laut; vergl. unter Pastinaca
— Eschenwurz, wegen der eschenähnlichen Blätter.
f. Dictam(n)e.
e. Dittany und Fraxinella, von Fraxinus, Esche. — Hart’s-eye, Hirsch-
auge. So genannt nach der auffallenden Blüte des hohen Wald-
krautes,
71. Diptam, Eschenkruid.
Digitalis,
digitalis = zu einem Finger gehörig.
d. Fingerhut, wegen der Ähnlichkeit der Blüte mit einem Fingerhut;
vergl. auch die Bezeichnung Waldschelle.
f. Digitale — Gants de bergere, Handschuhe der Hirtin.
e. Foxglove, Fuchshandschuh; vergl. norweg. revhandskje, rev Fuchs,
handskje Handschuh; engl, auch foxfingers, Fuchsfinger.
71. Vingerhoedskruid.
DipsacOS. Ji\pavog.
Diosc. HI. II. jL\pay.og {Pcof.ialoi ?Mßgot\u Bivsgtg] v.avXov Si eyei
vipr^lbv av.avd'Cüdr] vai cfvlXa TtegieiXr^cpoTa xbv v.avXbv, ef.iffegr^
d^gidav.L, övo vad^ YvaOTOv ycvv, 7vgof.irf/.ri, avMV&coöri vai
aiTa, coGTTsg Tivag 7tO{.i(f6Xvyag IttI (Äiöiqg xrig gdyecogy eoiod'iv
ze vat s^codsv exovza avayd-codeig, v^olXa de Tzegl xd yovv tojv
q)vXXcüv tüGze vdaza aTzd zcov dgoGcov y.at djj-ßgwv (pvXdzzeiVy d&ev
val Tü ovof^ia ecXv.vGF.v.
Plin. XXVH. 47. Dipsacos habet caulem duum cubitorum isdem
spinis horridum, genicula eins binis foliis amplectentibus concavo
alarum sinu, in quo subsistit ros salsus.
ji\pavog von diipa, Durst. Die Blätter vereinigen sich stengel-
umfassend an der Basi.s und bilden ein Tau- und Regenreservoir.
d. Karde(ndistel), auch Weberdistel genannt, da die stachlige Pflanze
zum Karden, d. h. Reinigen und Kämmen der Wolle benutzt wurde —
oder wegen der Stacheln, die die Blüte umgeben und der Weber-
karde ähnlich sehen sollen. — Oder Karde stammt direkt von Car-
duus, Distel, ab.
Die Bezeichnungen Venusbad öder Immerdurst sind auf zuvor er-
wähnte Etymologie zurückzuführen.
6
/. Cardere, cardaire, tete de loup und peigne a loup, Wolfskopf und
Wolfskamm, wegen der stachligen Pflanze. Cabaret des oiseaux,
Vogelschenke und Lavoir de Venus: Das darin angesammelte Wasser
galt auch als Kosmetikum.
e. Teasel: tease, die Wolle karden, teasel, ein Werkzeug hierzu. —
Venus’ Bath: Venus-Bad.
Kaardebol, Kardenkopf, wegen der kopfförmigen Blüte.
Doronicum,
vom arab. daranedj, doronigi — oder entstellt aus Dorycnium; vergl.
hierzu Plin. XXI. 105: Hoc est venenum, quod innocentissimi auctores
simpliciter dorycnion appellavere ab eo quod cuspides in proeliis
tinguerentur illo passim nascente. Joqv/jviov aus doQV, Speer und
zvaco, reiben, streichen. Die Pflanze wurde, wie gesagt, zum Ver-
giften der Speere gebraucht. — Thes Graec. Ling. II. p. 1645:
„Demopho autem, quod ad inferendam mortem pares T(f dtQaxL
vires habent, ut docet Gorr.“ Es soll ebenso tötlich wirken wie
der Speer.
d. Gemswurz. Die Pflanze wächst in Gebirgen, z. B. in Tirol, der Heimat
der Gemse, der es vielleicht als Futterkraut dient.
f. Doronic, Herbe aux pantheres; vergl. den Artnamen D. pardalianches,
„Leopardenwürger“. IMan glaubte, die Pflanze enthalte ein Gift, das
Panther und ähnliche wilde Tiere töte.
e. Doronic, Leopard’s-bane, Leopardenbann. Panther -strangler, Leo-
pardenwürger.
n. Duizelkruid: von duizelen, zu deutsch döseln, schwindlig sein. Auch
im Deutschen heißt das Kraut Schwindelkraut, da seine Wurzel gegen
Schwindel schützen soll. Vielleicht wurde diese „Schutzkraft“, der
Signaturlehre entsprechend, aus dem gefahrvollen Höhenstandort der
Pflanze abgeleitet; vergl. die Bezeichnung Gemswurz.
Drabe, öqä^ri.
Die einen leiten den dioscorid. Pflanzennamen von einem Worte
ÖQaßr^, das bitter bedeuten soll, ab, aber in griech. Lexiken unter
dieser Erklärung nicht zu finden war, andere aber bringen dgaßt] mit
abschneiden, abpflücken in Verbindung, da es als Küchenkraut ver-
wendet worden sein soll. Der Ursprung des Namens ist immerhin
ziemlich dunkel.
d. Hungerblümchen, da es mit ärmlichstem Boden, wie steinigen Abhängen
und Felsen, vorlieb nimmt. — Unseres Herrgotts Löffel; vergl. unter
der nächstverwandten Cochlearia.
f. Drave — Mignonette, wegen der Zierlichkeit des kleinen Pflänzchens;
vergl. Reseda.
e. Whitlow-grass : das grasblätterige Kraut wurde gegen Panaritien : whit-
low verw^andt.
71. Hongerbloempje.
s
I
62
Drosera,
von (^(>o(T£^o^, betaut, ÖQOffog, Tau; die Pflanze hat ihre Namen
meist daher, daß die Drüsenköpfchen ihrer Blätter auch in der
Sonnenhitze mit Saft, sogen. Tau bedeckt sind.
Sonnentau, auch Sinnau: „sin“ = immer, Sintau t zu n assimiliert. —
Auch Marienträne genannt. — Widerthon, im i6. Jahrh. Widdertod,
ein Kraut gegen den Tod! oder Widdertod für Wiedertat, nieder
gut machen, ein Kraut, dem man die Kraft zuschrieb, die Mann-
heit wiederzugeben; auch das Moos Polytrichum und das Farn-
kraut Asplenium werden Widerthon genannt.
f. Rossolis: ros Tau, solis gen. von sol, Sonne; Rosee du soleil, Herbe
ä la goutte, Tropfenkraut.
e. Sundew, Sonnentau.
n. Zonnedauw — Vliegenvangertje, Fliegenfängerchen, wegen der carni-
voren Eigenschaften der Pflanze.
E.
Echium, lyiov.
Nicand. Ther. 636-637.
'Nvv ö" aye xoi gl^ag egito e%ieaoiv agtoyoig
Ev&a dvio lyieLa 7Ciq)ava'/,eo.
Diosc. IV. 27. eyiov. — iv olg ion xal b '/MQTtdg /.ecpalfj l'yiog
bjiioiog. qita — ^ng ov f.i6vov %olg Sryyd^eiOLV vtto eQTtettov
ßorid^ü vrod^eioa f^iez oYvov.
Plinius XXV. 58. Capitula viperae similia sunt.
Apul. med. herb. 6. Latini viperinam et serpentariam. Herba vipe-
rina trita cum vino potui data mirifice morsus viperae sanat et
venenum discutit.
eyi^ov von eyig, die Viper, Natter, weil die Frucht dem Kopfe einer
Natter ähnlich ist — event. wegen der gekrümmten Wurzel — oder
da die Blüte oder der Blütenstand dem Kopf einer Natter ähnlich
sehe. Daß die Pflanze wegen der erwähnten Ähnlichkeiten mit
einer Schlange als Heilmittel gegen Schlangenbiß betrachtet wurde,
ist eine sekundäre Erscheinung, der wir häufig begegnen; vergl. über
Signaturlehre in der Einleitung.
d. Natternkopf, im Österr. Saurüssel, wegen des Blütenstandes. Für die
Synonyma Frauenkrieg, Weiberkrieg findet Grimm keine Erklärung.
Doch dürfte die Rauhigkeit der Pflanze diese Namen, die sie mit
Ononis gemein hat, eingetragen haben.
f. Viperine.
e. Viper’s-bugloss, vergl. den deutschen Namen: wilde Ochsenzunge.
Anchusa, die Ochsenzunge und Echium sind beides Boragineen.
n. Slangenkruid. Slangenkop.
63
Elatine.
Ableitung von iXanvog, tannenähnlich, von Tanne, wegen der
Gruppierung der Blätter um den Stengel.
Tännel, von Tanne.
f. Elatine; recure de crapaud: recure (von recurage, das Scheuern) heißt
der Schachtelhalm, da er wegen seines Kieselgehalts zum Scheuern
gebraucht wurde. Da Elatine mit dem Schachtelhalm entfernte
Ähnlichkeit hat und an Teichrändern vorkommt, wird ihre Alsine
ähnliche Art E. alsinastrum, Kröten (crapaud) - Schachtelhalm ge-
nannt.
c. Water -pepper, vergl. den Artnamen Hydropiper; wegen des bitteren
Geschmacks der Blätter.
n. Waterpeper.
Elymus.
s%Vf.iog hieß bei den Griechen Panicum italicum, mit elvfxog bezeich-
neten sie aber auch eine Hülle, ein Futteral; auf die Pflanze eXvjnog
wurde der Name wegen der Hüllspelzen übertragen, desgl. dieser-
halb auf die heutige Gattung Elymus; eXvf^wg ist abzuleiten von
iXvco, das einhüllen, verstecken, aber auch winden und krümmen be-
deutet. In dieser Bedeutung paßt Elymus auf die jetzige Gattung
besonders gut, da sich seine Blätter bei trockenem Wetter winden,
krümmen und einrollen.
d Haargras, wegen der haarigen Ähren. — Hüllgras — Strandhafer,
die mit dem Hafer nächstverwandte Pflanze wird am Meeresstrande
zur Befestigung der Dünen angebaut; vergl. unter Ammophila.
f. Elyme — Gourbet; gourbets werden in der Normandie die Dünen
benannt.
e. Lymegrass, aus dem offiziellen Namen.
n, Zandhaver. Zeehaver.
Empetrum, £f.i7ceTQog,
unter Empetrum verstanden die Alten Salsola, s. d.
Diosc. IV. 178. k'f.i7teTQ0v ev ogavoig cpvevaL.
Plin. XXVII. 51. Empetros nascitur in montibus fere in saxo. —
Ableitung von iv, auf und jtirCQOv, Fels. Empetrum nigium kommt
bekanntlich auf Alpenfelsen vor.
d. Krähenbeere, wegen der schwarzen Farbe der Beeren. — Rausch-
beere, von lat. ruscus; diese Pflanze hat ihren Namen von ^rjQog,
trocken, was auch auf die fast ausgedorrt erscheinende Krähenbeere
paßt. Oder glaubte man, ihr Genuß berausche, da sie auch Trunkei-
beere heißt? Vergl. unter Vacc. uliginosum.
/. Camarine, Etym. unbekannt.
e. Crowberry, Krähenbeere.
64
71. Besheide = Beerenheide. Die Pflanze kommt auf Heide und Torf
vor. Kraaiheide, s. die erwähnten Namen.
Epilobium,
iTtiXoßiov, aus £7r/, über, Xoßog, Schote (und event. l'ov, Veilchen).
Die (veilchenfarbene) Blüte liegt über der sich bildenden Schote.
d. Weidenröschen, wegen der roten Blüten und weidenähnlichen Blätter.
f. Epilobe.
c. Willow-herb = Weidenkraut.
71. Basterdwederik; in bezug auf Lysimacliia s. d.
Epimedium, e7tii,iriÖLov.
ETtl fj.'qöwv, auf der Medicago. Das Wort hat vielleicht eine auf Medi-
cago parasitierende Pflanze bezeichnet; nach anderer Erklärung so-
viel als eine Pflanze, die wegen der Dreizahl ihrer Blätter auf den
Klee herauskommt. Vergl. eTti^irjXig unter Mespilus.
d. Sockenblume, Bischofsmütze, wegen der Blüte.
f. Epimedium.
e. Epimedium.
71. Bisschopsmuts.
Epipactis, l7tiTtctAT;ig,
Die Alten verstanden darunter Veratrum album, Nieswurz, mit der
die jetzige Gattung Epipactis als Monokotyle eine gewisse Ähnlich-
keit hat.
d. Sumpfwurz, weil sie in Sümpfen wächst — Wilde Nieswurz.
f. Elleborine: vergl. Diosc. IV. 107 ol 6s iXXeßoQLvrjV.
Veratrum album wurde von den Alten deshalb auch sXXeßoQLvri ge-
nannt, weil es dieselbe Wirkung hatte wie Helleborus, s. d.; sXXe-
ßoQLvri wäre gewissermaßen ein Diminutiv zu sXXsßoQOg.
c. Helleborine.
71. Moeraswortel == Morastwurzel.
Eranthis,
abzuleiten von riQ, Frühling und avd'og, Blume. Die sternförmige
Blüte erscheint als einer der ersten Frühlingsboten im Februar.
d. Winterstem.
f. Hellebore d’hiver, Winter-Helleborus: sie gehört mit dem Helleborus
zur Familie der Ranunculaceen.
e. Winter-aconite. Aconit ist ebenfalls eine Ranunculacee.
n. Winterbloem.
65
Erica, sQ(e)r/,rj, vergl. unter Calluna.
Ableitung von eQerAO), zerbrechen: man habe sie gegen Steinleiden
angewandt.
d. Heidekraut: da es auf Heiden wächst. S. ferner unter n.
f. Bruyere, spätlat. : bruarium und brugaria, katalon.: bruguera, mailänd. :
brughiero. Man leitet diese Namen vom kelt. brug: Strauch ab, an
welche Bedeutung ja auch im Deutschen „Erlenbruch“ für Erlen-
gesträuch erinnert. Nach anderer Erklärung ist bruyere mit dem
altgall. Zeitwort bruir: für brüler, verbrennen, verwandt, da man die
Heide abbrannte, um sie urbar zu machen.
e. Heather: heath = Heide.
n. Dopheide: dop = Schale; vergl. d. Topfheide, vielleicht wegen der
Blütenform: daher auch Glockenheide genannt. Vielleicht aber ist
der Name aus der anderen d. Bezeichnung Torfheide verderbt, wie
die Pflanze wegen ihres Vorkommens auf torfigem Terrain genannt
wird.
Erigeron, riQLyiqtov,
Ableitung von v^q: Frühling und yagcov: Greis.
Erigeron sieht dem Senecio (s. d.) sehr ähnlich. Es wurde daher
der griech. Name des Senecio für die Pflanze angewandt, obwohl er
etym nicht zutreffend, da Erigeron im Spätsommer blüht, also nicht
wie Senecio schon frühzeitig graue Früchtchen tragen kann.
d. Berufkraut, da man allerhand Krankheiten damit berief und besprach.
f. Erigeron. — Vergerette: von verge, Rute: eine aufrechte, rutenförmig
gegliederte Pflanze,
e. Fleabane: Flohbann, Mittel gegen Flöhe.
n. Fijnstraal, zu deutsch Feinstrahl, eine Komposite mit strahlenförmigen
Randblüten.
Erodium,
von egcoÖLcg, Reiher.
d. Reiherschnabel, Kranichschnabel, Storchschnabel, Hirtennadel: wegen
der langgeschnäbelten Frucht; vergl. Geranium, den nächsten Ver-
wandten der Pflanze, mit dem es viele Namen gemeinsam hat.
f. Erodium.
e. Crane’s-bill : Kranichschnabel.
n. Reigersbek: Reiherschnabel.
Eriophorum.
Ableitung von egiov: Wolle und cpagco: trage, agiocpogog: wolle-
tragend. Wegen der Samenhaare, bezw. der Wollbüschel der Ähren.
d. Wollgras, wilde Baumwolle, Bettfedem (Augsburg), Alte Mägde
(Schlesien).
f. Linaigrette: von lin, Lein und aigrette, Federbusch. Lin des marais:
Sumpflein: wegen des Standorts.
Kanngiesser, Etymologie usw.
O
66
<?. Cotton-sedge, zu deutsch Wollsegge, s. unter Carex.
71. Wollegras.
Erüca,
von EQSvyof-iai, ructare, rülpsen, aufstoßen, erbrechen, oder von
urere, brennen, als ob die Pflanze urica geheißen, event. von (e)ro-
dere, benagen, wegen des unangenehmen brennenden Geschmacks
der Samen.
d. Rauke, Ruke von eruca.
f. Roquette von eruca oder von roc, da es auch auf Felsen wächst.
e. Rocket, desgl.
71. Raket(te kruid).
Erucastrum,
durch die Endung „-astrum“ soll das Kraut als der Eruca ähnlich
bezeichnet werden; vergl. den Artnamen Elatine alsinastrum. Eruca
und Erucastrum sind beides Kruziferen.
d. Rempe vielleicht verderbt aus E. — Hundsrauke, s. unter Eru-
castrum und vergl. die Einleitung.
f. Erucastre.
e. Bastardrocket.
n. Schijnraket.
ErTUm, OQoßog, botan. unter Pisum und Vicia, s. d.
Isid. origin. etym. XVII. 4. ii. Ervum a Graeco trahit vocabulum.
Hoc enim illi OQoßov dicunt.
OQoßog von egißeiv, bedecken, wegen der die Samen bedeckenden
Schote.
d. Erbse.
f. Pois \
Pea i
71. Erwt.
Eryngium, r^qvyytov.
Wie Eruca und Eiy^simum leitet man E. von eQBvyoiiaL: erbrechen,
ab, da der Genuß des scharfen Pflanzensaftes Erbrechen hervorrufe.
— Nach anderer Erklärung aber ist es mit ariQ: Luft, dessen ion.-
homerischer Gen. rjBQog lautet, und dem Vogelnamen ivy^ in Ver-
bindung zu bringen. Die Griechen verstanden unter l'vy^ den Wende-
hals, den sie nach seinem Geschrei so benannt hatten. Auf einen
Kreisel gebunden und umgedreht galt er als Liebeszauber, besonders
um ungetreue Männer wieder zurückzuführen. Erymgium hieße dem-
nach so viel als Windvogel oder Windkreisel, wegen des Spieles, das
der Wind mit den abgestorbenen Stauden treibt; vergl. d. laufende
Distel, frz. chardon roulant; s. auch Od. 5. 328:
wg (5’ CT (jüTtcoQivog BoQSTjg cp^OQ€r]atv avMvd^ag
af.L Tteölov, TCV'ALval de -rcQog a^XriKr^öLv tyovTai.
Möglich, daß ihm auch im Altertum dieselbe Wunderkraft wie heute
zugeschrieben wurde; vergl. d. f.
E. campestre,
Feld-E., wegen des Standortes.
•d. Mannstreu oder Männertreu: Es soll die männliche Zeugungskraft
erhöhen, — Laufende Distel, wallende Distel; Krausdistel wegen des
krausen, stachligen Aussehens.
J. Chardon roulant: rollende Distel.
e. Field Eryngo.
n. Tuimeldistel: Taumeldistel, s. oben. Wallendistel, desgl. Veldkruisdistel:
Feldkreuzdistel, wegen der kreuzförmig um den Stengel angeordneten
Blätter.
E. maritimum.
See-E. : wächst am Meer.
d. Seedistel.
J. Chardon de mer. — Zu Coutainville heißt nach Toussaint die
Pflanze Chou de M"^® d’Acon: Diese Dame frug nämlich, ob die
Pflanze ein Kohl sei, und hat so ihren Namen unsterblich — ge-
macht.
Sea Eryngo. Sea Holly: Die Blätter gleichen denen von Ilex: engl.
Holly.
n. Meerdistel. Zeekruisdistel.
Erysimum, Iqvol}.iov,
von eqevd'co röten, wegen des Gebrauchs als Hautreizmittel; oder von
eqevyOLiai aufstoßen, vergl. Eruca, da die Kruziferen wegen ihres
bitteren Geschmacks häufig Aufstoßen erregen, oder von egvof-iai
retten, wegen der Heilwirkung speziell bei Halskrankheiten: von
SQvco und oiLirj Gesang, vergl. Günsel unter Ajuga.
■d. Schöterich, wegen der sehr langen Schoten. Hederich: der Name
ist von einer anderen Crucifere, Raphanus Raphanistrum , auf deren
Gliederschoten er besser paßt, der Ähnlichkeit der Pflanze halber
übertragen worden. E. hat keine eingeschnürten Schoten wie Ra-
phanus Raphanistrum. Auch Glechoma wird wahrscheinlich aus
anderen Gründen wie erw. Raph. Hederich genannt.
f. Velar, vom kelt. vehlar, Kresse, mit der die Pflanze als Kmzifere
verwandt ist. — Herbe aux chantres: Sängerkraut, s. o.
e. Treacle Mustard, altfrz. triacle, vom lat. theriaca, griech. d^r^qtav.r,
Gegengift und Mustard: Senf, weil er diesem verwandt und ähnlich ist.
ji. Steenraket, Steinrauke: die als Kmzifere der Eruca ähnliche Pflanze
wächst auf Schutt, Mauern und Kalk.
68
Erythraea, /.evTavQLov (.uy.Qov,
von eQvd^galog rötlich, rosa abzuleiten: wegen der blaßroten Blüten.
//. Tausendgüldenkraut: infolge mißverstandener Übersetzung des lat.
centaureum, das man, statt es von dem heilkundigen Centauren ab-
zuleiten, in centum, hundert und aurum, Gold zerlegte: woraus dann
Tausendgüldenkraut geworden, vergl. das coeli donum der Alchi-
misten, das diese aus Chelidonium sich zurechtlegten. Die Griechen
verstanden unter yevTavQLOV verschiedene Pflanzen, vergl. auch unter
Centaureum. Erythraea aber bezeichneten sie, bzw. Hippokrates,
wie oben neben dem Gattungsnamen erwähnt: als kleines Centau-
reum. — Außerdem wird es Biberkraut, von beben, zittern abgeleitet,
benannt, da es gegen Wechselfieber angewandt wurde. — Schließlich
sei noch der Name Erdgalle erwähnt, den es wegen seiner Bitterkeit
erhalten hat, vergl. diesbezüglich unter Artemisia Absinthium.
f. Centauree. — Herbe ä mille florins: Tausendgüldenkraut. — Gen-
tianelle, die Pflanze ist eine Gentianacee.
c. (Pink) Centaury: (rosafarbenes) Centaureum.
n. Duizendguldenkruid.
Eiipatorium.
Sie wurde durch Avicenne fälschlicherweise so genannt; das echte
Eupatorium ist Agrimonia Eupatoria (s. d.), das auch dieserhalb im
Erz. Eupatoire des Grecs genannt wird. Eine Verwechslung der
Agrimonia Eupatoria mit Eupatorium cannabinum ist durch die Blatt-
ähnlichkeit und Bitterkeit beider Pflanzen veranlaßt. Über Eupa-
torium s. unter Agrimonia.
d. Kunigundenkraut. Das Kraut wurde gegen Kinderkrankheiten an-
gewandt, und Kunigunde ist die Schutzheilige der Kinder, wenn sie
in Gefahr sind. — Hanfkraut: wegen der hanfähnlichen Blätter.
f. Eupatoire. — Herbe de Sainte Cunegonde. — Chanvrin, von chanvre^
Hanf.
e. Eupatory — Hemp-agrimony: Hanf Agrimonia.
71. Koniginnelcruid.
Euphorbia, empoQßiov.
Diosc. III. 86. H f-iivTOL evqeGig airov vMzd ^loßav riv ßaoilect
TT^g yiißvr^g eTteyvtood^ri.
Plin. XXV. 38. Inyenit et patrum nostrorum aetate rex Juba quam
appellavit Euphorbeam medici sui nomine.
Isid. orig. etym. XVH. 9. 26. Euphorbium dictum, quod eius succus
oculorum acuat visum. (?)
Nach Euphorbios, dem Leibarzt des Königs Juba, benannt. Oder
von ev wohl und (piqßto nähren, da es arzneilich gegen Abzehrung
gebraucht w’orden sei.
d. Wolfsmilch: wegen des giftigen Milchsaftes: vergl. Wolfsbast (Daphne)
— Warzenkraut: Mittel gegen Warzen.
69
f. Epurge: von purger: lat. purgare: reinigen, abführen lassen, ebnen.
Epurge erhielt seinen Namen entweder wegen seiner purgierenden
Wirkung, oder weil sein Saft die Warzen vertreibt und so die Haut
wieder glatt und eben macht. — Euphorbe — Lait de louve:
Wolfsmilch, louve lat. lupa, fern, zu lupus: Wolf.
€. Spurge: vergl. frz. epurge. — Devil’s-milk: Teufelsmilch.
71. Wolfsmelk. — Duivelsmelk. — Spurge.
Euphrasia.
Ableitung von etq)Qaoia: Frohsinn, wegen des reizenden Aussehens
der Pflanze so benannt: event. auch wegen angeblich erheiternder
Wirkung: möglicherweise ist diese Verwendung der Signaturlehre ent-
sprechend geraten worden.
d. Augentrost: s. o., möglicherweise aus gleichem Grunde gegen Augen-
leiden angewandt — Milchdieb: da sie als Grasschmarotzer das Vieh-
futter beeinträchtigt, vergl. die Bezeichnung Heudieb (Plantago).
f. Eufraise — Casse-lunettes: Zerbrich die Brille. — Luminet: von
lumiere: Licht.
e. Eyebright: Augenhell.
71. Oogentroost.
Evonymus, evcowfwg.
Theophr. III. i8. 13. To öe evcovv/iioi' yMXoi-f.ievov devögov cpvezai
LI8V a?ToS'l T£ yal zrig ylioßov Iv to) ooel Z(p ^Ooövvvco %aXov-
jiiEvo)’ TO av^og ogei de oelvov coaTveo cpovov 0 de vMQjtog —
TOVTO eod'iof.ierov vtvo tcov jtQoßazcov aTto'ATivvvEL yal zo cpvXlov
vmI 0 vMQTtog, yal f^iahaza zag alyag, eav yad^äqoeiog
zvxiß.
Plin. XHI. 38. Nec auspicatior in Lesbo insula arbor quae vocatur
euonymus, granum letale animalibus, nec non et folio eadem vis.
Elcüvi\uog, berühmt: per antiphrasim im Sinne von berüchtigt, wegen
des scheußlichen Geruchs der zerriebenen Blätter und Blüten, oder
weil er dem Vieh giftig ist. Euonyma hieß überdies ebenso per
antiphrasim die Mutter der Furien. Wegen des starken Geruches
wurde das Strauchwerk als Gegenmittel gegen Ungeziefer benutzt,
weshalb nach Ansicht anderer Euonymus seinen Namen im guten
Sinne verdient habe.
d. Spindelbaum: aus seinem Holz wurden Spindeln hergestellt. — Pfaffen-
hut: wegen der Fruchtform: speziell wegen des roten Samenmantels.
— Rotkehlchenbrot: die Rotkehlchen, deren Verbreitung mit der der
Pflanze genau übereinstimmt, fressen den Samen. — Läusebaum.
f. Fusain, von fuseau: Spindel. — Bonnets carres, viereckige Kappen.
— Bonnets de pretre: Priesterkappen.
e. Spindle-tree. — Dogwood (s. unter Cornus sanguinea) — Pegwoöd:
peg = Wäschklammer. — Skewerwood: skewer ist ein kleiner Holz-
spieß, den man in England durch das Fleisch steckt, statt es mit
Bindfaden, wie bei uns, zusammenzuwickeln. Er wird aus E.-Holz
hergestellt. — Prickwood: Stechholz: aus gleichem Grunde.
n. Kardinaalsmuts — Papenhoed — Luizenboom.
F,
Fagopyruni.
Bastardname aus lat. Fagus, Buche und griech. 7CVQ6g, Weizen.
Die kleinen schwarzbraunen Früchte sind dreikantig wie die der
Buche und werden wie die Getreidekörner verwendet.
if. Buchweizen. — „Heidekorn“, da F. aus mohammedanischen Ländern,
also von den Heiden stammt; vergl. poln. tatarka, auch deutsch
Tatarenkorn und böhm. pohanka, von böhm. pohan, der Heide.
f. Sarrasin, etwa Sarazenenkorn, gleichen Ursprungs. — Ble noir, schwarzer
Weizen.
e. Buckwheat: boc im Angelsächs. die Buche, vergl. buck für beech im
Dialekt von Northumberland; wheat, Weizen.
72. Boekweit.
Fagus.
Isid. XVH. 7. 28. Fagus et esculus vocatae creduntur, quod harum
fructibus olim homines vixerunt cibumque sumpserunt, escamque
habuerunt. Nam esculus ab esca dicta, fagus vero a Graeco vo~
cata: (payuv enim Graece comedere dicitur.
Fagus stammt aus dem Griech.: q'>riy6g, von cpayeiv: essen: wegen der
eßbaren Samen. Unter cpr^yog verstanden die Griechen jedoch nach Koch
die eßbare Kastanie und nicht Quercus esculus mit bitter schmeckenden
Eicheln, die wohl kaum je als Speise genossen worden sind, jetzt aber
von den Einwohnern Griechenlands bestimmt nicht gegessen werden.
d. Buche: sanskrit bhag(sh), essen: weil der Same eßbar. — Es sei
hier bemerkt, daß das deutsche Wort Buch, e. book, n. boek, von
Buche abstammt, da die altnordische Literatur auf Buchenholztafeln
geschrieben war.*)
f. Hetre, niederl. und vläm. bester: Strauch, deutsch Heister: junge
biegsame Eichen- und Buchentriebe.
e. Beech, ags. boc, bece, beoce.
71. Beuk.
Festuca.
Eine Graminee: Ableitung von festuca: Halm.
d. Schwingel, schwed. svingel, wohl von schwingen, vibrieren, wegen der
langen schwanken Ähren.
*) Vergl. ßi'ßlog: Buch aus ßvßlog, Cyperus papyrus, aus dem es hergestellt
seinen Namen erhalten hat; vergl. Herodot V. 58. xnl rag ßißXovg Suf d^tQctg xaXiovGc
ttTio Tov naXaiov od'lwvEg, cti xoie tv anavc ßißXwv tyQiovTo, dccpxXtQriat aiyir^Gi ts y.at
oU^Oi' ETi 6h y.cu TO yai ^fih noXXol tmv ßagßaQCJV lg TomvTag 6ig)&SQ(tg ygcufovai.
71
f. Fetuque — Poil de chien: Hundshaar, wegen des Aussehens der
Ähren.
e. Fescue.
71. Zwenkgras ; Zwenk = Schwung.
Filago.
Ableitung von filum: Faden, Filz: wegen des grauweißlich - filzigen
Überzugs der Pflanze.
d. Filzkraut.
f. Cotonniere: von coton: Wolle.
e. Cudweed, verderbt aus Cottonweed: Wollkraut.
71. Viltkruid.
Foeniculum.
Diminutiv von foenum, Heu: wegen der schmalen Blattabschnitte • —
oder von foenum, Heu und caulis, Kohl; vergl. die Bezeichnung
Fenkohl: die Blätter werden als Küchengewürz benutzt.
d. Fenchel, aus dem Lateinischen.
f. Fenouil — Aneth doux: süßer Dill. Pflanze, die dem Anethum ähn-
lich, aber an Geruch und Geschmack milder ist. — Normannisch:
anis, wegen des anisähnlichen Geruches.
e. Fennel.
71. Venkel.
Fragaria,
von frango, zerbrechen, wegen der Brüchigkeit der Frucht — oder
aus Beere, wie frango aus qr^yw^-H imd frigus aus qlyog —
oder von fragro, duften, wegen des angenehmen Geruchs der Frucht.
d. Erdbeere, weil sie auf der Erde kriecht und die Beere nah dem
Erdboden entwickelt.
f. Fraisier, vom Lateinischen.
€. Strawberry, von strew, sich ausbreiten, wegen der Ausläufer, die sie treibt.
71. Aardbezie = Erdbeere.
Frangula;
Ableitung von frango: zerbrechen: wegen der Brüchigkeit der Zweige.
d. Faulbaum, Stinkbaum, wegen des unangenehmen Geruchs. — Pulver-
holz: seine Holzkohle wird zu Schießpulver benutzt. — Grindbaum,
Läusebaum: als Mittel gegen Grind und Läuse — Gelbholz, wegen des
gelben Splintholzes. — Aalkirsche : wegen des roten Kernholzes
(s. unter Ainus: Erle) und wegen der Beerenfrucht.
f. Frangule. — Bourdaine: spätlat. burdena = Holz. — Puene: puer =
stinken. — Bois ä poudre: Pulverholz.
e. Alder buckthorn: Erlen-buckthorn. Die Erklärung von buckthorn ist
nicht klar: Man bringt den Namen mit Buchs oder (Reh)bock in
72
Verbindung, doch dürfte F. wohl wegen der buchenähnlichen Blätter
seinen Namen haben; vergl. buckwheat unter Fagopyrum. —
Butcher’s-prickwood : Metzgersstechholz; s. unter Evonymus.
n. Vuilboom: Faulbaum. — Stinkhout: Stinkholz.
Fraxinus.
Isid. XVII. 7. 39. Fraxinus vocari fertur, quod magis inter aspera
loca montanaque fraga nascatur.
Ableitung von fragus, fragosus rauh : weil der Baum in rauhen
Gegenden wächst — oder von cpQaOGco umzäunen, cpQayLia Zaun:
weil sein Holz zu Zäunen und Pallisaden benutzt worden sein mag
— oder von q^yixa Bruch; vergl. unter Fragaria, wegen der Brüchig-
keit der Zweige.
d. Esche, isl. askr, schwed. und dän. ask, vielleicht verwandt mit lat.
aesculus: Eiche oder griech. c^va, Buche.
f. Frene, vom Lateinischen.
e. Ash, ags. aesc. Im Ags. hieß aesc auch Speer, weil die Lanzen-
schafte aus Eschenholz gemacht wurden. Auch im Griech. hieß Liellr
sowohl Lanze als Esche: vergl. Homer II. II. 543 und XIII. 178.
71. Esch.
Fritillaria, sc. herba.
Ableitung von fritillus: Würfelbecher, wegen der würfelförmigen Flecken
der becherförmigen Blume.
d. Kaiserkrone, wegen dem großen goldenen Blütenkranz (von Fr. imperialis).
f. Fritillaire.
e. Fritillary.
71. Keizerskroon.
Fritillaria meleagris.
Meleagris ist der lat. Name des Perlhuhns. Die Pflanze heißt so
wegen der Blütenflecken.
d. Schachblume. Die Blütenhülle durch dunkelrote Flecke schach-
brettähnlich. Aus erwähnten Gründen auch Perlhuhntulpe und
Kiebitzeier (Unterweser) genannt. Kuckuckstulpe, da die schöne
der Tulpe nah verwandte Blüte, zur Zeit des Eintreffens des Kuckucks
blüht.
f. Damier: Damenbrett.
e. Snake’s-head : Schlahgenkopf.
71. Kievitsbloem.
Fnmaria, sc. herba, VMTtvog.
Diosc. IV. 108. y.aTtvog — %a Se q)vXla Xeuxctsga yai recpQoeidrj —
TovTcov 0 yvlog dQLi-ivg, oBvdeQy.rig, dayovwv aycoyog, oSsv yal
Tovvof-ia sily.vas.
73
Fumaria von fuma, Rauch: auch im Griech. wird die Pflanze VM7Cv6g,
d. h. Rauch, genannt: da ihr Saft nach Diosc. die Augen ebenso
zum Tränen bringt wie der Rauch. — Nach anderer Erklärung habe
die Pflanze diesen Namen wegen der rauchfarbenen Blätter erhalten:
raq)QoeL6r^g = aschgrau; vergl. den erwähnten Text des Diosc. —
Nach dritter, kaum haltbarer Erklärung wäre der Name darauf zurück-
zuführen, daß die Blätter Staub ansammelten und diesen beim leisesten
Windhauch von sich geben würden.
Erdrauch — Taubenkerbel: weil die Blätter dem Kerbel ähnlich
sehen und von den Tauben gefressen werden.
f. Fumeterre, desgl. — Pied de geline: Hühnerfuß: wegen der Blätter.
<f. Fumitory.
n. Duivenkervel : Taubenkerbel. — Aardrook.
G.
Gagea.
Zu Ehren von Sir Thomas Gage, einem Pflanzenliebhaber.
d. Goldstern, Gelbstern, wegen der gelben, sternförmigen Blüte. — Acker-
zwiebel, eine Zwiebelpflanze, die auf Ackerland wächst. — Gerstel,
wohl verderbt aus Gelbstern. — Stern aus Bethlehem.
f. Gagea.
e. Gagea.
n. Geeister = Gelbstern.
Galauthus,
von yaXa, Milch und avd'og, Blüte, wegen der milchweißen Blüten-
glöckchen.
d. Schneeglöckchen, da die Pflanze bereits im Februar, ganz außerhalb
der gewöhnlichen Blütezeit blüht; vergl. daher die St. Galler Bezeich-
nung: echte Zeitlose. S. hierzu unter Bellis und Colchis. — Schnee-
flocken — Jungfern im Hemd.
f. Galan thine — Perce- neige, durchdringt den Schnee. — Niveole:
von niveus = schneeig. — Clochettes d’hiver: Winterglöckchen.
e. Snowdrop = Schneeflocke.
71. Sneeuwklokje.
Galeopsis, yalloipig,
von yale7], yalij, Iltis, Wiesel und oipig, Aussehen, Gesicht, wegen
entfernter Ähnlichkeit der Blüten mit einem Iltiskopf.
d. Hohlzahn: die dreilappige Unterlippe hat im Schlunde jederseits ein
von unten her hohles Höckerchen, das man mit einem hohlen Zahn
verglichen hat.
74
f. Ortie royale: königliche Nessel. Die Blätter der prächtig blühenden
Pflanze haben Ähnlichkeit mit der der Nessel. — Chan vre sauvage,
wilder Hanf, wegen einiger Ähnlichkeit mit dem Hanf oder wegen
seiner widerstandsfähigen Stengel.
e. Hemp-nettle = Hanfnessel.
71. Hennepnetel.
Galeopsis tetraMt,
tetrahit heißt eigentlich: „hat verraten“. Doch scheint die latinisierte
Bezeichnung aus dem Griech. verstümmelt zu sein, etwa von zga/tvco,
rauh machen, mit Vorgesetztem re als Reduplikation: wegen der
langen stechenden Haare, die an den Knoten der Stengel sich finden.
d. Stechender Hohlzahn.
/. Herbe judaique: Judaskraut, weil es sticht, oder weil Judas der Ver-
räter war, in Anlehnung an „tetrahit“.
e. Hemp-nettle, s. vorher.
71. Gewone Hennepnetel.
Oalium, yahov.
Diosc. IV. 94. covof-iaGzai de arco rov ya%a 'ixvyvvva.i avrl Tcvvlag
avTO.
Galen Z. HI. FaXiov tov6f.iaöiai uev aitu xov yaXa TtriyvvvaL.
ydlLOv von ydXa: Milch, die es zum Gerinnen bringt.
d. Labkraut: Lab = Kälbermagen. Das Kraut wird statt des Kälber-
magens zur Milchgerinnung gebraucht.
f. Caille-lait: Milchgerinner.
e. Bedstraw: vergl. unter Asperula.
71. Walstroo (?).
Oalium aparine.
Theophrast VH. 14. 3. ^'Iölov ös vmI tc Tteol xr^v dTxaolvr^v 7] /mI
xCüv liiaxUüv avxeysxai öid xr(v xQayvxi^xa y,al eoxiv övöaepai-
QSXOV.
Diosc. HI. 94. ^TtaQivri. 07teQ(.ia Tcqooly^xai öe vmI iiiaxloig
XI Tcia.
Plin. XXVH. 1 5 Aparinen, alii philanthropon vocant, asperitate etiam
vestium tenaci.
Galen. Z. HI. ^TtaqLvrj ol f-iiv q)LXdvd^Qco7tov.
'ATtaqlvij ist der Name verschiedener sich leicht an die Kleider
hängender Pflanzen, s. auch unter Lappa. Aparine wird von Ttaqd
vorüber und a negativum abgeleitet, da die Pflanze niemanden
vorüberläßt, ohne ihm Kletten anzuhängen. — Andere leiten Aparine
ab von dTzaigto: nehmen, aus ähnlichem Grunde wie oben. Es
sei hier erwähnt, daß die Griechen Galium aparine und Lappa auch
q'LXdvd'QC07tov: Menschenfreund, nannten: wegen der Anhänglichkeit
der Frucht an den Menschen.
75
d. Klebekraut — Klettenlabkraut.
f. Gratteron, s. unter Lappa. — Gleton: Klette, desgl.
e. Cleavers.
n. Kleefkruid — Klet. — Küssen — Klift. — Wilde Klimmer: wegen der
klimmenden Stengel.
Genista, s. auch unter Sarothamnus und Ulex,
verwandt mit geno, gigno, hervorbringen, wegen des raschen Wachs-
tums — oder vom kelt. gen: kleiner Strauch — oder verwandt mit
v.vrpxiQ,'. ein Messer, womit man den Käse abkratzt: von y,vdco,
kratzen: wegen der Dornen.
d. Ginster.
f, Genet, ital. ginestra.
e. Whin, w tritt häufig an Stelle von g. — Greenweed: Grünkraut.
71. Brem; vergl. unter Rubus.
Gentiana sc. herba, yerxiavri.
Diosc. III. 3. revTLavrj. öo'/.u (lev VTto TtQcorov evQriod^ai rivTiöog,
^IX'kvQLCJV ßaoiXvfiq, dcp ov /mI eTccowixiav toyrf/^v.
Plin. XXV. 34. Gentianam invenit Gentius rex Illyricorum.
Isid. etym. XVII. 9. 42. Gentiana nomen sumpsit, ut memorant
medici, ab inventOre.
Nach Gentius, einem illyrischen König, der sie zuerst angewandt
haben soll.
d. Enzian, aus dem Lat. — Bittersüß, s. unter Erythraea — Bläueli,
wegen der blauen Blüten.
f. Gentiane.
e. Gentian.
11. Gentiaan.
Geranium, yz^dviov.
Diosc. III. 12 1. reqdvLOv lyov ln dv.Qtov tCov naoyctXwv l^oyccg
TLvag avavevsv'/nlag , cug yegdvwv y.eg)aXdg ovv xolg qd^j-cpeoLv
^ ’AVvojv oöovTag.
Plin. XXVI. 68. Geranium et in his foliis, inter quae in cacuminibus
capitula sint gruum.
Ableitung von ylqavog Kranich, wegen des schnabelartigen Fortsatzes
der Frucht. S. auch unter Erodium.
d. Storchschnabel. — Taubenfuß: wegen der Blätter.
/. Bec de cigogne: desgl. — Bec de grue: Kranichschnabel.
e. Crane’s-bill = Kranichschnabel. — Dove’s-foot = Taubenfuß.
71. Ooievaarsbek = Storchschnabel; vergl. Adebarsschnabel im Mecklen-
burgischen.
- 76 -
Geranium Robertianum,
ehedem Herba St. Ruperti und Ruberta genannt, von ruber, rot,
wegen der roten Blumen und herbstlich roten Stengel und Blätter.
d. Robertskraut, Ruprechtskraut.
f. Herbe ä Robert (ä Rupert).
e. Herb-Robert.
n. Robbertskruid. Stinkende Ooievaarsbek, wegen des unangenehmen
Geruches.
Geum,
von yet’w, kosten, wegen der aromatischen Wurzel — oder von yy,
Erde, ein Erdgewächs, letztere Etymol. zu allgemein, um richtig sein
zu können.
d. Nelkenwurz, wegen der nelkenartig riechenden Wurzel — Benedikten-
kraut, von benedictus, gesegnet, wegen seiner Heilwirkungen.
f. Benoite, desgl. — Herbe sainte: heiliges Kraut.
e. Avens, von avere, gesegnet sein.
n. Nagelkmid, s. o.
Gladiolus.
Theophr. VII. 13. (paöyavov vrtb tlvcov de VMlovLiepov ^t(fog'
eiöig od-ev eGys vmI Tovvoua.
Diosc. IV. 20. !“i(pLOv. Jid rb xov (pillov Gx^jucc ojvot-iaozai
^Lcplov.
Plin. XXI. 68. Gladiolus folium habet simile nomini.
iVpul. med. herb. 78. Graeci xiphion. Est foliis gladio similibus.
Isidor, etym. XVII. 9. 83. Gladiolus, quod sit foliis gladii similibus.
Dimin. von gladius, Schwert, wegen der Blattform.
d. Schwertel. — Sieg\vurz, wegen der Schwertform der Blätter, Es ist
wohl der Signaturlehre zuzuschreiben, daß man die Pflanze als ein
Mittel gegen Verwundung auffaßte: daher wohl auch der Name:
Allermannshamisch.
/. Glaieul, von gladius. — Victoriale: Siegkraut.
e. Flag, s. unter Acorus Calamus.
n. Zwaardlelie: Schwertlilie: Die Pflanze ist der Lilie nächst verwandt.
Glaucium, yXav/uov.
Diosc. III. 90. rXav'MOv, tOLy.e de avr^g xd cpvXXa zrjg ysQaxlTiöog
lJ.r[/xovog. IV. 66. Mi]yxov yxcQTtbv de j-iayQOV, yMu-
TtuXov, tüGTceo yjgag, oliolov toj x-^g xrjXecog' bd-ev y.at extwvb-
uaGxai.
Galen. XII. 14. Mri/xov yxqax'ixig tüv6f.iaGTat uev arcb xov ymq-
Ttov ßgayelv e7tL0XQ0q)r^v eyovTog, cÖGJteq yal 7] xrj?ug cog eot-
yJvai ßobg yJgaxL.
Apul. med. herb. 54. Ceratitis, fructu parvo, uncato, ut cornu.
77
Die Pflanze ist eine INIohnart. Die Schoten sind sehr lang und wie
ein Hom gekrümmt. Die Pflanze ist von bläulicher Farbe, daher
ihr offizieller Name von yXavv.og: blau.
d. Hornmohn. — Gilbkraut, wegen der großen gelben Blüte.
f. Pavot comu: Hornmohn. — Glaucienne.
e. Homed Poppy.
71. Hoornpapaver.
Glaux, ylav^,
Diosc. IV. 139. rlav§. avcri eWOf.ievrj (.lerä aXevQOv y.QLd'lvov /ml
aWg, y.al elaiov /ml qo(pr^&uoa, yaka aßevvvLievov ava/MkeiTaL.
Plin. XXVII. 58. Glaux antiquitus eugalakton vocabatur. coquitur
in sorbitione similaginis ad excitandam ubertatem lactis.
Galen. Z. HI. ii. ylav^ ^ /tba. vml auzr] yd?M/,Tog sivai öoyu
yevvrp€L‘/T^.
Entweder von ykav'/ig'. blau, wegen der Farbe der Pflanze, oder
identisch mit dem Pflanzennamen yka%\ von yddM Milch, da sie
die Milch der Wöchnerinnen reichlicher machen soll.
d. Milchkraut. — Mutterkraut.
f. Glauque.
e. Milkwort — Black Saltwort, wegen der dunkelgrünen (bläulichen)
Farbe und des Salzgehaltes: schwarzes Salzkraut genannt.
71. Melkkruid.
Glechoma, yh'xiov.
Ableitung von ykv'/vg’. süß: wegen des angenehmen Geruches.
d. Gundermann: gund ahd. in der Bedeutung Kampf: Kampfkraut, da
es als vorzügliches Wundmittel galt. — Hederich: in Anlehnung an
Hedera, Efeu, mit dem es Ähnlichkeiten aufweist. S. auch unter
Raphanus Raphanistrum und unter Erysimum. — Gundelrebe: da
sie wie eine Rebe kriecht und rankt.
f. Chame-cisse: griech. yaf.iaL'/LGGog: Erdefeu; yaf-iat im griech. viel-
fach zur Diminutivbildung verwandt. — Lierre terrestre: Erdefeu. —
Violette de cochon: Schweineveilchen: d. h. unechtes Veilchen. Blätter
und Blütenfarbe ähnlich denen des Veilchens.
e. Ground Ivy: Erdefeu.
71. Aardveil: Erdveilchen. — Kruip door den tuin: Kriech durch den Garten.
Gnaphalium, yvacfdhov.
Diosc. IH. 120. Tovxov rdlg (fvkkoig xiveg ovtI yvacpdXov yqwvTaL,
kev/dlg ovGiv vml (.laka/oLg.
Galen. Z. III. ii. FvacfaXiov tovc[.iaGTaL uev ovxcog aTio tov cpvk-
loig aiTov i,iala/o7g oIglv dvrl yvacpdkwv yqr^Gd^aL. I'gtl Ö£?.£vyM.
Von yvdcpakov: Wolle, wegen seines wolligen Aussehens und seiner
Verarbeitung zu Wolle.
78
d. Ruhrkraut: gegen die Ruhr. — Wollkraut. — Katzenpfötchen: weil
es grau und dicht behaart ist.
f. Gnaphale. — Pied de Chat: Katzenfuß.
e. Cudweed, vergl. unter Filago. — Everlasting: s. unter Helichrysum,
dem Gnaphalium nächst verwandt ist.
71. Roerkruid — Zevenjaarsbloem : Siebenjahrsbliune: die trockenen
Hüllblättchen welken nicht, vergl. unter Helichiy^sum und Amaranthus.
Die sog. „heilige“ Zahl 7 wird oft als Durchschnittszahl benutzt.
Gn. leontopodium.
Löwenfuß-Gn., wegen der sternförmig weißfilzigen Blüte.
d. Edelweiß: das reizende, weißfilzige Pflänzchen wächst in der Nähe
der Schneegrenze.
f. Edelweiß. — Pied de Lion.
e. Edelweiß. — Lion’s-foot.
71. Edelweiß. — Leeuwenklauw.
Goodyera,
eine Orchidacee, zu Ehren des engl. Botanikers Goodyer so genannt.
d. Mooswurz, wächst in moosigen Nadelwäldern.
f. Goodyera.
e. Goodyera.
71. Dennenorchis: Tannenorchis, s. o.
H.
Hedera.
Isid. etym. XVII. 9. 22. Hedera dicta, quod arboribus reptando
adhaereat. Alli hederam aiunt vocatam, quod hoedis supra lactis
abundantiam in escam a veteribus praebebatur.
Ableitung: verwandt mit haerere, anhaften, oder edo, verzehren, event.
mit tZo} sitzen, Sitz, weil sie den Bäumen „aufsitzt“ und diese
erstickt. Möglicherweise verv^andt mit haedus, Böcklein, da sie diesen
als Futter gegeben wurde. Unter iqjsÖQa, das Plat. Polit. 288 a.
„Daraufsitzen“ bedeutet, versteht Hesychius eine Equisetumart. Unter
Anabasis, das im Griech. Aufstieg bedeutet, versteht Plin. 26. 20.
ebenfalls eine Equisetumart. Die zwei letztgenannten Namen scheinen
auf den ersten Blick Synonyme zu Hedera zu sein. Ecpidga ist
sprachlich wie möglicherweise auch etymologisch Hedera sehr nahe-
stehend, ja sogar mit diesem verwechselt worden. Anabasis besagt
ungefähr dasselbe wie die holländische Bezeichnung: „Klim op“.
Vergegenwärtigt man sich aber, daß bei Equisetum, dem Schachtel-
halm, die Stengelglieder übereinander „geschachtelt“ sind, „eins über
79
dem andern sitzend“, so findet man für diese Pflanze die erwähnten
Bezeichnungen sehr zutreffend.
d. Efeu, ags. ifig, heißt sowohl Efeu als Eibe, man leitet den Be-
griff von iwa, iwe, ewig, immergrün ab; vergl. auch unter Taxus.
f. Lierre, aus hierre, l’hierre durch Agglutination des Artikels, norm,
noch heru; verderbt aus hedera.
e. Ivy. In der englischen Pflanzensymbolik bezeichnet ivy = I cling-to-thee:
Ich klammere mich an dich!
n, „Klim op“ = „Klimm auf“, s. im Text. — Ifte — Boomveil: Baum-
veilchen, wegen der Blattform, die mit der des Veilchens entfernte
Ähnlichkeit hat; vergl. Aardveil unter Glechoma.
Heliantheinum.
Ableitung von rihog, Sonne und avdsLiog, Blume. Die Pflanzen
wachsen an trocknen, sonnigen Orten und blühen in einzelnen Arten
gelb. — Nach anderer Meinung, da die Blüten nur einen Sonnentag
andauerten. — Nach dritter Meinung, weil die Blüten auffallend
sonnenwendig seien.
d. Sonnenröschen.
f. Heliantheme. Fleur du soleil = Sonnenblume.
e. Rockrose = Felsenrose.
n, Zonnekruid.
Helichrysum, sllxQvaog.
Schob Theocr. 1.30. ov rb avS-og of-ioiov y.Qoyjtj yal oiov xQvaoeiöeg.
Der griech. Name bezeichnete Gnaphalium Stoechas, dessen gold-
gelbe ixQVGSog) Blüte und Sumpf (fAog)-wüchsigkeit ihm den Namen
gegeben. — Unser Gattungsname bezieht sich aber auf eine Sonnen-
pflanze, die an trockenen Stellen wächst, aber ebenfalls gelbe Blüten
hat. Die rückzuleitende Etymologie wäre demnach aus ^hog, Sonne
und YQvöog, Gold.
d. Immerschön, die (abgeschnittenen) Blüten behalten auch nach der
Blütezeit ihr Aussehen, da der Hüllkelch strohartig trocken.
f. Immortelle = Unsterbliche.
e. Everlasting = Immerdauernd.
71. Stroobloem = Strohblume.
Heliotr Opium, r^LoiqbTciog.
Nicand. Ther. 678. ?•£ yMi ^eXloio TQOTcaig laajvvuov eQvog.
Varro r. rust. I. 46. Nec minus admirandu quod sit in floribus
quos vocant heliotropa, ab eo quod ad solis ortum mane spectant
et eius iter ita sequuntur ad occasurn, ut ad eum semper spectent.
Diosc. IV. igo. '"HXlotqotvlov öe aitb tov oviiTteQirQETteod^ai
Ta cpvXXa Tfj tov t^Xlov yJdoei.
Plin. II. 41. Miretur hoc qui non observet cotidiano experimento
herbam unam, quae vocatur heliotropium, abeuntem solem intueri
semper omnibusque horis cum eo verti vel nubilo obumbrante.
8o
XXII. 29. Heliotropi miraculum saepius diximus cum sole se
circumagentis etiam nubiliore, tantus sideris amarent. Noctu velut
desiderio contrahit coemleum florem.
Apul. medic. herb. 50. Nomen accepit primo quod aestivo solstitio
floreat, vel quod solis motibus folia convertat.
Isidor, etym. XVII. 9. 37. Heliotropium nomen accepit primo, quod
aestivo solstitio floreat, vel quod solis motibus folia circumacta con-
vertat. Unde et a Latinis solsequia nuncupatur. Nam et sole
Oriente flores suos aperit, item se recludit, cum sol occubuerit.
Von ^Xiog Sonne und TQOTcog (von xQeTtco) Wendung: Sonnenwende,
weil sie ihre Blüten nach der Sonne wendet, oder weil sie zur
Sonnenzeit die Blütenkrone öffnet, oder weil sie zur Zeit der Sonnen-
wende blüht. Die Alten faßten unter dem Namen Heliotrop viele
Pflanzen.
d. Sonnenw'ende. — Heliotrop.
f. Heliotrope — Girasol, von gyro drehen, sol Sonne. — Herbe aux
verrues, au cancer = Warzen-, Krebskraut, als INIittel gegen diese
Neubildungen.
e. Heliotrope.
n. Heliotroop.
Helleborus, IlUßoqog.
Isid. etym. XVII. 9. 24. Elleborum memorant Graeci circa Elle-
borum quendam fluvium plurimum gigni, atque a Graecis inde
appellari.
Nach einem Eluß so benannt, an dem es vornehmlich wachsen soll
— oder von \Xuv nehmen, ßoqa Fraß, weil sein Genuß tötlich
wirkt, oder weil es abführt, denn nach Diosc. IV. 148 und
Plin. XXV. 2 1 wurde Helleborus als Purgiennittel verwandt.
Helleborus yiridis.
d. Grüne Nieswurz. Sein Wurzelpulver erregt Niesen, das Adjekt. grün
(viridis) wegen seiner gi'ünen Blätter und Blüten. — Bärenfuß, wegen
der Blätter. — Läusekraut: wurde gegen Läuse angewandt.
f. Hellebore vert, grüner H. — Herbe ä la bosse: Beulenkraut, gegen
Beulen. — Pommeliere: Name der Pferdephthise, wogegen man das
Kraut anwandte.
e. Green Hellebore — Bear’s-foot = Bärenfuß.
n. Groen Nieskruid. — Wrangwortel: wrang = herb, bitter.
Helleborus foetidus.
d. Stinkende Nieswurz, wegen des unangenehmen Geruchs der Pflanze.
f. Pied de griffen = Greiffuß, patte d’ours Bärenfuß. — Rose de serpent :
Schlangenrose, eine giftige, rosenähnlich blühende Pflanze. — Herbe
printaniere = Frühlingskraut, da es im März und April blüht. —
Fehde Hellebore.
8
e. Fetid Hellebore, stinking Hellebore. — Setterwort, vergl. z. d. Sitter.
Herkunft unklar.
71. Stinkend nieskruid.
Helleborus niger.
d. Schwarzer Helleborus, wegen der schwarzgmnen Blätter und Stengel.
— Früher in Gegensatz zu einer ganz anderen Pflanze (Veratrum
album, s. d.) gestellt, mit der er fälschlicherweise den Namen Helle-
börus gemein hatte, wegen der Nieswirkung des Wurzelpulvers bei
der Einatmung. — Schnee- oder Christrose, da sie zur Weihnachts-
zeit aus dem Schnee hervorblühen soll, die tatsächliche Blütezeit im
Freien dürfte jedoch im Februar und März liegen.
f. Hellebore noire == schwarze Nieswurz. Rose de Noel == Weihnachts-
rose. Herbe de feu = Feuerkraut, wegen seines scharfen, brennenden
Geschmacks.
e. Christmas-rose = Weihnachtsrose.
ft. Kerstroos = Weihnachtsrose.
Hepatica, sc. herba,
von TTtarixog, Adjekt. zu Leber: Leberkraut, wegen der
dreilappigen Blattform, die mit der gelappten Leber gewisse Ähnlich-
keit hat. Wie so häufig hielt man wegen des Aussehens der Pflanze
diese auch als Medizin gegen Krankheiten des betr. ähnlichen Organs
für geeignet. Vergl. unter Signaturlehre in der Einleitung.
d. Leberblümchen.
f. Hepatique. — Trinitaire, Herbe ä Trinite, Dreieinigkeitskraut; vergl.
den Sortnamen H. trifoliata, die dreiblättrige H.
e. Liverwort — Herb-trinity.
n. Leverbloem.
Heracleum,
Plin. XXV. 12. et ab Hercule inventum tradunt.
Nach Herakles, Herkules, der sie zuerst angewandt haben soll.
d. Heilkraut, wegen seiner Heilkraft — Bärenklau, wegen der Blätterform.
f. Berca: von parst, skand. Name eines berauschenden Getränks, das
man aus seinen Stengeln zusammensetzt; oder aus berle, einer anderen
Umbellifere, die ihr ähnlich sieht; event. verdorben aus Heracleum;
möglicherweise auch korrumpiert aus dem deutschen Bärenklau.
e. Cow-parsnip = Kuhpetersilie : Die Kühe fressen die petersilienähnliche
Pflanze gern. — Hogweed = Eberkraut, aus ähnlichem Grunde.
n. Berenklauw. — Varkenskool = Schweinekohl.
Herminium.
Die Wurzel trägt zwei rundliche Knollen, die einem Bettfuß (sQ/Lug),
der alten griech. Betten ähnlich sehen sollen.
Kanngiesser, Etymologie usw.
6
82
d. Hünge, unklarer Herkunft, vielleicht weil sie auf Hügeln, „Gehängen“,
vorkommt.
f. Herminium.
e. Musk- Orchis, vom lat. muscus. Mücke, wegen der Blütenform. Vergl.
die ihr nahe verv^andte Ophr}’s muscifera, apifera, aranifera = Fliegen-
Bienen und Spinnen tragende Ophrys; wegen der Ähnlichkeit der
Blüten mit genannten Insekten.
n. Rechtlip, wegen der spießförmig ausgestreckten Blütenlippe.
Herniaria, sc. herba,
hemia == Bruch : Die Pflanze fand gegen Bruchleiden Verw’endung.
d. Tausendkom, wegen ihrer zahlreichen Samen
f. Herniaire — Herbe au Turc: Türkenkraut, man nahm an, daß es
in der Türkei als Arzneimittel gebraucht wurde — oder von tordre,
drehen, wänden, weil seine Blumen um den Stengel gewmnden sind,
daher wurde das Kraut auch Torquette genannt.
c. Rupture-wort: Bruchkraut.
n. Duizendgraan: Tausendkorn.
Hesperis.
Plin. XXL i8. Hesperis noctu magis ölet, inde nomine invento.
= abendlich, die Pflanze hat ihren Namen daher, daß sie
des Abends stärker riecht, als tagsüber.
d. Nachtviole, wegen ihrer veilchenfarbenen duftenden Kronblätter.
/. Viol des Dames (lat. Viola matronalis), Frauen veilchen, wiegen der
Schönheit der Pflanze; aber auch „Damas“ genannt, vielleicht, daß
man Damaskus für die Heimat der Pflanze hielt. — Pentecotes, w^eil
sie um Pfingsten, und St. Jaques, w’eil sie am i . INIai zu blühen be-
ginnt — JuKenne, w'eil sie im Juli blüht.
e. Dame’s Violet.
n. N’achtviool — Damastbloem.
Hieracium, uqav.iov.
Plin. XX. 26. Sunt qui hieracion vocent, quoniam accipitres scal-
pendo eam sucoque oculos tinguendo obscuritatem , cum sensere,
discutiant.
Von Habicht: Habichtskraut, wohl deshalb so genannt, w'eil
es an felsigen Abhängen wächst, w’o nur die Habichte hinkommen
können. Sekundär bildete sich das Märchen, die Habichte wmrden
es benutzen, um die Sehkraft zu stärken.
d. Habichtskraut.
f. Eperviere von epervier, Habicht.
e. HawLw'eed, desgl.
n. Havikskruid.
83
Hierochloa,
lEQog heilig, yloa Gras. Bezieht sich auf die heilige Dreizahl bei
H. sibirica, indem von den drei Blüten in einem Ährchen die beiden
unteren männlichen je drei Staubfäden haben. — Soll in gewissen
Teilen Deutschlands als heilig verehrt und der Jungfrau Maria ge-
weiht worden sein.
d. Darrgras, hat wohl mit Darre, Dürre, nichts zu tun, zumal es an
feuchten Orten wächst, höchstens insofern, als man es vielleicht als
Mittel gegen die Darre, d. h. die Tuberkulose gebraucht. Wahr-
scheinlich kommt der Name von der afrikanischen Bezeichnung Durra
für Holcus, das ebenfalls wie das Darrgras, da es von den Bienen
gern aufgesucht wird, Honiggras genannt wird.
f. Hierochloa.
c. Holygrass, d. h. heiliges Gras.
n. Honiggras. Veenreukgras = Moorriechgras, wegen des angenehmen
Geruchs.
Hippophaes, iftTtocpaeg.
Plin. XXII. 14. Debent accommodatae esse et equorum naturae,
neque ex alia causa nomen accepisse.
Von %7T7cog Pferd und (f>aog Licht, weil es den Pferden zuträglich
sei — oder die Vorsetzung ^iTCTtog soll nur eine Verstärkung des
Nachfolgenden sein, wobei cpaeg als cpawg grau, angenommen wird,
wegen der grauen Farbe der Blätter — oder als cpecog (Poterium
spinosum, eine dornige Pflanze) angesehen wird. Hippophaes hieße
dann etwa: Roßdorn, bzw. Stechdom, wegen der Domen.
d. Sanddorn, Seedom, Stechdorn, wächst an der Küste, in sandigen
Dünen. Weidendom, da seine Blätter weidenähnlich.
f. Argoussier, von aqyog weiß, wegen der weißgrauen Blätter. — Säule
epineux, Domweide.
c. Sallow-thom: Sallow, salix, Sahlweide; thorn = Dorn.
n. Duindoom, wächst in den Dünen.
Hippiiris.
Apul. medic. herb. 40. A Graecis dicitur Hippuris (^iTtTTOvqig),
Itali vero equisetum vocant.
Unter Hippuris (zu deutsch Roßschweif: %7t7Tog Pferd, ovqd Schwanz)
verstanden die Alten Equisetum, den Schachtelhalm, der im Engl,
denselben Namen trägt: Horse-tail: Pferdeschwanz, wegen des Aus-
sehens der quirlig gestellten Zweige, vergl. diesbezügl. Diosc. IV. 46
und Plin. XXVI. 83. Der Name wurde auf die nicht verwandte,
aber ähnlich aussehende Gattung Hippuris übertragen.
d. Seetanne, wegen des tannenförmigen Habitus der Wasserpflanze.
Tannwedel, weil die Pflanze einem Wedel ähnlich sieht. Man spricht
ja auch von Famwedel, Palmwedel, Cycadeenwedel usw.
6
84
f, Pin aquatique, Wasserkiefer, wegen der nadelförmigen, quirlständigen
Blätter. — Pesse, von Picea, Fichte, aus erwähnten Gründen.
e. Mare’s-tail = Stutenschwanz.
n. Lidsteng = Gliedstengel, durch die Quirlständigkeit der Blätter ist der
Stengel in mehrere Abschnitte, Glieder geteilt.
Holcus.
Plin. XXVII. 63. tenui culmo, quäle hordeum restibile. Haec circa
caput alligata vel circa lacertum educit e corpore aristas.
Quidam ob id aristida vocant.
Von ziehen, denn nach Annahme des Plinius soll es verschluckte
Grannen aus dem Körper ziehen, wenn man es um den Hals trage
— oder von oAzog Streifen, wegen der flachen Wurzeln einer Art
— event. von oXzog in der Bedeutung Seil, da es zur Herstellung
von Seilen gebraucht wurde (oAzcg Seil, von fXxw ziehen).
d. Honiggras, die Bienen ziehen Honig aus den Blüten; daher auch
Melica (sc. herba), von Honig, benannt. — Mäusegerste, eine
gerstenähnliche, aber minderwertigere Pflanze, vergl. Roßkastanie,
Hyoscyamus usw. — Die Bezeichnung Sorgw^eizen, auch das niederl.
Zorggras, zu deutsch Sorgengras, sind volksetymologische Entstellungen
aus der afrikanischen Bezeichnung Sorgho, für Holcus Sorghum, einer
hirsenähnlichen Pflanze. — Afrikanisch wird Sorgho auch Durra ge-
nannt, vergl. unter Hierochloa.
f. Houlque, aus dem Lat.
e. Holcus.
n, Zorggras.
Holosteum, oXoaxeov.
Plin. XXVIL 65. Holosteon sine duritia est herba ex adverso ap-
pellata a Graecis.
oAog ganz, oaxovv, ooxeov Knochen. „Ganz von Knochen“ per
antiphrasim, da es ein sehr weiches Pflänzchen ist.
d. Spurre. Herkunft unklar. Weißer Wegerich. Die weißblütige Pflanze
hat eine dem Wegerich ähnliche Ähre.
f. Queue de souris = Mäuseschwanz, wegen der Form der Ähre.
e. Holosteum.
n. Heelbeen = Ganzknochen.
Hordeum.
Isid. etym. XVH. 3. 10. Hordeum dictum, quod prae caeteris
generibus frumenti ante fiat aridum (?), vel quod spica eius ordines
habeat.
Von oriri, entstehen, wegen des schnellen Wachstums, — von hordus
(frz. lourde), schwer, da das Gerstenbrot besonders schwer, — von
horridus struppig, wegen der Ährengrannen, — von ordo Reihe, weil
die Ähre Samenreihen hat, — oder verv^andt mit dem griech.
85
Namen, der von ov.qloelq'. mit vielen hervorragenden Ecken und
Spitzen versehen, abgeleitet wird.
d. Gerste, verw. mit dem Lat.-Griech.
f. Orge, vom Lat. — Escourgeon (secours, Hilfe), kommt armen Leuten
zur Zeit der Hungersnot zu Hilfe.
e. Barley, vom got. bairan, ags. bere, lat. ferre tragen, da H. Frucht
trägt.
n. Gerst.
Uottonia,
nach P. Hotton, Professor zu Leiden, dem Vorgänger von Boerhav^e,
t 1709-
d. Wasserfeder. Eine Sumpfpflanze mit kammförmig tief zerteilten Blättern.
f. Giroflee d’eau = Wassernelke, mit weißen, blaßroten Blüten mit
Orangenem Schlund. Die Blüte sieht einer Nelkenblüte ähnlich. —
Betreffs der Bezeichnung Herbe militaire vergl. unter Myriophyllum.
e. Waterviolet = Wasserveilchen, wegen der schönen Blüten. — Feather-
foil = Federblatt.
n. Waterviolier.
Humulus,
von den latein. Schriftstellern nicht erwähnt. Das Wort ist verwandt
mit altskandinav. humal, vläm. hommel, dän. humle. — Nach anderer
Meinung ist es eine Diminutivform zu den Begriffen humeo feucht
sein und humus feuchter Boden, da der Hopfen zuweilen an feuchten
Stellen wächst.
H. Lupulus. Diminut. von lupus Wolf, da der Hopfen Nachbar-
pflanzen die Nahrung raubt.
d. Hopfen, verwandt mit Haube, wegen der Schuppenblättchen der
Blüte, die insgesamt mit einer Haube gewisse Ähnlichkeit haben. —
Event, verwandt mit dem frz. houppe, Quaste, wegen der Ähnlich-
keit der Hopfenblüte mit einer Quaste. — Nach dritter Meinung
verderbt aus: „Humulus Lupulus“.
f. Houblon, haubelon.
e. Hop.
n. Hop.
Hyacinthus.
Nicand. Theriac. 902 — 906.
— Y.aQ7t6v TS 7toXvS'Qr(vov iayiLv&oVf
^Ov (Dolßog d^Qr(i>r^GeVj STiet ^’aeyiovaiog evua.
Tlaida ßaXwv TtQonaqoid^ev Aixv/^Xaiov Ttora^olo,
IlQtod'fißr^v '^Yay.tvd'Ov ETtel aolog EfXTteoe y^oQGr]
UeTQOv aq)aXXofievog, veaxov S^TqQa^e xdllvfia.
Theocr. X. 28. yqaTCTa va^ivd-og.
86
Ovid. Metam. X. 205 — 219.
„Te (Hyacinthe inquit Apollo) lyra pulsa manu, te carmina
nostra sonabunt,
Flosque novus scripto gemitus invitabere nostros.
Tempus et illud erit, quo te fortissimus heros
Addat in hunc florem, folique legatur eodem.“
Talia dum vero memorantur Apollinis ore,
Ecce cruor, qui fusus humo signaverat herbas,
Desinit esse cruor, Tyrioque nitentior ostro
Flos oritur formamque capit quam lilia, si non
Purpureus color his, argenteus esset in illis.
Non satis hoc Phoebo est (is enim fuit auctor honoris)
Ipse suos gemitus foliis inscribit, et AI AI
Flos habet inscriptam, funestaque littera ducta est.
Ovid. Metam. XIII. aus 389 — 397.
„Ne quisquam Aiacem possit superare nisi Aiax.“
Dixit (Aiax) et in pectus letalem condidit ensem
— rubefactaque sanguine tellus.
Purpureum viridi genuit de caespite florem,
Qui prius Oebalio fuerat de vulnere natus.
Littera communis mediis pueroque viroque
Inscripta est foliis, haec nominis, illa querelae.
Plin. XXI, 38. Hyacinthum comitatur fabula duplex luctum prae-
ferens, eius quem Apollo dilexerat aut ex Aiacis cruore editi, ita
discurrentibus venis ut Graecarum litterarum figura Al legatur
inscriptum.
Lucian. Qewv diaXoyoi. 10. ymI utto tov alfiavog (sc. ^YayJvS'Ov)
TO avS-og avadovvau ttiv yrjv eTtolr.oa r,6iarov, ytai evard-loTaxov
> « / C / 3/ ' \ / '3/ 3
av^ecov CLTtavTcov, en vml ygaf-if-iava tyov EJtaiaLovTa toj vs'äqcu.
Pausanias I. 35. 4. Xtyovoi de 0/ tzeqI ttjv ^aXafiuva olv.ovvveg
ajtod'avovTog ^ictvTog t6 avd^og ev ttj yfj 0(pL0L tote cpavrjvai
TTQMTOV' XeV'YOV EOTIV, VrtEQVd^QOV YQLVOV VMi aVTO IXaGOOV, YmI
Ta g)vXXa, yQaf.if.iaTa öe etceotlv oia Tolg vaYUv&oig ymI tovtqj.
II- 35- 5- nXh.ovTaL de ol OTE^avoi ocpiotv ek tov avd'ovg
b YmXoVOLV 01 TaVTT] YOGf.lOGdvdaXoV VCCYUVd^OV EflOL doY.£lV OVTa
Y.ai fLieyE&EL ymI XQoa : etcegtl de 0/, ymI Ta etzI tlo ^q'^vco ygdfifiaTa.
Isid. etym. XVII. 9. 15. Hyacinthus purpureum traxit autem nomen
a puero quodam nobili, qui in saltibus inter purpureos flores repertus
est interfectus, deditque nomen herbae puerilis funeris Casus.
Der jetzige Gattungsname Hyacinthus ist von dem Sortnamen
H. orientalis ausgegangen. Welche Pflanze die Alten unter H. ge-
meint haben, weiß man nicht recht. Es kommen dieserhalb in
Betracht Iris germanica und foetidissima, Gladiolus communis, var.
triphyllus und Gl. byzantinus, Delphinium Aiacis, aber auch H.
orientalis selbst. Die Farbe der H. -Blüte wird von den alten Schrift-
stellern verschieden angegeben, rot, blau und weiß. Möglich, daß
87
sie nicht bloß eine Pflanze mit H. bezeichneten. Nach der ge-
wöhnlichen Darstellung ist H. mit Blumenzeichnungen, d. h, Saft-
malen versehen. Dieser Umstand, der für unsere Hyazinthe nicht
zutrifft, wohl aber für die anderen erw^ähnten Pflanzen, hat die Ver-
anlassung zu den folgenden Sagen gegeben. Die Blume sei aus dem
Blut des Ajax hervorgegangen und der Blüte das Monogramm AI
als Zeichen der Wehklage aufgeschrieben. — Nach der verbreiteteren
Sage ist die Pflanze aus dem Blut des von Apollon geliebten und
aus Unvorsichtigkeit getöteten Jünglings Hyakinthos hervorgegangen.
Der Gott habe die env’ähnten Zeichen der Wehklage der Blüte auf-
geschrieben; man deutete aber die Blütenzeichnungen auch als Y.
als die Anfangsbuchstaben von '^Yavuvd'og und '^TtoXkLOV. Dem
entsprechend wird der Name H. von Y. und v^iv (von 'alvovv
tragend) und für av9-og Blume, abgeleitet. H. hieße demnach
so viel als: die Blume, die das Monogramm Y. A. trägt. — Nach
anderer Ansicht hat sie ihren Namen deshalb, weil sie zur Zeit der
Hyakinthien, eines spartanischen Festes, blüht, das zu Ehren von
Hyakinthos gefeiert wurde. — Nach dritter Meinung ist der Name
von vsTog Regen abzuleiten, da H. zur Zeit des regnerischen Früh-
jahrs blüht. — Daß H. auch einen Edelstein bezeichnet (vergl. Plin.
und sp griech. Dichter), ist als eine sekundäre Bildung aufzufassen.
ä. Hyazinthe. — Am Naheufer Borrenälche = Bodennägelchen, da sie
den Nägelchen (Syringenblüten) ähnlich sieht und duftet, aber nahe
dem Boden ihre Blüten entfaltet; vergl. griech. xf^uai-fJ^riXov, s. unter
Anthemis.
f. Hyacinthe — Jacinthe.
e. Hyacinth.
n. Hyacint, ohne h am Ende, ist ein etymol. Fehler, vergl. umgekehrt
hierzu die falsche Schreibweise Amaranth, von Amarantus.
Hydrocharis.
^^Ydgoxccgig ist die scherzhafte Bezeichnung eines Frosches aus der
sog. homerischen Batrachomyomachia. Der Name, der aus vöcoQ, Wasser
und xaiQto sich freuen gebildet, wurde in späteren Zeiten auf die
Wasse]j)flanze übertragen.
d. Kleine Nixblume, s. unter Nymphaea — Froschbiß. Das nierenkreis-
förmige Blatt scheint wie ausgebissen. Die frühere lat. Bezeichnung
morsus ranae besagte dasselbe.
f. Mors de grenouille, desgl- — Morrene, aus morsus ranae kon-
trahiert.
e. Frogbit.
n. Kikkerkruid = Froschkraut.
Hydrocotyle,
von vdtOQ Wasser, da es eine Wasserpflanze ist, und yiOTvh] in der
Bedeutung Schale, Gefäß. Die runden und in der Mitte konkaven
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Blätter gleichen einer Schale; event. von -/.OTvXij in der Bedeutung
Nabel, wegen der kreisrunden, in der Mitte gestielten Blätter.
d. Nabelkraut.
f. Ecuelle d’eau = Wasserschale.
e. Penny-wort = Pfennigkraut, vergl. Lysimachia nummularia.
n, Watemavel.
Hyoscyamus, voGyivafiog.
Aelian., hist. nat. anim. Herba quaedam ex eo nominata, quod eius
pastu resolvantur et convellantur apri. Thes. Graec. Ling. VIII. 102.
Ableitung von vg Schwein und y,vafj,og Bohne, mit der es eine ziem-
lich entfernte Ähnlichkeit hat. Schweinebohne, weil die Schweine
von ihrem Genuß sterben, oder im wegwerfenden Sinne vor Bohne
gesetzt, vergl. Roßkastanie, Meerrettich, Hundsveilchen, s. auch unter
Myrica.
ä. Bilsenkraut, vergl. die im Diosc. Text eingeklammerte Bemerkung,
daß die Gallier die Pflanze ßLXivovvzia nannten, vergl. ferner den
russ. Namen bjelna und poln. bielun, wahrscheinlich von einer Wurzel
bal, die töten heißt, wegen der Giftwirkung der Pflanze, abzuleiten. S.
unter frz. — Zigeunerkraut, desgl.
/. Hennebane, eine skandinav., durch die Normannen importierte Be-
zeichnung, vergl. den engl. Namen. Er bedeutet Hennenbann, d. h.
Hennentod, Hühnertod. — Mort aux poules, desgl. — Herbe de
St, Apolline: Apollo wird gegen Zahnschmerzen angerufen, und Bilsen-
kraut wird, wie aus Diosc. IV. 69. hervorgeht, gegen Zahnschmerz
angewandt. de QiCa (xez o^ovg expr^S^elöa odovvaXyiag IötI
dLd'/.XvOfÄa. (Apollo galt überdies auch ebenso als Todesgott wie der
keltische Sonnengott Beal; von beiden hat das giftige Kraut Namen
erhalten. Vergl. Hom. Ilias I. 10. vovoov dvd öTqaTOv (Lqoe
oXeKOVTO de Xaol. Homer unterscheidet überdies noch Apollon
von Helios, vergl. auch über Paeon unter Paeonia.)
e. Henbane, ags. henn, deutsch Henne, Huhn.
n. Bilzenkruid.
Hypericum, v7zeQL%ov,
von vTto unter und eger/^rj Heide, da es unter der Heide wächst,
oder von VTceq über und eixcov Bild, Vorstellung, da die Heilkraft
des Krautes über alle Vorstellungen erhaben sei.
d. Johanniskraut, zu Ehren Johannis des Täufers genannt, auf den sich
die Namen vieler gelbblühender Pflanzen übertrugen, die früher Donar
geweiht waren. Es beginnt um die Johanniszeit, 24. Juni, zu blühen.
Bei Hamburg heißt es wegen der Heilkräfte: Gottes Gnadenkraut.
Zur Entstehung des Namens Blutblume kommen zwei Momente in
Betracht, vornehmlich wohl die Rotfleckung der älteren Blätter, dann
aber auch der rote Saft, der sich aus seinen Blütenknospen ausdrücken
läßt. — Das Kraut vertreibt böse Geister, daher im Schlesischen
89
Jageteufel und in der Schweiz Hexenkraut genannt. Aus der Pflanze
wird ein Schnaps gegen Leibweh gemacht, daher in Dietmarschen
Leibwehblume genannt. In Böhmen wird sie unter dem Namen
Kreuzkraut gegen Kreuzschmerzen benutzt. Die Öldrüsen lassen die
Blättchen wie durchlöchert erscheinen, daher der Name „Tausend-
loch“. Über den Namen Hartheu, vergl. unter den niederl. Namen,
y. Mille pertuis = Tausendloch, desgl. norm. Herbe ä mille trous. Herbe
aux voituriers. Herbe aux militaires, Reisenden- und Soldatenkraut:
da es als Wundkraut diesen besonders dienlich, event. auch deswegen
so genannt, weil es häufig an Wegen wächst; vergl. Traveller’s-joy
(Clematis) und Speedwell (Teucrium). — Herbe de St. Jean: Jo-
hanniskraut. — Chasse- diable = Jageteufel.
e. St. John’s-wort.
n. Hertshooi = Hirschheu, da es eine gute Äsung für das Wild ist.
Daher der deutsche Name Hartheu. — Jaag den duivel. — St.
Janskruid.
Hypochoeris.
Ableitung von vrto unter und yoiqoo, Schwein, ein Kraut, das man
den Schweinen zum Fressen vorwirft, oder wie VTcaqvo(^^ von xrtu
unter und aQr(v Lamm, das säugende Lamm genannt wird, so vtto-
XOiQig das milchende Schwein. Hypochoeris, eine milchende cichorien-
artige Pflanze, hieße demnach so viel als: Schweinemilch, d. h. in ähnl.
Sinne wie Roßkastanie, Hyoscyamus, Meerrettich usw. „unechte“ Milch.
d. Ferkelkraut. — Wie ist der Name „Kosten“ zu erklären?
f. Porcelle = Ferkel.
e. Cat’s-ear, Katzenohr, wegen der behaarten Blattform einer Art. —
Hypochoere.
71. Biggenkruid = Ferkelkraut.
HyssopuSj vGGLOJtog.,
von vg Schwein und tuxp Gesicht, wegen der einem Schweinekopf ent-
fernt ähnlichen Labiatenblüte. Mit der hebr. benannten Pflanze
Ezob, Ezab hat sie nur den Klang des Namens gemein, Ezob soll
jedoch eine ganz andere Pflanze sein.
d. Ysop, zu Josephli, Seppli assimiliert.
f. Hyssope.
e. Hyssop.
71. Hyssop.
I.
Ilex.
Isid. XVII. 7. 26. Ilex ab electo vocata. Huius enim arboris fruc-
tum homines primum ad victum sibi elegerunt.
Unter Ilex verstanden die Alten Quercus ilex, deren Früchte zum
Essen „electi“: ausgewählt wurden, woher dieser Eichenart der Name
90
Ilex wurde. Auf unsere Gattung wurde der Namen wegen der Ähn-
lichkeit der Blätter der Stechpalme mit denen der env^ähnten Stecheiche
übertragen. — Nach anderer Erklärung ist Ilex dasselbe Wort wie
griech. 0{XL%a^ der auch fxlXa^ genannt wurde. Unter diesem
Namen verstand man jedoch die verschiedensten Pflanzen: die Eibe,
eine Eichenart, ein Schotenge wächs und eine Convolvulusart. Welches
gemeinsame Moment diesen gleichnamigen Pflanzen zugrunde liegt
und ihre Benennung veranlaßt haben mag, ist schwer zu eruieren. —
Nach dritter Erklänmg wird Ilex mit dem hebr. elon, worunter man
eine Eichenart verstanden hätte, in Beziehung gebracht.
d. Stechpalme: wegen der stechenden Blätter und der Verwendung
statt Palmzweige. — Hülsenstrauch, Hülsdorn, Kiesebusch, Klose-
busch; wahrscheinlich sind diese Namen miteinander verw'andt und
mit lat. culmen in Beziehung zu bringen, das Spitze bedeutet. Die
Namen hätte die Pflanze also wegen der stechenden Blätter erhalten.
f. Houx, s. unter Hülsenstrauch.
e. Hoily, desgl., oder aus holy tree: heiliger Baum, weil seine Zweige
und Blätter zur Weihnachtszeit als Kirchenschmuck benutzt werden.
Gael. : cuillon, irländ. cuilleann, corn. celin, breton. kelen, ags. ho-
legen weisen auf die unter Hülsenstrauch gegebene Erklärung.
71. Hulst.
Illecebrum,
von illecebra, die Anlockung; urspmnglich wohl der Name einer
besonders schönen oder stark riechenden Pflanze, Eigenschaften, auf
die die jetzige Gattung keinen Anspruch erheben kann.
d. Knorpelkraut. Die Kelchblätter sind membranös und zäh, ebenso
wie bei dem nächsten Verwandten Scleranthus, der daher den Namen
erhalten hat. Knorpelkraut wird überdies auch Sedum acre, wegen
seiner fleischigen Blätter, genannt.
f. Illecebre.
e. Illecebrum.
n. Hardkelk: Hartkelch.
Tmpatiens,
zu deutsch ungeduldig, empfindlich, da die Samenkapsel bei der
geringsten Berührung zur Zeit der Reife aufspringt und die Samen
weit wegschleudert. Hierauf beziehen sich die sämtlichen Namen;
vergl. I. noli (me) tangere = I. wolle (mich) nicht berühren.
d. Springkraut. Rühr mich nicht an. — Hüpferling. — Westböhm.:
Huppemannl und oberösterr. : Altweiberzom, Kikrihahn.
f. Balsamine sauvage : wilde Balsamine. Die Balsamine, von ßalloj :
werfen und semen: Samen, ist die nächste Verwandte und hat die-
selbe Eigenschaft. — Impatiente — N’y touchez-pas = Berührt da
nicht! — Herbe de Sainte Catherine = St. Katharinenkraut; das
Kraut ist der heil. Katharina von Alexandrien geweiht, die das Rad,
tv 0;.
91
auf das der Scherge sie bringen wollte, in Splitter zerschellen ließ.
— La merveille: das Wunder.
e. Impatience — Balsam — Touch -me -not: Rühr mich nicht an!
71. Springzaad — Kruidje-roer-me-niet.
Inula^ eXevLov.
PI. XXI. 33. Helenium e lacrimis Helenae dicitur natum et lauda-
tissimum ideo in Helene insula.
Von Korb, wegen der korbförmigen Kompositenblüte, oder
von \vato, reinigen, wegen der medizinischen Wirkungen. — Der
Sage nach soll das Kraut aus den Tränen der Helena entstanden
sein und daher den Namen haben.
d. Alant.
f. Aunee.
e. Inule.
n. Alant — sämtliche Namen aus dem Lateinischen,
Inula vulgaris, s. conyza,
gewöhnliche Inula. Betreffs conyza vergl. Diosc. HI. 126. y^ovvQa —
xat ycovwTcag aneXavveiiy). Es vertreibt Ungeziefer, der Name
also wohl von ywvwip = culex, pulex usw. : der Name irgend eines
Insekts — Abi. ev. von yiovvCa, Krätze, als Mittel gegen diese —
oder von xcwg, Staub, da die rauhblättrige Pflanze wie bestäubt aus-
sieht oder sich leicht mit Staub bedeckt.
d. Dürrwurz, wegen der holzigen, zu nichts nützen Wurzel, daher auch
Dummeijan genannt. — Ruhrkraut: gegen die Ruhr. — Flohkraut:
daher auch einst Pulicaria genannt.
/. Herbe aux mouches: Mückenkraut. — Herbe aux puces: Plohkraut.
e. Ploughman’s - spikenard : des Pflügers Spikenard. Unter Spikenard:
Nardus spicata verstand man ein wohlriechendes Öl. Inula vulgaris
wird so genannt wegen des aromatischen Geruches seiner Wurzel.
71. Donderkruid: wie viele goldgelb blühende Pflanzen, dem Donner-
gott geweihtes Kraut. — Auch Sedum wird Donnerkraut genannt; es
blüht ebenfalls goldgelb und wird auf Häusern und Torpfosten gegen
Blitzschaden angepflanzt.
Iris, iQLg.
Diosc. 1. I. a7Td uiv rrjg yctT ovqavov Ifxcpeqeiag (Lvof^iaaiai.
Plin. XXL 20. Iris floret versicolori specie, sicut arcus caelestis, unde
et nomen.
Isid. etym. XVII. 9. 9. Iris a similitudine Iris coelestis nomen
accepit.
Von iris, iqig, Regenbogen, wegen der Buntfarbigkeit seiner Blüten
— oder, da auch Iqlg geschrieben, von einer vermutlichen Form '^Qig,
die von tiq, Frühling abzuleiten wäre, also Frühlingsblume, da sie im
Frühling blüht; vergl. unter Hyadnthus.
92
d. Iris, Schwertel, Schwertblume, s. unter Gladiolus.
f. Iris. — Grande laiche, auch liage, beides von lier, da man die
Blätter zum Binden benutzen kann. Vergl. unter Carex. — Fleur
de Luce, aus Fleur de Louis, Ludwigsblume, da Ludwig VII. von
Frankreich, bevor er den Kreuzzug an trat, die Iris als heraldisches
Emblem wählte. — Fleur de lis, Lilienblume, volksetymologisch aus
vorhergehender Bezeichnung ent standen, oder aus Vergleich mit der
der Iris nahverwandten Lilia.
e. Iris. — Lily-flower. — Roast-beef plant, nach dem Geruch der zer-
riebenen Blätter.
71, Lisch.
Isatis^ löcciLQ.
Caesar V. Bellum Gallicum 14. Omnes vero se Britanni vitro in-
ficiunt, quod caeruleum efficit colorem.
Vitruv. architect. VII. 14. Item propter inopiam coloris indici
cretam, selinus iam aut annulariam vitro, quod Graeci Igcctiv
appellant, inficientes, imitationem faciunt indici coloris.
Diosc. II. 215. ^loaxLg, ^ o\ ßacpslg xQwvTai,
Plin. XX. 24. und 25. Lactucae sponte nascentis primum genus est,
quam caprinam vocant, alterum est genus quod Graeci caesipon
vocant, tertium iodriv vocant, quarto infectores lanarum utuntur.
Galen. Z. IX. 6. ^lodzLg rj j^iev ^uegog, ol ßaq)elg
loaTtg von loduo, gleichmachen, da die Pflanze als Färbemittel
diente — oder von läa&ai, heilen, wegen der Heilwirkungen.
d. Waid.
f. Guede, gu tritt häufig für w.
e. Woad.
71. Weede. Ursprung dieser miteinander verwandten Namen ist vom
lat. vitrum, womit sowohl das Glas wie der Waid benannt wurden;
vitrum seinerseits verwandt mit lat. viridis, grün, da das Glas der
Alten stark eisenhaltig war und daher grün aussah und der Färber-
waid grünblau färbte. Das tertium comparationis wäre also die
grüne Farbe.
Isnardia,
nach A. D. d’Isnard, Prof, zu Paris, f 1724.
d, Heusenkraut (?).
f. Isnardie.
e. Marsh Ludwigia = Sumpf-Ludwigia, eine Wasserpflanze, benannt
nach dem Leipziger M. C. S. Ludwig.
71. Waterlepeltje = Wasserlöffelchen, wegen seiner elliptischen Blättchen.
93
J.
Juglans.
Varro, lingua lat. IV. Juglans. haec glans optima et maxima, ab Jove
et glande Juglans est appellata.
Isidor, etym. XVII. 7. 21. Hane alio nomine Latini iuglandem
vocant, quasi Jovis glandem. Fuit enim heac arbor consecrata Jovi.
Juglans: aus Jov-(pater): Juppiter und glans: Eichel: Frucht „Juppiter-
fruchF‘. Der Baum war wegen seiner Schönheit dem Jupiter ge-
weiht.
d, Nußbaum: Nuß, lat. nux, wird mit nocere: schaden in Beziehung
gebracht, da der Geruch der Nußbaumblätter Kopfschmerzen macht.
Doch ist diese Erklärung wohl schon deshalb nicht zutreffend, weil
man unter Nuß ursprünglich die eßbare Frucht der Haselnuß ver-
stand. Andere Erklärer bringen Nuß mit ahd. niczan, schlagen in
Verbindung, da die Frucht vom Baume herabgeschlagen oder zum
Essen aufgeschlagen wird. — Walnuß: welsche Nuß: sie stammt
aus Kaschmir und wurde über Frankreich und Italien, welche ro-
manischen Länder als Welschland bezeichnet werden, nach Deutsch-
land eingeführt.
f. Noyer: Nußbaum.
e. Walnut.
n. Noteboom: Nußbaum — Wallnoot — Okkernoot. Ok(k)er aus
noker, frz. noyer, lat. nucarius: Okkernoot ist also ein Pleonasmus.
Juncus,
von iungere binden: wegen der Verwendung der Pflanze.
d. Binse: von binden. — Simse, Sembde verwandt mit dem got. Stamm
siman: binden, vergl. d. sammeln,
y. Jone: aus dem Lat.
c. Rush, norm, reuche: vom kelt. ru: frz. ruisseau: Bach: wegen des
Standortes. Oder verwandt mit Rohr und Riet, s. dieserhalb unter
Carex und Phragmites.
n. Bloembies: Blumenbinse: die Ährchen stehen auffallend seitlich aus
den Halmen heraus. — Rusch.
Juniperus.
Isid. etym. XVIL 7. 35. Juniperus Graece dicta, sive quod ab
amplo in angustum finiat, ut ignis, sive quod conceptum diu teneat
ignem. nvq enim apud Graecos ignis est.
Isidor glaubt, daß in Juniperus der Begriff revq enthalten sei, weil
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Das J. Holz das Feuer lange anhält oder weil der pyramidenförmige Wuchs
wie ein Feuer aussieht, das sich ja auch nach oben verjüngt; vergl. d.
Feuerbaum, ein Name, der abgesehen von der Verwendung des Strauchs
vielleicht auch wegen des roten Kernholzes gewählt sein kann. — Nach
anderer Erklärung ist Juniperus von iunix: Kuh und parere: gebären
abzuleiten, da man den Kühen die Früchte gegeben hätte, um die Ge-
burt zu erleichtern. — Nach dritter Erklärung von iuvenis, das nach Ovid
auch Mädchen bedeutet, und parere gebären, um so mit Juniperus ein
Abortivum anzudeuten. Doch dürfte diese Erklärung aus zwei Gründen
nicht zutreffen, da J. sabina, auf die sich jene Wirkung bezieht, von den
Römern nicht Juniperus, sondern Sabina genannt wurde und Juniperus
communis durchaus keine abortive Wirkung hat. — Jedenfalls dürfte die
Erklärung, die Boerhave in seinem Hortus Amstelodamensis gibt, die
zutreffendste sein: Nomen a iunior et pario, quasi iunior pariens,
quia haec arbor novos fructus parit, dum aliae baccae maturescunt:
also von iunior: jünger und pario: gebären, da die jüngeren grünen
Früchte gezeitigt werden, während die alten schwarzen noch am
Strauch hängen. Vergl. Plin. XVI 44. Novusque fructus in his
cum annotino pendet. — Als fünfte Erklärung sei diejenige gegeben,
die Juniperus mit kelt. jeneprus: rauh, herb, wegen der starren Nadeln
und des herben Geschmackes der Frucht in Verbindung bringt. —
Die griech. Bezeichnung aQ/.evd^ig ist auf agäv „Ver-
wünschung in sich fassen“ zurückzuführen und hieße demnach soviel
als verfluchter Strauch: wiegen der stechenden Nadeln, des düsteren
Aussehens oder weil man ihn für giftig hielt.
Juuiperus communis,
gewöhnl. Juniperus.
d. Wacholder, zurückzuführen auf wach, in der Bedeutung lebendig,
fortgrünend, und das ahd. trä (engl, tree), Baum. Wacholder hieße
also soviel als Lebensbaum, wegen seiner immergrünen Nadeln, tat-
sächlich wird er auch zuweilen als Lebensbaum bezeichnet. Ganz
ähnlich wie Wacholder lauten die mhd. und ahd. Namen. Im
Schwäbischen wird er Wächeltr, im Mittelniederdeutschen Wachandel
genannt. Aus Wachandel ging durch Metamorphose von W in M
das plattdeutsche Machan(d)el hervor (vergl. Dialekt: mir für wir).
Machandel ist in Ostfriesland und der Lüneburger Heide die ge-
bräuchlichste Bezeichnung. Vielleicht daß Machandel wiederum ver-
wandt ist mit dem russischen Mazzelnik (z wird wie das frz. j aus-
gesprochen). Die deutsche Dialektform Sachandel soll aus Wacholder
verderbt sein. Das gleiche wurde von dem oberschlesischen Jach-
andel behauptet. Doch glaube ich nicht, daß es sich hier um eine
korrumpierte Form handelt, sondern daß jach (vergl. frz. gaie) munter
bedeutet und somit ein Analogon von wach ist. Wach und jach
ist wiederum gleichbedeutend mit quick: lebend, frisch (vergl. er-
quicken). Daher die norddeutsche Bezeichnung Queckholder, das
Osnabrücker Quakelbusch und das angelsächsische quicbeam. Schließ-
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lieh sei noch das schweizerische und alemannische Reckholder er-
wähnt, dessen reck (vergl. regsam) ebenfalls mit jach, wach und
queck gleichbedeutend ist.
Von dem altslawischen kaditi (böhm. ebenfalls kaditi, poln. kadzuc),
räuchern stammt die slaw. Bezeichnung kadik (böhm. und poln.).
Desgl. gebräuchlich in den Ostseeländem von Narwa bis Danzig, im
Litauischen, Lettischen und Estnischen mit Variationen wie Kaddak,
Kaddie, Kadagys und Kaddakas. Im Finnischen heißt der Wacholder
Katachu, auch das lappländische Gaskes dürfte die erwähnte Ety-
mologie haben.
Verbreitet ist ferner die Bezeichnung Kranwit mit ihren Modi-
fikationen, z. B. Kramwit, Kraewetbaum und Kranatbaum. (Letzteres
durch Assimilation zu Granatbaum.) Das Wort ist entstanden aus
ahd. chrana Beere (vergl. lat. granum) und witu Holz (vergl. engl,
wood) oder aus kran und wit: kran bedeutet im Ags. und noch
heute im Schwed. Kranich. Kranwit hieße also Kranichholz, weil die
Kraniche die Wacholderbeeren bevorzugen sollen. Die Anregung zu
diesbezüglichen Untersuchungen ist leider unberücksichtigt geblieben.
Österr. Kranawetstaude, siebenbürg. Kronewet, Tirol Kranawitter,
illyr.-slaw. granawencha, Waldeck. Kranbaum. Kannikbaum ist wohl
als IMischform zwischen den slaw. und österr. Bezeichnungen zu er-
klären. Der (Krammetsvogel oder die Wacholderdrossel, die von
den Beeren sich nährt, hat daher ihren Namen bekommen.) Die Be-
zeichnung Knirk ist verwandt mit Knick, den niedrigen Hecken, die
um die holsteinischen Triften als Abgrenzung angebracht sind, ebenso
mit Knirps. Knick besagt also etwa soviel als niedriges Gesträuch;
oder es ist verv^andt mit knirren, knistern, wegen des Prasseins seines
Holzes im Feuer. — Dexenstaude: unter Dexen versteht man noch
heut ein der Umgegend von Erlangen, wo auch ein Dexendorf existiert,
Eidechsen. Doch haben weder ich noch andere Beobachter, die dem
Wacholder besonderes Interesse geschenkt haben, selbst an sumpfigen
Standorten, unter diesem Strauch jemals Eidechsen oder andere Rep-
tilien und Amphibien gesehen. Schreibt doch auch ein lat. Kommen-
tator im Thesaur. Graec. : eins enim odorem omnia reptilia aversantur.
Oder man versteht unter Dexen allerhand schädliche Tiere, wie In-
sekten, die durch das Verbrennen von Wacholder fortgetrieben werden.
Oder endlich es liegt in dem Begriff Dexen unser Dexel = Teufel,
also Teufelsstaude; s. diesbezügl. unter aqy.iivd'lq, event. auch ver-
wandt mit Taxus, mit dem er gewisse Ähnlichkeit hat. Auch Stech-
baum wird in Schlesien der „stachlige Geselle“ genannt. Steckholder
heißt er wohl im Gegensatz zu Holunder, wegen seiner stachligen
Nadeln. Der Holunder wird vom Laien häufig mit Wacholder ver-
w^echselt, w^oher die fälschliche Schreibweise Wachholder kommt.
Einbeere und Enebeer heißt der Strauch wegen seiner einzelnstehenden
Beeren, vergl. jedoch hierzu unter dem n. Abschnitt. — Tannbeeren,
Tann vielleicht im Sinne von dunkel, vergl. unter Abies, wegen der
schwarzen Beeren — oder weil sie im Tannengehölz wachsen, oder
96
wegen einer gewissen Ähnlichkeit des Wacholders mit der ebenfalls
dunkelgrünen Tanne. Betreffs der Bezeichnung Wegbaum vergl.
eine Sage, die zwischen Bremen und Hamburg in den Löhbergen
geht, wonach der Wacholder als Wegweiser von Soldaten zur Zeit
des dreißigjährigen Krieges in jenen Partien der Lüneburger Heide
gepflanzt worden sei. Herr Emil von der Ah^ dem ich diese Mit-
teilung verdanke, erklärt die Sage als retrospectiv entstanden, in-
dem man sich Wacholder als Weghalter gedeutet habe. Tat-
sächlich fand ich in einem Buch, das zur Zeit des dreißigjährigen
Krieges gedruckt war, die Bezeichnung Wegholder. Doch sind dies
wie der Name Wegbaum sicher nur Assimilationsverstümmelungen
aus Wacholder, der allerdings auch an Wegen häufig anzu-
treffen ist.
f. Genevrier. Das lat. Juniperus war die Stammform der romanischen
Bezeichnungen, span, enebro, ital. genepro, portug. zimbro. Prince
L. L. Bonaparte hat unter dem Titel Roncesvalles et Juniper in
Basque Latin et Neolatin (The Academy. 17. Juli 1880, No. 428,
pag. 45) mehr als hundert Dialektbezeichnungen jenes Sprachen-
komplexes gesammelt, die sich fast sämtlich auf juniperus zurück-
führen lassen. Aber auch in dem germanischen Sprachstamm irra-
diierte die lat. Grundform, vergl. das
e. Juniper und das
71. Jenever, Geneverstruik [und das dän. und schwed. en(e)trä, und en-
bärträ; auch „soll“ das poln. jalowiec mit Juniperus verwandt sein]. Das
holländ. Wort „Dammerenhout“ (hout = Holz) ist verwandt mit „dämm-
rig“. Herr van Dokkum- Utrecht, der mir diese Etymologie gab, stützt die
Erklärung auf ein Zitat Boerhaves: „Indien iemand lang vertoeft of
slaapt onder de jeneverstruik, dan wordt hij door de atmospheer als
iemand, die te veel wijn heeft gedronken.“ Im Gegensatz hierzu
steht eine Aussage Konrads von Megenberg, Buch der Natur, 15. Jahr-
hundert: „ — das der Kramet helff für der Gelieder müden und
darumb so etlich müd werden, so schlaffen sy unter des Baumes
schatten.“ Da nun der sehr giftige Same von Daphne Mezereum
bei uns Damersamen genannt wird und Dam(m)er(en)hout auch
Damnerenhout geschrieben wird, ist eine Ableitung von dem lat. da-
mnum, Schaden annehmbar und ist die Erklärung hierfür entweder darin
zu suchen, daß man ihn als schädlich oder „gegen den Schaden“ betrach-
tete. Vergl. Diosc. I. 103. ''Aq'A^vd'og Sv^LOJfxevai re öico-
ytovotv. O Se tvolwv TtQog ra Ttivoi^ievog. Plin.
24. 36. Accensa serpentes fugat. Sunt qui et perunguant corpus
e semine eins in serpentium elictus. Plinius preist ihn als Mittel gegen
Schlangen und Schlangenbisse. Vielleicht, daß auch auf diese Weise
das erwähnte „Dexenstaude“ zu erklären ist. — Zu «. Vrakelbessen
und Kwakel vergl. Wacholder und Queckholder. — Lammerenhout,
Lämmerholz, weil es auf der Heide, wo die Lämmer weiden,
wächst, vielleicht aus Dammerenhout assimiliert.
97
Juniperus salbina.
Diosc. I. 104. Bqcc&v, e'f-ißQva ts %axa07ta.
Plin. XVI. 53. Herba sabina. Harum arborum generi non ded-
dunt, oleae etc. et, quam vis herba dicatur, sabinae. Plin. XXIV. 61.
Herba sabina, brathy appellabatur a Graecis, partus emortuos ad-
posita extrahit et suffita.
Galen. Z. 11. 15. Bqad'v. xal za ^wvva zcov ifLißgvcov ÖLacp^elgei
za veytga d E/.ßdXX€i.
Nach der bei Rom gelegenen Sabinerlandschaft genannt, wo J. s. be-
sonders häufig anzutreffen war: Herba Sabina: Sabinerkraut. J. sab.
= Sabinischer Juniperus.
d. Sebenbaum, verderbt aus Sabina. In Kärnten und im Salzburgischen
assimiliert zu Segenbaum, in der Eifel zu Siebenbaum, Wegen seiner
Abortierwirkung Jungfernpalme, Kindermord, Mägdebaum, im Sieben-
bürgischen „verbodden Baum“ genannt.
f. Sabine.
e. Savin.
n. Zevenboom: Siebenbaum s. oben.
K.
Koeleria,
nach G. L. Koeler in Mainz, hat zur Zeit Napoleons gelebt und
über die Gräser Deutschlands und Frankreichs geschrieben.
d. Ritschgras (?), vergl. unter Carex.
f. Keulerie.
e. Koeleria.
n. Scherpgras, wegen des rauhen Halmrandes Schorfgras genannt.
L.
Lactuca.
Varro, ling. lat. IV. Vernacula Lactuca a lacte, quod olus id
habet lac.
Diosc. II. 164. Qgida^ ^fuegog yaka'Azog A,ctzaGTca(ZzivA{,
Plin. XIX. 38. . . et ideo lactucis nomen a lacte.
Palladius II. 14. Lactuca dicta est, quod abundantia lactis exuberet.
Isidor. XVIL 10. ii. Lactuca dicta est, quod abundantia lactis
exuberet, seu quia lacte nutrientes feminas implet.
Von lac, Milch, wegen des milchigen Saftes der Pflanze. Daß ihr Ge-
nuß die Muttermilch reichlicher machen soll, ist wohl eine der Sig-
naturlehre entsprechende Annahme.
Kanngiesser, Etymologie usw.
7
98
d. Lattich, von lactua. Salat, von lat. sal: Salz, weil das Gericht
gesalzen wird.
/. Laitue — Salade.
e. Lettuce — Salad.
n. Latuw — Sla.
Lamium,
von lama, hafiog: Schlund, wegen des Blütenrachens.
d. Saug, weil die Bienen aus der (ihnen besonders angepaßten) Blüte
Honig saugen. — Taubnessel, weil sie nesselähnliche Blätter hat, die
aber taub, d. h. nicht stechend sind.
y. Lamier — Ortie blanche et rouge: weiße und rote Nessel, wegen der
Blütenfarben.
e. Dead-nettle: Totnessel.
71. Doovenetel: Taubnessel.
Lappa.
Plin. XXI. 64. Lappa, quae adhaerescit. XXIV. 68. Philanthropen
herbam Graeci appellant nasute, quoniam vestibus adhaerescat.
nam quae canaria appellata lappa.
Isid. XVII. 9. 66. Lappa dicta quod habeat caulem ingentem per
terram dispositam. (?) Haec herba a Graecis q)LXavd^QC07tog voca-
tur, quod vestibus hominum inhaereat ob asperitatem.
Vergl. ferner unter Galium Aparine.
Lappa wird von Xaßeiv: ergreifen, abgeleitet, wegen der mit Haken
versehenen Samenkapseln, die leicht hängen und „kleben“ bleiben:
daher die deutsche Bezeichnung „Klette“. — Andere bringen Lappa
mit kelt. lapp: Hand, in Verbindung, da sich die Klette wie mit
einer Hand festhält. — Nach dritter Erklärung ist Lappa von XaTtr^,
Schleim: wegen der schleimgebenden Wurzeln abzuleiten.
d. Klette, s. oben.
/. Glouteron, verwandt mit gluten, Kleber, gluant, lat. glutinosus: klebrig.
— Grat(t)eron: von gratter, kratzen. — Oreille de geant: Riesenohr
wegen der großen Blätter. — Bardane: vom spätlat. bardane: Be-
deckung. Man habe die breiten Blätter als Hülle um die Butter
benutzt, damit sie frisch bleibe. Sollte das Wort nicht mit engl, bur-
dock verwandt sein? S. u.
e. Bur, ags. burr, dän. borre, schwed. kardborre. Ursprung vielleicht im
irischen borraim: schwellen, wegen der breiten Blätter — oder ver-
wandt mit ital. borra: deutsch Borste, wegen der stachligen Frucht-
schale. — Burdock: dock, ags. docce ist der Name von vielen breit-
blättrigen Stauden. Ursprung unbekannt; man will es mit dem griech.
davv.og (Daucus) in Beziehung bringen.
71. Klis: Klette.
99
Larix,
Isid. XVII. 7. 44. Larex, cui hoc nomen a castello Laricino indi-
tiim est, ex qua tabulae teguHs affixae flammam repellunt, neque
ex se carbonem ambustae efficiunt.
Doch ist, wie aus nachfolgendem Zitat hervorgeht, Casteilum Lari-
cinum nach Larix und nicht umgekehrt benannt worden:
Vitruv. II. 9. Ea autem materies quemadmodum sit inventa est
causa cognoscere. divus Caesar cum exercitum habuisset circa
Alpes imperavissetque municipiis praestare commeatus ibique esset
castellum munitum quod vocabatur Larignum, tune qui in eo
fuerunt naturali munitione confisi noluerunt imperio parere. itaque
imperator copias iussit admoveri. erat autem ante eius castelli
portam turris ex hac materia altuemis trabibus transversis uti pyra
inter se composita alte, uti possent de summo sudibus et lapi-
dibus accedentes repellere. tune vero cum animadversum est alia
eos tela praeter sudes non habere neque posse longius a muro
propter pondus iaculari, imperatum est fasciculos ex virgis alligatos
et faces ardentes ad eam munitionem accedentes mittere. itaque
celeriter milites congresserunt. posteaquam flamma circa illam
materiam virgas comprehendisset, ad caelum sublata effecit opi-
nionem, uti videretur iam tota moles concidisse. cum autem ea per
se exstincta esset et requieta turrisque intacta apparuisset, admirans
Caesar iussit extra telorum missionem eos circumvallari. itaque
timore coacti oppidani cum se dedidissent, quaesitum unde essent
ea ligna quae ab igni non laederentur. tune ei demonstraverunt
eas arbores, quarum in his locis maximae sunt copiae, et ideo id
castellum Larignum uti materies larigna est appellata.
Unzutreffend dürfte die Annahme sein, L. habe nach den „lares“,
den Hausgöttern, ihren Namen erhalten, weil sie als „Hausbaum“
vor den Häusern angepflanzt worden sei. — Larix wird auch
mit XaQog: wohlriechend, wegen des Harzduftes in Beziehung ge-
bracht. — Nach anderer Erklärung stammt L. von einem aus degeo:
häuten, abzuleitenden ödgi^ her, da der Baum zur Terpentingewinnung
geschält wurde. — Schließlich sei noch die Ableitung vom kelt. lar:
fett, vepeichnet; wegen des Harzreichtums.
d. Lärche; volksetymol. Leerbaum.
f. Lareche — Meleze, verwandt mit lat. mel, griech. piiXi '. Honig, wegen
des Harzgehaltes; oder aus dem griech. f^ieXtrj: Mannaesche: desgl;
eventl. aus mel und lerce kontrahiert. — In der Languedoc sagt man
bloß: mel.
e. Larch.
n. Larkeboom.
Lathraea,
von ?MS^Qalog, verborgen, wegen der unterirdischen Vegetations-
weise.
7*
lOO
d. Schuppenwurz, wegen der schuppigen Stengel.
f. Herbe cachee, verborgenes Kraut. — Amourette, die Frauen ge-
brauchten es gegen die Sterilität. — Herbe ä la matrice = Gebär-
mutterkraut; Madrate wohl verdorben aus matrice.
e. Toothwort, wegen der schuppigen Blättchen, die mit einem Zahn ent-
fernte Ähnlichkeit haben, oder weil es gegen Zahnschmerzen ver-
wandt wurde, „Zahnkraut“ genannt.
71. Schubwortei.
Lathyrus,
von IXavvEiv., treiben, schwellen und Tür, Klappe, weil die
trockenen Hülsenklappen aufspringen.
d. Kicher, vom lat. cicer Erbse, von y.Qiv.og runder Körper oder yqlog
Widder, dem yv als Reduplikation oder im Sinne des Verbums ziw
aushöhlen vorangesetzt ist, wegen der strotzenden Hülse oder des
einem Widderkopf ähnlichen, rundlichen Samens. Aus cicer mit k-
Aussprache des c ist Kicher, mit z- Aussprache Zieser geworden.
Vergl. Kaiser und Zar, beides aus Caesar. — Platterbse, die Frucht
der erbsenähnlichen Pflanze ist abgeplattet.
f. Gesse von vesce (Vicia, s. d.), wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Wicke.
— Pois chiche: Kichererbse.
e. Chick-pea; Kichererbse. Vetchling, vergl. unter dem Frz.
n. Sisser.
Lavandula, .
vom lat. lavare, baden, weil man die Pflanze wegen ihres Wohl- j
geruchs ins Bad tat. i
d. Lavendel. — Spike: lat. spica: Ähre, weil die Scheinquirle eine end- «
ständige Ähre bilden. ^
f. Lavande, |
e. Lavender. 1
71. Lavendel. i
\
Lemna, Uuva, |
vielleicht von Schuppe, wegen der kleinen runden (linsen- ^
förmigen) Schwimmblättchen. J
d. Wasserlinse. — Entengros und Entengries: s. u. j
f. Grenouillee: Froschkraut: weil es im Wasser wächst: früher glaubte j
man, die Frösche würden vegetabile Nahrung zu sich nehmen. —
Canille : von cane = Ente.
e. Duckweed: Entenkraut.
71. Eendenkroos: Entenkraut, vergl. unter Callitriche; vergl. auch die
ostfr. Namen Aantenkrud und Aantengrön. — Waterlinze.
lOI
Lens.
Plin. XVIII. 31. Invenio apud auctores aequammitatem fieri ves-
centibus ea.
Isid. etym. XVII. 4. 5. Lentis vocata, quod humida et lenta est,
vel quod adhaereat humi.
Lens, gen. lentis, verwandt mit lentus: langsam, oder lenis: mild,
sanft, da ihr Genuß gleichmütig mache oder weil sie langsam im
Wachstum ist und sich im Vergleich zu anderen Leguminosen nur
wenig (15 — 30 cm) über den Erdboden erhebt. — Nach anderer
Erklärung verwandt mit Xrivog: Wanne: wegen der Hülsen.
d. Linse.
/. Lentille.
e. Lentil.
71. Linze.
Leoutodon,
von 'kUov'. Löwe und oöovg’. Zahn: Löwenzahn: wegen der Blätter,
die scharf und tief gezähnt sind.
d. Löwenzahn.
f. Liondent, desgl. — Pisse -chien: Hundepisse, verächtlicher Name
der sehr häufigen Pflanze. Vielleicht hat auch die deutsche Bezeichnung
Schißmelde (Atriplex) dieserhalb ihren Namen. — Leontodon hat
mit ihrer nahen Verwandten Taraxacum viele Namen gemeinsam.
e. Hawkbit: Habichtsbiß, wegen der wie ausgebissen erscheinenden Blätter.
71. Hondsbloem: wegen ihrer großen Verbreitung.
Leonurus,
von XUov Löwe und ov^a Schwanz: wegen des langen Blütenschweifs.
d. Herzgespann, gegen Herzspannen, Herzklopfen — Mutterkraut, da
es gegen Mutterleiden gut ist. Mutterkraut heißen viele Pflanzen
aus diesem Grunde: so Matricaria, die echte Kamille. Glaux mari-
tima. Ledum palustre, Artemisia, Alchemilla. Marrubium. Veronica
teucrium, Mellita officinalis usw.
f. Agripaume: agger = Feld; paume = palma = flache Hand: „Feld-
hand“, wegen der Battform.
e. Motherw'ort: Mutterkraut.
71. Hertsgespan.
Lepidium, lemÖLov.
Scrib. Larg. Comp. med. 174. Extra itaque ea sunt imponenda,
quae etiam sana corpora exulcerant ut lepidium.
Diosc. II. 105. A^Ttiöiov. Jvva(.iLg öe egtl tcov cpulXtov Sqi-
elyicoTLA^. oS-ev loxiaöivMv eaziv 87ti7tlaaf.ia ajiivvTLy.cü-
zaTOPj Xeiov gdv hXeviov QiZrj, STCLzid'euevov TCQog Tezagrov
wQag. acpiGir^GL de /ml Xe/tgag.
Plin. XX. 70. Lepidium inter urentia intellegitur. sic et in facie
102
cutem emmendat exulcerando, ut tarnen cera et rosaceo facile sane-
tur. Sic et lepras et psoras tollit semper facile et cicatricum ulcera.
Columella, re rust. X. — herba
Deiectiira quidem fronti data signa fugarum.
Galen. H. XI. 8. yteTzldiov ez rrjg TeraQTiqg iavl rd^cog tcov S'Sq-
jiiaivovTcov, o(J.OLOV TO) VMQÖajLW) YMTa Tr^v oG{,ir^v v.al Tr^v yevGLV
'Aal TrjV dvvaf.iLV VTtaQyov, t^ttov ö avTov ^r^QaivEi
yieTTLÖLOv: Diminut. zu Xercig: Schale, Schuppe, wegen der Gestalt
der Schötchen oder weil sein Saft auf die Haut gerieben diese blasig
macht und abschälte.
d. Kresse, s. unter Nasturtium: Lepidium wie Nasturtium sind als Kruzi-
feren nahe verwandt.
f. Cresson des jardins: Gartenkresse; wird in Gemüsegärten gezogen —
Cresson alenois: von alenes: Pfriemen: die feinen Blätter sind scharf
wie Pfriemen zugespitzt; oder verw. mit haleiner: aus dem Munde
riechen: die Pflanze läßt im Munde einen üblen Geschmack zurück.
e. Cress.
n. Kruidkers — Tuinders von tuin: Garten.
Lepturus,
von 'kETtzog dünn und ovqd Schwanz; wegen der langen, dünnen
Ähre.
d. Dünnschwanz.
f. Lepture.
e. Lepturus.
71. Dunstaart: Dünnschwanz.
Leucoiuni, lEVAoiov.
S. unter Matthiola, einer Kruzifere. L. ist eine Amaiyllidacee und
hat ihren Namen: Kevaov l'ov: weißes Veilchen, wegen der weißen,
duftenden Blüten erhalten.
d. Spork elblume: Spurk, Sporkei ist eine frühere Benennung des
spurigen: d. h. schmutzigen Februar: Sporkelblume = Februarblume,
wegen der Blütezeit. — Märzenbecher: die becherförmige Blüte blüht
auch im März. — Sommertürchen : da sie ein Fmhlingsherold ist. —
Titlose: Zeitlose; bei Göttingen so genannt, da sie noch vor der
gewöhnlichen Blütezeit blüht; s. Galan thus, aber auch Bellis und
Colchis.
f. Niveole: niveus =: schneeig : blüht am Ende des schneeigen Winters
mit weißer Blume.
e. Snowflake: Schneeflocken.
71. Lenteklokje: Lenzglöckchen.
Leyisticum, kiyvGZLAov.
Diosc. III. 51. ^lyvGTL'Aov (fvEzai j^iev ttIeIgtov ev ylLyvQic^, od^Ev
Aal zr^v TtQOGOJVv/iiLav eGyrf/.Ev, ev ztu AaXovuEvco udTZTtEvivto.
103
Plin. XIX. 50. Ligusticum silvestre est in Liguriae suae montibus.
Isidor. XVII. 9. 5. Ligusticum a regione nomen accepit. Nascitur
enim plurimum in Liguria.
Bei Galen XißvOTL'Aov geschrieben, als ob ylLßiri'. Afrika seine Hei-
mat wäre — wahrscheinlich jedoch nach Ligurien genannt, wo es
noch heute als Volksarznei im Gebrauch ist. Die modernen Namen
sind auf Levisticum zurückzuführen.
d. Liebstöckel. — Leberstock, gegen Leberleiden. Assimiliert aus dem
lat. Namen.
f. Liveche.
e. Lovage.
n. Lavas, Lubbestok. — Manskracht: Mannskraft, als vermeintliches
Aphrodisiacum.
Ligiistrum,
von Ligurien, wo der Strauch viel wachsen soll. — Von ligare, binden,
wegen der schmiegsamen Zweige, die zu Flechtwerk verwandt wurden
— oder verwandt mit ligula: Züngelchen, Löff eichen, wegen der Blatt-
form — event. verwandt mit lignum: Holz — oder mit dem homer.
XvyoQ,'. einem Strauch.
d. Liguster — Rainweide: der weidenblättrige Strauch wächst häufig an
Rainen: Ackergrenzen — Hartriegel, s. unter Comus.
f. Troene, verwandt mit breton. draen: deutsch dom, engl, thom.
Dorn: in der Bedeutung Strauch. Liguster selbst hat bekanntlich
keine Domen. Vergl. engl, broom, das eigentlich auch Domstrauch be-
deutet, für den domlosen Besenstrauch. — Nach anderer Erklärung
habe Troene seinen Namen wegen der Ähnlichkeit mit dem Schwarz-
dom erhalten.
e. Privet, prim, primet, primprint: prim bedeutet soviel als schlank; eine
Erklärimg, die auf das zuweilen als Hochstämmchen vegetierende
schlanke L. zutreffen mag.
71. Liguster.
Lilium, leiQiov.
Varro Ling. Lat. IV. Item Latina, Lilium arco Xeiqid.
Isid. XVH. 9. 18. Lilia lactei floris herba, unde et nuncupatur, quasi
liclia, cuius dum candor sit in foliis, auri tarnen species intus effulget.
).eLQLOv wird gewöhnlich Lilium candidum: die weiße Lilie, im Gegen-
satz zu v^qIvov: den andersfarbigen, lilienähnlichen Pflanzen genannt.
Der Name ist abzuleiten von XeiQog: bleich, zart, schön, wegen der
Blüte. — Nach anderen Erklämngen ist XsIqlov verwandt mit kelt.
li: weiß und lat. lac: Milch, wegen der Blütenfarbe. — Von dem
griech. Namen stammt der lat. ab.
d. Lilie.
/. Lis.
e. Lily.
n. Lelie.
104
Limnantliemum,
von Xif.ivrj: Sumpf, Teich und avd^e/nov: Blume: eine hübsche, gelb
blühende Wasserpflanze.
d. Tauche: von tauchen, wegen ihres Standorts in Gewässern; vergl.
niederl. duikelaar (Typha).
/. Limnantheme.
e. Limnanth.
n. Watergentiaan, die Pflanze ist eine Gentianacee.
Limosella^ sc. herba.
Dimin. von dem Adj. limosus: zu limus: Schlamm, wegen ihres Stand-
orts: Schlammkraut.
d. Schlammkraut.
f. Limoselle.
e. Limosei.
n. Slijkgroen = Schlammgrün.
Linaria, sc. herba.
Von linus: Lein, wegen der Blattähnlichkeit.
d, Leinkraut. — Drunt (?).
f. Linaire — Lin sauvage: wilder Lein. — Eperonniere: Spornkraut,
wegen des Blütensporns; vergl. unter Delphinium.
e. Toadflax: Krötenflachs, eine dem Flachs ähnliche, aber unnütze
Waldpflanze.
n. Vlasbek = Flachsrachen, wegen der rachenförmigen Blüte, — Leeuwen-
bek: Löwenmaul; auch Name des nahverwandten Antirrhinum. —
Vlaskruid: Leinkraut — Wilde vlas.
Linum, Uvov, neugriech. XivaQt.
Der Name findet sich in den Sprachen verschiedenster Herkunft.
d. Lein. — (Flachs: hierunter versteht man mehr die aus dem Lein
gewonnenen Fasern: Ableitung von tzMaelv: schlingen, flechten, lat.
plicare: zusammenfalten; oder verwandt mit frz. filasse: von fil: Faden.)
f. Lin. — (Filasse de lin.)
e. Flax. — Unter line versteht der Engländer einen (ursprünglich aus
Flachs gedrehten) Strick.
n. Lijn — (Vlas).
Listera.
Zu Ehren von M. Lister, Arzt und Naturforscher in London, im
17. Jahrh.
d. Zweiblatt, wegen der zwei ovalen, bzw. herzförmigen Blätter.
f. Listera.
e. Twayblade.
71. Tweeblad.
— 105 —
Lithospermuni, hd^caTtegf^wv.
Diosc. III. 148. ^lS^oottequov — exovoa cpvlXa ur/.oa, jcao olq
ö7tiQ}.ia XLO'tüdsQ. — jJuvaj^dv di exei t6 OTcigua uez öi'vov
Xevy.ov ziLvof^ievov Xid-ovg d^QVJtveLv /ml oiqa ayeiv.
Plin. XXVII. 74. Gerit iuxta folia singulas veluti herbulas et in
earum cucuminibus lapillos candore et rotunditate margaritarum,
duritia vero lapidea. ipsi qua pediculis adhaerent cavernulas habent
et intus seraen — bis lapillis drachmae pondere potis in vinö albo
calculos frangi pellique constat.
Ableitung von Stein und a7t£Qf,ia, Samen, wegen der Steinhärte
des Samens — oder weil sein Same mit Wein getrunken die Steine
vertreibt (s. unter Signaturlehre in der Einleitung).
d. Steinsamen.
f. Gremil: granum milii, sein Samen erinnert lebhaft an den von Milium.
— Perliere, sein Samen ist so hart und glänzend wie Perlen. — Herbe
aux Perles.
e. Gromwell, vergl. das frz. Gremil.
n. Parelkruid: Perlkraut.
Littorella, sc. herba.
Dimin. von littoreus, littoralis, am Gestade, am Ufer.
d. Strandling, wächst am Strande von Teichen und Seen.
f. Littorelle.
e. Littorel.
n. Strandbloem.
Lobelia,
nach M. van Lobei, 1538 zu Rijssel in Flandern geboren, später in
London wohnhaft. 1616 t.
d. Spleiße, von spleißen, spalten, wegen der auf einer Seite der Länge
nach gespaltenen Blumenkrone.
f. Lobelie.
e. Lobelia.
71. Lobelia.
Lolium.
Ovid. I. Fast. 691. Et careant loliis oculos vitiantibus agri
Vergil Georgicon. I. 153 — 154. — interque nitentia culta Infelix
lolium.
Plin. XXII. 77. Quin et ipsae frugum pestes in aliquo sunt usu.
Infelix dictum est a Vergilio lolium — — — XVII. 44. Nam
lolium lappasque inter frugum morbos potius quam inter ipsius terrae
pestes numeraverim.
Vielleicht verv^andt mit dokiog^ falsch, unecht: der Lolch wächst
unter dem Hafer und sieht diesem einigermaßen ähnlich — oder
o6
von öoXiog im Sinne von treulos, wegen der giftigen Eigenschaften
der Samen von Lolium temulentum; event. von olkvf.ii töten, ouliog
tötlich.
ä. Lolch, aus dem Lat.
Ivraie: von ivre trunken, s. unter Lolium temulentum. — Herbe ä
la faucille: Sichelkraut, die langen Ähren sind eingekrümmt wie
Sicheln. — Raygrass, Ray wird fälschlicherweise aus Gray, dem
Namen eines engl. Botanikers erklärt, s. jedoch unter e.
<f. Raygrass auch Ryegrass, e — rye = Roggen, also ein Gras, das dem
Roggen ähnlich sieht. — Cockle, vom frz. coque Schale, weil die
Samen in Schalen sind.
71. Raaigras.
Lolium temuleutum,
betäubendes L., wegen seiner Giftwirkung.
d. Taumelloch: taumeln = vor Betäubung schwanken. — Tollkorn. —
Twalm mhd., vergl. holl, bedwalmen = betäuben. — Schwindellolch,
sein Genuß (im Brot) erregt Schwindel.
f. Ivraie enivrante, trunkenmachender Lolch.
e. Daniel, altholl, door, töricht, d. Tor = der Narr, dän. daare, desgl.
schwed. dar betören: event. verwandt mit ndl. tarwe (u. Triticum). —
Dolik, verwandt mit d. toll. — Hondsdravik, z. d. Hundstrespe. Er
ist der Trespe nahe verwandt, aber nicht nur nichts wert, sondern
obendrein giftig, daher die verächtliche Bezeichnung.
Lonicera^
nach A. Lonicer, f 1586, Verfasser eines Kräuterbuchs.
d. Geißblatt, die Geißen fressen es gern. — Heckenkirsche, wächst an
Zäunen, Lauben und Hecken, daher auch der Name: „Je länger, je
lieber'^, seine Beeren sind kirschrot — Zäunling.
f. Chevrefeuille = Ziegenblatt. — Chamecerisier, xa(.iaL am Boden,
cerisier Kirschbaum, vergl. Camomilla.
e. Honeysuckle = Die Blüte läßt die Bienen „Honig suckeln“.
71. Tuinling: tuin = Garten, weil er in Gärten als Laubenzierpflanze
gehegt wird. — Geitenblad. — Kamperfoelie: wegen des starken
Geruchs.
Lotus, hoTog.
Unter Xcozog verstanden die Griechen drei verschiedene Pflanzenabtei-
lungen: Krautartige Hülsenfrüchtler, Obstbäume aus der Familie der
Kreuzdorngewächse und die Wasserlilien, von denen Herodotll. 92 be-
richtet, daß die Ägypter sie Lotos nennen: ra ^lyvTtTLOL v.aXeovoi
XtOTOV. Nach neuerer Erklärung wird der Name jedoch mit dorisch
Xact), wollen in Verbindung gebracht. Hiernach bezeichnete der
Speise liefernde Lotus soviel als etwas Erwünschtes, wie Futter und
Nahrung. Bemerkt sei an dieser Stelle, daß der homerische Lotos
der Lotophagen wohl nicht, wie allgemein angenommen wird, ein
07
Baum, sondern lediglich ein Kraut (vielleicht Lotus edulis) war; dafür
spricht auch eine Notiz Strabos im 4. Kapitel des III. Buchs, wo
gemeldet wird, daß die Lotophagen Lotos essen sollen, ein gewisses
Kraut samt der Wurzel.
d. Schüchel, Dimin. von Schuh, wegen der Blüte; vergl. unter Cyrope-
dilium. — Hornklee, wegen der gekrümmten Schote.
f. Lotier. — Pied d’alouette: Lärchenfuß und Fourchette: Gabel, wegen
der Blätter.
e. Bird’s-foot-trefoil = Vogelfußklee. — Lady’s-slipper = Frauenschuh.
71. Rolklaver. Warum Rollklee? — Kleine gehoornde klaver — Juffers-
schoenen = Weiberschuhe. — Schoentjes en laarsjes: Schuhe und
Pantoffeln.
Llinaria, sc. herba,
von luna Mond, wegen der mondscheibenförmigen Schoten und der
inneren, weißglänzenden Membran.
d. Silberblatt, wegen der erwähnten Membran. — Mond\’eilchen, desgl.
und wegen der veilchenblauen wohlriechenden Blüten. — Atlas-
blume. — Judassilberling.
f. Lunaire — Satin blanc, weißer Atlas. — Medaille. — Monnaie du
pape: Papstgeld. — Herbe aux ecus: Talergeld.
e. Honesty: Ehrlichkeit, wegen der blauen Blüten, s. unter Myosotis,
oder wegen der unschuldfarbenen Membran der Schote.
n. Judaspenning.
Lupinus.
Isidor. XVII. 4. Lupinum et ipsum Graecum est nomen, de quo
Vergilius: Tristisque lupini, quia vultum gustantis amantudine con-
tristat, linde et eos prae amaritudine nec vermis nec ullum animal
comedit.
Von 'kvTt'Ti Schmerz, weil die Lupine wegen ihrer Bitterkeit Verdruß
mache, oder von lupus Wolf, etwa Wolfsbohne, wegen der rauhen,
zottigen Blätter.
d. Lupine.
f. Lupin ‘ — Feve de loup: Wolfsbohne.
e. Lupine.
71. Lupine.
Lyclinis, Ivyiit;,
'kvyvog heißt jeder leuchtende Körper; auch die Lampe wird so ge-
nannt. Die Pflanze hat ihren Namen, weil der Samen die Form
einer antiquen Lampe hat, oder weil ehemals Lampendocht aus den
Blättern gemacht wurde; nach dritter Erklärung wegen der feurig-
roten Blumenfarbe; verwandt mit lux: Licht.
d. Licht, Lichtnelke — nelke verwandt mit Nagel, wegen der tief-
röhrigen nagelförmigen Blume. — Kuckukslichte (L, flos cuculi). An
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dem Stengel häufig der „Kuckuksspeichel“, daher auch „Kuckuks-
seife“ genannt, der Schaum rührt von der Larve der Schaumzikade
her, vergl. unter Cardamine. — Maltheserkreuz, wegen der schönen
kreuzförmigen Blüte (auch eine Diatomee wird wegen ihrer Kreuz-
form derart genannt), — Brennende Liebe und Rubinchen wegen
der roten Blüte.
f. Fleur de coucou. — Amourette: wegen der roten Blüte. — Floquet:
aus Flos cuculi (Kuckuksblume) verderbt. — Lychnide.
e. Ragged Robin, zottiger Robert. Über Robert s, unter Geranium
Robertianum, zottig wegen der behaarten Blätter. — Cuckoospit(tle)
Kuckukspeichel, toadspit und frothspit Kröten- und Froschspeichel.
71. Koekoeksbloem. — Vleeschbloem : Fleischblume: wegen der roten
Blüte. — Pinksterbloem : Nelkensternblume. — Roodsteerntje.
Luzula,
vom ital. luzuola, lucciola, wie die Italiener L. maxima nennen. Die
Pflanze gehört zu den Binsengewächsen und wurde als Docht ge-
braucht. Luzula, wie lucciola verwandt mit Lux, Licht. Lucciola
heißt im Ital. auch der Leuchtwurm.
d. Marbel (?).
f. Luzule.
e. Woodrush: Waldbinse, wächst in Wald und Feld.
71. Veldbies = Feldbinse.
Lycium, Ivyuov.
Diosc. I. 132. (Dierai dt 7tXeiOTOv h Ka7t7ca6oyla y.al ytvyÄa
-yai iv alXoig xoTTOig TtoXXölg.
yluALOV war der Name von Ruscus hypophyllum, das in Lycien
häufig sein soll, woher L. den Namen habe. — Die jetzige Gattung
hat mit dem Xvy^LOv der Alten die Strauchform und Dornen ge-
meinsam.
d. Bocksdorn: statt Buchsdorn. Übersetzung des griech. Synonyms:
7tv^dyavd^a : von Til'^og Buchs und dy.avd^a: Spitze, Dorn. Vielleicht
wurde der dornige Strauch wie auch die jetzige Gattung statt Buchs
zu Hecken benutzt. Teufelszwirn: giftige, wuchernde Heckenpflanze.
/. Lyciet. — Jasmin bätard: der Strauch erinnert an den Jasmin.
7’. Teaplant(?). Vielleicht weil die Blätter gewisse Ähnlichkeit mit denen
von Thea sinensis haben? Oder sollte man aus der giftigen Pflanze
ein unschädliches Infus bereitet haben, das dieselbe anregende Wir-
kung wie der Tee hat?
71. Boksdoorn.
Lycopsis,
von Xv^yog Wolf und dilng Gesicht. Wegen der behaarten Stengel
und Blätter.
d, Krummhals: wegen der gebogenen Blütenröhre.
f. Lycopside — Face de loup = Wolfsgesicht — Grisette: von gris
= grau: wegen des grauen Aussehens. — Grippe des champs:
Feldgreifer, weil seine Blätter sich überall ankrallen (agripper).
e. Bugloss, verwandt mit Anchusa, s. d.
n. Kromhals.
Lycopus,
von Xv'Aog Wolf und Ttovg Fuß, wegen der stark gezähnten Blätter,
die mit einem Wolfsfuß verglichen werden.
d. Wolfstrap: Trap (von trappen = laufen, gehen) = Fährte, Fuß.
f. Lycope — Pied de loup, desgl.
e. Gipsy wort: Zigeunerkraut.
11. Wolfsfoot.
Lysimachia, l\:OLi.iayia.
Plin. XXV. 35. Invenit et Lysimachus, quae ab eo nomen retinet.
— Folia habet, ut salici viridia. Vis enim tanta est, ut iumentis
discortantibus iugo imposita asperitatem cohibeat.
Die Alten verstanden unter Lysimachia Lythrum (salicarium), s. d.
Lysimachia aber soll seinen Namen nach Lysimachus, einem Feld-
herm Alexanders des Großen, erhalten haben, der die Pflanze zuerst
angewandt haben soll. Nach anderer Meinung aber wurde sie TcaQO.
TO rag uayag Xveiv so benannt, weil sie den ,, Kampf löst“: denn
Lythrum blüht blutrot, und Kämpfe enden blutig, oder weil man sie
uneinigem Ochsengespann auf das Joch band, um ihren Streit zu
beenden.
d, Felberich: auch die Weide wird so genannt: wächst auf dem Feld.
— Weiderich, wegen der weidenähnlichen Blätter, s. auch unter Epi-
lobium.
f. Comulle, von corona, da sie zu Kränzen gebunden wird. — Chasse-
bosse: da sie Beulen zur Heilung bringt.
c. Loosestrife: Streitlöserin, s. o.
n. Wederik: Weiderich. — Wilde wilg: wilde Weide.
L. nummularia,
z. d. Münz L. wegen der runden Blätter.
d. Münzkraut — Wiesengeld — Goldkraut, Guldenpfennig, da es gold-
gelb blüht. — Egelkraut (?).
f. Nummullaire — Monnayere: Münzkraut.
e. Moneywort. — Creeping Jenny, assimiliert aus creeping penny: Jenny
ist ein Mädchenname. Die Pflanze kriecht am Boden, ihre Blätter
haben die Form von Pfennigen.
n. Penningkruid.
1
I IO
Lythrum, Iv^qov.
Ableitung von Xvd'Qov Blut, wegen der rotblühenden Ähren.
d. Blutweiderich, s. unter Lysimachia: wegen der weidenähnlichen Blätter,
oder da er an Weidengebüschen wachsen soll.
/. Salicaire, von salix, Weide.
c. Purple Loosestrife, Rote Lysimachia, im Gegensatz zur echten
Lysimachia, die gelb blüht.
n. Kattestaart: Katzenschwanz, wegen der langen ährenförmigen Blüte.
Majanthemum.
Bastardname aus lat. Malus: Mai und griech. av&£fxcv, Blüte: blüht
im Mai.
d. Schattenblümchen: da es an schattigen Stellen wächst.
f. Maiantheme.
e. May-lily: Maililie, mit der Lilie nahe verwandt.
n. Dalkruid, s. unter Convallaria, mit der es auf das nächste verw^andt ist.
Malachium,
von jiialaKog: weich, wegen der weichen Blätter und Stengel der
Wasserpflanze.
d. Weichkraut.
f. Malaquie.
e. Waterstarwort, desgl.
n. Watermuur = Wassermiere; Miere s. unter Stellaria, der sie nah ver-
wandt ist.
Malaxis,
von (xaXayiog: weich, eine Sumpfpflanze von äußerst zarter Kon-
sistenz.
d. Weichwurz.
f. Malaxis.
e. Bog- Orchis: Sumpforchis: eine Orchidee.
n. Zachtwortel: Weichwurz (zacht vergl. d. sacht).
Malva, ^aXayv^.
Varro. ling. lat. IV. Malvo a (AaXaxri.
Diosc. II. 144. TO de aq)£ipr^f.ia avz^g fÄaXayiTiKOv
voTSQag.
Plin. XX. 84. Ab emolliendo ventre dictam putent malachen.
Cels. de medicina II. 29. De his, quae alvum movent — malva — .
Isid. XVII. IO. 5. Malva ex parte graeco vocabulo appellatur «tto tov
uaXaoaeiv, eo quod molliendi alvum solvendique naturam habeat.
1 1 1
Von f,iaXay,6g weich, f.ialaOGeiv, erweichen, da Malva ein Purga-
tivum ist.
d. Malve — Käsekraut, da die Frucht einem Käse nicht unähnlich. —
Käsepappel, ihre Blätter sind wie die der Weißpappel mit Haaren
besetzt.
/. Mauve — Herbe ä fromage, Käsekraut.
e. Mallow.
71 Kaasjeskruid — Malowe.
Mandragora, i.iavÖQay6Qag,
Von f^iavÖQa Hürde und ayeiQCo versammeln, ein Kraut, das die
Herde Zusammenhalte, — oder von f.iavÖQCc in der Bedeutung Stall,
Hof, ein Kraut, das um das Gehöft herum wachse — event. nach
einem Personennamen MarSgayogag, nach MavSgag, dem Namen
eines kleinasiatischen Ortsheiligen. — Am wahrscheinlichsten aus dem
pers.: Merdum-Giah, das Menschenpflanze bedeutet, assimiliert; s. u.
d. Alraun, verwandt mit got. runa Geheimnis, vergl. schw. alruna Wahr-
sagerin. Die Wurzel hat ihren Namen von der ihr zugeschriebenen
magischen Kraft. Da diese spindelförmige Wurzel 2 — 4 Ausläufer hat,
so lag der Vergleich mit einem menschenähnl. Gebilde ziemlich nahe.
Pythagoras nannte sie daher avd-QtonoiJiOQcpov, und Columella be-
zeichnete sie als Hominiformen. — Die Zigeuner spiegelten dem
gläubigen Volke vor, die Alräunchen wachsen im Boden unter dem
Galgen aus dem Urin oder Samen gehängter Diebe.*) Man hat die
Pflanze daher als Pissedieb und Galgenmännchen bezeichnet. —
Auch Erdmännchen, Heinzelmännchen, Glücksmännchen und Geld-
männchen wird die Wurzel benannt: an ihrem Standort sollen Schätze
verborgen sein. In Westfalen benennt man die Wurzeln Männeken
und Wibeken. Die Wurzel wurde im Mittelalter noch menschen-
ähnlicher zugestutzt und als Hausgeist verehrt. In alten Kräuter-
büchern finden sich viele ,,stilisierte‘‘ Abbildungen, vergl. hierzu
L. Hopf, Zwei uralte Pflanzenorakel. Kosmos 1907, p. 243.
f. Mandragore — Alrune — Anthropomorphon — Maindegloire : Ruhmes-
hand, volksetym. aus Mandragore.
e. Alruna — Mandrake.
71. Alruin. — Heksen- en tooverw'ortel, auch z. d. Hexen- und Zauber-
wurzel genannt.
Marrubium.
Diosc. III. 109. ÜQaGiov, (fvllcv TtiAqov rrj yeiGSL.
Isid. XVII. 9. 58. Marrubium vocatum propter amaritudinem.
Verwandt mit amarus bitter, wegen des Geschmacks — oder vom hebr.
marrob, ein bitterer Saft — oder nach der Stadt Marrubiumin Latium.
*) Es ist ja bekanntlich eine forensisch wichtige Tatsache, daß Erhängte Samen
bzw. Urin verlieren; bei ermordeten und, um Selbstmord vorzuspiegeln, nachträglich
aufgehängten Personen ist das nicht der Fall.
I 12
d, Andorn, ohne Dorn, ohne Stachel, da sie der Nessel ähnlich sieht,
ohne aber deren Brennhaare zu besitzen. — Gottesvergeß, wegen
des Geschmacks und Geruchs; s. Ballote.
f. Marrube.
e. Hoarhound: Grauer Hund, aus erwähnten Gründen und wegen der
filzigen Blätter. Der Name wird auch Horehound geschrieben und
von dem ags. harahune abgeleitet, wobei har dem jetzigen Kompo-
nenten hoar: grau-weiß, entspricht, hune aber der Geschlechtsname
dieser Pflanzengruppe war. Der Bestandteil hound wäre demnach
als Assimilation aufzufassen.
n. Malrove, aus dem Lat.
Matricaria, sc. herba.
Von matrix, Gebännutter: gilt als Heilmittel gegen Mutterleiden.
d. Kamille, die Pflanze ist nahverwandt mit Anthemis, s. d,
f . Matricaire.
c. Matricary.
n. Kamille — Moederkruid.
Matthiola.
Zu Ehren Matthioli’s, eines italienischen Arztes, genannt, der im
i6. Jahrh. lebte und einen Kommentar zu Dioscorides schrieb.
d Levkoje: griech. Xtvv.hv Yov. weißes Veilchen: Die verschieden ge-
färbten Blüten duften wie Veilchen.
f. Matthiole — Giroflee, vergl. unter dem nächstverwandtei^Cheiranthus.
e. Stock: vergl. deutsch Blumenstogk: Die Pflanze ist eine beliebte Topf-
pflanze. — Gilliflower, vergl. frz. giroflee.
n. Leukooi — Violier.
MedicagO, Tcoa.
Plin. XVIII. 43. Medica externa etiam Graeciae est, ut a Medis
advecta per bella Persarum.
Strabo. XI. 13. 7. y.ai ßoravriv de t'^v f^ialtoza tQiq)OvOav Tovg
iTtTtovg aTtb tov TtXeovdKsLV evvavd^a idltog Mrjör/.r^v yalovfxev.
Isid. XVII. 4. 8. Medica dicta, quia a Medis translata est in
Graeciam, tempore, quo eam Xerxes, rex Persarum, invasit.
Die Pflanze wurde von Medien nach Griechenland gebracht und hat
daher ihren Namen erhalten.
d. Schneckenklee, wegen der ^/2 bis 9 fach gewundenen Hülsen der Arten.
f. Luzerne, s. unter IMedicago sativa.
e. Medick, s. oben.
71, Rupsklaver: Raupenklee, wegen der raupenähnlichen Hülsen.
Medicago sativa:
Saat-M., wird angebaut.
d. Luzerne: Kam im 16. Jahrh. aus Spanien nach Italien und wurde
vornehmlich in der Nähe von Clauserne oder Lauzeme angebaut.
woher die Bezeichnung: Luzerner Klee und welscher Klee, da er
uns aus romanischen Ländern her bekannt wurde. Der Name
Luzerne hat also weder mit Luzern, noch provenz. lucerno, das
(außer der Pflanze) auch Leuchtwurm bedeutet, noch mit gall. lysan:
Kraut, Verwandtschaft.
f. Luzerne.
e. Lucem — Medick.
n. Luzerne — Eeuwige klawer — Paarse klaver, fransche klaver: stammt
aus Persien und wurde über Frankreich in Holland bekannt; vergl.
Walnuß unter Juglans.
Melampyrum, {,ieldfXTcvQoq.
Theophr. VIII. 8. 3. r) u U7] xovxo dXXd (piXu ys f^idlLOxa sv xoig
TtvQclg ylveoS-ai v^ad^dTteq ymI 0 iLi€?MiLi7tvQ0g.
Von (.lelag: schwarz und TtVQog'. Weizen, wegen der weizenkorn-
ähnlichen schwarzen Samen.
ä. Wachtelweizen, weil die Wachteln die Körner fressen.
f. Melampyre. — Fleur de chair: Fleischblume, wegen der rosafarbenen
Blüten. Ble de vache: Kuhweizen, da das Kraut vom Rind ge-
fressen wird.
e. Cowwheat: Kuhweizen.
n. Zwartkoren: Schwarzkorn, — Wilde weit.
Melica, sc. herba,
von i.ii'ki'. Honig, das Mark soll Honiggeschmack haben, oder M. von
urjlcv: Schaf, da die Schafe die Pflanze gern fressen, oder von f,irjXov:
Apfel, wegen der rundlichen Ährchen, daher auch
d. Perlgras — Flohgras.
f. Melique.
e. Melick.
n. Parelgras.
Melilotus, (UeA/Awrog,
von i.ih'ki'. Honig und Xioxog'. Lotus: die duftenden nektarhaltigen
Blüten sind von den Bienen sehr gesucht. ,
d. Honigklee, eine kleeartige Pflanze. — Steinklee: auf steinigem Boden.
— Unserer lieben Frau Schühlein, s. unter Cypripedilum und Cytisus.
Unserer lieben Frau: frz. Notre Dame, engl. Lady, ndl. Onze vrouwen,
ist häufig Pflanzennamen, zu Ehren von Maria adjekti viert. — Es ent-
spricht wohl der Signaturlehre und ist daher nicht als primäre Er-
klärung des Namens aufzufassen, wenn man von den schuhähnlichen
Blüten eine Linderung der Podagrabeschwerden erwartete. — Schab-
zigerkraut: In Graubünden gibt es dem Schabzigerkäse zugesetzt seinen
Duft. — Siebengeruch, da der Geruch je nach der Witterung verschieden.
f. Melilot — Trefle des mouches: Mückenklee: soviel als unechter Klee.
e. Melilot.
71. Honigklaver. — Welriekende Klaver.
Kanngiesser, Etymologie usw.
8
— II4 —
Mentha, fxlvd^a. Plin.: meiita.
fxivd'Og'. Menschenkot und f,iivd^a (die Pflanze) sind beides Worte
von einem Stamm, dem der Begriff des Riechens zugrunde liegen mag.
— Falsch ist es, wenn Martin dem Plinius eine Erklärung von menta,
durch mensa Tisch, unterlegt, weil die Pflanze bei ländlichen Gast-
mählern als Wohlgeruch auf den Tischen sei. Plinius gibt nämlich absolut
keine Erklärung, sondern konstatiert XIX. 47 nur diesen Gebrauch:
„Grato menta mensas odore percurrit in rusticis dapibus.“ — Der
Sage nach hat die Pflanze von der Nymphe Menthe ihren Namen,
die von Proserpina in diese Pflanze verwandelt worden sein soll.
Vergl. Ovid. Metam. X. 728 — 731:
— An tibi quondam,
Femineos artus in olentes vertere menthas,
Persephone licuit: „Nobis linyreis heros
Invidiae mutatus erit?‘^
Und Strabo VIII. 344. Ttqog eco IgtIv cgog tov IllXov TtXr^Giov
ETZcovvLiov Mivd^rig, r^v fxvd^evovoi 7taXXa'/.r(v rov ""[Aöov yevouevriv
aTtaTT^S-eXoav vtlo xr^^g y,6Qrjg elg Tr(v y.iiTtalav f-iivd^r^v i^eTaßalelv,
r^v TLveg rfivoOfj.ov vmXovol.
d. Minze.
f. Menthe.
e. Mint.
n. Munt.
Mercurialis, sc. herba.
Plin. XXV. 18. Mercuri inventum est, ideo apud nos omnes Mer-
curialem vocant.
Zu Ehren des Merkur, der die Pflanze entdeckt und angewandt
haben soll.
d. Bingelkraut, vergl. unter Callitriche. — Gotteskraut, wegen seiner
Heilwirkung.
/. Mercuriale. — Vignoble, auch Weinland, von vignes: Reben, weil es
unter den Reben wächst. — Chou de chien, die Pflanze ist ein
heftiges Purgativ und wird sogar für giftig gehalten, daher: Hunds-
kohl; oder weil es gekocht seine Giftigkeit verlieren und als Kohl ge-
gessen werden soll. — Foirolle, von foire: Durchfall. — Ramberge,
Sambarge vom griech. {yvvo)'/,Qa/Lißr] — (Hunds)kohl.
e. Mercury.
n. Bingelkruid.
Mespilus, f^doTtilov,
Diosc. I. 170. Me07rLXov öe vmI eTegov Iotlv eidog iv IxaXia
yevvcofASvoVj 0 Ivlol ercLixriXida yaXovOiv, dardgov loxl urß.ip
encpegeg ymI xölg cpvXXoig, oxi (xr^ fjLiy.QoxeQOv —
Isid. XVIL 7. 14. Mespila arbor spinosa, fructii similitudine malorum,
sed paulo breviori, unde et appellata, qiiod pilulae formam habeant
eius poma.
Von (.leGog: halb und Tcllog: Kugel. Die beckenförmige Frucht
gleicht einer entzweigeschnittenen Kugel — oder verderbt aus
e7tLf.iri?Jgj wie sie auch genannt wurde, durch Umstellung entstanden
oder wäre eine Pflanze, die „auf den Apfelbaum'^ herauskommt.
STtt: auf, j,njXov: Apfel; vergl. Epimedium — oder von „nespolo“,
von non spoliare, nicht rauben, nicht herausziehen, wegen der tiefen
und langen Wurzeln.
Mispel, ahd. mespila.
f. Neflier, aus off. Namen. Norm, noch melier, wallon. mespli. Im
12. Jahrhundert meslier (vergl. span, und portug. nespera, altspan,
niespero).
e. Medlar.
71. Mispel.
Mibora,
vielleicht statt Mybora von (xvq: Maus und ßoQCc: Futter: Mäuse-
futter, wegen der Kleinheit der Pflanze. Wahrscheinlicher ein Phan-
tasiename; s. auch Cicendia.
Zwerggras.
f. Mibora.
e. Mibora.
71. Dwerggras.
Milium, iieUvt^
sind die Bezeichnungen der Alten für eine Panicumart: verwandt
mit mille (kelt. mil), tausend, wegen der vielen Körner — oder ver-
wandt mit iiiXi'. Honig, wegen der gelben Körnerfarbe. Der jetzige
Gattungsname ist auf die Ähnlichkeit von Milium mit Panicum zurück-
zuführen.
d. Millgras* — Waldhirse: wegen des Standorts.
/. Millet.
e. Milium.
n. Gierstgras: verwandt mit Gerste oder Hirse. — Hirsegras.
Moenchia,
nach dem Marburger Botaniker K. Mönch, t 1805.
d. Vierling, wegen der vorherrschenden Vierzahl der Blütenteile.
f. Moenquie.
e. Moenchia.
71. Vierling.
— ii6 —
Molinia s. Molinea.
Zu Ehren des 1782 f spanischen Botanikers Molin.
d. Blaugras, wegen der blauen Ährchen. — Pfeifengras : sein Halm :
wurde zum Reinigen der Pfeifen benutzt. — Besengras, zu Besen
verwandt.
f. Molinia.
e. Molinia. ;
n. Bentgras: s. unter Aera und Carex. — Buntgaas — Pijpdoorstekers. ''
— Smeeltjes: Dimin. zu Schmiele (Aera). 1
Monotropa, 1
von iiovog, allein und TQonog, Lebensart, da sie eine Schmarotzer- i
pflanze ist — oder von TQOTzog in der Bedeutung: Form, da die
Pflanze mit den Blüten einfarbig ist — oder von uovog und zgeTzto, .1
sich wenden, da der Stengel zur Blütezeit am oberen Ende nach
abwärts geneigt ist. 7
d. Ohnblatt, da sie keine richtigen Blätter, sondern nur Schuppenblättchen 7
hat. — Fichtenspargel, sie wächst im Fichtenwald, ihre wachsgelben 7
Sprossen gleichen Spargeln. p
f. INIonotropa. p
e. Yellow bird’s-nest: Gelbes Vogelnest, der Wurzelstock gleicht einem li
Vogelnest.
n. Stofzaad: Staubsaat, wegen des staubförmigen Samens, der von dem
Wind aus den aufgesprungenen Fruchtkapseln geblasen wird.
Montia,
nach J. G. Monti, Prof, zu Bologna, f 1719.
d. Quellenkraut, da es an nassen Stellen und Quellen wächst. —
Greusel (?).
/. Montia.
e. Blinks, verwandt mit blinken, glänzen, wegen des stark glänzenden
Samens einzelner Arten. — Water Chickweed =: Wassermiere, da es
mit der IMiere (Stellaria) entfernte Ähnlichkeit hat.
71. Montia.
Monts, 1.10QOV, i-itüQov,
von f^iegog, Teil, wegen der Sammelfrucht. — Die spätere Form
j^tcogov soll aus Assimilation entstanden sein, da (.itogog unschmack-
haft, fade bedeutet; eine Assimilation, die in Anbetracht der wohl-
schmeckenden Frucht doch wohl kaum anzunehmen oder höchstens
per antiphrasim zu erklären ist. — Nach anderer Meinung soll
uavQog, dunkelfarbig, kelt. mor, schwarz, dem Worte zugrunde liegen,
was auf die schwarzfrüchtige Maulbeere und die Brombeere*), die
*) Vergl. Ovid, Metam. I. 105. et in duris haerentia mora rubetis.
Plin. XV. 27. nascuntur (mora) et in rubis muUium differente callo und
XXIV'. 73. mora quae in bis (sc. rubis) nascuntur. ■
— II7 —
beide unter Morus verstanden werden, wohl paßt, nicht aber auf die
gelbfrüchtige Maulbeere, für die dann wohl ein besonderer Name ge-
prägt worden wäre. Da dies aber nicht der Fall, wird letztere Ety-
mologie in Abrede gestellt.
d. Maulbeere, aus dem Lat.
/. Mürier.
(?. Mulberry.
n. Moerbezie.
Muscari.
Der Name sei orientalischen Ursprungs und beziehe sich auf den
Moschusgeruch der Pflanze, arab. soll die Pflanze muschirumi lauten,
verwandt mit griech. lat. muscus, deutsch Moschus; vergl.
die Artbezeichnung M. moschatum — oder von muscarius (Adj.
von musca, Fliege), Fliegenwedel, wozu man Ochsen- und Pferde-
schwänze benutzte; die Pflanze wäre demnach wegen ihres länglichen
Blütenstandes benannt.
d. Träubel, Dimin. von Traube, wegen des traubenförmigen Blüten-
standes.
/• Muscari — Ail ä toupet = Büschelknoblauch; die in bezug auf Blätter
und Zwiebel knoblauchähnliche Pflanze trägt einen Büschel schöner
blauer Blüten.
c. Grape-hyacinth : Traubenhyazinthe, wegen der Ähnlichkeit des Blüten-
standes mit dem einer Hyazinthe.
?i. Druifhyacinth : Traubenhyazinthe.
Myosotis, .wt'og uTiq,
Diosc. II. 214. Mvdg wTa cuvcf-iaGTai de ccTto tov exeiv f.iv6g
ojxLOtg ofÄOLa za (piXka.
Plin. XXVII. 8. Alsine, quam Myosoton appellant, musculorum aures
imitatur foliis.
Galen, H XII. 27. Mvog wrlg. Ivioi de (xvdg (Lza.
Myosotis von ^vg: Maus und ovg: Ohr: Mäuseöhrchen, wegen der
behaarten Blattform.
d. Vergißmeinnicht, wegen der kleinen, bescheidenen schönen Blüte, oder
wegen der blauen Blütenfarbe, die als ein Symbol der Treue und
der Freundschaft gilt. — Krötenäuglein.
/. Ne-m’oubliez-pas: Vergißmeinnicht. — Aimez-moi: Liebt mich! —
Plus je vous vois, plus je vous aime: Je mehr ich dich sehe, um
so mehr liebe ich dich. — Souviens -toi- de -moi. Erinnere dich
meiner! — Norm. Les yeux de l’enfant Jesus: Die Augen des Christ-
kindes.
e. Forget-me-not.
n. Verget-mij-niet.
Myosurus,
von ^v<^\ Maus und ovqd: Schwanz, wegen des langen Fruchtträgers.
d. jNIäuseschwanz.
f. Queue de souris, desgl.
c. Mousetail, desgl.
n. Muizestaart, desgl.
Myrica,
Isid. XVII. 7. 49. Myrice, quam Latin! tamaricem vocant, ex amari-
tudine nommata. Gustus enim eins nimis amarus est.
]M}Tica ist ein Strauch von aromatischem Geruch, dieserhalb auch
frz. Myrte bätard, engl. Wild-Myrtle, niederl. Brabantsche Myrte
genamit. Die offizielle Bezeichnung Myrica ist mit uvQivLr^ nicht
identisch: die Griechen verstanden hierunter Tamarix gallica. Tamarix,
das wegen seines Geschmacks vielleicht mit amarus, bitter, verwandt
sein soll, ist möglicherweise mit /Livgr/.ri von gleichem Stamm. Nach
Rossius: Etym. Aegypt. p. 263 aus xa (articul. femin.) und /.ivQLKr^
entstanden. In Griechenland wird überdies die Tamarix gallica heute
[.ivGLYua oder aQuvQiYi] genannt. Oder es ist der griech. Name aus
jiivg: I\Iaus und eQeiv.r^ (Erica arborea) gebildet, um einen der Erica
arborea ähnlichen Strauch damit zu bezeichnen; vergl. hierzu Plinius
XXIV. 41. Myricen iam ericam vocat Lennaeus similem scopis
Armerinis. Der griech. Name wurde auf die jetzige Gattung, wegen
der Ähnlichkeit von TamarLx und Myrica, übertragen. — Nach
anderer Erklärung wird Myrica wegen ihres aromatischen Geruchs
mit Myrtus und Myrrha in Verbindung gebracht. [I. Myrrha, deutsch
Myrrhe, ist die offizielle Bezeichnung des wohlriechenden Harzes
einer in Arabien einheimischen Baumgattung: Commiphora, der
sogen, arabischen Myrte. Auch die Griechen und Römer bezeich-
neten mit myrrha bzw. i.ivqqa = fxvQOv = OfAcgva (vergl. f.uXa^ =
OfxlXa^) vornehmlich das Produkt des Baumes. Der Name dürfte
kaum griech. Ursprungs sein, trotzdem wird er mit fivQco, fließen,'
wegen des aus einem Längsschnitt des Baumes hervorquellenden
Harzsaftes, in Verbindung gebracht. Im Hebr. hieß die Myrrhe: mor
und dürfte hiernach (ivqqa mit hebr. und arab. mor, lat. amarus,
bitter, wegen des bitteren M}’Trhenharzes in Konnex stehen. 11. Myrtus,
deutsch M}Tte, griech. (.ivQXog = fxvQxlvr^ = uvoalvr] = f.ivQQivrp
dürfte wahrscheinlich von vorgenanntem myrrha, fivQQa^ bzw. (jlvqov
abzuleiten sein, welch letztere Form nicht nur Myrrhe im engeren,
sondern auch jedweden Parfüm im weiteren Sinne bezeichnet: die
IMyrte (Myrtus) zeichnet sich bekanntlich durch leichten aromatischen
Geruch aus. Hesychios verwechselt bereits (.ivqxAri mit fLitQQa, wenn
er in seinem Lexikon sagt: MvQLKrj udog öhöqov, ovO(j.aoS-ev arco
Tov ^ivqeod^ai xr(v elg avxb fiexaßaXovGav yiaxd xovg fj,v&ovg Klvv-
Qov ^vyaxega. Nach Ovid, Metam. X. 598 f. aber heißt die sagen-
hafte Königstochter, die in einen Myrrhenbaum verwandelt worden
sein soll, Myrrha, die IMutter des Adonis.
d, Gagelstrauch: M. gale: von yaler^: Wiesel, wegen des Geruchs der
Pflanze.
f. Bois-sent-bon : Holz riecht gut. — Myrte bätard, s. oben.
e. Gale, altengl. gawl, ags. gagel. — Wild-Myrtle.
n. Gagel. — Brabantsche Myrte. — Vlooienkruid, Luiskruid: wie alle
aromatisch riechenden Pflanzen gegen Ungeziefer verwandt.
Myriophyllum^ /nvQLocpvlXov.
Diosc. IV. 113. MvQLOcpvXXov, 01 de ar^aTicoTix^, ol öe AyiXXuoq^
^PtoLiaioL f,iiXXeq)6XLOvu — tcsqI ov (sc. vMvXiöv.ov) g)iXXa jtoXXa’
od^Ev ymI wvofxaGxaL. (pvezai ev eXcoSegl TorcoLq. zovro ziqQel
acpXeyfj.avTa zä veozQcoza zwv eXywv.
Plin. XXIV. 95. Myriophyllon, quod nostri millefolium vocant, caulis
est teneri, plurimis foliis, unde et nomen accepit. nascitur in palu-
stribus, magnifici usus ad vulnera cum aceto.
Galen, H. XII. 29. MvQLccpvXXov ^r^QavziÄ^g egzlv elg zoGovzo
dvvafXEcog cog v.oXXäv zqav^iaza.
Vergl. unter Achillea, die ebenfalls Tausendblatt genannt wird, desgl.
unter Hottonia. Alle drei dienen als Wundkräuter.
MvQLocpvXXov, von uvqloi, io 000, oder (xvQLog^ unzählig und (pvXXov,
Blatt: v/egen der quirligen, fiederteiligen Blätter.
d. Tausendblatt — Wassergam — Wassertanne; vergl. unter Hippuris,
dem M. nächst verwandt.
/. Myriophylle — Fil d’eau, Wasserfaden, wegen der fein zerteilten
Blätter.
e. Water-milfoil.
n. Duizendblad.
Myrrhis, {-ivqqlg.
Die von den Alten auch smyrriza, ja myrrha selbst genannte Pflanze
ist wahrscheinlich der jetzigen Art Scandix odorata identisch. Scandix
odorata, eine Umbellifere, ist M;yTrhis nächst verwandt, welch letztere,
auch im Deutschen als Myn’he bezeichnet, ihren Namen auf IMyrrha,
wegen .ihres myrrhenähnlichen Geruches, zurückführt. Betreffs Myrrha
s. unter Myrica, betreffs Namensusurpationen s. die Einleitung.
d. IMyrrhe — M\Trhenkerbel : M. ist wie Chaerophyllum bzw. Anthriscus
eine Umbellifere.
/. Cerfeuil musque: Moschuskerbel, wegen des aromatischen Geruchs
der Pflanze.
e. Cicely, aus lat. seselis, s. dieses; griech. gegeXl'. Myrrhis und Seseli
sind Umbelliferen, daher nahe verwandt.
n. Roomsche Kervel: Römischer Kerbel, da er von Italien aus bekannt
wurde.
120
N.
Najas,
vaLag: fließend, schwimmend: Wassernymphe, Wassernixe: weil die
Pflanze auf der Wasseroberfläche ihre Blätter ausbreitet.
d. Nixkraut.
/. Naiade.
<?. Naiad.
n. Nymfkruid.
Narcissus, vaQy.iöGog.
Plin. XXI. 75. et a narce narcissum dictum, non a fabuloso puero.
Plut. Symp. 3. I. cog af.ißXvvcüv za vevqa yal ßaQvzrjzag efATZoicuv
vaQycüöeig.
Unter vaQXKJGog verstanden die alten Griechen Narc. Tazetta, die
noch heute in den Gebirgen von Hellas wächst. Der Name wird
abgeleitet von vagyrj, Betäubung, wegen des starken Duftes, oder
von (ÄaguTtOy agica^co, ergreifen: da der Duft die Aufmerksamkeit
auf sich lenkt.
Betreffs der Narkissussagen vergl. Ovid, Metam. III. 339 — 510, wo-
nach Narcissus, ein Sohn des Cephisus, sein Ebenbild in einem Quell
erblickte und vor Sehnsucht und Liebe nach diesem Phantom zu-
sammenschrumpfte: 509 — 510:
Nusquam corpus erat, croceum pro corpore florem
Inveniunt foliis medium cingentibus albis.
Vergl. ferner Ovid, Fast. V. 225 — 226:
Tu quoque nomen habes cultos, Narcisse, per hortos
Infelix, quod non alter et alter eras.
Pausanias berichtet IX. 31. 7. dieselbe Sage; 31. 8. aber die schönere
Variation, wonach Narcissus eine gleichgestaltete Zwillingsschwester
gehabt und in diese sich verliebt habe. Das Mädchen aber sei ge-
storben; um seinen Gram zu stillen, sei N. aber an die Quelle ge-
gangen, um dort durch sein Schattenbild sich das Bild seiner
Schwester im Wasser widerspiegeln zu lassen. Betreffs der Blume
N. knüpft Pausanias 31. 9. daran die folgenden Erv^ägungen: Nag-
YdOGOv Ö£ avd-og yr] vmI Ttgozegov ecpvev e/Aol doyetv^ el zdlg
Ilajiicpco Tey/LialgeGd^aL ygrj tl r^(.iäg £7ieGi yeyovcug yag TtolXoig
7cg6Tegov IzeGiv ^ NagyuGGog 0 QeGTtievg, yogr^v t^v J'i^iirycgtg
cpr^GLV agTtaGd^Yivai TtalCovGav yal avd'rj GvXXiyovGav agTtaG^zivcti
öi oty ooig aTtccTTjd^elaaVy aXla vagyiGGOtg.
I2I
Schließlich sei noch die diesbezügliche Erklärung Isidors gegeben:
Isid. XVII. 9. 16. Narcissus herba fabulose impositum nomen habet
a quodam puero, cuius membra in hunc florem transierunt, qui
et nomen Narcissi in appellatione custodit et decus pulchritudinis
in candore retinet foliorum.
d. Narzisse.
f. Narcisse — Notre-Dame des pres: Marias Wiesenblume: die Pflanze
wächst auf Hochwiesen und ist wiegen ihrer Schönheit Marien ge-
weiht.
e. Narcissus.
n. Narcis.
Nardus, vaq6o(;.
Im Altertum der Name vieler wohlriechenden Pflanzen, besonders
der indischen Narde, aus derem ährenförmigen Blütenstand das wohl-
riechende Nardenöl bereitet wurde. Im Indischen soll nar in zu-
sammengesetzten Wörtern soviel als wohlriechend bedeuten. Da im
Altertum auch eine Grasart Nardus genannt wurde (wahrscheinlich
eine Andropogon: Mannsbart- Art, wegen des bartähnlichen Habitus der
Pflanze; vergl. die folgenden Namen), wurde der Name auf die jetzige
Gattung übertragen.
d. Borstengras, Bocksbart, Hirschhaar, wegen des Habitus der Pflanze.
f. Nard. — Barbe de vieillard: Greisenbart, auch wegen der graugrünen
Farbe so benannt.
e. Matgrass: Mattengras. (?)
n. Borsteigras — Zwijnehaar.
Narthecmm, vadd^r^ALov.
Diminutiv von dem Namen einer Staude mit markvollem
Stengel, in welchem bekanntlich Prometheus den Feuerfunken vom
Himmel herabholte. (Hesiod. Opera et dies 52. Theogonia 567.)
Mit dem widerstandsfähigen Stengel, der auch als Stock zum Schlagen
benutzt wurde, schienten die alten Ärzte Knochenbrüche, weshalb
auch vaqd^ri'Mto) diese medizinische Handlung genannt wird. — Oder
anagrammatisch aus avd^eQi'AOg, av^egiB, worunter man vornehmlich
den Asphodelosstengel verstand. Narthecium und Asphodelus sind
nächstverwandte Liliaceen. [Asphodelus: aocpodelog, die jetzige Art
A. ramosus hat kleine Wurzelknollen, die gegessen wurden; ccGcpoöeXog
aus a intensivum und aq)6vövXog, womit verschiedene runde Körper
bezeichnet wurden; so auch der Kopf der Artischocke; dacpoöelog
hat demnach seinen Namen den Wurzelknollen, wegen deren er ja,
wie gesagt, besonders geschätzt wmrde, zu verdanken.]
d. Beinheil: vielleicht, daß man seinen Schleim auf Knochenbrüche
applizierte, um sie zur Heilung zu bringen, event. lediglich eine
vermeintliche Übersetzung von N.; möglicherweise aber auch per
antiphrasim so genannt, denn im Schwäbischen nennt man N.
122
Beinbrechgras, da es als Weidfutter Knochenbrüchigkeit verur-
sachen soll.
f. Narthecium.
c. Bog- Asphodel : Sumpf-Asphodel, s. oben. Die Pflanze wächst auf
sumpfigem Terrain.
11. Gele wateraffodillen, wegen der innen gelben Blüte. — Beenbreek. —
Cip eigras (?).
Nastürtium, vMQdafxov.
Plin. XX. 50. Nasturtium a naso torquendo.
Isid. XVII. IO 17. Nasturtium sapor appellavit, quod acrimonia sui
nasum torqueat.
Von nasus, Nase und torquere, drehen, quälen abzuleiten, wegen
das stechenden Geschmacks des Krautes; nach anderer Ansicht aber
von avaOTVcü, wegen der stimulierenden Wirkung.
if. Kresse, i. von crescere, wachsen, wegen ihres üppigen Wachstums;
2. verwandt mit kratzen, wegen des scharfen Geschmacks; oder 3. ^
vom griech. ‘^.aQÖaf^iov, das aus dem Persischen stammen soll. Mit |
deutsch Kresse, frz. cresson usw. werden viele Kruziferen bezeichnet: I
s. unter Cardamine, Lepidium, Nasturtium, Thlaspi usw. — Brunnen- |
kresse, da sie an Quellen und in Gräben wächst. — Kreissig: ver- 1
wandt mit Kresse. J
f. Nasitort — Cresson — Cresson d’eau: Wasserkresse — Cresson de 1
fontaine: Brunnenkresse. ^ |
e. Watercress.
n. Waterkers.
Neottia,
veoTTia = Nest, weil der Wurzelstock vogelnestartig ist.
(/. Nestwurz.
/. Neottie — Nid d’oissau: Vogelnest.
e. Bird’s-Nest, desgl. i
Vogelnest. /
Nepeta, \
nach der Stadt Nepet in Etrurien, wo eine Art vorkommt. |
d. Katzenkraut, s. Valeriana. i
f. Chataire, desgl. 1
c. Catmint: Katzenminze, gehört wie die Minze (Mentha) zu den 1
Labiaten. t
n. Kattenkruid.
Nigella, jj-eXard-iov.
Diosc. III. 83. OTtsQfxa fieXav.
123
Nigellus Diminutiv von niger, schwarz, wegen des Samens.
d. Nigelle.
j. Nigelle.
e. Nigelle.
n. Nigelle.
Nigella damascena.
Damaszener Nigelle; man glaubt, sie stamme aus der Gegend von
Damaskus, daher auch zu deutsch türkische Nigelle genannt.
d. Die Blüten sind von einer vielteiligen grünen Hülle umgeben, daher
die Namen: Braut in Haaren, Gretchen im Busch, Jungfer im Grünen,
Nonne.
f. Barbe de capucin = Kapuzinerbart. — Cheveux de Venus, Venus-
haare.
e. Devil-in-the-bush = Teufel im Busch.
fl. Juffertje in het groen.
Nliphar, s. unter Nymphaea,
aus einem mutmaßlichen Diminutivum zu vvjLicpaQLoy ver-
derbt — oder aus arab. nilufar, pers. nilufer kontrahiert.
d. Nixblume, s. unter Nymphaea. — Wassermuhme, Mummel als Kose-
namen für die schöne Pflanze. Mummel, desgl. Mumme, ist überdies
auch eine Bezeichnung für Gespenst (vergl. vermummt, d. h. mas-
kiert, und vergl. den Namen des vielbesungenen Mummelsees im
Schwarzwald). „Mummel“ könnte daher ebensogut wegen der märchen-
haften Schönheit Nixblume bedeuten.
f. Jaunet d’eau: von jaune, gelb: Wassergelbling, wegen der gelben
Blüte. ■ — Baratte, Butterfaß, auch im Deutschen so genannt, wegen
Farbe und Form der Blüte.
c. Yellow Waterlily — gelbe Wasserlilie. — Brandy -bottle, Schnaps-
flasche, wegen des Geruchs der Blüte und der Form der Frucht.
//. Gele plomp, s. unter Nymphaea.
Nymphaea, s. auch unter Nuphar.
Plin. XXV. 37. Nymphaea nata traditur nympha zelotypia erga
Herculem mortua.
Von vvixcpri, Nymphe, da es eine Wasserpflanze ist; der Sage nach
sind es in Pflanzen verwandelte Nymphen; oder weil die Nixen unter
ihnen lauem und im Mondschein auf ihren Blättern schaukeln.
d. Seerose, wegen der rosenähnlichen, weißen Blüte. — Maarrose: in
der Eifel, weil sie auf den Maaren, den Eifelseen wächst — wegen
ihrer starken, dicken Wurzel: Keulen wurz und Herkuleswurz be-
nannt.
f. Nymphe des eaux: Wassernymphe. — Lime d’eau : Wassermond, wegen
der weißen Blüte und der breiten runden Blätter. Desgl. norm,
parapluie = Regenschirm.
124
e. White Waterlily = weiße Wasserlilie, wegen ihrer schönen Blüte.
n. Witte plomb, auch in Schlesien Plompen benannt. Woher der Aus-
druck stammt, ist unklar. Unter Plumpe, wie die Pflanze im Deutschen
genannt wird, versteht man auch Pumpe. Die Etym. scheint daher
auf Wasser wegen des Standorts Bezug zu nehmen.
0.
Oenanthe, olvard-ri.
Plin. XXL 38. Odor idem ei qui germinantibus uvis, atque unde
nomen.
Von olvog, Wein, avd-og, Blüte, weil die Blüte an Geruch die Blüte
des Weins nachahmt.
ä. Pferdesaat, soviel als Pferdefutter. — Pferdefenchel, wegen der Ähn-
lichkeit mit Foeniculum (ebenfalls Umbellifere). — Rebendolde.
f. Oenanthe — Fenouil d’eau: Wasserfenchel, wächst im Wasser.
c. Oenanth — Waterfenkel.
n. Torkruid: Käferkraut, wegen des Aussehens der reifen Frucht; vergl.
Schneckenklee, n. Rupsklaver (Medicago).
Oenothera, olvoS-riQag.
Theophr. IX. 19. 'H de xov olvod'T.^a qita dod-etaa Iv omn,
TtQaoTEQOv TtOLsl '/mI llaQcoTSQOv TO — otei ös avavöeloa
tbOTceq öi'vov.
Diosc. IV. II 6. ^'OvayQa, ol öe ovod'tiQav. — r^Tig (sc. QL^a)
^r^Qavd^ELGa ol'vov oaimqv aTtoöidtoGL. /dwaf^nv de Eyu to cctzo-
ßQEyiLiavijg QiCrjg, vtco tclv aygltov ^aicov tclvolievov r^fXEqovv avrd.
yiaTaTtXaGd^El^Ga de TtQavvai xd d^rjQcuörj eIt].
Plin. XXVI. 69. et oenothera sive onear, hilaritatem adferens in
vino — longa radice, et cum siccata est, vinum olente. Haec in
potu data feras quoque mitigat.
Die jetzige Oenothera (biennis; zweijährig) ist 1614 aus Virginien
nach Europa eingeführt worden. Die Alten verstanden unter Oeno-
thera das Epilobium, dem es als Onagracee nächst verwandt ist. Man
leitet den Namen von olvog, Wein ab, weil die Wurzel dem Wein
zugesetzt wurde oder weil sie getrocknet nach Wein riechen soll. —
Nach anderer Erklärung von olvog und (lat. fer), wildes Tier,
weil sein Saft, mit Wein gemischt wilden Tieren eingegeben, diese
besänftigen würde. — Nach dritter Erklärung von ovog, Esel und
^^r^Qa, Beute: d. h. Eselsfutter; vergl. das griech. Synonym ovovQig:
6vog\ Esel und olgd: Schwanz, wegen des Blütenstandes. — Nach
vierter Erklärung: verwandt mit oiwvog, olvid^: Vogel und d'Xiqdo)'.
jagen: weil der mit Haarschöpfen versehene Samen der Pflanze wie
ein Vogel durch die Luft jagt.
25
d. Nachtkerze: die hellgelben Blüten öffnen sich nur am Abend und sind
tagsüber welk und geschlossen: daher auch der Name Siebenschläfer.
f. Onagre: vergl. das griech. Synonym ovayga: etwa von ovog: Esel
und ayQLog: wild; s. jedoch oben. — Raiponce rouge: rote Rapunzel:
von rapa: Rübe. Die rötliche Wurzel wird gegessen.
e. Evening primrose: Abendprimel: Unter Primrose versteht man die
ebenfalls gelb blühende Primel.
n. Nachtkaars: Nachtkerze — St. Teunisbloem (?).
Omphalodes,
von 6j.ig)al6g, Nabel: cf^cpaXcodrig, nabelartig. Die Höhlen der
Samenkapseln haben ein nabelähnliches Aussehen.
d. Denkmein, Gartenvergißmeinnicht: wegen der tiefblauen Blümchen;
s. unter Myosotis.
f. Omphalodes.
e. Omphalodes.
n. Gedenk mij.
Onobrychis,
von orog, Esel und ßQvyco, mit den Zähnen knirschen, oder von ßgvyiCOy
verschlingen, weil es ein Eselsfutter.
d. Esparsette, vom span, esparcilla, span, esparcir, sich ausbreiten, weil
die Pflanze viel Stengel bildet. — Hahnenkamm, wegen des roten
Blütenstandes oder der zackigen Kelchzipfel.
f. Esparcet(te), auch eparcet, neuprovenz. esparcet, esparceto. — Sain-
foin = gesundes Heu. — „Bourgogne“, da dort die Pflanze zuerst
kultiviert wurde.
e. Esparcet — Sainfoin.
n. Esparcette — Hanekammetjes.
Ononis, ovcovlg,
von cvog, Esel, mit Reduplikation — oder von ovog, Esel und ovv^^i,
nützen, weil die Esel es fressen — oder von lovri^i und a priv. —
denn es wird auch anonis geschrieben. In dieser Erklärung hieße
es dann etwa ein Kraut, das zu nichts nütze ist.
d. Hauhechel; das Kraut wurzelt so tief, daß man es mit Hauen heraus-
hacken muß. — Hechelkraut; wegen der vielen Domen und Stacheln
sieht es einer Flachshechel ähnlich. Heuhechel, entweder verderbt
aus Heuhacke, wegen der Dornen, oder weil das Heu an dem
Kraut hängen bleibt. Stallkraut, da es das Vieh stallend macht,
d. h. harnen läßt, daher auch Harnkraut genannt. — Kuhscheiße,
wegen seiner purgativen Wirkung. — Weiberkrieg, Weiberklatsch, Weiber-
zorn, wegen der Dornen; vergl. Echium. — Unserer lieben Frauen
Bettstroh: das dornige Kraut soll die Leiden Mariens symbolisieren.
f. Borigrane, Bugrane, von bucranium, ßovuQctVLOv, worunter Diosc. und
Apulej. eine dem Ochsenkopf ähnlich gestaltete Pflanze verstanden
haben. — Arrete-boeuf, weil seine tiefen Wurzeln in der Egge
hängen bleiben und den Ochsen anhalten.
e. Restharrow: rest: Zurückbleiben, harrow: Egge.
11. Stalkruid (s. oben).
Onopordon, ovono^^ov.
Plin. XXVII. 87. Si comederunt, asini crepitus reddere dicuntur.
Ableitung von Esel und TtogÖT], Furz. Es soll Blähungen
oder Knistern verursachen, wenn das distelartige Gewächs von den
Eseln gefressen wird.
d Distel, Wolldistel, wegen des weißen filzigen Überzugs. — Eselsfurz.
f. Pet d’äne: übersetzt aus dem Griech. — Onoporde.
e. Cotton-thistle = Wolldistel.
11. Wegdistel, da sie an Wegen wächst.
Ophrys, h(fqvi.
Von den Erklärungen, denen ocpQvg in der Bedeutung Augenbraue
zugrunde liegt, kann man wohl wegen der Gesuchtheit dieser Ety-
mologie absehen. — Der Name der Pflanze, die vornehmlich auf
Hügeln gedeiht, dürfte wohl auf ocpQvg in der Bedeutung Hügel
zurückzuführen sein.
d. Ragwurz: die Pflanze ist eine Orchidacee, deren Vertreter wegen der
beiden hodenförmigen Wurzelzwiebeln der Signaturlehre entsprechend
als Aphrodisiaca betrachtet wurden: man glaubte, daß der Genuß
der O. -Zwiebel den Penis erigiere: daher also die Bezeichnung: Rag-
wurz. Die eigenartige, sammetne Blume ist allerhand Vergleichen
ausgesetzt worden: Jungferli, Sammetweibli, Sammetschühli, Frauen-
träne, Teufelsangesicht. Wegen der insektenähnlichen Blume je nach
der Art: O. apifera: wörtlich die bienentragende O. : Bienenblume,
Hummelblume. O. aranifera: Spinnenblume. O. muscifera: Fliegen-
blume genannt.
f. Abeille: Biene; Araignee: Spinne; Mouche: Fliege.
e. Bee-, Spider-, Fly-Ophrys.
n. Oogenbruin, s. oben — Bijen-Vliegen-0.
Orchis,
Theophr. IX. 18. 3. Iv di Tolg rjueTigotg ocouaGL ytoqig icov nqcg
uyteiav nat vooov vmI d'avavov y.at 7ZQog aXXa öwcc/ueig eyeiv
(paotv ov Liovov TCüv ocofxaTLVMv aXXä vmI twv T^g ipvxrjg.
yiiyo) di acouarr/Mv Tceql to yevvav /ml ayoveiv. Kat evia
ye cLTtd rov avzov Ttoieiv ajLig)co /Md^ccTveg i/tl tov OQyetog vmXov-
f.iivov dvelv yaq ovtcov tov fxiv /.leydlov tov di f.ir/qov tov
luiv fuiyav evsQ'^OTVQov Ttoteiv Ttgcg zag ofXiXiag iv yaka/zi df-
dofxevov alyog oq£lv6/.iov, tov di iXazzio aiveod-ai vml %toXv£Lv.
— IX. 18. 5. ^'Evia d*£ivai vmI dg zd d^qevoyovelv ^ di]Xv-
27
yovelvy ölo vmI vmIocol. cpvD^ov to f.iev aq^evoyCvov vo di
d-ijlvyovov’ ojLioia di ymI a/^icpco ^0Qcpr(v eyovxa dm^ov. o di vmq-
Tidg TOv f.iiv ^rjlvycvov Yad^drieQ iXdag ßgvov coygoTegov di.
Tov d* ccQQSvoyovov OLOV TC8Q iXda orav (xqtl cpvriTai iv. xdv ßgvov,
di/,goov di uloTteg ogyeig ard-gcorccov.
Diosc. III. 13 1. ^'Og%Lg. o\ di y.vvog ogyiv ymXovglv — glCa —
Y.at Tvegl xavTrig di loTogelxai, xr^v f.iiv ueiCova gl'Cav vtvo
dvdgcüv iod-LOiuivriv aggevoyovov eivai, xr^v di iXdxxova vjtd
yvvarMüv, d-riXvydvov. TtgoGLOxogeixai di ymI xdg iv QexxaXia
yvvalYMg xdv fxiv ajtaXdv ixexd alyeiov ydla/.xog TtoxiCeiv, cog
TxagiGxdv xd acpgodiGxa’ xdv di ^rigdv Txgdg iTxiGyßGLv /.al
hiXvGiv xd)v dcpgodiGLOJV dvaXvsGd^ai xe xdv exegov vxzd xov exigov
TXlVOfXSVOV.
Plin. XXVI. 62. gemina radice testiculis simili, ita ut maior sive, ut
aliqui dicunt, tenuior ex aqua pola excitet libidinem, minor, sive
mollior e lacte caprino inhibeat.
Galen. XV. 17. ogyig — dX?i ^ f.iiv pLeiCov glKa noXX^v toiYXV
tyBiv vygdxrixa Txegixxcofxaxr/.riv xe ymI (pvGwdrp did xovxo ymI
Tigdg dcpgodLGLa Tvivof-iivrj TtgoxgaiteL. rj (f exiga iXdxxtov e/,«-
TtaXiv YMXELgyaGfxivrj r/Mvovg, tag eivat xr^v Y.gaGLv avxijg etiI
xd ^Egfxdxegcv xe ymI ^r^gdxegov gijxovGav od-ev ov /liovov ov Ttgo-
xgETxEi xdg Txgdg GvvovGLag cgpidg ri di i] gita, aXXd /.al xov-
vavxLov (XTtav, ettexel xe /al /axaGxiXXaL. Desgl. Aetius in ab-
gekürzter Form.
dgxig, Hoden, von ogiyio, begehren. S. unter Ragwmrz (Ophrys).
Mit der stärkeren, saftigeren der beiden Knollen hatte es nach den
alten Schriftstellern die Bewandtnis, wenn man sie aß, Knaben zeugen
zu können, daher:
d. Knabenkraut. — Als Aphrodisiacum hatte O. die Namen: Heirats-
blume und Himmelsschlüssel erhalten. — Kuckucksblume, weil sie zur
Zeit des Kuckucks blüht. — Orche. — Glückshändchen, wegen der
Wurzelform.
f. Orchis — Herbe ä la couleuvre, Nattemkraut, wegen der schwarzen
Flecken auf den Blättern (vergl. O. maculata, die gefleckte O.) oder
weil sie’ zur Nattemzeit, auf besonnten Wiesen, wo Schlangen sich
gerne aufhalten, blüht.
e. Orchis.
n. Orchis — Mannetjes — Koekoeksbloem.
Orchis militaris,
zu deutsch Soldaten-0., wegen der helmförmigen Blüte.
d. Soldaten-0. — Helm-O.
f. O. militaire — O. guerrier: Krieger-0.
e. Military- O.
n. Soldaat-0.
28
Orchis Morio,
morio griech. /nwQog: Narr, wegen der bunten, grüngestreiften Blüte.
d. Salep-Orchis: aus dem Wurzelmehl vieler Orchideen gewinnt man
durch Abkochen mit Wasser ein Getränk „Salep“, das spez. in der
Türkei warm feilgeboten wird.
f. O. bouffon: Narren-0.
e. Green-winged O. : grüngeflügelte Orchis.
n. Harlekijns. — Volg mij na: wegen der eigenartig bunten Blume.
Origanum, oqiyavov,
von cqog: Gebirge und javif-iai: sich freuen, yavog, Freude, weil es
auf Bergen wächst und Freude und Mut mache — oder im Gegen-
satz zu Tciqyavov (Ruta graveolens). Hiernach hätte man zwischen
Bergganon und Quellenganon : {Ttr'yr] = Quelle) zu unterscheiden.
In-ganon aber liege der Begriff y.vdco: kratzen, weil beide bitter von
Geschmack seien. Origanon hieße demnach soviel als Bergbitterling.
— Nach dritter Erklärung ist der Name aber mit oqüv: sehen und
yavoto: glänzend machen, in Verbindung zu bringen, weil es als
Augenmittel diente.
d. Orant, aus dem offiziellen Namen. — Wohlgemut, s. oben. — Dost:
soviel als Büschel, wegen der Dolde. — Majoran, spätlat. majorana,
frz. maijolaine für marjoraine, span, mayorana, portug. maiorana, ver-
wandt mit amarus, d/AaQay.og, bitter.
/. Origan - — Marjolaine — Thym de berger: Hirtenthymian. Sowohl
Thymian als Majoran haben beide starken gewürzhaften Geruch und
sind als Labiaten einander verw^andt.
e. Marjoram.
71. Orego. — Marjolein, marjoraan.
Ornithogalum, oqvi^byalov.
Diosc. II. 174. dvd^T] e^cod-ev (xev ßoravcodr], diavoiyd^evTa de yaXa-
yTitovTa.
von oQVig: Vogel und ydXa: Milch, wiegen der (innen) milchweißen
Blüte. Vogelmilch, um anzudeuten, daß es eine merkwürdig schöne
Pflanze ist; vergl. unser: „w^eißer Rabe“.
d. Hühnermilch — Vogelmilch — Milchstern — Siebenschläfer, die
Blume öffnet sich erst gegen Mittag; vergl. zu Oenothera.
f. Ornithogale — Dame d’onze heures, ii Uhr-Dame; vergl. unter
Anagallis.
e. Star-of-Bethlehem ~ Stern von Bethlehem.
?i. Morgenster, s. vorher. — Vogelmelk.
Ornithopus,
von OQVigy Vogel und Ttovg, Fuß, wegen der eingekerbten Gestalt
und Stellung der Hülsen.
129
d. Vogelfuß. — Sardellen von (spätlat?) seradella, zu deutsch Sägelein,
wegen der eingekerbten Hülsen.
f. Omithope.
e. Bird’s-foot, desgl.
71. Vogelpootje.
Orobanche, oQoßayyri.
Theophr. VIII. 8. 4. ^via de xal cpavegcog eazi viOLva Ttleiovcov
aXXa öia TO f^ialiOTa ev tiglv evd'eveiv i'öia tovtcov cpaiveTai
VMd^dneq ^ oQoßdyxi] twv OQoßwv — rrj OQoßdyyr] enißdllsiv 7,al
VMTtyeiv oXov wöTtSQ TcXerdvaig anoTtvvyei yd^ ovTtog oS^ev ymI
Tovvofia elXr^cpE.
Diosc. II. 171. öoxel öe cpvoixevov ev oOTtqioLg tlol Ttviyeiv aurd.
o&ev vMi TT^v 7tQ0Gwvvf.iiav eöyrfYE.
Plin. XVIII. 44. Est herba quae cicer enecat et ervum circum-
ligando se, vocatur orobanche. — XXII. 80. Orobanchen appella-
vimus necantem erv'um et legumina.
Von ^oqoßogy Erbse und dy%w, würgen, da sie als Schmarotzer auf
den Wurzeln anderer Pflanzen, speziell von Saatpflanzen gedeiht und
dadurch Schaden anrichtet. Die Orobanche der Alten ist unsere
heutige Cuscuta, s. diese.
d. Sommerwurz; in Sommertagen, meist im Juli, treibt die Pflanze ihre
oberirdischen Blütensprosse. — Kleeteufel; auf Klee. — Hanftod: auf
Hanf, desgl. Hanfmännchen. — Stierkraut, da sein Genuß die Stiere
geil machen soll. — Böser Heinrich.
f. Orobanche. — Fausse asperge, falsche Spargel, ihr Sproß gleicht
einem Spargelschoß. — Boyaux du diable: lat. viscera diaboli:
Teufelseingeweide. — Norm. Gambe (jambe) rouge, rotes Bein, wegen
der Form der Pflanze und wegen der rötlichen Blüten.
e. Broomrape, von broom: Sarothamnus und rape: Raub, da sie auf
den Wurzeln von Sarothamnus schmarotzt.
71. Bremraap, desgl.
Orjza, oqiX,a.
Das Wort ist asiatischen Ursprungs: hindostanisch : arese.
d. Reis.
f. Riz, prov. ris, ital. riso, walach. urez, pers. orz, arab. arrozz. Unter
Agglutination des arab. Artikels entstand der span. - portug. Name
arroz.
€. Rice.
71. Reisz und Ries.
Oxalis^ o '^alig.
Plin. verstand hierunter Rumex acetosa; von l'^vg: scharf, sauer, wegen
des säuerlichen Geschmacks der Blätter, der auch der jetzigen Gattung
O. eigen.
Kanngiesser, Etymologie usw.
9
(i. Sauerklee, wegen der kleeförmigen Blätter. — Buchampfer, da er
wie Rumex acetosa, der Sauerampfer, schmeckt und in Buchenwäldern
wächst. — Gauchklee, soviel als falscher Klee. — Kuckuksbrot: die
Blätter sind eßbar.
/. Petite oseille, kleiner Sauerampfer. — Trefle aigre: Sauerklee. —
Surelle: Säuerling.
e. Wood-sorrel: Waldsäuerling.
n. Klaverzuring : Kleesäuerling.
P.
Paeonia, TtaLcovla.
Plin. XXV. IO. Vetustissima inventu Paeonia est nomenque auc-
toris retinet.
Apulejus. med. herb. 64. Paeonia nomen inventoris retinet.
Isid. XVII. 9. 48. Paeon quidam medicus fuit, a quo Paeonia
' herba perhibetur inventa, ut Homerus dicit Ilias V 401.*)
Von Paion, dem Götterarzt, mit Bezug auf den Gebrauch als Arznei-
pflanze**) — oder von Ttaiav, heilen.
ä. Paeonie — Pfingstrose, da sie um Pfingsten blüht, und zwar in
Farbe wie Form einer Rosenblüte ähnlich. — Gichtrose, gegen Gicht.
f. Peone — Pivoine.
c. Peony — Primet: vergl. unter Primula.
n. Pioenroos.
Panicum.
Plin. XVIII. IO. Panicum a paniculis dictum, cacumine languide
nutante.
Isidor. XVII. 3. 13. Panicium dictum, quod multis in regionibus ex
eo panis vice homines sustentantur, quasi panificium.
Von paniculum, Büschel, wegen der büschelförmigen Ähren — oder
von panis, Brot, weil aus seinen Samen Brot gebacken wird.
d. Hirse. Ursprung aus dem Armenischen; verwandt mit der griech.
Bezeichnung: vdyQXog’, vergl. vMvvaßig und Hanf.
f. Millet, mil, span, mijo, ital. miglio; vergl. den Artnamen P. milia-
ceum und s. unter Milium.
e. Hirse — Millet — Panic-grass.
n. Hirs — Heerze. — Gierst (s. unter Milium). — Vingergras; J'hgi-
taria: Die Ähren sind wie die Finger einer Hand angeordnet.
*) Homer Ilias V. 401 ist von der Entdeckung der Heilpflanze durch Paeon
keine Rede. Es heißt daselbst nur: Tw d'lnX nciLr\(ov Ioövvi](fcaa (paQjuaxa näaaojv
HxEOaT .
**) Paeon ist erst in späteren Zeiten mit Apollo identifiziert worden. Homer und
Hesiod haben ihn noch von Apollo unterschieden.
Papaver,
aus apio (capio), aTtxw: fassen mit Vorgesetztem p. Papaver be-
deutete daher in etymol. Hinsicht soviel wie das deutsche Wort Faß
und hätte seinen Namen von der tonnenähnlichen, viele Samen
fassenden Mohnkapsel erhalten — oder verwandt mit kelt. papa ==
Brei. Die Mohnkörner werden auch heute noch von gewissenlosen
Eltern unter den Brei gemischt, um die Kinder einzuschläfem ; aus ähn-
lichem Grunde bringt man das Wort mit papen: essen in Verbindung.
d. Mohn, althd. Mago, bedeutete auch Magen: wegen der magenförmigen
Frucht. — Mohn, bzw. altdeutsch mago, kann aber auch mit griech.
verwandt sein, das sowohl Mohn als die Blase der Tinten-
fische bezeichnete, so daß ^iiqyMV sich wohl auch auf die Form der
Samenkapsel beziehen dürfte.
_/! Pavot, vom Lat. — Ponceau, von puniceus, q)OLvly.eog, scharlachrot,
phönizisch: die Phönizier lieferten den besten Purpur; ponceau also
wegen der scharlachroten Blüte genannt. Ponceau wird auch als
verderbt aus Papaver erklärt, oder aus Paeonia, mit dessen Blüte die
Mohnblüte eine gew. Ähnlichkeit hat.
■i. Poppy, aus dem Lat.
.n. Maankop = Mohnkopf, wegen der Samenkapsel. — Klaproos, s. unten
unter Klapperrose. — Heul, verwandt mit frz. huile, deutsch Öl,
wegen der ölhaltigen Samen.
Papaver Ehoeas.
Diosc. IV. 64. Mriytüv QOiag, ojvof-iaOTai de Sia xb xayeißg to
avS-og ajtoßdXXeLV. — IV. 65. Mrfy.wv rj xig eoxLV rj-
l.(€Qog, V7t evLtüv de qoiag y.ai avTrj did vb qbTv e^ avrrg xbv
OTcbv.
Plin. XIX. 53. Rhoeas. Flore rufo et protinus deciduo unde et
nomen a Graecis accepit.
Galen. Ff. XII. 13. Mrfy.wv rj /.lev xig qoiag ovofAaterai, dicXL
zayetog avTi\g ccjcoqqeX xb ard-og.
Rhoeas, von qelv, fließen, wegen des Milchsaftes der Papaveraceen, oder
■von {d.'TCoq)Qelv, abfließen, abfallen, weil P. Rhoeas die Blütenblätter
rasch -verliert — oder verwandt mit Qovaiog, lat. ruber, rot, wegen
der Blütenfarbe — oder entlehnt von Qoia, Qoa, der Granatbaum,
Granatapfel, da die Blüte von P. Rhoeas ebenso rot ist wie die
Frucht des Granatbaums, oder seine Samenkapsel ebenso samenreich
wie der Granatapfel [der ja daher seinen Namen hat: von granum =
Kom, Samen] — oder von gelv, fließen, da er den Samen aus der
reifen Kapsel nur so herausfließen läßt, bzw. herausschüttet.
d, Klatschrose: Die Kinder legen die zarten Blütenblätter auf den durch
Daumen und Zeigefinger gebildeten Ring, schlagen darauf und er-
freuen sich an dem klatschenden Schall — oder verwandt mit
glitzern, ahd. clitzinon, daher die Pflanze auch Klitsche genannt
wurde, wegen der glänzend -roten Blütenfarbe. — Klapperblume wegen
9*
132
des Rasseins der reifen Samen in der Kapsel. — Im Württemberg.
Fackel, wegen der Blütenfarbe.
f. Coquelicot. Var. von coqnericot, das eine Nachahmung des Hahnen-
Schreis ist. In der Languedoc heißt cacaraca und in der Picardie
coqriacot sow’ohl Hahnenschrei als P. Rhoeas. Das Tertium compa-
rationis ist der Begriff „rot“. Nach anderer Erklärung, die etymo-
logisch der ersten nicht zu widersprechen braucht, ist coquelicot aus
dem Gallischen abzuleiten; vergl. Marcellus Empiricus: Papaver sil-
vestre, quod gallice calocatonos dicitur. VergL irländ. codlaineam,
codalan. — Pavot des champs: Feldmohn, wächst im Feld.
e. Field Poppy, Com Poppy, wächst unter dem Kom.
n. Klaproos, s. vorher. — Komroos. — Kankerbloem, gegen den cancer
(Krebs).
Parietaria^ sc. herba.
Parietarius zur Wand, Mauer gehörig: paries die Wand, Mauer. Die
Pflanze 'wächst auf Mauern.
d. Treufkraut (?). — Glaskraut, dient zum Reinigen von gläsernen 'wie
metallenen Gefäßen, hieß daher lat. auch Vitriaria: von vitrum,
Glas» — Tag und Nacht, da die Blätter durchscheinend punk-
tiert sind.
f. Vitriole: Glaskraut. — Aumure, auf der Mauer. — Herbe aux nonnes
= Nonnenkraut, da es auf den hohen Klostermauem wächst. —
Parietaire.
e. Pellitory aus dem Lat. verderbt.
n. Glaskruid.
Paris,
von par, paris, gleich, wegen der vier gleichen Blätter, oder zu Ehren
von Paris, des trojanischen Preisrichters. Die vier Blätter stellen Paris
und die drei Göttinnen dar, die Beere in der Mitte den Streitapfel;
vergl. Stiefmütterchen (Viola trieolor).
d. Einbeere, Stengel nur einblütig und einbeerig.
f. Parisette — Herbe ä Paris — Etrangle-loup = Wolfswürge, da sie
giftig ist.
e. Herb- Paris.
n. Eenbes.
Parnassia«
Diosc. IV. 32. dh Iv tcT Uagraoow yevvcofitevr^ ayqoyOTig.
Diese oder eine ihr sehr ähnliche Pflanze w'ächst zahlreich auf dem
Parnaß, einem Berge Griechenlands, und hat daher den Namen er-
halten.
d. Studentenröschen, Studentenkraut, da es auf dem Musenberg Par-
nasses wmebs. — Eisblume, wächst in den Alpen nahe dem Eis
(Söhns). — Herzblatt, wiegen der Blattform. — Leberblümchen, s. Hepatica.
133
f. Parnassie. — Hepatique blanche, weißes Leberblümchen; blüht weiß,
im Gegensatz zur blau blühenden Hepatica. — Gazon du Parnasse:
Parnaßrasen. Die Pflanze, eine Saxifragacee, tritt meist in Massen
auf und bildet Rasen.
e. Grass of Parnassus.
n. Parnaskruid.
Fastinaca.
Isid. XVII. IO. 6. Pastinace vocata, quod eins radix praecipuus potus
sit hominis.
Von pastus, Weide, Futter; die Wurzel ist eßbar — oder von
alles und «zog: Heilmittel — oder von pastinum, Hacke, da ihre
Wurzel ausgehackt wird.
d. Pastinak.
f. Pastanade.
e. Parsnip, aus altfrz. pastenaque; aus k-Laut wird ein p-Laut; vergl.
quinque aus rcEiiTtt.
n. Pastinaak.
Pedicularis, sc. herba.
Pedicularis, zu den Läusen gehörig, von pediculus, Laus: ein Mittel
gegen Läuse.
d. Läusekraut. — Rodel, wegen der roten oder rot gezeichneten Blumen-
krone.
f. Pediculaire — Herbe aux poux: Flohkraut.
e. Lousewort — (Red) Rattle, vergl. Rodel.
n. Luiskruid — Kartelblad, kartel == Einschnitt, wegen der fein zerteilten,
gekerbten Blättchen.
Peplis^ TTBTzXig
hieß Euphorbia Peplis, vielleicht wegen der Hülle, die mit dem niicXogy
einem Überkleide, Ähnlichkeit haben mochte.
d. BurgeL verderbt aus Portulaca, mit dem sie große Ähnlichkeit hat;
vergl. die Artbezeichnung P. Portula.
f. Peplide.
e. Water purslane, vom lat. porcilaca aus portulaca. Die Pflanze wächst
an feuchten Stellen.
n. Water porselein.
Persica, /m^lea TceQar/.ri.
Plin. XV. 13. In totum quidem Persica peregrina etiam Asiae Graeciae-
que esse ex nomine ipso apparet atque ex Perside advecta.
Isid. XVII. 7. 7. Malum persicum. Persicum vocatur, quod eam
arborem primus in Aegypto severit Perseus. Haec in Persida
134
fructum generat interfectiorum, apud nos autem iucundum ac
suavem.
Zu Ehren von Perseus oder nach seinem persischen Vaterlande.
d. Pfirsich.
f. Peche — Pecher (der Baum). — In Persicot (Pfirsichbranntwein) ist
der Ursprung von Peche noch deutlich zu erkennen.
e. Peach.
n. Perzik.
Petasites, TceTaolrii^g,
Diosc. IV. io6. TrexaGLTrig /uoaxov IgtI /aeiKcov Tcr^yEiog^ ecp ob cpvllov
TtETaGtodeg f.ieya.
Von TteraGog, einem breitrandigen Hut der Griechen und Römer^
wegen der sehr breiten Blätter so genannt: dieserhalb hat sie auch
viele Namen mit den ebenfalls breitblättrigen Gattungen Lappa,
Tussilago imd Lactuca gemein.
d. Pestwurz. Entweder verderbt aus dem offiziellen Namen, oder wegen
des unangenehmen Geruchs der Blätter oder weil die Wurzel als Heil-
mittel gegen die Pest gebraucht wurde (vielleicht bloß auf die Namens-
ähnlichkeit hin, wie ja noch häufiger die Gestalt oder Eigenschaft
einer Pflanze Veranlassung zu ihrer Verwendung wurde; vergl. Saxi-
fraga gegen Steinleiden, Vesicaria gegen Blasenleiden, Chelidonium
wegen des gelben Saftes gegen Gelbsucht. Vergl. unter Signaturlehre
in der Einleitung.)
f. Petasite — Herbe aux teigneux: Grindkraut, die Blätter fanden gegen
Grind Anwendung.
e. Butterbur, wegen der buttergelben Blumen einzelner Arten. Über —
bur vergl. unter Lappa.
71. Pestwortei.
Petroselinum, tcet^ogeXivov.
Plin. XX. 47. Alio genere Petroselinum quidam appellant, in saxis
natum.
Apulejus med. herb. 136. nascitur in petris.
Isidor. XVH. 1 1 . 2 . Petroselinon vocatum, quod sit similis apio et
nascatur in petris montibusque praeruptis, quod nos petrapium dicere
possumus. ^eXivov enim Graece apium dicitur.
Von TtevQogj Fels und geXivov, Eppich, also etwa Felseneppich,,
Steineppich, da er auf steinigen Orten wachsen soll oder — wohl
sekundär — gegen Steinleiden angewandt wurde. Der Eppich, Apium^
ist gleichfalls eine Umbellifere.
d. Petersilie.
f. Persil.
e. Parsley.
n. P(i)eterselie.
135
Peiicedanum, 7iEv'/,edavov,
von 7tEvy.£Öav6g, bitter, wegen des bitteren Geschmacks der Pflanze,
oder von Tievv.rj, Kiefer, Fichte, weil ihre feinen Blättchen Kiefer-
nadeln ähnlich sehen, oder weil die Wurzel gewisser Arten mit gelb-
lichem, harzig riechendem Saft gefüllt ist (event. von Ttetyiq und
vavvog, Zwerg).
d. Haarstrang, die Stengel sind strangförmig, die feinen, zarten Blättchen
wie Haare.
/. Persil des marais: Sumpfpetersilie. Die Pflanze ist wie die Petersilie
eine Umbellifere, eine Art (palustre) wächst in Sümpfen. — Fenouil
de porc, Schw'einefenchel ; auch Fenchel, Foeniculum, ist eine Um-
bellifere, F. de porc: entweder verächtlich, oder weil die Schweine
seihe Wurzeln fressen. — Encens d’eau: Wasserw'eihrauch, wegen
der aromatischen Wurzeln. — Tisselin, von opfern, räuchern
und aeXivov, Eppich: Weihrauch eppich: Eppich ist ebenfalls eine
Umbellifere. •
e. Hog’s-fennel = Schweinefenchel.
?i. Varkenskervel = Schweinekerbel. Kerbel (Anthriscus) gleichfalls Um-
bellifere.
PhalariSj cpalaglg,
von (falr^Qog, blank, glänzend, wegen des Silberglanzes seiner Ähren.
d. Glanzkraut, desgl.
f. Alpiste, da die Pflanze auf steilen Orten wächst.
e. Canary grass: Kanariengras, der Same dient als Vogelfutter.
n. Kanariegras.
Phaseolus, cpaor^og.
Isidor. XVH. lo. 14. Phaselos vocari a Phaselo insula (?) Graeciae,
ubi non procul mons Olympus est.
Verwandt mit cpaoyavov: Schwert, wegen der schwertförmigen Hülse.
Daß (pdarjXog auch einen schmalen Kahn oder schnellsegelndes
Schiff bedeutet, dürfte wegen der Ähnlichkeit mit der Schote von
Ph. wohl als eine sekundäre Bildung aufzufassen sein. Möglicher-
weise stammt die lat. Bezeichnung: faba von cpdor]log.
d. Bohne: russ. bob, got. babuna, kelt. ffaen aus dem lat. faba.
f. Bis zum 17. Jahrhundert war feve: von faba der gebräuchliche
Name, danach trat „Haricot“ an seine Stelle: wahrscheinlich ver-
wandt mit dem griech. d^av.og, dem Namen einer Hülsenfrucht. Im
Altfrz. verstand man unter haricot wie unter dem arab. hali-grote
ein Hammelsragout, zu dem Bohnen vielleicht als Beispeise gehörten,
so daß man letztere schlechthin oder scherzweise als das Ragout
selbst bezeichnete; vergl. hierzu die Verblendung des Namens perdrix,
bzw. chapon auf ail (Allium). Nach anderer Erklärung soll der An-
blick einer Platte Bohnen an die kleinen geschnittenen Fleisch-
stückchen eines Hammelsragoüts erinnern. Wenn auch die letzteren
— 136 —
Erklärungsversuche schon etwas abenteuerlich erscheinen, so sei doch
noch schließlich die Erklärung von Menage angegeben: faba, fabarius,
fabaricus, fabaricotus, haricotus: Scheler schreibt hierzu: Unglück-
licherweise hat Menage versäumt, uns auf der Karte die verschiedenen
Etappen seiner langen Route anzugeben, die von faba nach haricot
führt. — In der Normandie wird der weiße Bohnensamen noch jetzt
feve blanche genannt.
e. Bean.
n. Boon.
Philadelphus.
Zu Ehren des Königs Ptolomäus von Äg}'pten, der den Beinamen
Philadelphus führte.
d. Pfeifenstrauch, die geraden Zweige werden als Pfeifenrohren verarbeitet.
f. Philadelphe.
e. White Syringa: Blüht weiß und in Rispen wie die Syringe. Duftet
ebenfalls stark.
n. Jasmijn. Im Duft, aber nicht in der Gestalt dem Jasmin ähnlich: er
hat dessen Namen usurpiert wie Robinia Pseudacacia den Namen
der echten Akazie und wie Cladium und Cyperus den Namen Gal-
gant sich angeeignet haben; vergl. Einleitung.
Phleum, (pXetog,
eine Graminee, unter deren Namen man im Altertum eine Arundoart
oder Typha verstand. Im Ionischen bezeichnet cplovg sowohl diese
Pflanze als Bast; die Pflanze dürfte daher von ihrem Gebrauch zum
Binden den Namen erhalten haben.
d. Lieschgras, s. unter Carex.
f. Phleole, Fleau — Marsette, korr. aus masse, s. unter Typha. —
Queue de renard, de rat = Fuchs-, Rattenschwanz, wegen der Ähren-
form.
e. Cat’s-tail: Katzenschwanz. — Timothygrass: In England als Futter-
kraut im Jahre 1765 zuerst von Timothy Hanson kultiviert, daher
auch deutsch Timotheusgras, frz. Thimotee.
71. Doddegras = Dostgras, s. unter Typha.
Phragmites, vAXaaog (pQayjiUTijg,
ffqay^izrjg, als Zaun dienlich, von qjgay^ta, Zaun, weil das Rohr zur
Ausflechtung von Zäunen benutzt wird. Diosc. I. 12 1. *^[AXif.iog^
S-a^vog iad (foaytÄiT7]g,
d. Rohr, verw'andt mit frz, roseau, vom got. raus, altfrz. und proven-
zalisch desgl., norm, ros; entw^eder verwandt mit rauschen, wiegen des
Spiels, das der Wind mit den Rohrhalmen und Ähren treibt, oder
verw’andt mit Röhre, w’egen der hohlen Stengel. Doch dürfte Röhre
wahrscheinlich eine sek. Bildung sein. — Schilf, \^erwandt mit scir-
pus, s, dieses.
137
f. Roseau — norm, catcoue: von chat: Katze und queue: Schwanz,
wegen des Blütenstandes.
e. Reed, s. unter Carex.
11. Riet.
Physalis, q^vaallg.
Diosc. IV. 72. eOTL vmI Iregov avgvxvov. 0 IdUog aXivAvMßov vm-
?^ovoiv, Ol de (puaaXiöa. — '/mq^vov öe eyei ev d'V?.ayJoig tveql-
(fegeOLv, ouoiov q>voGaig, Ttvqqov, Txeqiqteqrj, Xeiov, cog qäya
OTaq^vlr^g.
Plin. XXI. 105. halicacabon vocant, nostri autem vesicariam, quo-
niam vesicae et calculis prosit. Frutex est surculosus verius quam
herba, folliculis magnis latisque et turbinatis grandi intus acino, qui
maturescit Novembri mense.
Von q)i:aa, Blase; die Frucht ist von einem roten, aufgetriebenen,
blasenförmigen Kelch umgeben, lat. daher vesicaria — oder so
genannt (aber wohl erst sekundär), weil sie gegen Blasenleiden be-
nutzt wurde.
Ph. Alkekengi,
vom arab. al kakendj, das wiederum aus dem griech. alr/My.(yC)aßog
(s. Diosc.) entstellt sein soll, wie denn überhaupt viele arabische
Pflanzenbezeichnungen wiederum auf das Griech. zurückzuführen sind,
da ja die Araber in der Pflanzenkunde Schüler der Griechen w'aren.
alr/A'/Mßog: aus aZg, Salz und VM'/Mßog^ Topf, wiegen des salzigen
Geschmacks der Beere und des großen diese umhüllenden Kelchs.
d. Schlutter (?) — Judenkirsche, wegen der orangenen, roten, bis kirsch-
großen Beeren und wegen des roten Kelches, der der Kopf-
bedeckung ähnelt, wie sie im Mittelalter von Judenfrauen getragen
wurde.
/. Coqueret, von coque, Schale, wiegen des Kelches. — Cerises d’hiver:
Die eßbaren Früchte reifen zur Winterszeit. — Amour en cage,
Liebe im Käfig, w'egen der roten Frucht, die in rotem Kelch ein-
geschlossen. — Pommes d’amour: Liebesäpfel.
e. Winter- cherry, Winterkirsche.
«. Jodenkers — Lampionplant, da der aufgetriebene, scharlachrote Kelch
einem Lampion ähnelt.
Phyteuma, (pvTsvua.
Diosc. IV. 128. cpvTEVLia — qi^T^ avayqdcpovol rivEg Evd^eruv Ttqdg
(pLXxqov.
Plin. XXVII. 99, Phyteuma quäle sit, describere supervacuum habeo,
cum sit USUS eius tantum ad amatoria.
Von (fVTEvw, zeugen, sie wmrde als Aphrodisiacum benutzt (s. Diosc.
und Plin.) — oder von qtvzEvco, pflanzen, cpvrevfxa, das Gepflanzte,
Pflanze.
138
d. Triftwurz, wächst auf Triften, Wiesen. — Rapunzel, Diminut. von
rapa, Rübe, wegen der rübenförmigen Wurzel.
f. Raiponze, Raponcule.
e. Rampion.
n. Rapunzel.
Picea, vergl. unter Pinus.
von pix i/tioöa), Pech, Teer, weil dieses aus ihr gewonnen wird.
d. Fichte, verwandt mit feucht, wegen des Harzgehaltes, oder verwandt
mit P.
y. Epicea, vom Lat.
e. Spruce, verwandt mit deutsch Sproß, wegen des hohen, schlanken
Wuchses oder der vielen Seitensprosse. — Unter (Spruce =) Pruce
verstand man auch Preußen, vielleicht, daß die in England nicht
einheimische Fichte über Preußen in England eingeführt wurde und
daher ihren Namen erhalten hat; s. unter Juglans: Walnuß.
n. Spar, s. imter Abies.
Picris, TtLAQLq.
Plin. XIX. 38. Pessimum autem genus cum exprobatione amari-
tudinis appellavere TtrAgida. — XXII. 31. ab insigni amaritudine
cognominatus.
Unter picris verstanden die Alten verschiedene Cichoriaceen. Die
heutige Gattung Picris ist nicht besonders bitter {Ttiv.Qog).
d. Bitterich, Bitterkraut.
/. Picride.
e. Picris.
71, Bitterkruid.
Pimpinella
wurde Poterium sanguisorba genannt, wegen ihrer becherförmigen
Blüten von ttIvco, bibere, trinken. Wegen der Ähnlichkeit dieser
Pflanze mit P. saxifraga sei der Name auf die gesamte Gattung
übertragen. — Oder aus pipemella, weil die Wurzel einen pfefferähn-
lichen Geschmack habe. — Oder Dimin. von bipennis, d. h. doppelt-
geflügelt, weil die Blätter an den Zweigen immer paarweise stehen;
vergl. auch unter Anagallis.
d. Bibemell.
/. Boucage, Persil de bouc: Bockspetersilie, wegen des starken Geruchs
oder weil die Pflanze von Böcken gefressen wird. P. ist wie die
Petersilie eine Umbellifere.
<?. Pimpinel.
7i. Bevemel — Pimpemel.
139
Pinguicula.
Diminutivum von pinguis, fett, wegen der fettglänzenden, fleischigen
Blätter.
d. Fettkraut.
f. Grassette, von gras: fett.
e. Butterwort, desgl.
71. Vetblad, desgl.
Pinus, Ttev'/.rj, s. jtLrvg.
Isidor. XVII. 7. 31. Pinium autem aliam pitin, aliam Graeci
TztvKVjV vocant, quam nos piceam dicimus, ex quo desudat picem.
Pinus und Picea sind sprachlich wie botanisch häufig verwechselt
worden, als dritte im Bunde Abies; ebenso Ttevxri und Ttizvg,
worunter die Griechen bald Pinus Aleppica, bald Pinus Laricio ver-
standen. Betreffs der Etymologie von Pinus ist die unter Picea ge-
gebene Erklärung möglich — man leitet es auch aus pic-nus ab,
um es auf Picea bequemer zurückführen zu können — oder von
ffOLVog, braunrot, wegen der Borkenfarbe {cpoivL^ phönizisch rot, s.
unter Papaver) — oder verwandt mit kelt. pen, Kopf, wegen der
kopfförmigen Krone.
d. Kiefer, aus Kienföhre kontrahiert, nordböhm. Kimfer, frk. kinfir, ihr
Holz wird zu Kienspänen benutzt. — Eöhre verwandt mit Feuer,
da die Kienspäne zu Leuchtfackeln benutzt wurden, oder verwandt
mit Quercus; s. d.
/. Pinasse, Pin.
€. Pine.
71. Pijn.
Pirola (Pyrola).
Diminutivum von pirus, Birne, wegen der birnenblattähnlichen, glänzenden
Blätter.
d. Birnkraut. — Wintergrün, da die Blätter über Winter grün bleiben.
f. Pyrole. — Verdure d’hiver, Wintergrün.
e. Wintergreen.
7t. Wintergroen.
Pirus (Pyrus).
Isidor. XVII. 3. 15. Pirus vocata videtur, quod in ignis speciem
deformata est. nam hoc genus pomi ab amplo incipit et in angustum
finit, sicut ignis.
Von Ttvq., Feuer, da die Frucht der Birne, die der gesamten Gattung
den Namen gegeben, wie das Feuer von unten nach oben sich ver-
schmälert — oder verv'andt mit Ttltov, fett, wegen der fettglänzenden
Blätter im Gegensatz zu den rauheren, leicht behaarten Apfelblättem,
die jenem den offiziellen Namen gegeben.
140
Pirus communis^
gewöhnliche P.
d. Birne, aus dem Lat.
f. Poire — poirier.
e. Pear-(tree).
n. Peer, Pereboom.
Pirus malus.
Vergl. griech. jiirilov, das wie das hebr. peri erst Frucht, dann Apfel
bezeichnete. Griech. urjXov heißt auch Schaf und wird die Ety-
mologie für beide Bedeutungen in uakvg: (wollig) gesucht, wegen der
wolligen Apfelblätter, bzw. des Tierpelzes.
d^ Apfel, verw'andt mit Obst; vergl. aber auch kelt. eppilew: sprossen,
wonach Apfel vielleicht „Gewächs“ im allgemeinen bedeuten würde.
yi Pomme, Pommier, vom lat. pomum; Obst.
Apple — crab-apple, von ags. scrabb: Gebüsch; der unter crab-apple
verstandene Wildapfel wächst strauchartig.
n. Appel.
Pirus s. Sorbus.
Sorbus von sorbere, absorbieren, zusammenziehen, wegen der An-
wendung als Adstringens bei Diarrhöen, oder wegen des zusammen-
ziehenden Geschmacks der Früchte; event. vom kelt. sor = rauh,
wegen der Früchte.
Pirus domestica (Sorbus d.);
domestica, häuslich, da sie kultiviert wird.
d. Spierling, Speierling von sper, spar, dürre Frucht, die erst nach dem
Liegen genießbar wird.
f. Cormier. Wenn Littre cormier vom com um, dem lat. Namen des
Baumes, ableitet, so ist dies eine Verv^echslung mit der Cornel-
kirsche, die der Lateiner mit cornum bezeichnete. Cormier bezeich-
nete der Lateiner mit Sorbus. — Der Ursprung von Cormier ist
unklar.
e. Service-tree, von cerevisia, eine Art Bier, da man berauschende Ge-
tränke aus der Fmcht macht — oder verderbt aus Sorbus. —
Chequer - tree, chequer alte Aussprache von choker, ersticken, ver-
schlucken, da die unschmackhafte Fmcht geeignet sei, einen Er-
stickungsanfall auszulösen; oder von chequered, scheckig, wegen der
scheckigen Frucht, event. wegen des geflammten Holzes.
n. Peer Lijsterbes == Bimen-Elsbeere, s. unter P. torminalis.
P- s. S. auctiparia,
von aucupari, auf den Vogelfang ausgehen. Die Beeren werden zum
Vogelfang benutzt.
d. Vogelbeerbaum, die Vögel fressen seine Beeren gern. — Quietsch-
beere, verwandt mit quick: lebhaft, frisch, da sie selbst auf ärmerem
Boden, z. B. als Überbaum, leicht und gut gedeiht. — Eberesche
aus Aberesche, das sich zu Esche verhält wie Aberglaube zu Glaube,
also falsche Esche; s. d. Folgende.
f. Sorbier des oiseaux = Vogelsorb us. — Sorbier des oiseleurs = Vogel-
fängersorbus.
e. Mountain ash : Gebirgsesche, wächst im Gebirge, sie hat mit der Esche
die Fiederteiligkeit der Blätter gemeinsam. — Rowan-tree, altnordisch
runa, Zauber, der Baum wurde gegen Verzauberung angepflanzt;
runtafas waren Stäbe, die von dem „Rowan“ geschnitten wurden.
Seine Zweige wairden an die Viehställe gehängt, um die Tiere vor
Verhexung und Krankheit zu bewahren. — Fowler’s-service = Vogel-
fängers Sorbus. — Quickbeam, weil die Blätter immer in Bewegung
sind; s. jedoch oben und unter Juniperus. — Witchwood, Witchen,
andere Form von cwic, quick; s. aber auch unter Ulmus.
n. Lijsterbes, lijster = Drossel, bes = Beere; vergl. Krammetsbeere für
Juniperus.
P. s. S. torminalis.
Plin. XV. 23. Sorbus. quartum genus torminale appellant, remedio
tantum probabile.
Torminalis : zur Ruhr gehörig; P. torminalis wurde gegen Ruhr angewandt.
d. Elsbeere, w’egen der Holzfarbe; s. unter Ainus, die ebenfalls Else,
poln. olsza genannt wird. — Mehlbeerbaum, s. unter P. Aria.
f. Alisier, alise, altfrz. alis = süß, wegen der Frucht, v^hrscheinlich aber
verw’andt mit dem deutschen Namen. Die Akademie schreibt alizier.
e. Wild service-tree, wilder Speierling (P. domestica).
n. P. torminalis.
Pirus s. Sorbus Aria.
Welche Holzpflanze die Griechen unter aola verstanden haben, ist
zweifelhaft, es wurde dieser Pflanzenname von Linne willkürlich
zur binären Nomenklatur verwendet.
d. Mehlbeerbaum. Die Frucht ist mehlig.
f. Alisier, s. unter S. torminalis.
c. Beam-tree, beam: Baum, tree: desgl. Erklärung zu allgemein, um
richtig sein zu können.
n. Sorbepeer = Sorbusbime. — Meelbes.
Pisum, TtiooVj s. Erv'um,
von 7t{T)iooio, lat. pinsere, zerreiben, zerstoßen, weil die Frucht bei
der Zubereitung zerstoßen wird.
d. Erbse, s. Ervum.
f. Pois vom Lat.
c. Pea.
142
n. Peulen, von peul, Hülse, mnd. pöle, Topf, Schale, wegen der
Schoten. — Doperwten = dop-erwten: dop = Schale, erwt s. unter
Ervum.
Flantago, agvoyli^oGov,
Ableitung von planta: Fußsohle, wegen der Ähnlichkeit der Blätter,
oder von planta: Pflanze, um Plantago somit als ein sehr verbreitetes
oder sehr heilsames Kraut zu bezeichnen.
d. Wegerich: weil es in Wegen wächst. — Heudieb: weil es dem Gras
den Platz raubt; vergl. Milchdieb (Euphrasia). — Schafzunge, lingua
agnina, Übersetzung des oben erwähnten griech. S)monyms. — Es
sei an dieser Stelle erwähnt, daß die Indianer Plantago maior
„Fußtapfen des Weißen“ nennen. Der Same bleibt an den
Kleidern der Einwanderer hängen und wird so von diesen im Innern
Nordamerikas verbreitet. (W. Rattke: Verbreitung der Pflanzen,
1884. p. 31.)
f. Plantain — Langue d’agneau: Lammzunge.
e. Plantain.
n. Weegbree: Wegebreit. — Hondetong: Hundszunge. — Platvoet.
Platauus, 7t?^avavog.*)
Isidor. XVII. 7. 37. a latitudine scilicet foliorum, vel quod ipsa
arbor patula sit et ampla.
Von TtXaxvg: breit, wegen des breitwüchsigen und breitblättrigen
Baumes. — Nach anderen Erklärern soll das Wort iranischen, d. h.
persischen Ursprungs sein.
d. Platane.
f. Platane.
e. Plane, aus Platanus in Anlehnung an plane, flach, wiegen der breiten
Blätter und des ziemlich flach sich ausbreitenden Laubdachs; amerikan.
Buttonweed, wiegen der knopfförmigen Frucht.
n. Plataan.
Poa, Ttoa.
Theophr. IX. 8. i. vmIoZolv yag ymI rcöav (herbam. Kraut) l.via twv
(paQiia'ÄOÖtüV 01 QlCoTOt^lOL.
Ttoa war im Griechischen ein Kollektivum für Kräuter und Gräser;
vergl. II. 14. 347: Kraut und Od. 18. 370: Gras.
d. Rispelgras, wegen der Rispenäste.
f. Päturin, päture, von pascere, wieden, da es eine gute Weidpflanze ist.
e. Poa.
n. Beemdgras: Auen- oder Wiesengras.
*) Nicht zu verwechseln mit dem homer. nlaraviGTog, wie dies z. B. durch
Herodot 7. 31. geschieht. In dem Gespr. des Sokr. mit Phädr. wird die Platane
jikciTavog genannt und ihrer als Krankheitserregers gedacht. Ihre Blatthaare rufen be-
kanntlich Augenentzündung und Kratzen im Halse bei dafür empfindlichen Personen
hervor.
43
Polemonium, TToleucoviov.
Plin. XXV. 28. Polemoniam ab certamine regum inventionis ap-
pellant.
Von TtoXe/iiog, Krieg, Streit, den Könige um die Entdeckung der
Pflanze gehabt hätten (Plin.). Nach anderer Meinung Polemon, einem
König von Pontus, zu Ehren so benannt. Nach dritter Meinung
nach Polemonium, einer Stadt Kappadociens. Nach vierter Meinung
schließlich aus tvoXv: viel und /.lovog: allein, wegen der vielpaarig
gefiederten Blätter.
d. Sperrkraut: wegen der speerförmigen Blätter, oder von sperricht, aus-
einandergespreizt, wegen der dichtbuschigen Grundblätter. — Himmels-
leiter, wegen der Anordnung der Stammblätter.
y. Polemoine.
e. Greek Valerian (?). Jacob’s-Ladder: Jacobsleiter.
n. Speerkruid.
Polygala, TtolvyaXov.
Diosc. IV. 140. Uolvyalov. 7to&ev öe vmI tovto yaXa öov.el TtXeiov
TtOLUV.
Plin. XXVII. 96. Quae pota lactis abundantiam facit.
Galen 0 XVI. 27. IloXvyaXov. Soxel de Ttivc/neva yaXa yevvav.
Von TtoXv^ viel und yaXa, Milch, Genuß des Krautes soll die Milch
vermehren.
d. Ramsel {?). Allium ursinum und Erysimum alliaria werden ebenso
genannt. — Kreuzblümchen (?).
f. Laitier, von lait: Milch.
e. Milkwort.
71. Kruisbloem = Kreuzblume.
Polygonatum, TtoXvydvarov.
Diosc. IV. 6. üoXvyovavov. — gll^av de TcoXvydvarop —
Plin. XXVII. 91. TtoXvydvarov ali polygonaton a frequentia geni-
culorum.
Von TtoXvg: viel und ydvv: Knie; ein Kraut, dessen Wurzel viele Kniee,
Knoten hat; es sind dies die Narben des Wurzelstocks, auf denen
die vorjährige Pflanze gewachsen war.
d. Weißwurz, wegen der Wurzelfarbe. — Salomonssiegel, wegen der
Narben, die wie Siegel ausseh en; vergl. Convallaria.
f. Genouillet, von genou, Knie. — Sceau de Salomon: Salomonssiegel.
e. Solomon-seal.
71. Salomonszegel.
Polygonum, jtoXvyovov,
Diosc. IV. 4. YLoXiyovov' Ttoa eorl yMovag e'xovaa ydvaoL Ttegiei-
Xrjf.i(Aevovg. eyei de vmqtcov Ttag tyaarov cpvXXov, od-ev ymI aogev
yaXeXxaL.
144
Plin. XXVII. 91. Polygonum appellarique a multitudine seminis
aut densitate fruticis, ali polygonatum a frequentia geniculonim.
Von TcoXv^ viel und yovv, Knie, ein Kraut, das viel Knie, Knoten
hat, der Stengel ist gliedweise verdickt, oder von tzoXv, viel und yovogy
Frucht, wegen seines Samenreichtums.
d. Knöterich: von Knoten. — Hansel am Weg (Österr.), da er oft am
Weg wächst.
f. Renouee, noue geknotet, renouee, die wiederholt geknotete Pflanze.
e. Knotweed — Knot-grass.
11. Duizendknoop.
Populus.
Isid. XVII. 7. 45. Populus dicta, quod ex eius calce multitudo
nascatur.
Verwandt mit Tiolvy viel, wegen des raschwüchsigen, ergiebigen
Holzes: Populus wäre somit eine Reduplikationsform — oder von
TtaiTtaX'kw, sich rasch bew^egen, beben, wegen der vom Wind leicht
bewegbaren Blätter — oder von populus, Volk, weil er auf öffent-
lichen Plätzen angepflanzt wurde. — Vielleicht ist populus asiat. Ur-
sprungs; vergl. indisch: pipala..
d. Pappel.
f. Peuplier.
e. Poplar.
n. Rutteler, vei-wandt mit deutsch rütteln, wegen des Bebens seiner
Blätter. — Populier.
P. tremula.
d. Zitterpappel, s. oben. — Espe. Ursprung unklar, espen soll zittern
bedeuten, doch vielleicht erst sekundär.
f. Peuplier tremble: Zitterpappel.
e. Aspen, vergl. deutsch Espe, isl. ösp, schwed. und dän. asp.
71. Espenboom. — Ratei populier, s. unter Rutteler (Populus). —
Vrouwentongen: weil die Blätter immer in Bewegung sind; vergl.
unter Briza.
Portulaca (porculaca).
Dimin. von porta: Tür, deutet auf die abführende Wirkung oder auf
die Querspalte, mit der die Samenkapsel sich öffnet. — Nach anderer
Meinung von porcus, Schwein, vulgärlat.: Scham abzuleiten, da die
Alten möglicherweise Chenopodium unter portulaca verstanden hätten.
— Nach dritter Meinung aus porta und lactuca kontrahiert.
d. Portulak, Burgel, Bürzel, aus dem Lat.
f. Pourpier, volksetymologisch poulpied: Hühnerfuß.
e. Purslane.
71. Porselein.
145
Potamogeton, Tcoxa^ioyeiTtov.
Diosc. IV. 99. noTai.ioyeircüv covof-iaaraL ds dia tc ev riXfxaoi
ymI iviSgoig roTioig (pveod^aL.
Von 7toxaf.i6g'. Fluß und yelxcov: benachbart; wächst am Wasser.
ä. Laichkraut, desgl.
f. Epi d’eau, Wasserähre, wegen des ährenförmigen Blütenstandes.
e. Pondweed: Teichkraut.
?i. Fonteinkruid: Brunnenkraut.
Potentilla,
von potentia, Macht, potens, mächtig: Diminutivform. Wegen der
Heilwirkungen.
d. Fingerkraut, die Blätter sind fünfzählig gefingert. — Silberkraut,
wegen der unterseits weißen Blätter. — Gänsekraut, Gänse fressen
die jungen Blüten.
f, Pontentille. — Anserine, von lat. anser, Gans; herbe aux oies:
Gänsekraut.
e. Potentil — Silverweed.
71. Ganzerik — Zilverschoon.
Primula.
Diminutiv von prima: erste, da sie als Frühlingsbote auf den Wiesen
blüht. Finne faßte unter Primula veiis Primula officinalis und elatior
zusammen. Betr. der Bezeichnung officinalis, die häufig wiederkehrt,
vergl. H. Wagner, Malerische Botanik, 1861: „Die Mehrzahl unserer
einheimischen Gewächse, die noch als ehrwürdiges Andenken an ver-
gangene ,bessere‘ Zeiten den Namen officinalis: arzneilich tragen, sind
als unbrauchbar beseitigt, eine andere Zahl ist zwar noch beibe-
halten; wer möchte auch alle Säulen eines alten Gebäudes mit
einem Male einreißen, besonders, wenn das neue noch nicht
fertig ist.“
d. Primel. — Himmelsschlüssel: als Frühlingsblume so genannt; nach
Ansicht des Volks öffnen die Blüten die Himmelstüre. — Betr. der Be-
zeichnung: Heiratsschlüssel s. unter Ophrys und Orchis, denen der-
selbe Name zukommt.
f. Primevere: prima veris: die erste des Frühlings.
e. Primrose: erste Blüte.
n. Sleutelbloem : Schlüsselblume. — St. Pieterskruid : Petrus ist der Be-
wahrer des Himmelsschlüssels.
Prunus^ TtQovvog.
Isidor. XIX. 6. 7. Pruna est, quam diu ardet; pruna autem per-
urendo dicta.
Prunus, von perurere, weil sein Holz „lange brennt und glimmt“ —
oder von TcvQLVog, feurig — oder von TCQOvvog, dem Namen eines
Kanngiesser, Etymologie usw. 10
46
wilden Obstbaumes, von TZQtouog: frühzeitig, da seine Früchte noch
im Hochsommer reifen.
d. Pflaume, aus dem Lat. durch Erweichung des r-Lautes: im mhd.
und in manchen Dialekten ist das r noch erhalten; im ii. Jahrh.
phrumä; bei Aachen Prumm.
f. Prune — prunier (der Baum).
e. Plum.
n. Pruim.
Pr. armeniaca.
Galen. XII. i8. IMr^Xia^AquEviv.r^. Tavrr^g l/XihEinTai xo rcaKaiov
ovoLia. y.alovoi yao uuavztg v.al tov yagitov y,al xd devöoov
TtQSyJy.yuov (desgl. Aetius).
Isid. XVII. 7. 7. jMalum Armeniacum dicitur, quod primum genus
ad\'ectum sit ab Armenia. Horum aliud praecoquum vocatur.
x\rmeniaca: armenisch, stammt aus Armenien.
d. Aprikose, vom arab. Al-Berkuk, vom lat. praecox: frühzeitig, mit Vor-
gesetztem arab. Artikel „al“. Der Baum trägt schon im Hoch-
sommer Früchte. Jedenfalls nicht zutreffend ist die Ableitung von
apricus: sonnig. Im byzant. Griech. wurde Pr. arm. ßegLyoyyiov
genannt.
f. Abricot, span, albercocca, portug. albricoque, ital. albicocco.
e. Apricot.
71. Abrikoos.
Pr. aThim.
Avium gen. plur. von a\is, Vogel, die Vögel fressen seine Früchte.
d. Vogelkirsche, Süßkirsche im Gegensatz zur Sauerkirsche, Kirsche s.
unter Pr. cerasus.
f. Cerisier des oiseaux: Vogelkirschbaum; cerise des oiseaux: Vogel-
Idrsche.
e. Gean, vergl. frz. guigne, verwandt mit Weichsel; s. unter Pr. IMahaleb.
n. Zoete Kers: Süßkirsche.
Pr. cerasus, yJgaaov.
Isid. XVII. 7. 16. Cerasus a Ceraso urbe Ponti vocata. Nam
Lucullus cum Cerasum urbem Ponti delevisset, hoc genus pomi
inde advexit, et a civitate cerasum appellavit.
Soll benannt sein nach der Stadt Cerasus, von wo Lucullus sie nach
Italien eingeführt habe. Sehr leicht möglich aber hat die Stadt Cerasus
sekundär von Pr. cerasus den Namen und war die Kirsche schon
vorher in Italien bekannt. Das Vaterland von Pr. cerasus ist wahr-
scheinlich das pontische Gebirge, wo die Kirsche heute noch kirahs
47
genannt wird. Keqaoov und y.Qaveiov: (Comus mascula) sollen ety-
mologisch gleichen Ursprungs sein.
d. Sauerkirsche.
f. Cerisier.
e. Cherry.
n. Zure Kers.
Prunus domestica.
d. Hauspflaume — Zwetsche, Quetsche, weil man den Kern heraus-
quetschen kann, oder verwandt mit Quitte (Cydonia).
f. Prunier domestique. — Prune (de damas): Damaskener Pflaume, da
sie von Damaskus aus bekannt geworden sein soll.
e. Damson.
n. Kwets. — Gewone pruim.
Prunus italica.
d. Italienische Plaume, da sie von Italien aus bekannt wurde. — Reine
Claude, zu Ehren von Claudia, einer französischen Königin des
i6. Jahrhunderts.
f. Reine Claude = Königin Claudia.
e. Greengage: wegen der grünen Frucht, gage vielleicht verwandt mit
engl. Gean (Pr. avium) und frz. Guigne (Pr. mahaleb).
71. Italiaansche pruim.
Prunus mahaleb.
Mahaleb: arab. : hartes Holz.
d. Weichselkirsche, poln. wisnia, lit. vyszna. Ursprung unklar.
f. Guigne, ver\vandt mit Weichsel. — Bois de St. Lucie = St. Luciaholz,
der Baum wird in der Umgegend des Klosters St. Lucie in Lothringen
gebaut und verarbeitet.
e. Mahaleb.
71. Weichselboom.
Pr. padus, 7r«dog.
Herkunft unklar.
d. Traubenkirsche, weil die Blüten in großen Trauben stehen. — „Silber-
regen“ vird der weißblütige Baum im Gegensatz zum Goldregen
(Cytisus) genannt.
f. Cerisier Putiet: aus Padus verderbt.
e. Birdcherry: Vogelkirsche.
71. Vogelkers. — Wilde sering.
Pr. spinosa.
Spinosus, dornig.
d. Schlehe, verwandt mit oberd. schlähe, herb, wegen des Geschmacks
der Frucht, oder mit schleichen, weil es ein niedriges, dorniges Ge-
büsch ist, oder mit sla, schlagen; vergl. die ags. Bezeichnung: slaga,
10*
148
da der dornige Strauch leicht verwundet. — Schwarzdorn, wegen dei
schwarzen Rinden- und Beerenfarbe im Gegensatz zum Weißdorn
(Crataegus).
f. Epine noire, desgl. — Buisson noir: Schwarzstrauch.
e. Sloe — Blackthorn: Schwarzdom.
71. Slee(doorn).
Pulicaria, sc. herba.
Isid. XVII, 9. 54. quod semen simile pulici habeat, unde et eam
Latin! herbam pulicarem vocant.
Von pulex, Floh: da der Same Farbe und Gestalt eines Flohs habe,
oder weil es zur Vertreibung von Ungeziefer benutzt wurde.
d. Flohkraut.
f. Chasse-puce: Jagefloh. — Pulicaire. — Herbe de St. Roch: St. Roch
ist der Beschützer des kranken Viehs. Das Kraut wird in Viehställen
zur Vertreibung des Ungeziefers aufgehängt.
e. Fleabane: Flohbann.
71. Vlookruid.
Pulmonria, sc. herba.
Von pulmonarius: Adjektivum zu pulmo, Lunge: ein Kraut, das
gegen Lungenkrankheiten verwandt wurde.
d. Lungenkraut, wurde der Signaturlehre entsprechend wegen der Blüten-
farbe gegen Lungenleiden benutzt. — Die ungleichen Schwestern
(Aargau): wegen der roten und blauen Blumen an einer Pflanze.
f. Pulmonaire. — Herbe aux poumons: Lungenkraut. — Sauge de
Jerusalem: Salbei von Jerusalem, s. unter Salvia. — Herbe au lait
de Notre-Dame: Liebfrauenmilchkraut, wegen der weißgefleckten
Blätter.
e. Lungwort.
71. Long(en)kruid.
Pulsatilla,
von pulsare, treiben, stoßen, anschlagen, läuten: weil die Pflanze auf
freien Höhen wächst, wo der Wind mit ihr sein Spiel treibt (auch
herba venti = Windkraut genannt; vergl. unter Anemone, mit der
sie nahe verwandt) — oder wegen des raschen Wachsens der Car-
pelle — oder endlich wegen der glockenförmigen, hängenden Blüten.
d. Schelle, desgl. Küchenschelle aus Kuhschelle, wie Schüchel aus Schuh.
— Wildemannskraut (Schweiz), wegen des federigen Fruchtstands.
f. Fleur des Päques, Osterblume, da sie um Ostern blüht. — Herbe
au vent: Windkraut. — Coquerelle, von coque, Schale, der die
Blüte gleicht.
e. Pasque-flower, vergl. frz. Fleur des Päques.
/i. Paarse Anemoon: violette Anemone, wegen der Blütenfarbe. — Wilde-
rn anskruid.
149
Q.
Quercus.
Isid. XVII. 7. 38. Quercus sive quernus, quod ea soliti erant dii
gentium quaerentibus responsa praecanere.
Verwandt mit quaerere, fragen, da die Götterorakel sich unter Eichen
befanden — oder verwandt mit yiQazogf Kraft, Stärke; vergl. auch
das Synonym robur, das tatsächlich von dem kräftigen Wuchs des
Baumes den Namen hat; auch verwandt mit skrt: karkara, hart:
danach wegen des harten Holzes so benannt. — Im Kelt. bedeutet
kaer, quez, Baum; die Eiche wurde also vorzüglich mit dem Namen
„Baum“ belegt, um sie als die kräftigste unter allen Bäumen zu kenn-
zeichnen.
Eiche, verwandt mit aesculus, s. diese, oder mit alylXcoip, wie bei
Theophrast eine Eichengattung genannt wurde. — Ags. hieß die
Eiche ac; zuvor mag man unter ac nur die Erucht der Eiche ver-
standen haben; engl, acorn, Eichel, verwandt mit griech. a%vXog,
Eichel, verwandt mit deutsch Ecker, welche Bezeichnung wir für die
Frucht der Buche reserviert haben; engl, acorn aus ac und corn, das
Korn, die Frucht der Eiche.
f. Chene, norm, quene, von quernus (Isid.) = quercus.
<?. Oak.
n. Eik.
R.
Radiola.
Diminutiv von radius, Strahl; wegen der strahlenförmig angeordneten
Zähne der Samenkapsel.
d. Haarkraut, w'egen des fadenförmigen, vielästigen Stengels. — Lauter-
kom, wiegen des Samenreichtums. — Zwerglein, die Pflanze wird
2 — 5 cm hoch und ist dem Lein (Linum) nächst verwandt.
f. Faux-lin; falscher Lein. — Radioie.
e. Allseed; Alles Samen.
n. Straal-stengeltje: Strahlenstengelchen.
Ranuncülus.
Diminutiv von rana, Frosch; übersetzt aus dem griech. ßarqdxLOv:
von ßdrQayog, Frosch: Froschkraut, da viele Arten an feuchten Orten
wachsen.
d. Hahnenfuß, wegen der Blattform.
f. Renoncule.
e. Crowfoot, vergl. die lat. Bezeichnung pes corvinus: Krähenfuß. —
Buttercups: Butterschalen, wegen der gelben, schalenförmigen Blüten.
71. Boterbloem — Kikkerplant: Froschpflanze.
Kanunculus ficaria,
von ficus. Feige, wegen der kleinen Wurzelknollen, oder von ficus in
der Bedeutung Feigwarze, da das Kraut gegen diese verwandt wurde;
doch dies wohl sekundär, wegen der Ähnlichkeit der Wurzelknöllchen
mit Feigwarzen.
d. Feigwurz — Scharbockskraut, d. h. Skorbutkraut, gegen den Skorbut.
— Österr. Erdgerste und Himmelsbrot, wegen der gelben, gersten-
ähnlichen AVurzelknöllchen, die nach starkem Regen zuweilen frei
zutage liegen.
y. Petit bassinet, kleines Becken, wegen der konkaven Blüte. — Pot au
beurre, Buttertopf, desgl. und wegen der gelben Blütenfarbe. — Herbe
aux hemorroides, sekundär wegen der Wurzelknöllchen gegen Hämor-
rhoiden angewandt.
e. Figwort — Besser Celandine, kleineres Chelidonium; mit Chelidonium
hat R. f. entfernte Ähnlichkeit, aber keinerlei Verwandtschaft. —
Pilewort: pile (vom lat. pila: Ball), die Hämon'hoide.
71. Speenkruid. Speen ist die goldene Ader: die Hämorrhoide; vergl.
Herbe aux hemorroides. [Unter Speen versteht man im Niederl.
auch die Mutterbrust, der Begriff speen ist mit spannen verwandt,
das Wort speen ist im deutschen Wort Spanferkel enthalten, worunter
man Schweinchen versteht, die noch an der Mutterbrust liegen.]
Baphanus, qacpavog,
von QccÖLOg, leicht und qtalvco, erscheinen, weil der Rettich bald auf-
geht, nachdem er gesät ist — oder von rapa: Rübe.
d. Rettich, ahd. ratih, von lat. radix, Wurzel, wegen der starken, rüben-
förmigen Wurzel.
f. Radis, desgl. — Raifort aus rave, Rübe und fort, stark.
e. Radish.
71. Radijs. — Ramenas aus raphanus verderbt.
R. sativus radicula.
Saatrettich mit kleiner Wurzel.
d. Radieschen.
f. Radix, petite rave: kleine Rübe.
e. Spanish Radish, weil es von Spanien aus in England bekannt wurde.
71. Radijsje.
B, raphanistrum,
raphanistrum : dem Raphanus ähnlich.
d. Heide-Rettich, wächst nicht auf Heideland, sondern auf Äckern: der
— I5I —
Name ist wohl aus Hederich assimiliert, wie er wegen der „hadernden“,
d. h. in einzelne Teile zerfallenden „Gliederschoten“ genannt wird. —
Ackerrettich.
f. Radis Raven eile : Raven eile : von Raphanus, oder Dimin. zu rave : Rübe.
e. Wild Radish: ein Ackerunkraut. — Jointed Charlock: verbundener
Ch. wegen der perlenschnurförmig zusammengefügten Schote. Betr.
Ch. s. unter Sinapis, dem R. raphan. nächst verwandt ist.
71. Wilde Radijs. — Herik; Hederich.
Reseda,
von resedare, sedare, beschwichtigen; diente als Heilmittel.
R. luteola,
gelbe Reseda, wegen der Blütenfarbe; überdies diente sie zum Gelb-
färben.
d. Färberresede. — Wau(d) vergl. unter Isatis.
f. Gaude, norm, vaude.
Weid.
71. Wouw.
R. oder ata,
duftende Reseda.
d. Reseda.
f. Reseda. — Herbe d’amour: Liebeskraut, da sie wegen ihres ange-
nehmen Duftes ein geschätztes Pflänzchen ist. — Herbe maure, da
es von den Mauren über Spanien nach Frankreich eingeführt
worden sei.
e. Mignonnette, da es ein zierliches kleines Pflänzchen ist. Mignon ist
verwandt mit Minne: Liebe.
Rhamnus, qaiiivog.
Diosc. I. 119. Pdi^ivog, qdßdovg tycov Iq&dg vmI o^elag d/Mvd'ag.
Von odßdog, Stab, wegen der stabförmigen Zweige — oder verwandt
mit QdTVTto, nähen, stechen, wegen der Dornen.
Rb. catharticiis,
von /.ad^aiQO), reinigen, seine Früchte wurden als Purgiermittel benutzt.
d. Kreuzdorn, wegen der axselständigen Dornen. — Tinten- und Grün-
beere, wegen des schwarzgrünen Saftes der Beeren.
f. Cathartique. — Nerprun, von noir, schwarz und prunum, Pflaume,
wegen der pflaumenähnlichen, schwarzen Frucht. — Epine de cerf:
Hirschdorn, da er im Wald wächst.
e. Buckthom, s. unter Frangula.
71. Wegedoorn, wächst häufig am Weg. — Duinbessen = Dünenbeere,
wächst in den Dünen. — Nertpruim: frz. Nerprun.
152
Bheum. 'P«, q^ov.
Diosc. III. 2. "P«, o\ de gijor VM^ovat, yevvaiai ev Toig VTreg
BoGTtOQav TOTCoig od-ev vmI ^ofxiCeTat.
Galen, 0 XVII. 3. Pijov, evioi de TcqoaayoQevovGiv avzo ga.
Aetius, Sermo I. Peov TCovrLy.6v, evLOi de gäov TtQOGayoQEvovGiv.
Isid. XVII. 9. 40. Reubarbarum, quod trans Danubium in solo
barbarico colligitur, nominatum. Reu autem dictum, quod sit radix,
quasi radix barbara.
Von einem pontischen Namen ga für die Pflanze — oder von radix,
Wurzel, die vornehmlich als Purgativum gebraucht wurde — oder
von Pa, Wolga, an der sie beheimatet sein sollte.
d. Rhabarber = Rha barbarum, eine barbarische, d. h. eine aus der
Fremde eingeführte Pflanze.
f. Rhubarbe.
e. Rhubarb.
n. Rabarber.
ßhyncliospora,
von g^eyyßg, Schnabel und Gitoga, Korn, Grcogog, Samen, wegen der
geschnäbelten Frucht.
d. Semde, ahd. semida, verwandt mit got. siman, binden; vergl. Juncus.
f. Rhynchospora.
e. Beaksedge = Schnabelsegge; vergl. Carex, mit dem sie als Cyperacee
verw'andt ist.
71. Grasbies: Grasbinse, s. unter Juncus, ebenfalls Monokotyle, mit der
sie der Gestalt nach Ähnlichkeit hat.
Kibes.
Der Name ist angeblich arab. Herkunft (Ribes rubrum wird auch
R. Arabum genannt) oder verwandt mit Rubus, s. dieses.
Ribes grossularia.
Grossulus ist Dimin. von grossus, worunter man die kleinen sich
bildenden oder nicht gereiften Feigen verstand; wegen gewisser Ähn-
lichkeit der Früchte so benannt.
d. Stachelbeere, wegen des stachligen Strauches. — Kräusel, verderbt
aus grossularia oder verwandt mit Graus, gruseln, da der Strauch
dicht mit Dornen besetzt ist. — Christbeere assimiliert aus grossularia.
f. Groseille verte, grüne Stachelbeere. — Groseiller epineux: dornige
Grossularia. — Groseiller ä maquerau, die Makrelensauce wird mit
Stachelbeeren gewürzt.
e. Gooseberry aus grossularia.
7t. Kruisbes — Stekelbes — Doombes.
Ribes rubrum,
rotes Ribes, wegen der roten Beeren.
153
d. Johannisbeere, da die Beeren um die Johanniszeit zu reifen beginnen.
f. Groseillier rouge. — Gadelier, von breton. gardiz, rauh, scharf,
wegen des säuerlichen Geschmacks der Frucht. — Groseiller ä
grappes, Trauben -Johannisbeere, da ihr Fruchstand einer Traube
gleicht.
e. Red currant ; von Korinth, von w’o man ihre H erkunft annahm, abzuleiten.
n. Roode aalbes, vergl. unter Ainus.
Eibes nigrum,
schwarzes Ribes, wegen der schwarzen Beeren.
d. Schwarze Johannisbeere. — Wanzenbeere, wegen des Geruches der
Beeren. — Gichtbeere. — Ahlbeere.
f. Groseillier noir, schw’arze J. — Cassis, von cassia, womit die Griechen
eine aromatische Pflanze bezeichneten.
e. Black currant, schwarze J.
71. Zw'arte aalbes.
Rosa^ QcSov.
Varro. Ling. Lat. IV. Item ex Graecis vocabulis — Qodov commutata
una littera — rosa.
Isidor. XVII. 9. 17. Rosa a specie floris nuncupatur, quod ruti-
lanti candore (andere Lesart: colore) rubeat.
Entweder oriental. Ursprungs — oder verwandt mit sanskr. vrad,
sich beugen, wegen der hängenden Zweige — oder von qaco, fließen,
wegen des Wohlgeruchs, der der Blüte entströmt — oder von
gecü, fließen in der Nebenbedeutung von sprießen, blühen, mit Bezug
auf die Zweige, bzw. die Blüten — oder von e-gvd^Qog, lat. ruber,
ital. rosso, frz. roux, deutsch rot, rötlich. — Die Griechen sollen nur
die Blüte mit goöov bezeichnet haben, während sie den Strauch
ßavog nannten, ebenso wie die Lateiner rosa und rubus unterschieden.
— Auch sollen die Griechen godov als Kollektivbezeichnung für
große Blüten gebraucht haben, während sie kleine Blüten mit Yov,
Veilchen bezeichneten.
d. Rose.
/. Rose. .
e. Rose.
7t. Roos.
Rosmarinus.
G. Plinii Caecili Sec. Epistul. II. 17. Gestatio buxo aut rore marino,
ubi deficit buxus, ambitur: nam buxus, qua parte defenditur tectis,
abunde viret; aperto coelo apertoque vento et quamquam longin-
qua aspergine maris inarescit.
Die Lateiner schrieben das Wort getrennt: ros marinus, zu deutsch
Meertau, da die Pflanze am Meer gedeiht, wo sie von i\Ieerwasser
bespritzt wird; vergl. hierzu die Stelle aus den Briefen des jüngeren
Plinius. Möglicherweise ist diese Auffassung der Römer ebenso volks-
etymologisch entstanden, wie die deutsche Bezeichnung Rosenmarie
und engl. Rosemary. IMan leitet nämlich R. von qcLip, niederes Ge-
büsch und f.nQQa, Myrrhe her, Rosmarin hieße demnach nur soviel
als stark duftender Strauch.
d. Rosmarin.
f. Rosmarin.
e. Rosemary.
n. Rosmarijn, Rozemarijn.
Eubia.
Diosc. III. 150. ^Eqvd^qodavov. ’^Pcof.iaLOi qovßia' qita de Iötlv
eqvd^qd, ßacpr/.r^.
Isid. XVII. 9. 68. Rubia dicta quod radix eins sit rubra, unde et
colorare lanas perhibetur.
Von ruber, rot, wegen der roten, zum Rotfärben dienenden Wurzel.
Strabo nennt die Wurzeln von Rubia tinctorum 13. 4. 14 schlecht-
weg QLCal, so allgemein waren und sind sie auch heute noch in der
Färberei gebräuchlich, wo man sie jetzt QLtdqLOV nennt; vergl. Gros-
kurd: Strabos Erdbeschreibung 1831. p. 631.
d. Röte — Färberröte — Krapp, verwandt mit engl, crop: abschneiden,
da die Wurzel von der Pflanze vor der Verwendung abgeschnitten
werden muß — oder von Krap in der Bedeutung Haken, wiegen der
Borsten der Pflanze.
f. Garance, vom niederlat. varentia von verus, wahr, da seine Farbe
echt und gut ist, oder verwandt mit der anderen Bezeichnung grappe;
s. deutsch Krapp.
e. Madder. Ursprung unklar. Es wird mit mater, Maria, oder mit skrt.
madhura: süß, zart in Verbindung gebracht.
n. Meekrap, aus Medekrap. Betr. mede vergl. engl, madder.
Rubus
war im Lat. ein Kollektivum für allerhand Sträucher; vielleicht ver-
wandt mit qctTZXio, nähen, stechen, so daß unter Rubus vornehmlich
dornige Sträucher zu verstehen sind. Oder verwandt mit kelt. rub
und lat. ruber, rot, wegen der roten (nicht reifen) Frucht.
d. Brombeere, mhd. brame: Dorn, verwandt mit hd. Pfriem. Brom-
beere hieße daher soviel als stachliges, beerentragendes Gewächs.
f. Ronce, verwandt mit rouge: rot, s. vorher. — Mures, von f.i£Qog:
Teil oder f.iavQ6g: schwärzlich, wegen der geteilten oder schwärzlichen
Frucht; s. auch Morus, desgl. die Anmerkung daselbst.
e. Bramble: Diminutivum von brom. — Blackberry: Schwarzbeere.
11. Brambes, brambezie.
Rubus Idaeus.
Diosc. IV. 38. Bdzog löala ev.lrid^ri f.iiv did to iv rfj
^'löri ysvvdod'aL.
155
Plin. XXIV. 75. Idaeus Rubus appellatus est, quoniam in Ida non
alius nascitur.
Vom Berge Ida, wo der Strauch vornehmlich gedeihen soll, so ge-
nannt.
d. Himbeere, schles. Hindbeere: Hirschkuhbeere, soviel als Waldbeere.
f. Framboise, verwandt mit deutsch Brombeere, s. oben.
c. Raspberry, von rasp, raspeln, schaben, kratzen, wegen der stach-
ligen Zweige, aber nicht, wie zuweilen angegeben wird, wegen der
Rauheit der Frucht.
71. Framboos, s. frz.
Kumex.
Unter Rumex verstanden die Römer auch ein Geschoß, Lanzenspitze:
die Pflanze sei also wegen der spitzen Blätter so genannt — ■ oder
verwandt mit rupex: Bauer, da R. auf dem Feld wächst, bzw. die
Bauern von ihm Gemüse bereiten.
d. Ampfer, verwandt mit lat. amarus, bitter, wegen des Geschmacks der
Blätter.
f. Oseille, von Oxalis, s. daselbst. — Patience, Geduld: als Mittel gegen
langwierige Hautleiden so genannt, oder entstellt aus Lapathum, einem
lat. Synonym für Rumex.
e. Dock, norm, doque, vielleicht kelt. Ursprungs; s. unter Lappa.
71. Amper — Zuring.
Riippia.
Nach H. B. Ruppius. Lebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts und
verfaßte eine Flora von Jena.
d. Saide, wächst an und in salzhaltigen Seen.
/. Ruppia.
c. Ruppia.
11. Ruppia.
Kuta, ^vTr^.
Diosc. HI. 45. Thqyavov Ttivof-iEva '/.oiliav igtwgl — ÄLvei öe vmI
VMzaf.i'qvLa, za de l'f-ißQva (pd^eiqei.
Die Griechen nannten die Pflanze gewöhnlich rcrp/avov (s. unter
Origanum), das Synonym qvtt^ findet sich bei Nikander. Ruta wird
abgeleitet von gvotiai, retten, zurückhalten, hemmen: wegen der
Heilwirkungen, speziell gegen Diarrhöe — oder von Qelvy fließen: als
Emmenagogicum.
d. Raute.
f. Rue. — Herbe de gräce: Gnadenkraut.
e. Rue.
11. Ruit.
— 15^ —
S.
Sagina,
von saginare, mästen: das Kraut wurde den Kühen gegeben, um ihre
iSIilch reichlicher zu machen. Zur Viehmast kann das einzige
Kräutchen wohl kaum beitragen, so daß angenommen wird, es habe
den Namen per antiphrasim erhalten; vergl. Holosteum, Evonvmus usw.
d. Knebel (?).
f. Sagine.
e. Pearlwort, Perlkraut, wegen der runden Samen.
n. Vetmuur: Fettmiere, s. vorher: Die Pflanze ist wie die jNIiere (Stellaria)
eine Alsinee.
Sagittaria, sc. herba,
von sagitta: Pfeil, wegen der Blätter, die einer Pfeilspitze ähnlich
sehen.
d. Pfeilkraut.
/. Sagittaire — Fleche d’eau: WasserjDfeil, wächst im Wasser.
e. Arrowhead: Pfeilkopf: Pfeilspitze.
71. Pijlkruid.
Salicornia,
von sal: Salz; das Kraut wächst an salzigen Stellen und hat einen
salzigen Geschmack; und von cornu, wegen der gebogenen Zweige,
die an ihrem Fnde verdickt sind und bockshomartige Gestalt an-
nehmen.
d. Glasschmalz: aus seiner Asche wird Glas gemacht.
f. Salicot, vom Lat. — • Boucart, von bouc: Bock, s. vorher.
e. Samphire: aus frz. Herbe de St. Pierre: St. Peterkraut (?).
7t. Zeekraal: Seekoralle, wächst am Meer und ist oft rot überlaufen. —
Krabbenstruik : wächt am Fangort der Krabben.
Salix.
Isidor. XVII. 7. 47. Salix dicta, quod celeriter saliat, hoc est velo-
citer crescat.
Nach JMartin soll auch Plinius salix von salire, springen ableiten, wegen
des raschen Wuchses. Bei der Lektüre des Plinius habe ich aber
hiervon keine x\ndeutung gefunden. Buch XVI, Kap. 68, wo Plinius
im besonderen von der Weide spricht, gibt er keine Erklärung ihres
Namens. — Salix wird auch abgeleitet vom kelt. sal lis: nah am
Wasser. — Eine dritte Ableitung ist vom griech. das etwas
Windendes oder Gewaindenes bezeichnet, da die Weidenzweige zu
Flechtarbeiten benutzt werden. Unter als Pflanzennamen wird
157
im Griech. eine Efeuart, event. überhaupt ein Schlinggewächs ver-
standen, aber niemals eine Weidenart.
d. Weide, verwandt mit winden.
f, Säule, aus dem Lat. — Osier, vom griech. olova: Weide. Die lat.
Formen oseria usw. sind frankosiertes Latein. Littre will die direkte
Ableitung vom Griech. nicht anerkennen, da die Übergangsformen
im eigentlichen Latein wie im Italienischen fehlen. Demgegenüber
wäre aber doch zu bemerken, daß durch die um 600 v. Chr. ge-
gründete phokäische Kolonie JMaooaXia (Marseille) sicherlich ein
hellenischer Einfluß Gallien durchzogen hat; vergl. hierzu Strabo IV. i.
c. Willow, ags. welig, verw’andt mit willing: willig, wegen der geschmei-
digen Zweige.
?L Wilg.
Salsola. '"'Ej.iTteTQov.
Diosc. IV. 178. EfATcezQOv ip TtaqaUoig cfvezaiy aXvv.ov rfj
yevosL.
Die Griechen nannten es Empetron; Salsola ist von Geschmack salzig
und wächst in salzhaltigem Boden, am Meer.
d. Salzkraut. — Glasschmalz, s. unter Salicornia, mit dem es nahe ver-
wandt.
f. Salsola — Herbe au verre: Glaskraut.
e. Saltwort.
n. Loogkruid: Laugenkraut, da seine Asche zur Herstellung von Laugen
verwandt wird.
Salvia,
von salvus: gesund, wegen der Heilwirkungen.
d. Salbei, mecklenb. assimiliert zu Sophie.
f. Sauge. — Serve; altfrz. von servare, retten, bewahren.
e. Sage: in Anlehnung an sage, klug, weise, aus dem Lateinischen ent-
nommen.
n. Salie.
Sambucus,
von Gajiißvy,r], Flöte, die aus seinem hohlen Holz gemacht worden
sei, oder von äol. Gdf.ißv^ für Gdvöv^: roter Farbstoff, bzw. eine
zum Rotfärben dienende Pflanze (vergl. GavdaQdyrj, eine rote Farbe,
GavraXov, Sandelholz, sanguis, Blut). Sambucus hätte demnach'
seinen Namen von dem rotfärbenden Saft der Beeren (S. nigra) oder
wegen der scharlachroten Beeren von S. racemosa.
S. nigra,
schwarze S.: wegen der schwarzen Beeren.
d. Holunder, von hohl, wegen der breiten Markröhre des Holzes, und ahd.
tar, engl, tree, deutsch: Baum — oder ein der Göttin Holla ge-
weihter Baum — oder verwandt mit halt (?) in der Bedeutung brechen,
wegen der Brüchigkeit der Zweige. — Flieder: verwandt mit flattern,
wegen der Blätter, die vom Winde leicht bewegt werden, oder wegen
der massenhaft die Luft durchfliegenden Blütenblättchen des Baumes.
Neuerdings versteht man unter Flieder vielfach Syringa.
f. Sureau, aus dem Lat. — Arbre de Judas: Judas soll sich an einem
Holunderbaum aufgehängt haben.
e. Eider, vom ags. eher und ellarn; das Wort schien anzünden zu be-
deuten, weil durch die ausgehöhlten Stämmchen von S. hindurch das F euer
angeblasen und angefacht wurde; vergl. im übrigen die Erklärungen
unter Holunder. — Nord engl. Bourtree von bore: bohren, da sein Stamm
infolge des leicht herausnehmbaren Marks wie durchbohrt erscheint.
n. Vlier. Vledder s. unter Flieder.
S. Ebulus,
von ^'EßovGog, einer spanischen Insel, oder nach Euböa (vergl.
Apulej. 91. Ebulus alii euboicen) als Heimat der Pflanze. — Von
der abenteuerlichen Erklärung mit ebrius kann wohl abgesehen werden.
d. Attich, vom griech. av.xia: Holunder: von ayivfii, brechen, s. vorher.
— Zwergholunder, vergl. Diosc.: yaf.iaLay.Tri {yafial: am Boden);
kleiner als die S. nigra.
f. Petit sureau: kleiner Holunder. — Hieble. Yeble: von Ebulus.
e. Danewort, vergl. lat. sanguis danicus; man glaubte, S. E. sei aus Dänen-
blut entstanden. — Dwarf-elder: Zwerg-H.
n. Lage vlier: niedriger Flieder.
Samolus.
Plin. XXIV. 63. Druidae Samolum herbam nominavere — et hanc
sinistra manu legi a jejunis contra morbos suum boumque, ne
respicere legentem —
Von hebr. semol, sambl, links, weil sie mit der linken Hand ge-
gesammelt werden mußte (vergl. Plin.) — oder vom kelt. san, ge-
sund und mos, Schwein, da sie gegen Krankheiten der Schweine
angewandt wurde (vergl. desgl. Plin.) — oder nach der Insel Samos,
vielleicht wegen der topfförmigen Blüten, genannt; Samos war berühmt
durch seine Töpferfabrikate.
d. Bunge: ahd. bungo, ob verwandt mit bulbus: Wurzelknollen?
f. Mouron d’eau: Wassermiere: der Anagallis nächstverwandt; s. daselbst.
e. Brookweed: Bachkraut; wächst an Bächen und feuchten Standorten.
n. Waterpunge.
Sanguisorba,
von sanguis: Blut und sorbere: schlürfen, absorbieren. Die Pflanze
galt als blutstillendes Mittel, vielleicht wegen der roten Blüten.
d. Kölbel, wegen der Blütenkölbchen. — Wiesenknopf, die Blüten sind
159
zu Köpfchen vereinigt. — Blutstropfen, wegen der rot(braunen) ei-
förmigen Blütenkölbchen.
f. Sanguisorbe.
e. Burnet (?).
71. Gewoon Sorbenkruid: von sorbere, s. vorher.
Sanicula,
von lat. sanus: gesund, sanare: heilen, wegen der Heilkraft.
d. Sanikel. — Heil aller Welt. — Heil aller Schäden.
f. Sanicle.
e. Sanicle.
n. Breukkruid: Bruchkraut, vergl. Hemiaria.
Sapoiiaria> sc. herba,
von sapo, Seife. Wird der Wurzelstock mit Wasser gerieben, so
schäumt er wie Seife. Er wird daher zum Reinigen von Leinwand
und Seide benutzt.
d. Seifenkraut.
f. Herbe ä savon.
e. Soapwort.
n. Zeepkruid.
SarotliamnilS, vergl. unter Genista und Ulex.
Von Besen und d'duvog^ Busch; aus seinen Zweigen werden
Besen gemacht.
S. scoparius,
scoparius, ein Auskehrer, scopae, Besen.
Spartium scoparius sive Sarothammis scoparius.
Ableitung von sparus, einem kleinen Speer, mit dem man die Ruten-
zweige dieser Pflanze verglichen haben mag. — Nach anderer
Meinung von OTceiQeo&aLj sich ausbreiten, wegen ihrer Ubiquität.
— ^TzaQTiov, OTtaQTOVj öTTCiQXog war der Name mehrerer Sträucher
und bihsenartiger Gewächse und der daraus hergestcllten Seile und
Flechtwerke. [Auch das span. Espartogras Stipa tenacissima, das
von öTcdQZOV seinen Namen ableitet, verstand man darunter.] Vergl.
Diosc. IV. 155. ^TtOLQTLOv, alg (sc. Qaßöoig) Tag df.i7relovg
dea^-ievovoiv. Plin. XXIV. 40. Genista. Dubito an haec sit quam
Graeci auctores sparton appellavere, cum ex ea lina piscatoria apud
eos factari docuerim, et numquid hanc designaverit Homerus, cum
dixit navium sparta dissoluta. Galen, 0 XVIH. 34. ^TzaQTrj, ii
Tag d}.i7teXovg Ttaq rif.uv öeOf.iouOLV.
d. Besenstrauch. — Auch häufig wegen seiner Ähnlichkeit mit Genista
Ginster genannt.
i6o
f. Geriet ä balais: Besenginster.
e. Broom, ags. brom, verw’andt mit bramble; s. unter Rubus; bröom
bezieht sich dann etymologisch auf den dornigen Ginster. S. selbst
hat keine Dorne. — Broom in der Bedeutung: Besen, der früher
aus Sp. sc. hergestellt wurde, ist eine sekundäre Bildung.
n. Bezenkruid. Brem.
Satureja,
verwandt mit saturare, sättigen, da es als Speisezutat verwandt wird
— oder wie der Pflanzenname Pulegium aus TtoXiov^ so Satureja
aus oazvQLOv, einem griech. Planzennamen, abgeleitet. In diesem
Fall vergl. :
Diosc. III. 133. ^axvQLOv. (paot yaQ avTrp> vmI OQfiriv ‘Mvelv t^v-
£7tt avvovolq.
Galen, 0. XVIII. 5. ^axvQiov TteQLTTwi-iaTL'Ar^v f^evTOi '/,al cpvocoör]
xrp> vyQOTTjTa vJ/.r^xau y.ai öia xovxo TcaqoQ^q xtQcq acpqodioicx.
Satyrion galt als Aphrodisiacum und ist nach Waldgöttern, den Satyrn,
benannt, die wiegen ihrer Geilheit bekannt waren.
d. Pfefferkraut, hat einen pfefferartigen Geschmack — Bohnenkraut,
da es zum Würzen der Bohnen benutzt wird.
f. Sarriette, aus dem Lat.
e. Savory, desgl.
n. Boonenkruid.
Saxifraga.
Diosc. IV. 15. l^a^LcpQayov, ev Tcexgaig ymI xqayeai xoTxoLg pvc-
/iiEvov. Jvvaqiv de eyet ’kid'ovg xe xovg ev yvoxel S^qvtcxelv.^
PKn. XXII. 30. Calculos e corpore mire pellit frangitque, qua de
causa potius quam quod in saxis nasceretur a nostris saxifragum
appellatum crediderim.
Apulejus 97. Nascitur in locis saxosis.
Isidor. XVII. 9. 42. Saxifraga vocata, quod semen eius petras in
vesica frangat atque comminuat.
Von saxum: Fels und Längere: brechen, weil es auf Felsen wächst
und diese gleichsam zerklüftet — oder (vielleicht sekundär) weil es
gegen Steinleiden angewandt wird; möglicherweise gaben zu diesem
Gebrauch nicht nur der Standort, sondern auch die Wurzelknöllchen
von S. granulata*) die Veianlassung, event. (ebenfalls der Signatur-
lehre entsprechend) die Kalkausschwitzung der Blätter.
d. Steinbrech.
f. Casse-pierre — Saxifrage.
e. Saxifrage.
71. Steenbreek.
') Vergl. die holländische Bezeichnung: Haarlems Klokkenspel.
6i —
S. umbrosa,
umbrosus: beschattet; wächst an schattigen Stellen.
d. Schatten-Steinbrech.
/. S. u.
e. London-pride, Londons Stolz, da es selbst in dem vegetationsarmen,
rauchigen London wächst. — None-so-pretty : Keine so schön; wegen
der Blüte.
71. Porseleinbloempje: wegen der Ähnlichkeit des Pflänzchens mit Portu-
laca, s. d.
Scabiosa,
von scabies: Krätze, weil es gegen Krätze benutzt wird, oder von
scaber: rauh, schäbig, wegen der rauhen Stengel. Vielleicht ist die
Verwendung gegen die Krätze erst sekundär; s. unter Hepatica, Saxi-
fraga usw.
d. Grindkraut.
f. Scabieuse — Bonnet bleu: blaue Mütze: wegen der Form der blauen
Blüte.
e. Scabious.
71. Schurftkruid, von schürft: Schorf, Grind, Krätze.
Scandix, a/MvÖL^y
verwandt mit Gx^tto, stechen, wegen der Früchte dieses Krautes,
die wie Nadeln aussehen und so dicht wie Kammzähne aneinander
stehen. Vergl. Plin. XXIV. 114. Veneris pectinem appellant a
similitudine pectinum. — gkccvÖi^ event. verw^andt mit ^aivUj kratzen,
kämmen (wegen der Gestalt und Stellung der Früchte).
d. Hechelkamm; Hechel ist ein Handwerkszeug, um Flachs oder Hanf
zu reinigen. — Nadelkörbel, wegen der Frucht und der Verwandt-
schaft mit Kerbel: Chaerophyllum ; beides Umbelliferen. — Venus-
kamm.
/. Peigne de Venus, desgl. — Aiguilles: Nadeln. — Aiguilles de berger:
Hirtennadeln. — Cerfeuil ä aiguillette: Nadelkerbel.
e. Venus’s-comb — Shepherd’s-needle : Schäfersnadel, Hirtennadel.
71. Naaldekervel — Kranebek: Kranichschnabel; Ooievaarsbek : Storch-
schnabel; vergl. Geranium und Erodium.
Scbeuchzeria.
Nach J. J. Scheuchzer, 1672 — 1733, hat eine Naturgeschichte der
Schweiz geschrieben.
d. Spinnling (?).
f. Scheuchzeria.
e. Scheuchzeria.
71. Scheuchzeria.
Kanngiesscr, Etymologie usw.
11
102
Schoenus, oyolvog, auch oylvog,
Plin. XIX. 9. Junco Graecos ad funes usos nomini credamus quo
herbam eam appellant.
oyoivog, Binse, Strick, Tau; Gylvog verwandt mit oyeco, l'oyco, halten,
wegen der Zähigkeit der Halme, vergl. Scilla.
Schmerle, Schmeele; vergl. Aera. — Knopfgras, wegen des mit einer
Hülldecke versehenen Blütenkopfs.
f. Choin, vom Lat.-Griech.
<r. Bog-rush, z. deutsch Sumpfried; vergl. unter Juncus.
71. Knopbies: Knopfbinse, s. oben.
Scilla, O'/Jllri,
vom arab. asquye — oder verwandt mit yieXXcOj vJXXto: bewegen,
wegen der kugligen Zwiebel — oder von oyivog, wie sie und der
Mastixbaum genannt wurden; beiden wäre der zähe Saft gemeinsam;
abzuleiten von oyeco : halten — oder Sc. von oyitco: spalten, wegen
der sich ablösenden Zwiebelschuppen.
d. Zille, aus dem Lat. — Meerzwiebel, ihre Heimat sind die Küsten
des Mittelländischen Meeres. — Schalenwurz, aus Scilla abgeleitet,
oder wegen der Zwiebelschalen.
f. Scille, squille. — Stipoule, von stipula: Hähnchen, wegen der halm-
artigen Blättchen.
e. Squill — Bluebell: Blauglöckchen, wegen der schönen Blüte.
71. Sterhyacint, auch zu deutsch Stemhyazinthe, wegen der sternförmigen
Blumen und der hyazinthenähnlichen Blätter; beide Pflanzen sind
Liliaceen.
Scirpus.
Die Lateiner verstanden darunter binsenartige Pflanzen. Scirpus
vielleicht verwandt mit qixp: Flechtwerk, da die Halme zu Flecht-
werken benutzt werden — oder von scirpo, binden, das aber viel-
leicht eine sekundäre Bildung ist; vergl. kelt. cirs: Binse.
d. Binse, verwandt mit binden. — Rusch, s. unter Juncus, dem die
Pflanze verwandt und ähnlich ist.
f. Jonquine — Jone des chaisiers, des tonneliers: Stuhlmacher- und
Faßbinderbinse, da sie von diesen Handwerkern technisch ver-
wendet wird.
e. Bent, vergl. Binse (Juncus), ags. beonet.
71. Bies, desgl.
Scleranthus,
von oyXr^qbg: hart, trocken, dürr und avd'og: Blume; weil sie an
dürren Stellen wächst, oder weil ihre vertrocknete Blüte erst mit dem
Samen abfällt, also lange dürr dasteht, bzw. wegen der membranösen
Kelchblätter.
163
d. Knäuel, wegen der Blütenknäuel. — Blutkraut, die Wurzel trägt häufig
die rote oder poln. Cochenille: Coccus polonicus.
y. Gnavelle, vom Deutschen.
e. Knawel, vom Deutschen.
n. Hardbloem, s. vorher. — Knawel.
Scorzornea,
aus dem ital. scorca nera: schwarze Rinde — oder aus dem span,
scurzonera: scurza bedeutet Schlange: ein Kraut, das gegen Schlangen-
biß gut sei; vergl. die lat. Bezeichnung viperaria: Schlangenkraut. —
Nach Martin aus dem ital. escuerzo, ein Wort, das in italienischen
Lexiken nicht aufzufinden war.
d. Schwarzwurz, wiegen der schwarzen Wurzel.
f. Scorzonere — Salsifis d’Espagne, wurde von Spanien aus nach Frank-
reich eingeführt. Ursprung von Salsifis ist dunkel, man bringt es
mit dem ital. Sassefrica (Tragopogon), dem nächsten Verwandten
von Scorzonera, in Verbindung. (Der erste Bestandteil von Sasse-
frica ist auf sasso, lat. saxum, Stein, Fels, zurückzuführen, da gewisse
Arten auf trocknen, steinigen Plätzen wachsen.) — Oder verderbt
aus Saxifraga.
e. Scorzonera — Viper-grass.
71. Schorseneer.
Scrophularia, sc. herba,
von scrophula: Halsdrüsengeschwulst; die Pflanze wurde wegen ihrer
knotigen, knolligen Wurzeln gegen Halsdrüsen (und Hämorrhoiden)
angewandt; vergl. den Artnamen Sc. nodosa: knollige Sc.
d. Braunwurz, wegen des dunkelgefärbten Wurzelstocks. — Droßwurz (?).
/. Scrofulaire — Herbe aux hemorrhoides.
e. Figwort: Feigenwurz, wegen der knolligen Wurzeln.
71. Helmkruid: wegen der Form der Blüte, bzw. der Samenkapsel. —
Speenkruid (s. unter Ranunculus Ficaria).
Scutellaria, sc. herba.
Dimin. von scutra: Schüssel, wegen der schalenförmigen Oberlippe
oder w-egen der Samenkapsel.
d. Helmkraut, wegen der helmförmigen Oberlippe.
f. Toque: Unter ital. tocca, span, toca versteht man eine Hut-
bedeckung, der frz. Name ist aus erwähnten Gründen auf die Pflanze
übertragen worden. — Tertianaire gegen die Febris tertiana: Wechsel-
fieber.
e. Skullcap: Becherkappe, Sturmhaube, wegen der Blütenform; vergl. unter
Aconitum.
71. Glidkruid. Glid = Glätte (?).
11*
164
Secale,
verwandt mit secare: schneiden, weil das Korn zur Erntezeit abge-
schnitten wird. — Kelt. segal: Korn, sega: Sense.
d. Roggen, verwandt mit Reis.
/. Seigle, aus dem Lat.; prov. seguel, ital. segale.
e. Rye, s. Roggen.
n. Rogge.
Sedum^
von sedeo: sitzen, niederkauem, wegen der dem Substrat dicht an-
geschmiegten Pflanze — oder von sedare: beschwichtigen, stillen;
vergl. Reseda — eventl. von sedare in der Bedeutung abhalten,
nämlich die Gewitter, weswegen es von den Bauern noch heutzutage
auf den Torsteinen angepflanzt und Donnerkraut genannt wird; s. aber
auch unter Inula vulgaris.
d. Sede, Sade, vom Lat. — Fettblatt, Fetthenne, Knorpelkraut, wegen
der fleischigen Blätter. — Mauerpfeffer, wegen des Wachsens auf
Mauern und des pfefferartigen Geschmacks der Blätter (ein LFmstand,
der der Pflanze als Schutz gegen Schneckenfraß zugute kommen soll;
tatsächlich ist der pfefferartige Geschmack jedoch kaum merklich). —
Donnerkraut.
f. Sedon: vom Lat. — Feuille grasse: Fettblatt. — Orpin, aus auri
pigmentum: Gold-Farbe, wegen der Blüte.*) — Gazon d’or: Gold-
rasen. — Mousse jaune: Gelbmoos, da die Pflanze wie Rasen oder
Moos die Unterlage überzieht. — Poivre des murailles: Mauerpfeffer.
— Herbe ä la coupure: gegen Schnittwunden.
e. Stonecrop: Steinkropf, da es auf Steinen wächst und dicke Blätter hat.
n. Vetkruid — Muurpeper.
Selinum, oihvov.
Die Griechen verstanden darunter Apium graveolens, das gern in
feuchten Niederungen wächst, man bringt es daher in Beziehung zu
flog: Sumpf. — Nach anderer Meinung ist der Name abzuleiten
von sXloGco : wickeln, wegen des krausen Aussehens der fein zerteilten
Blättchen.
d. Silge, aus dem offiziellen Namen.
/. Selin.
e. Milk-parsley; Milch-Petersilie, eine der Petersilie sehr ähnliche, als
Umbellifere verwandte Pflanze, mit weißgespitzten Blattzipfeln.
n. Sehe.
Sempervivum. ^Aeltwov,
Theophrast VII. 15. 2. oiov vmI rj zov det^coov cploig z6 Sia-
*) Auch das Schwefelarsen, das zum Goldgelbmalen benutzt wurde, war ehe-
mals so genannt; vielleicht direkt aus dem Französischen von or: Gold und peindre:
malen, abzuleiten.
i65
l^ieveiv vygdv aei /,ai xltogovj q)illov oagyicoSeg txov ‘/.ai lelov
'A,al Ttgof^iriyieg i
Diosc. IV. 88. ^Aeltwov rd [Asya tovoi^iaaraL did ro deid^aXig
Twv (pvlXtov, — fv oOTQa'/LOLg l'noL (pvrevovaiv avxo etiI
Twv oi/irpjdvajv,
Apulej. 123. Sempervivum nomen suum sumpsit, quod sit semper
viridis atque vigens.
d. Hauswurz, wird auf den Hausdächern oder Torsteinen angepflanzt,
um das Gebäude vor Blitz zu bewahren; vergl. Sedum, mit dem es
viele Bezeichnungen gemeinsam hat. — Hauslauch, verderbt aus
Hauslaub.
/. Joubarbe: Jupittersbart; viele rotgelb blühenden Pflanzen werden so
genannt; span, jusbarba, prov. barbajol (durch Inversion), ital. barba
di Giove, vom lat. Jovis barba, womit in Plin. XVI. 3 1 aber eine
ganz andere Pflanze bezeichnet wird, event. sprachlich verwandt mit
dem gallischen Namen lovfxßaqovfJ., wie er sich Diosc. IV. 16 vor-
findet, doch auch hier wird eine ganz andere Planze darunter ver-
standen. — Herbe au couvreur: Dachdeckerkraut; vergl. vorher.
e. Houseleek, s. oben.
n. Huislook — Donderbaard.
Senecio
war der lat. Name für r^Qiyiqiov (Erigeron, s. d.), beides jetzt Gattungs-
namen von Kompositen. Senecio, von senex: Greis, wegen des
grauen Pflaums der Früchtchen.
d. Senwurz, aus dem Lat. — Kreuzkraut, wegen der kreuzweise zer-
schnittenen Blättlein, oder mißverstanden aus Greiskraut.
f. Herbe de Jacob, auch zu deutsch Jakobskraut. Der heil. Jakob
wurde in Schlachten angerufen, das Kraut wurde als Wundkraut be-
nutzt. — Herbe doree: Goldkraut, wegen der goldgelben Blumen.
— Toute venue: „Ganz von selbst gekommen“, da sie ungesät
wächst und wuchert. — Herbe ä la chardonnerette : Distelfink-
kraut, da diese die Körner fressen.
e. Groundsel, aus groundswell, d. h. ground - swallow ; swallow altengl.
swelgan, deutsch schwelgen; Gr. heißt also etwa soviel als Bodenwucherer;
vergl. frz. Toute venue. Das Kreuzkraut, das an und für sich eine
hübsche Pflanze, wird in Gärten deshalb nicht gezogen, weil es infolge
seines Samenreichtums den Garten förmlich überwuchert.
n. Kruiskruid; Kreuzkraut. — Kanariekruid vergl. Herbe ä la chardon-
nerette. — Grintkruid.
Serratula.
Diminut. von serra: Säge, serratus: gesägt, zackig, wegen der scharf
gesägten Blätter.
d. Scharte, wegen der schartigen Blätter. — Gilbe, wird zum Gelbfärben
benutzt.
i66
f. Sarrete (des teinturiers) : (Färber-)Serratula.
e. Sawwort: Sägekraut.
71. Zaagblad.
Seseli(s), aioEli
war der Name mehrerer Umbelliferen, aus aeXivov (s. Selinum) mit
Reduplikation.
d. Sesel.
f. Seseli.
e. Seseli.
71. Seseli.
Sherardia.
Nach W. Sherard (1695 — 1728), Botaniker zu Oxford.
d. Nolde (?).
f. Sherardia.
e. Madder, gehört wie Rubia (s. diese) zur Familie der Stellaten.
71. Sherardia.
Silaus,
verwandt mit oehvov (s. Selinum) oder von oslag: Glanz, wegen der
glänzenden Blätter.
d. Silau.
f. Persil bätard: falsche Petersilie (ebenfalls Umbellifere). — Cumin des
pres: Wiesenkümmel (desgl.).
e. Silaus.
71. Weidekervel: vergl. Cumin des pres. Kervel (ebenfalls Umbellifere).
Die Umbelliferen sind auch für den Fachmann sehr schwer von-
einander zu unterscheiden. Es ist daher nicht zu verwundern, wenn
im Volk die einzelnen Bezeichnungen der Doldenblütler miteinander
in Beziehung gebracht, bzw. verwirrt werden.
Silene.
Nach den Silenen, den Waldgöttern und Begleitern des Bacchus —
oder von oiaXov: Geifer, weil der nahverwandten Lychnis flos cuculi
(s. diese) häufig der Kuckucksspeichel anhaftet — oder von aeXrjrrj:
Mond(göttin), weil sie abends besonders schön blühen.
d. Leimkraut; der Stengel ist unten mit einer stark klebenden Masse
überzogen; vergl. Viscaria. — Taubenkropf, wegen des bauchig auf-
geblasenen Kelches. — Klöpferli (Luzern), wegen der in der Kapsel
klappernden Samen.
f. Silene. — Behen, vom arab. behmen. — Claquet, verwandt mit
deutsch Klatschen, wegen des Geräusches der in der Kapsel einge-
schlossenen Samen. — Comillet, von corne: Horn, wegen der horn-
förmigen Schuppen am Schlunde der Blumen.
6;
e. Campion, von Champion: Kämpfer; wurde vielleicht als Wundkraut
benutzt; unter Champions versteht man heutzutage auch die bei Aus-
stellungen mit einem Preis bedachten Blumen. — Ragged Robin,
zerlumpter Robert, wegen des ausgefransten Kelchrandes und mit
Bezug auf die sehr nahverwandte Lychnis; vergl. auch unter Geranium
Robertianum.
n. Lijmkruid.
Sinapis. ^IvaTCi, alvr^Tti, varcv.
Nie. Alex. 430. Naiteia.
Diosc. II, 183. ^ivrjTtL ^ vdjtv, — l de yuAog avxov ovv juelsTL
aq^otei TtQug re djußXvcoTtlag.
Plin. XIX. 54. Athenienses Napy vocant.
Isidor. XVII. 10. 9. Sinapis appellatur, quod foliis sit similis napis.
Thesaur. Graec. VII. p. 262. Etymologici vocatum aiunt jiaqd tu
aiveod^at Tovg WTzag i. e. jtaQa %o ßXaTcxeiv xovg ocp^alj^ioyg:
laedit enim oculos. Itidem et Zoilus ap. Athen, g. init. oivrjTXi
dictum tradit, 6t i oiverai Tovg cüTtag ev rfj olveGd^ai.
(Vergl. im Gegensatz Diosc., wonach es den Augen sogar zuträg-
lich sein sollte!)
Von öivEöd^ai : schädigen, da es den Augen schädlich sei — oder
aus napus, verwandt mit rapus: Rübe, wegen der starken Wurzel,
oder von vri^ einem Negativum, und tcvco: faulen, da die Kruziferen
gegen zersetzende Krankheiten, wie den Skorbut, angewandt wurden;
die Vorsilbe gl, die unwesentlich sei, da vaTteia und vccTtv allein
schon GLvaTti bedeuten, heiße soviel als G^Tog und besage, daß das
Kraut zu den Speisen verwandt werde — oder vom hebr. san für
sanän: schärft und aph: Nase; wegen seines scharfen Geruchs.
d. Senf, vom offiziellen Namen. — Mostrich, der mit Most angemachte
Senf, aus mustum: Most (und ardens: brennend).
f. Seneve. — Moutarde.
e. Mustard. — Charlock (?) betr. lock, s. unter Ceratophyllum.
71. Mosterd.
Sisymbrium, GLGvfxßQiov.
Varro ling. lat.: Susimbrium arco GiGVfißQta.
Aus GLTog: Speise und Gvf^ißQiov, das aus eQVGii.iov (Erysimum) ent-
standen sei, mit dem es als Kruzifere verwandt ist.
d. Rauke, vergl. unter Eruca; gleichfalls Kruzifere. — Schuttkresse:
wächst gern auf Schutt; betr. Kresse, womit viele Kruziferen be-
zeichnet werden, vergl. unter Cardamine, Nasturtium und Lepidium.
f. Roquette.
e. Rocket.
71. Raket.
i68
Sium^ oiovy
vielleicht abgekürzt aus oehvovy beides Doldenpflanzen — oder von
oeLw: wackeln, weil das Kraut vom leisesten Windhauch bewegt
wird — oder verwandt mit ^dco: säugen, als milchvermehrende
Pflanze. (?).
(/. IMerk, w’egen der markigen Wurzel.
f. Berle, vom lat. berula des Marc. Emp. Die Etymologie ist unklar.
c. Water-parsnip: Wasser- Pastinak, wächst in Sümpfen, an Bächen usw.
und sieht als Umbellifere dem Pastinak ähnlich.
n. Watereppe: Wassereppich, desgl. s. Apium.
Solanum^
von solari: stärken, kräftigen, trösten, wegen der medizinischen Ver-
wendung. — Oder von solo : (von sol : Sonne) den Sonnenstich
verursachen, verrückt machen, wegen der Giftwirkung der Beeren.
d. Nachtschatten, d. h. schwarzer Schaden.
f. Morelle, spätlat. morella, (kelt. mor: schw^arz, frz. more: Mohr, griech.
fiiavQog: dunkel), w'egen der schwarzen Beeren.
e. Nightshade.
n. Nachtschade.
8. dulcamara.
d. Bittersüß, wegen des Geschmacks der Pflanze.
f. Douce-amere, desgl. — Vigne de Judee: Judasrebe; giftige Schling-
pflanze. — Feu sauvage: Wildfeuer (Irrlicht, gew. feu follet), wegen
der scharlachroten Beeren.
e. Bittersweet, desgl.
11. Bitterzoet, desgl.
8. tuberosum,
knolliges S.
d. Kartoffel, verderbt aus Erdapfel. — Die Italiener, zu denen die
Kartoffel früher gelangte als zu den nordischen Völkern, nannten sie
wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Trüffel tartufo, daraus auch die
deutsche Bezeichnung Tartuffel (Tuften), aus welchem Namen nach
anderer Erklärung Kartoffel hervorgegangen sein soll.
f. Pomme de terre: auch zu deutsch Erdapfel.
e. Potato, soll haitischen Ursprungs sein; vergl. jedoch den französischen
Namen.
n. Aardappel.
8olidago,
von solidare, solidum agere, fest machen, gesund machen, wiegen
der Heilwirkungen so benannt.
169
d. Goldrute, wegen der aufrechten, mit goldgelben Blumensträußen ver-
sehenen Pflanze.
f. Verge d’or, desgl. — Solidage.
e. Goldenrod.
n. Guldenroede.
Sonchus, ooyyog,
von ooi^iffog: mürbe, locker, hohl, wegen des hohlen, leicht zerbrech-
lichen Stengels.
d. Sonche. — Gänse- mid Saudistel; Gänse und Schweine fressen das
distelähnliche Kraut. — Milchdistel, wegen des Milchsaftes.
f. Lait(e)ron, von lait: Milch.
e. Sowthistle.
n. Melkdistel.
Sorbus, s. unter Pirus.
Sparganiuin, OTtaQyaviov;
unter OTtagydvLOV versteht man eine Windel, Wickel; wegen der
bandförmigen Blätter wurde die Pflanze so genannt.
d. Igelskolben, wegen der runden stachligen Fruchtstände.
/. Ruban d’eau: Wasserband. — Rubanier.
e. Bur-reed: Stachel-, Borstenried; vergl. unter Lappa und Carex. Mit
reed werden verschiedene halmartige Wasserpflanzen bezeichnet.
n. Egelskop. — Duiker, s. unter Typha.
Sporgula, aus dem Latein des Mittelalters: aspergula,
von spergere: verbreiten, eine an Samen ergiebige Pflanze — oder
von dem deutschen Sperk, Spergel, s. dieses, bzw. Dimin. von
Asparagus.
d. Sperk, Spergel, Spark, wegen der Ähnlichkeit des Krauts mit dem
des Spargels.
f. Spergule, auch spargoute und espargoute. — Genouilliere, von genou:
Knie, wegen des knotigen Stengels. — Fourrage de disette: Hungers-
notfutter.
e. Spurry, vergl. die deutschen in der INIark gebräuchlichen Namen
Spurgis, Spurk.
n. Spurre.
Spergularia
ist mit Spergula als Alsinee nahe verwandt.
d. Spärkling.
f. Spergulaire.
e. Sandspurry, wächst auch auf sandigem Boden.
n. Spurriekruid.
70
Spinacia,
von spina: Dom, wegen seiner spitzgezackten Blätter, oder wegen
der Stacheln der Frucht — oder orientalischen Ursprungs vom pers.
ispanas, arab. esbanach, sebanach, mittelgriech. öTtavayiiov ; (wallon.
spinä, prov. espinar, ital. spinace, span, espinaca, port. (e)spinafre,
vom lat. spinifer, d. h. dornen tragend.)
d. Spinat.
f. Epinard, von epine: Dom, s. oben. — Balai de l’estomac: Magen-
besen, angewandt gegen verdorbenen Magen.
e. Spinage, Spinach.
71. Spinazie.
Spiraea^ OTtuqua.^
von öTTELQa' Drehung, wegen der zuweilen gewundenen Früchtchen,
oder wegen der Biegsamkeit der Zweige, die in der Tat doch eigentlich
ziemlich brüchig sind, so daß letztere Erklärung wohl kaum als die
zutreffendere anzimehmen ist.
d. Spierstrauch.
f. Spiree.
e. Spiraea.
71. Spirea.
Sp. filipendula,
von filum: Faden und pendulum: aufgehängt, wegen der an zarten
Fäden den Wurzeln anhängenden Knöllchen.
d. Wiesenkönigin, hlädesüß = Mattensüß, ist eine Wiesenpflanze mit an-
genehmem Geruch.
/. Filipendule. — Barbe de chevTe: Ziegenbart; vergl. filipendula.
e. Dropwort: Tropfenkraut, desgl.
71. Knollige Spirea.
Sp, ulmaria,
ulmenblättrige Sp.
d. Mädesüß, s. vorher.
f. Pied de bouc: Bocksfuß, die Stengelblätter sollen einem Bocksfuß
entfernt ähnlich sehen. — Ulmaire. — Reine des pres: Wiesen-
königin. — Herbe aux abeilles: Bienenkraut, von den Bienen auf-
gesucht.
e. Queen of the meadow: Wiesenkönigin. — Meadow-sweet: Wiesensüß.
71. Moeras spirea: Morastspiree, wächst an sumpfigen Stellen.
Spirantlies,
von OTteiQu: Drehung und avd-og: Blume, wegen des spiralig auf-
geballten Blütenstandes, bzw. wegen des gedrehten Fruchtknotens,
der allen Orchideen charakteristisch ist.
d. Drehwurz.
f. Spiranthe.
e. Lady’s Tresses: hlarienhaarflechten, wegen des Blütenstandes.
71. Draaiaar.
Stachys, otaxvg,
von (j'TöYuc: Ähre, da die Blüten wie in einer Ähre stehen.
d. Ziest. (?)
f. Epiaire, von epi: Ähre. — Ortie morte: tote Nessel; die Blätter sind
nesselähnlich, aber ohne Brennhaare. — Ortie puante: stinkende
Nessel, da die zerriebenen Blätter riechen.
e. Woundwort, als Wundkraut benutzt.
71. Andoorn, d. h. ohne Dorn, ohne Brennhaare; vergl. unter Marru-
bium.
Staphylaea,
von OTacpvlri: Traube; die Blüten sitzen traubenartig an langen
Stielen.
d. Klappernuß, wegen der wider die Kapsel anschlagenden reifen, harten
Samen. — Pimpernuß, von pimpern, rasseln. — Totenköpfchen, wegen
der Gestalt der Samenkapsel.
f. Staphylier.
e. Bladder-nut: Blasennuß, wegen der aufgetriebenen Samenkapsel.
71. Pimpernoot.
Statice, oTaxiAii.
Plin. XXVI. 33. alvom sistit et Achillea. eosdem effectus praestat et
statice.
Von OTax 17.6g'. hemmend, von Yoxr^f^i, lat. sistere: zum Stehen bringen,
wegen der adstringierenden, obstipierenden Wirkung.
d. Wiederstoß, sie stößt aus ihrer Wurzel eine hlenge zarter Blätter
hervor.* (?)
f, Lavande de mer: INIeerlavendel; sie sieht der Lavendel entfernt ähn-
lich, ohne aber mit dieser Labiate verwandt zu sein; die St. Arten
sind vornehmlich Küstengewächse.
e. Sea lavender.
71. Schapenoor: wegen der Blattform.
Stellaria, sc. herba,
von Stella: Stern, wegen der Blütenform.
d. Miere, s. unter Anagallis. — Vogelmiere, da sie von den Vögeln
gern gefressen wird.
72
f. Mouron, desgl. — Mouron des oiseaux; Vogelmiere. — Bec de
moineau: Spatzenschnabel, s. unter Anagallis. — Langue d’oiseaux:
Vogelzunge, desgl. — Morgeline, desgl.
e. Starwort: Sternkraut. — Chickweed, da man junge Hühnchen
(chicken) damit füttert. — Stitchwort: Nähkraut, weil sein ausge-
breitetes Wurzelwerk das Ackerland durch„sticht“ (?).
71. Muur — Sterre muur — Vogelkruid.
Stipa,
verwandt mit lat. stipula: Hahn, wegen der Blatthalme — oder von
arvTvri: Faden, Werg, bzw. vom lat stipo, mit Werg u. dergl. aus-
stopfen, wegen der weichen Grannenhaare: die Granne ist bis 20 cm
lang und mit abstehenden, zarten Haaren gefiedert.
Pfriemgras.
/. Stipa.
e. Feathergrass, Federgras, wegen der haarförmigen Granne.
71. Priemgras.
Stratiotes, GtQaTiWTrjg.
Diosc. IV. 100. ^TQavLwrrigj 0 STti ztov vödrwv (pv6f.ievog' ol ds
TtozafiLov GTQazicoTijv '/.alovGiv. 'Qv6f.iaGTaL öe did t6 eTtivr^-
XeGd^ai. Tolg vöggl %(xl Qitriv tr^v. ZQavfÄazd re dcpXe-
Xf^iavra TTjqet,
Plin. XXIV. 104 — 105. Militarem vocant, quoniam vulnus ferro
factum nullum non intra dies quinque sanat ex oleo imposita.
Celebratur autem et a Graecis stratiotem, sed ea in Aegypto tan-
tum et vulnera sanat ex aceto inlita.
Galen. 0. XVHI. 40. ^zqaTuuzrjg. cugt€ Sid tovto ymI zqav-
(.lava övvaGd^ui %oXXav.
Von GTQaTitoxr^g: Soldat, wegen der schwertförmigen, stachligen Blätter.
Wurde gegen Verwundungen angewandt; vergl. unter Signaturlehre in
der Einleitung.
d. Wasserschere, Krebsschere, wegen der Form der Blütenscheide. —
Sumpfaloe, s. d. f.
f. Faux-aloes: Falsche Aloe, wegen der aloeartigen, fleischigen Blätter.
c. Watersoldier: Wassersoldat.
n. Scheeren — Krabbeschaar.
Süaeda,
arab. Ursprungs, von Soda, das die arab. Benennung für Salsola
sein soll, mit dem Suaeda nächstverwandt ist; oder vom lat. solida;
vergl. unter Solidago.
d. Sode.
f. Soude, altfrz. soulde, ital., span, und portug. soda.
e. Suaeda.
71. Witte Kali: Weißes Kali, die Pflanze enthält Kali und Soda.
I
73
Subularia, sc. herba,
von subula: Pfriemen, wegen der pfriemlichen Blätter.
d. Pfriemkraut.
f. Subulaire.
e. Awlwort: Ahlkraut, Pfriemkraut.
71. Priemkruid.
Succisa,
von succidere: unten abschneiden, da das Rhizom an seinem Ende
abfault und wie „abgeschnitten“, abgebissen erscheint.
d. Abbiß: Teufelsbiß.
f. Mors du Diable, desgl. — Tete de loup: Wolfskopf, wegen des
stachligen Fruchtstandes.
r. Devil’s bit.
71. Blauwe knoop, wegen der blauen, knopfförmigen Blüte.
Symphytum, ov^icpvTov.
Diosc. IV. 9. 2vf.icpuTov 7TeTQa7ov '/,oXXa Kat veoTQioxa. Kal ra
KQta de övi.i7triTtTai eipt^ievov ovv avToig. — 10. 2vf.iq^vTov
aXXo. QLLai öe vtteiol fuev ETCLcpavELav f-ieXaivai, evÖo&ev
ÖS XevKal Kat yXloxgai. Kat za vEOTQCoza KoXXwoi KavaTtXaaGo-
l^ievoi. Kat Ta KQea de ovvediofievaL ovvdyovGiv.
Plinius XXVI. 28. Symphyton ad cicatricem celerrime perducit.
XXVII. 24. ossibus quoque fractis medetur.
Isidor. XVII. 9. 61. Symphytos Graece dictus, eo quod tantam
in radice virtutem habeat, ut frustra camis aspersa in cacabo
coagulet.
Aspyrt. Hippiatr. p. 18 1. ex Thes. Graec. IduoTai de ov(,icpvTOv,
Kat MaKEdoveg coteokoXXov r;v Kat cpaot Gvvrnfir^f.tEvriv diai^iE-
/üEQiGfXEvoig KQEaGiv EVLOvv aiTCL' dto Kat Gvf^icpvTog Xeyeuai.
Von GviAcpvw: zusammenfügen, weil sein Wurzelsaft bei* Beinbrüchen
und Wunden zur Heilung aufgetragen wurde.
d. Beinwell: Knochenwohl. — Wallwurz, entweder aus Wohlwurz, oder
weil sie wie eine Welle, Walze aussehe.
f. Consoude, aus lat. consolida, s. Solidago und Günsel (Ajuga).
e. Comfrey, altfrz. cumfirie. (?) — Wallwort.
71. Waalwortei — Smeerwortel, wegen des schmierigen Wurzelsaftes.
74
T.
Tanacotum, s. unter Chrysanthemum vulgare.
Taraxacum,
entweder arab. Ursprungs von tarachakün, tarascön; eine cichorien-
ähnliche Pflanze. Cichorie und Taraxacum sind Kompositen, pers.
tarkhaskqun in ähnlicher Bedeutung — oder verwandt mit TaQa^ig
einer Augenkrankheit, oder somat. Störung im allgemeinen, und
a%WfxaL: heilen: der Name deutet hiernach auf den medizinischen
Gebrauch.
d. Kettenblume, weil die Kinder durch Ineinanderstecken der hohlen
Blütenstengel Ketten bilden. — Lichter, Lampen, wegen der Frucht-
stände. — Kuhblume, als Weidepflanze. — Pustblume, weil man
die mit Flugapparaten versehenen Samen wegpusten kann. — Löwen-
zahn, wegen der ausgezackten Blätter; vergl. unter Leontodon. —
Mönchshaupt, wegen der kahlen Fruchtplatte. — Milchkraut, wegen
des Milchsaftes. — Pißblume; das Kraut dient als harntreibendes Mittel;
event. verächtlich so genannt wegen der Ubiquität der Pflanze.
f. Dent de lion: Löwenzahn. — Couronne de moine: Mönchskrone, s.
vorher. — Pissenlit: Piß ins Bett, s. o.
e. Dandelion, vergl. frz. dent de lion.
n. Kettingbloem — Pissebloem — Paardenbloem : Pferdeblume (?).
Taxus, oyiXkal.
Isid. XVII. 7. 40. Taxus venenosa arbor. Unde et toxica venena
exprimuntur.
Der Baum heißt im Griech. (z. B. Diosc.) Of.ula^; Diosc. erwähnt,
daß die Römer ihn Tcc^og nennen, und im Lexikon des Hesychios
wird der letztere Name ebenfalls erwähnt. Taxus ist verwandt mit
TO^ov: Gift, weil der Baum giftig ist — oder mit xcL^ig\ Ordnung,
wegen der regelmäßigen Verteilung seiner Nadeln an den Zweig-
spitzen. — Event, verwandt mit %a^og\ Bogen, weil sein Holz zur
Herstellung von Bogen benutzt wurde.
d. Eibe; betr. der Etymologie vergl. unter Hedera. Im Nordischen heißt
die Eibe auch eda, jeda, das Gift bedeutet, desgl. auch id und aida,
das Glut bedeutet: wegen der Verwendung des Eibenholzes, um
Feuer in Glut zu erhalten; event. wegen der roten Farbe des Holzes;
vergl. unter Juniperus. — Betr. der Bezeichnung: Daxenstrauch, die
wohl von Taxus abzuleiten, vergl. ebenfalls unter Juniperus.
f. If, span, und portug. iva.
e. Yew, ags. ifig, iw.
n. Venijnboom, von venijn: lat. venenum: Gift.
175
Teesdalia.
Nach dem engl. Botaniker R. Teesdal.
d. Rahle (?).
f. Teesdalie.
e. Teesdalia.
n. Kleintaschjeskruid: nächster Verwandter von Capsella, s. d.
Teucrium, tcvkqlov.
Plin. XXV. 20, Invenit et Teucer Teucrion.
Nach dem griech. Fürsten Teucer vor Troja, der die Pflanze entdeckt
und angewandt haben soll.
d. Gamander, verderbt aus griech. x^f.ia[dQvg, zu deutsch Erdeiche,
wegen der niedrigen Pflanze, die in gew. Arten (z. B. T. Botrys)
eichenähnliche Blätter hat; vergl. Isidor. XVII. 9. 47. Chamaedrys
a Graecis appellata, quod sit brevis et per terram strata et minuta
foliis parvissimis.
f. Germandree. — Petite ebene, Chenette: kleine Eiche.
e. Germander. — Speedwell: Glückliche Reise, weil die Pflanze häufig
am Weg wächst; vergl. hierzu unter Clematis und ferner Urania speciosa,
die am Grunde des Blattstiels eine hohle Scheide bildet, die sich
mit trinkbarem Wasser anfüllt. Durch einen Stich in dieselbe ent-
leert sich das Wasser und gewährt dem Wanderer Labung, weshalb
der Baum: der Baum der Reisenden, engl, the traveller’s-tree, ge-
nannt wird.
n. Gamander.
Thalictrum, d^dlL'Ä,TQov,
von d^dXXiO'. grünen, blühen, weil es im Frühling besonders schön
grünt — oder von d^dXXio: desgl. in der Bedeutung wachsen und
LKTaQ: rasch, eine rasch wachsende Pflanze. Doch ist gegen diese
Erklärung einzuwenden, daß l'ytuaQ zugleich, zu gleicher Zeit, aber
nicht sogleich, rasch bedeutet. — Nach anderer Erklärung von
^dlTtto: erwärmen abzuleiten, da es als Erwärmungsmittel verwandt
worden sein soll.
d. Amstel ‘(?) — Wielandskraut (?).
f. Pigamon, ital. pigamo, vom griech. 7tr(favov\ Ruta, wegen der Ähn-
lichkeit der Blätter. — Rue de bois: Waldraute, desgl. — Rhubarbe
des paysans: Bauernrhabarber, weil Blätter und Wurzeln abführend
wirken.
e. Meadow rue: Wiesenraute.
n. Ruit: betr. Namensusurpation vergl. die Einleitung.
Thesium, ^rjoeiov.
Die Pflanze soll zu Ehren von Theseus benannt sein; sie sei eine
der Blumen aus der Krone, die Theseus der Ariadne anbot. Die
76
Pflanze wird nur von Theophrast (VII. 12. 3.) und Plin. XXL 67
und XXII. 31, erwähnt, ohne daß daselbst eine Erklärung des
Namens gegeben würde.
d. Vermeinkraut, Vermainkraut (?). — Frauenhaar, wegen der schmalen,
länglichen Blättchen. — Leinblatt, da es dem Lein ähnlich sieht.
f. Thesion.
e. Bastard toadflax, vergl. unter Linaria.
n. Thesium.
Thlaspi, ^laöTti,
Diosc. 11. 185. d^XaOTCL — /mI tceqI oXov atrov VMQTXog VTtcTtXazvg
ay.QOv, Iv c[) OTtequaTiov ejucpegig VMQÖaLUo, öioy^oeidig, 01-
ovel IvzeS^Xaof^ivoVj ov ymI t6 ovoua eGxrfyev.
Plin. XXVII. 113. Peltarum specie semine incluso lenticulae effigie
nisi quod infringitur, unde nomen.
Galen. De antidot. I. 14. ymI oiov ev&XaGiud ri (.ilyqov, dcp ov
vmI covojudod^ri d^Xdorti.
Von ^Xdo)\ zusammendrücken, quetschen, wegen der abgeplatteten,
scheibenförmigen Frucht.
d. Klasper, wohl aus der offiziellen Bezeichnung verderbt. — Heller-
oder Pfennigkraut, wiegen der Früchte; vergl. unter Lunaria und
Lysimachia nummularia.
f. Teraspic, Taraspic, aus dem Lat. — Monnoyere: Kleingeld. —
Medaille de Judas. — Tabouret: Dim. von tabour, altfrz. für tambour:
Trommel, wegen der Form der Früchte.
e. Penny cress, vergl. unter Nasturtium.
11. Boerenkers: Bauernkresse. [Es sei an dieser Stelle bemerkt, daß im
Niederländischen Kers sowohl Kresse als auch Kirsche bedeutet.] —
Taschjeskruid, vergl. Capsella.
Thymus, d^^iog.
Isid. XVII. 9. 12 und 13. Thymum appellatur, quod flos eius odorem
refert. — Nam flos graece thymum vocatur (?).
Von d'VELv: duften, weil die Pflanze wohlriechend ist und deshalb
beim Opfern (desgl. d-veiv) verwandt wurde (vergl. Thuja).
d. Thymian — Quendel, vom griech. vMviXrj, lat. cunila (?).
f. Thym.
e. Thyme.
71. Thym, Thijm.
Tilia.
Isid. XVII. 7. 46. Tiliam dicunt vocatam eo, quod utilis sit ad
usum telorum nitore et levitate iaculandi. Est enim materiae genus
levissimae.
Tilia verwandt mit telum: Wurfgeschoß, Pfeil, der aus ihrem Holz
verfertigt wurde — oder verwandt mit tigillum: kleiner Balken; sein
77
Holz wird zu Schreinerarbeiten verwendet — oder verwandt mit
talea: Setzreis, Balken, Stab — oder verwandt mit xllog: Faser, s.
unten — oder verwandt mit dem griech. Namen für Linde: q)LXiQrj,
das auch Bast heißt, seinerseits verwandt mit cpXoog: Bast, s. unter
Phleum — oder aus TtzeXia: Ulme entstanden, das mit cpeXXog:
Rinde und neXa: Fell verwandt ist. (Ulmus suberosa: Korkulme).
d. Linde, im Isländ. heißt lind: Baum; Linde verwandt mit schwed.
linda: winden, Schweiz, linte: Flachs oder Hanfbast: der Bast der
Linde wurde schon früh zu Stricken verarbeitet. — Linde event. aus
lin-ter: Leinbaum (ter verwandt mit engl, tree) von line: Lein, wegen
des Bastes. Bast heißt im Altd. und noch heute in der Wetterau:
lind. (Leine ist der aus lin gedrehte Strick.)
/. Tilleul, aus dem Lat.
e. Lime.
71. Linde.
Tillaea.
Nach M. A. Tilli, ital. Botaniker, 1653 — 1740, gab eine Beschreibung
des botanischen Gartens zu Pisa.
d. Tilläe.
/. Tillee.
e. Tillaea.
ti, Mosbloempje: Moosblümchen: die nur 3 — 5 cm hohe Pflanze hat
moosähnliche Gestalt und wächst wäe Moos an feuchten Stellen.
Torilis.
Der Name ist unbekannter Herkunft oder verderbt aus Tordylium:
toqöI'Xlov, dem Namen einer anderen Umbellifere: von ytoodiXioVy
Diminut. zu '/.OQÖvXtj: Keule, herzuleiten, wegen der angeschwollenen
Stengelgelenke — oder aus gleichem Grunde von torus: Wulst. —
Event, von TOQog: scharf, wegen des Geschmacks oder wegen der
stachligen Frucht.
d. Börstel, Borstdolde, die Pflanze ist eine Doldenpflanze mit stachligen,
borstigen Fojchten und behaartem Stengel.
f. Torilis.^
e. Hedge parsley: Heckenpetersilie, eine petersilienähnliche, an Hecken
wachsende Pflanze.
71. Doomzaad.
Tragopogon, TQayoTccoytov.
Diosc. 11. 172. TgayoTtcoycov STtl öe tov vmvXov ymXvB usyag, y.at
^ ' 3 J r V \ 3/ 3/
axQOv 7i(X7t7cog fj,eyag, acp ov yml to ovofia eoyev.
Von TQayog: Bock und jtwywv: Bart, wegen der langhaarigen Samen-
bärte, daher auch Barba seni(li)s: d. h. Greisenbart, genannt.
d. Bocksbart. — IMilchkraut, wegen des süßen Saftes.
f. Salsifis, aus dem ital. sassefrica in gleicher Bedeutung — oder ver-
Kanngiesser, Etymologie usw. 12
78
dorben aus Saxifragum, wegen derselben Wirkung (?). Vergl. unter
Scorzonera, die ebenso genannt wird, die Wurzeln der beiden nahe
verwandten Pflanzen werden gegessen.
e. Salsify. Goat’s-beard: Bocksbart, Geißbart.
iu Boksbaard. — Salzafy.
Trientalis,
von triens: Drittel, weil die Länge der Blumenstiele von T. europaea
ein Drittel der Pflanzenhöhe betrage.
d. Siebenstern, der Stengel trägt (6) 7 Blätter und eine 7 blättrige, weiße
Blumenkrone.
f. Trientalis.
e. Trientale.
n. Zevenster.
Trifolium, Tqlq)vllov.
Diosc. III. 113. xqlffivlXov. l(p lov (pvldka xqia yiad^ symGtTjV
ßXaOTrjGiv.
Isidor. XVII. 9. 72. Trifolium est, quod Graeci xqlcpvXXov vocant,
quod foliis trinis sit per singulas adnationes.
Dreiblatt, wegen der drei Blätter.
d. Klee, vergl. niederl. klooven und engl, cleave, das spalten bedeutet;
wegen der drei getrennten Blätter.
/. Trefle, aus dem Lat.
e. Clover.
n. Klaver.
Triglochin,
von TQEig, in zusammengesetzten Worten tql : drei und yXco%iv’. Spitze,
Ecke, wegen der dreikantigen Frucht, die aus drei Teilfrüchten be-
steht, die nach der Basis spitz auslaufen.
d. Dreizack, desgl.
f. Troscart, scheint den Begriff tres, trois, drei zu enthalten.
e. Arrow-grass; Pfeilgras, wegen der Pfeilspitzenform der Frucht.
71. Zoutgras: Salzgras, weil es im salzigen Brackwasser wächst.
Trigonelia,
von TQiyo)vog, dreieckig, wegen der dreieckigen Blumenkrone.
d. Bockshorn, von starkem Geruch und mit langen, homförmig ge-
bogenen Hülsen. — Siebengezeit, weil es seinen Geruch siebenmal
am Tage ändern soll (vergl. unter Melilotus).
f. Trigonelle.
e. Trigonei.
n. Hoomklaver: Hornklee, eine dem Klee verwandte Pflanze.
179
Triticum, TtvQog.
Varro Ling. lat. 5. Triticum, quod tritum e spicis.
Von tero, trivi, tritum: reiben, weil des Getreide gemahlen, d. h.
gerieben wird, um Mehl daraus zu gewinnen — oder von terere
in der Bedeutung treten, weil das Getreide zunächst ausgetreten, aus-
gedröschen wird. Die griech. Bezeichnung TtvQog wird wegen der
gelben Farbe des Samenkorns mit tzvq: Feuer in Beziehung ge-
bracht.
d. Weizen, verwandt mit weiß, wegen der Farbe des aus dem Weizen
gewonnenen Mehls.
f. Ble, vom spätlat. bladum : Korn, von ablata (neutr. plur.) : weggeführt,
geerntet. Catalon. blat, ital. biada, piemont. biava. — Ble soll nach
anderer Ansicht mit dem angelsächs. blaed: Frucht verwandt sein.
— Vergl. ferner kelt. kymr. blawd und niederbreton. bleud für Mehl. —
Froment: aus frumentum: Nahrung: als die zuerst gangbar gewordene
Getreideart wird ble meist mit diesem Kollektiv benannt.
e Wheat, vergl. Weizen.
n. Weit. — Tarwe, verwandt mit skrt. dürva, einer Getreideart, und
dem engl. Tare, einem Unkraut unter dem Getreide, Lolch, auch
damel genannt; doch werden unter tare im Engl, auch Erbsen und
Wickenarten verstanden. — Sollte tarwe nicht mit dem lat. triticum
verwandt sein?
Triticum repens,
kriechender Weizen, wegen seiner Vegetationsweise.
d. Quecke, vergl. unter Jmiiperus: wegen des raschen und kräftigen
Wachstums.
/. Chiendent rampant: kriechendes Tr., Chiendent: Hundszahn, weil die
kranken Hunde es fressen sollen (Littre). — Nach Ansicht anderer
ist die Etymologie dieses Wortes ziemlich dunkel, zu deutsch wird
es auch Hundsgras, ebenso engl, doggrass genannt, wohl verächtliche
Bezeichnung, um die Pflanze als Unkraut zu charakterisieren.
e. Quitsch(-grass) — Kwich.
11. Kweekgras.
Trollius,
verv^andt mit altfrz. truiller: bezaubern, wegen der Schönheit der
Blüte — oder von trullium: rundes Gefäß, wegen der Form der
Blüte. — Event, von frz. tröler, deutsch trollen, engl, troll, das
rollen bedeutet, wegen der Kugelform der Corolla.
d. Trollblume.
/. Trolle.
e. Globe-flower: Kugelblüte.
n. Trollius.
12*
8o
Tulipa,
vom türk, tolipend, tulband, pers. dulbend, das um die Mütze ge-
wickelte Tuch, der Turban, wegen der Form der Blüte.
d. Tulpe.
f. Tulipe.
e. Tulip.
n. Tulp.
Tussilago. Br^xLov.
Diosc. III. II 6. BrfXLOv VTtod^v^oj^eva de elg ajrovMTtvLGudv,
Tovg VTto ^r^Qccg ßr^yog vmI OQd'OTtvoiag oyXoviievovg d^egaTTsiei,
ozav yavovTeg t6v vmttvIv tcu öTOf-iaxL öe^covrai vmI ymzu-
GTthjJOi.
Galen. Z. II. 7. Br^yiov cov6fJ.aOTai /nev ovTtog cltzo tov ue-
TtiGzevd^ai Brixag re ymI o^d-onvolag tvqeXelv. ei xig rjTot tu q)lXXa
^rjQa XaßcoVj 7] qiLav en av&QdY.cov d^avfxtaGag, eiGTiveoi rr^v
dvacpeQOfxevrjv Xiyvhv.
^^on tussis: Husten; betreffs ago als Endbestandteil von Pflanzen-
namen s. unter der Einleitung. Ein Kraut, das gegen den Husten
angewandt wurde; griech ßryxLov, von griech. ß'^jXog- Husten.
T. farfara,
von xGQ(xGGco : scharf und rauh machen, oder von yagyagl^o) : gurgeln,
event. von yaQyaXlCo): Reiz empfinden, aus obigem Grunde. — Mit
farfara sollen die Alten die Weißpappel benannt haben. T. farfara
habe seinen Namen daher, weü seine Blätter denen der Weißpappel ^
einigermaßen gleichen, nur größer sind; vergl. Plin. XXIV. 85. Cha-
maeleucen apud nos farfarum sive farfugium vocant, folio populi, sed
ampliore. Das lat. von Plinius erwähnte farfugium ist wohl eine
volksetymologische Entstellung des den Lateinern unverständlichen
Begriffs farfara: farfugium aus farina: Getreide, Mehl und fugere:
fliehen, da die Pflanze als lästiges Unkraut unter dem Getreide
wächst; vergl. unter Plantago „Heudieb“. — Was die Angabe anbe-
langt, daß farfara auch Weißpappel bedeuten soll, so konnte diese
Bedeutung in keinem der eru’ähnten Lexika gefunden werden.
d. Huflattich, wegen der Ähnlichkeit seiner großen, lattichähnlichen Blätter
mit einem Huf.
f. Tussilage. — Pas d’äne: Eselsfuß, sein Blatt ähnelt den Konturen
eines Eselfußes. — Herbe de St. Quirin: Quirin wird gegen aller-
hand Leiden angerufen.
e. Colt’s-foot: Fohlenfuß; vergl. pas d’äne.
n. Hoefblad, vergl. unter Petasites, mit dem es als Komposite nächst-
verw'andt ist.
Typha, Tvq>r].
Isid. XVII. 9. 17. Typhe vero, quae se ab aqua inflat. Unde
— i8i —
etiam ambitiosorum et sibi placentium hominum tiimor typhus
dicitur.
Von Tvcpoco: Rauch machen, da die Pflanze bei ihrer Verbrennung
viel Rauch von sich gibt. — Da xvcf ow im übertragenen Sinne auch
stolz machen, aufblasen bedeutet (vergl. Tvcpog: die Einbildung), wollte
Isidor den Namen als eine vom Wasser aufgeblähte „stolze“ Pflanze
erklären; vergl. hierzu die niederl. Bezeichnung Lischdodde: Dodde
zu deutsch Dost (aufgedost = aufgedunsen).
ä. Rohrkolben: wegen des kolbenförmigen Fruchtstandes; betr. Rohr s.
unter Phragmites.
f. Massette: von masse: Stab, Zepter, wegen des stabförmigen Wuchses
mit dem endständigen Blütenkolben. — Quenouille: Spinnrocken,
wegen des Blütenkolbens. — Roseau des etangs: Weiherschilf, s.
unter Phragmites. — Canne de jonc: Binsenrohr, s. unter Cannabis
und Juncus.
e. Reedmace: mace = frz. masse; betr. reed s. unter Carex.
n. Lischdodde: Lieschdost; betr. Liesch s. unter Carex. Betr. Dost
s. oben. — Duikelaar, von duiken: sich ducken, untertauchen; Typha
ist eine Wasserpflanze.
U.
Ulex, s. auch unter Genista und Sarothamnus.
Ableitung von vXr^'. Wald, Buschwerk, da es im Wald als stachliger
Busch wächst — oder von oda^: stechend, ähnlich wie lat. Ulysses
aus ^OvÖGOSvg. Immerhin bleibt die Ableitung von Ulex ziemlich
unklar, denn oöd^ bedeutet eigentlich beißend, von oöovg: Zahn und
ddv.vco’. beißen.
d. Hecksamen: w’eil er an Waldhecken w'ächst, oder mit Haken: Dornen
versehen ist. — Gaspeldom, von Gaspe: Nestel, Spange, w’egen der
Dornen.
f. Ajonc: entw'eder verdorben aus Genista, der Ulex nahe verw^andt ist,
oder von Juncus: Binse, mit anlautendem a; siehe dieserhalb unter
Spartium, da unter öttcxqtlov von den Griechen auch binsenartige
Gewächse verstanden wmrden. Doch wird es auch mit kelt. ec, ac,
das Spitze bedeutet, in Verbindung gebracht. — Vignon, verderbt
aus geniot, dieses aus genista. — Piquet, von piquer: stechen. —
Genet epineux: stachliger Ginster. — Sainfoin d’hiver: heiliges Winter-
heu: In Hungersnöten als Viehfutter verw^andt.
e. Furze, ags. fyrs; das engl, „f“ entspricht dem kelt. „p“; gael. und ir.
preas, gen. prearis, venvandt mit engl, briar: dorniger Strauch. Das
Verb vom Stamm preas heißt soviel als flechten, runzeln, in Falten
i82
legen; furze wäre demnach ein durch seine Dornen unebener, rauher
Strauch. — Gorse, ags. gorst, gost verwandt mit genista.
n. Gaspeldoorn — Doornstruik.
ülmtis.
Isid. XVII. 7. 43. Ulmus nomen accepit, quod uliginosis locis et
humidis melius proficit. Nam in montanis et asperis minus
laeta est.
Ulmus, von uliginosus: sumpfig, da die Ulme den feuchteren Stand-
ort einem trockeneren vorziehen soll. — Vom europ. Sprachstamm
al, wachsen, ernähren, wegen des hohen, geraden Wuchses — oder
verwandt mit engl, arise: erheben, das r kehrt z. B. in frz. orme
wieder — oder von Zozrcg: Rinde, oXbuxto: schälen, wegen der
Korkulme (U. suberosa) — oder von lupus: Wolf, mit Vorgesetztem
verstärkendem o, wegen der scharfgezähnten Ulmenblätter.
d. Ulme, waldeck. Eime. — Rüster, verwandt mit arise, s. vorher, oder
von ahd. ruz: rotbraun, wegen der Holzfarbe, deshalb auch mecklen-
burg. Ibenbaum, Iper, schles. Effe genannt, da das Eibenholz gleich-
farbig ist; vergl. niederl. Yp.
f. Orme, ormeau. — Tortillard, von tortille; gedreht, wegen der Dreh-
wüchsigkeit des Stammes.
e. Elm, ags. alm. — Wych-Elm; Witch-Hazel: Hexenhasel: Die
Blätter sehen denen der Hasel ähnlich. Ihre Zw^eige wurden viel-
leicht, ebenso wie die der Hasel, als Wasserfinder und Wünschelruten
benutzt.
n. Olm. — Jep, Yp, s. oben.
Urtica.
Isid. XVII. 9. 44. Urtica ex eo vocata, quod tactus eius corpus
adurat. Est enim igneae omnino naturae, et tactu perurit. unde
et pruriginem facit.
Von urere: brennen, wegen der Brennhaare.
d. Nessel, verwandt mit oberd. nezze: Zwirn. Die aus der Nessel gewonnenen
Fäden werden zu dem sogen. Nesseltuch verwandt. — Brennessel.
f. Ortie mechante: böse Urtica. — Grieche: zänkisches Weib.
e. Nettle.
71. Brandnet(t)el.
Utricularia, sc. herba,
von utriculus. Dimin. von uter : Schlauch; die Blätter sind mit Schläuchen,
bzw. Blasen versehen, in die die Blattzipfel zuweilen umgewandelt sind.
d. Wasserhelm, Wasserschlauch. Die Wasserpflanze wird aus erwähnten
Gründen so benannt.
f. Utriculaire.
e. Bladderwort: Blasenkraut.
n. Waterblaaskruid.
i83
V.
Yaccinium,
von vacca: Kuh, der es als Futter gereicht werden soll. — Die ver-
breitetste, deswegen aber wohl kaum auch zutreffendste Erklärung
ist die Herleitung von einer aus lav.ivd'og gebildeten Diminutivform:
va/Jvd^LOV, woraus Vaccinium verderbt sein soll. Beide Pflanzen
sind zum Rotfärben benutzt worden; vergl. Vitruv. VII. 14. Eadem
ratione vaccinium temperantes, et lac miscentes, purpuram faciunt
elegantem. Plin. XXI. 97. i. Hyacinthus in Gallia maxime provenit,
hoc ibi fuco hysginum tingunt. Wegen dieser Eigenschaft beider
Pflanzen sei der Name von Hyacinthus mit geringfügiger Abänderung
auf Vaccinium übertragen worden. Zur Begriffsüberleitung^ auf die
heutige Gattung aber wird die rote Farbe der Beere von Vacc. vitis
Idaea angenommen. — Dürfte Vaccinium nicht von baccinium her-
zuleiten sein? In diesem Wort ist alsdann bacca: Beere enthalten und
hieße V. demnach soviel als Beerenstrauch. Daß V. in B. mutiert,
ist sehr häufig; vergl. Scribon. Larg. Comp. Med. rec. et notis illu-
stravit J. Rhodius. Patavii 1655. Anm. p. 104: „Notius enim, quam
ut multis probem, veteres B in V commutasse.“ Vergl. Verbascum
aus barbascum, ßeQßaoyiXovf^i, vicia aus ßiyJov^ Baldrian aus Valeriana
und Betonica aus Vetonica.
Y. vitis Idaea.
Diosc. IV. 44. ^Idala QiCa o^v/iivQolvrj za q)vlXa l'oLye. — IV. 144.
MvQoivri aygla ol de o^vi^ivgolvr^ [ Pw^-ioLOi QOVGy.ovin] zc f.iev
cpvXlov f,ivQGLvr] eyßi ouoiov.
Vitis Idaea: Weinstock vom Berge Ida. Die Pflanze, deren Beeren
in Träubchen stehen, soll mit der ^löala des Dioskorides
identisch sein; vergl. unter Rubus Idaeus.
d. Preißelbeere, auch Preuschelbeere genannt; breusch bedeutet brüchig,
mürbe. Die Beere könnte als mürbe bezeichnet sein, wie eine Art
Erdbeere: Brösling von dieser Eigenschaft den Namen hat. Vergl.
jedoch auch unter V. uliginosum, Rauschbeere, von ruscum, das auch
pruscum geschrieben wird. Preißelbeere könnte mit dem letzteren
Begriff verwandt sein. — Bergbuchs, wächst auf Bergen und hat
buchsähnliche Blätter. — Krunsbeere (?).
f. Airelle, port. airella, verw'andt mit aigre: sauer, wegen der säuerlichen
Beeren. — Airelle ponctuee: wegen der Drüsenpünktchen der Blatt-
unterseite. — Herbe rouge: rotes Kraut, wegen der roten Beereu.
e. Cowberry: Kuhbeere, s. oben. — Red Whortleberry, von ags. wyrtil:
kleiner Strauch; Dimin. von wort: Kraut, deutsch wurz.
n Roode boschbes: rote Buschbeere.
— 184 —
Yacc. Myrtillus.
Dimin. von myrtus. Die Pflanze erinnert an eine kleine Myrte;
vergl. Diosc. IV. 144 unter V. vitis Idaea.
d. Heidelbeere = Heidebeere, wie Fichtelgebirg aus Fichtengebirg; wächst
auf der Heide. — Blaubeere, wegen der (schwarz-)blauen Farbe der
Beeren. — Bickbeere; vergl. niederl. pik, pechschwarz; vergl. engl,
pitchblack, niederl. pikdonkel.
f, Myrte. — Myrtille anguleux, wegen der winkligen Verzweigung. —
Raisin des bois: Waldtraube. — Bleuets: Blaubeeren. — Maurets:
Dunkelbeeren; vergl. unter Morus. — Brambell es, brimbelles, ver-
wandt mit Brombeere, die ebenfalls schwarz ist.
Bilberry, dän. böllebaer (?) vielleicht verwandt mit blau. — Blae-
berry, vergl. frz. bleuets, deutsch Blaubeere. — Whortleberry, s. vorher.
n. Blauwe boschbes.
Yacc. oxycoccus,
von scharf, bitter und zo/czog: Beere.
d. Moosbeere. Moos = Moor, wächst in moorigem Gebiet. — Torf-
beeren, weil sie auf torfigem Gelände wachsen. — Kranichbeere,
weil die Kraniche sie fressen; vergl. unter Juniperus.
f. Canneberri, engl, can, deutsch Kanne, berri engl, berry, deutsch Beere;
wegen der Fruchtform. — Canneberge, desgl. Beide Namen event.
aus dem engl. Cranberry verderbt. — Coussinet de marais: Sumpf-
kissen, wegen der dichten Verzweigungen.
e. Cranberry: für craneberry: Kranichbeere, s. oben. — Mossberry. —
Moorberry.
n. Veenbes: Sumpfbeere, Moorbeere; auch in der Mark Feenbeere ge-
nannt.
Yacc. uliginosum,
uliginosus: sumpfig; wächst auf sumpfigem, moorigem Boden.
d. Sumpfheidelbeere. — Trunkeibeere und Rauschbeere, weil die Beeren
berauschende Wirkung hätten. Rauschbeere wird auch vom lat.
ruscum, pruscum, dem Mäusedorn, abgeleitet; ruscum soll mit ^r^Qog:
trocken, wegen seines dürren Aussehens verwandt sein, dasselbe trifft
für V. uliginosum zu; vergl. Diosc. IV. 144 unter Vacc. vit. Id.
f. Airelle des marais: Sumpfpreißelbeere.
e. Bog Vaccinium, desgl.
n. Rijsbes: Reiserbeere, Strauchbeere.
Yaleriana,
von valeo, sich wohl befinden; wegen der Heilkraft — oder zu Ehren
von Plinius Valerianus, einem römischen Arzt. (Die diesem zuge-
schriebene Pflanzenbeschreibung soll jedoch nicht von ihm, sondern
von Mönchen im Mittelalter verfaßt worden sein.)
d. Baldrian: b und v wechseln häufig; das d ist des Wohllauts
I
- i85 -
wegen eingeschoben; vergl. Fähndrich, — Katzenkraut, die Katzen
lieben den Geruch des Wurzelstocks.
f. Valeriane. — Herbe aux chats: Katzenkraut. — Guerit-tout: heilt
alles.
e. Valerian. — All-heal; vergl. guerit-tout.
71. Valeriaan. — Faldriaan. — Koortswortel : Fieberw’urzel, gegen Fieber.
Yalerianella.
Dimin. von Valeriana, der es sehr nahe verwandt ist.
d. Rapünzchen, mittelalterl. Rapontica, aus rapa: Rübe, wegen der
Wurzelform. — Lämmerlattich, die Pflanze wird von den Lämmern
gefressen, die Blätter werden wie Lattich zu Salat benutzt.
/. Valerianelle. — Mache, von machen kauen, s. Lämmerlattich. —
Doucette, von doux: süß, milde, desgl. — Salade royale: königlicher
Salat. — Boursette, kleine Tasche, wegen der ovalen, aufgeblasenen
Früchtchen, s. unter Capselia.
e. Lamb’s-lettuce : Lämmerlattich. — Cornsalad, wächst auf Kornfeldern.
71. Veldsla: Ackersalat.
Terbascum, cploixog.
Diosc. IV. 102. Olo/Liog [''Pcof.ialoL ßeQßaoxloviLi].
Verbascum soviel als Barbascum, verw^andt mit barba: Bart, weil das
Blatt filzig ist — oder verderbt aus herba: Kraut. — 0l6f.iog, die
griech. Bezeichnung für Verbascum, kommt von cpHyouat^ cpXoyiCofÄai’.
leuchten, weil der Stengel der Königskerze zu Lampendochten ver-
wandt wurde. Daher die Bezeichnung Candella regia: Königskerze.
d. Königskerze. Vielleicht auch so genannt, weil die Spitze der pyra-
midenförmig aufgebauten Pflanze von einem kerzenartigen Blüten-
stande gebildet wird. — Himmelbrand — Wollkraut.
f. Molene, von mollis, frz. mou: weich. — Bonhomme: Biedermann,
wegen seiner Heilkraft.
e. Mull ein.
71. Koningskaars. — Toortskruid: Fackelkraut; vergl. deutsch Toortschen-
kraut.
Terbena.
Verbena war im Lat, eine Kollektivbezeichnung für Zweige ver-
schiedener Gesträuche; vergl. auch Celsus: Myrtus, hedera aliaeque
similes verbenae. Das Eisenkraut selbst wird Plin. XXV. 59 und
Apul. med. herb, „verbenaca“ genannt. Verbena steht wahrschein-
lich für herbena: von herba: Kraut, oder es ist entstanden aus Herba
Veneris: Venuskraut. — Event, verwandt mit viriditas: das Grün
oder mit kelt. terfaen, sanskr. vardh, wachsen.
d. Eisenkraut, man glaubte mit seinem Saft Eisen besonders gut härten
oder durch Eisen verursachte Wunden rascher zum Schließen bringen
86
oder gar mit dem Kraut „hieb-, stich- und schußfest“ machen zu
können.
f. Verveine, aus dem offiziellen Namen. — Herbe sacree: heiliges Kraut,
herbe ä tous maux: Kraut gegen alle Schmerzen.
e. Vervein.
n. Ijzerhard, vergl. unter Eisenkraut.
Yeronica,
verderbt aus Vettonica: eine im Gebiet der Vettonen, einer spanischen
Völkerschaft, heimische Pflanze — oder aus vera unica: die einzig
wahre, wegen der Heilwirkungen. — Nach anderer Meinung der
heil. Veronica zu Ehren benannt, von der erzählt wird, daß Jesus
das Abbild seines Gesichts auf ihr Schweißtuch gedrückt habe.
Vielleicht ging der Gattungsname von Veronica polita, der glatt-
blättrigen Veronica, aus, deren viereckige Blütenumrisse mit Saftmalen
versehen sind. Dieserhalb leitet man Veronica auch von vera unica
icon: das einzig wahre Bild, ab.
d. Ehrenpreis, wegen der Heilwirkungen. — Heil aller Welt, desgl. —
Im Elsaß: Ereschegiggele, von gucken: sehen: Froschäuglein, wegen
der kleinen, hübschen Blüte.
f. Veronique. — Herbe bleue: Blaukraut, wegen der Blütenfarbe. —
Herbe aux ladres: Aussätzigenkraut. — Famine: Hungersnot, es
wuchert in schlechten Getreidejahren auf den Äckern.
e. Speedwell, s. unter Teucrium. — Eye-bright: Augenhell, s. unter
Euphrasia. — Cat’s-eye: Katzenauge.
71. Eereprijs.
Yesicaria,
von vesica: Blase, wegen der Blasenschötchen dieser Kruzifere; vergl.
unter Physalis.
d. Blasenschötchen.
f. Vesicaire.
c. Vesicaria.
71. Vesicaria.
Yiburnum.
von viere, da V. zum „Flechten, Binden“ diente; aus jungen Trieben
werden Körbchen geflochten. — Vergl. vibex: Riemen, vimen: Rute,
vibro: schwingen; — oder verwandt mit verberare: schlagen.
Yiburnum Lantaua.
Lantana verderbt aus lanata: wollig, wegen der graufilzigen Blätter
— oder verwandt mit lentare: beugen, wegen der biegsamen Zweige.
d. Wolliger Schneeball, wegen der graufilzigen Blätter und der weißen
dichten Trugdolde. — Widenbaum (Berner Oberl.), wegen der weiden-
artig biegsamen Äste. — Schlingbaum, desgl.
i87
f. Viorne Lantane, aus dem offiziellen Namen. — Mancienne, aus Lan-
tana. — Cochene (?) ist aus comme ebene: wie eine Eiche, erklärt,
weil es ^yie die Eiche im Wald wächst, oder als biegsamer Strauch im
Gegensatz zum starren Eichbaum per antiphrasim so genannt. —
Aubourne, vergl. engl, auburn: rotbraun, wegen der Farbe des Frucht
saftes, oder aus alburnum: weißes Holz; vergl. unter Cytisus Laburnum.
e. Wayfaring(man’s)-tree: Wanderers Baum, wächst an Wegen; vergl.
unter Teucrium. — Mealy-tree: mehliger Baum. — Cotton -tree:
Wollbaum. — Cottoner. — White -wood: Weißholz. — Lithe-wort,
lithy-tree, von lithe: geschmeidig, biegsam. — Twist -wood, von
twist: drehen, da die Zweige zu Flechtwerk benutzt werden.
n. Wollige Sneeuwbal.
Yiburnum Opulus.
Opulus war die lat. Bezeichnung für Acer campestre und wurde wegen
der Blattähnlichkeit auf V. O. übertragen.
d. Wasser-Schneeball, wächst in feuchten Gebüschen. — Kallinkenbaum
(schles.), aus slav. Kalinka: V. O.
y. (Viorne) Obier, aus dem Lat. — Boule de neige: Schneeball. —
Sureau d’eau: Wasserholunder, die Zweige sind markig wie die des
Holunders, der ebenfalls an feuchten Stellen wächst und gleichfalls
weiße Blumenballen bildet. — Rose de Gueldre, eine Garten varietät:
wurde wahrscheinlich zuerst in Geldern (Holland) gezüchtet.
e. Guelder Rose. — Water-elder: Wasserholunder. — King’s-crown:
Königskrone; der Maikönig wird mit seinen Blättern und Blüten ge-
schmückt.
n. Geldersche Roos. — Sneeuwbal.
Yicia, ßrMOVf vergl. auch unter Pisum, Ervum und Faba.
Varro: de re rustic. I. 31. Vicia dicta a vinciendo, quod item capreolos
habet, ut vitis, quibus cum sursum vorsum serpit ad scapum lupini,
aliumve quem, ut haereat, id solet vincire.
Isidor. X. 2. II. Antiqui viciam dicebant, quam nos victoriam;
Credo quod inde dicatur herba vicia, id est victorialis. — XVH.
4. 9. Vicia dicta quod vix ad triplicem perveniat fructum, cum
alia legumina proventum habeant fertilem.
Von vincire: umschlingen, wegen der Ranken, mit denen sich
die Wicke anklammert — vom griech. ßiyJov, von ßlyiog: Gefäß,
Hülsenfrucht.
d. Wicke
f. Vesce
c. Vetch
n. Wikke
aus dem Lateinischen.
i88
Tinea,
von vincire: umschlingen, als Schlingpflanze, oder von vincere: (Krank-
heiten) besiegen, lat. auch pervinca genannt, lat. per: griech. Ttegi:
ringsumher; zur Verstärkung des Begriffs vincire.
d. Immergrün, wegen des immergrünen Laubes. — Senegrün, Singrün,
sene, sin soviel als immer, ewig; vergl. Sinnau, Sintau für Drosera.
— Winkelkraut, volksetymologisch aus Vinca. — Jungfernkraut, der
Tubengrund der Blüte ist durch Schuppen geschlossen.
f. Pervenche, aus pervinca. — Violette des sorciers: Zauberers Veilchen,
blüht blau wie das Veilchen und wurde von Zauberern benutzt. —
Pucelage: Jungfrauschaft, s. oben.
e. Periwinkle.
71. Maagde(n)palm : Mädchenpalme, s. oben.
Viola, \ov.
Isidor. XVII. 9. 19. Viola propter vim odoris nomen accepit.
Verwandt mit vis: Kraft, wegen des starken Geruchs der Blüte —
oder als Diminutiv des griech. Tov, das von levat, Part, icvv abzu-
leiten sei und soviel als die zuerst „kommende“ Blume bedeute. — Der
Sage nach ist die Pflanze aus der Erde hervorgesprossen, um die in
eine Kuh verwandelte Königstochter Io zu ernähren, nach dieser habe
sie ihren Namen erhalten.
d. Veilchen.
f. Violette.
e. Violet.
71. Viooltje.
T. tricolor,
dreifarbige Viole: wegen der Blütenfarbe.
d. Stiefmütterchen, wegen der Verteilung der Kelch- und Blumenblätter.
Das größte und bunteste Blütenblatt, die Stiefmutter, sitzt bequem
auf zwei Kelchblättern, die zwei ihm nächsten Blumenblätter, die
Kinder der Stiefmutter, haben je ein Kelchblatt, die zwei letzten
Blumenblätter aber, die Stieftöchter, müssen sich zusammen mit einem
Kelchblatt begnügen. Vergl. hierzu unter Paris. — Dreifaltigkeits-
blume: die Blütenkrone scheint auf den ersten Blick nur aus drei
Blättern zu bestehen; event. wegen der dreierlei Farben der Blume
so genannt.
f. Pensee, von penser: denken, die meist blau blühend kultivierte
Pflanze wird als Symbol der Erinnerung betrachtet; vergl. Myosotis
und Omphalodes. — Herbe de la trinite : Dreifaltigkeitskraut, s. vorher.
e. Pansy, s. vorher. — Heart’s-ease: Herzruhe: wegen der Schönheit oder
annähernden Herzform der Blüte. Dieserhalb fand die Pflanze viel-
leicht gegen Herzkrankheiten Verwendung.
71. Pensee. — Drievuldigheids-bloempje, s. oben.
189
Yiscum, l^og.
Viscum, auch viscus, vom griech. i^og, das entweder von Xöyio: fest-
halten herzuleiten, oder mit '/.iGOog: Efeu verwandt ist: Viscum
hätte demnach seinen Namen von der parasitischen Lebensweise er-
halten. — Viscum in der Bedeutung Leim ist als sekundäre Bildung
etymologisch nicht zu verwerten; diese Bedeutung ist dadurch ent-
standen, daß aus den Mistelbeeren Vögelleim zum Vogelfang herge-
stellt wird, s. unten.
d. Mistel, als Diminutiv zu Mist, da die Pflanze durch den Mist der
Vögel übertragen wird. Nach anderer Erklärung verwandt mit engl,
mist: Nebel, da sie zur nebligen Winterszeit und Weihnachten ver-
ehrt und mit ihren grünen Blättern auf den entlaubten Bäumen be-
sonders schön sichtbar wird; s. Virg. Aen. VI. 205 — 206. „brumali
frigore fronde nova“. — Wintergrün. — Hexenbesen, Donnerbesen,
welche Namen sie mit gewissen (zuweilen durch Taphrina bedingten)
abnormalen Baumverzweigungen gemeinsam hat. — Affolter, weil die
Mistel auf Apfelbäumen gedeiht. — Wispel (bei Darmstadt), verderbt
aus Mistel und Viscum, unter Anlehnung an Mispel (Mespilus);
einander ähnlich klingende Namen werden häufig verwechselt. —
Baummarder: wegen der parasitischen Lebensweise.
f. Gui, norm, vi, ital. und span, visco, katalon. vesc vom lat. viscum.
e. Mistletoe, ags. mistel(tan), isl. mistelteinn, dän. mistel(teen). Die engl.
Endung - toe findet sich wieder in ags. tan und isl, teinn, das
Zweig bedeutet; vergl. holl, teen, worunter gewöhnlich der (Weiden-)
Zweig, wie überhaupt jeder zum Flechten verwendbare Zweig ver-
standen wird.
n. Vogellijm, vergl. Plautus: „ipsa sibi avis mortem creat, cum viscum
serat, quo postmodum ab aucupibus capiatur“ und die spätere Lit. :
„turdus ipse sibi cacat malum.“ (Aus C. v. Tubeuf. Über die Be-
ziehungen zwischen unseren Misteln und der Tierwelt. Naturw. Ztschr.
für Forst- und Landwirtschaft, 1908, p. 52). — Maretakken: Alp-
zweige, weil die Mistel wie der Mahr, bzw. Alp dem Menschen, so
dem Baum aufsitzt und Schaden bringt.
Yitis.
Varro. Ling. lat. Vitis a vino, idque a vi.
Isidor. XVII. 5. 2. Vitis dicta, quod vim habeat citius radicandi.
Alii putant vites dictas, quia se invicem vittis inectant vicinisque
arboribus reptando religentur.
Vitis verwandt mit vis: Kraft, weil die Rebe ein kräftig gedeihendes Ge-
wächs ist, dessen Zweige als Stecklinge die Kraft besitzen, rasch Wurzeln
zu schlagen. Nach anderer Erklärung, weil der aus seinen Trauben ge-
wonnene Wein Kraft verleihe. — Doch wird auch Vitis mit vincire:
binden in Beziehung gebracht: da der Weinstock an Pfähle ange-
bunden wird, bzw. sich vermittelst seiner Ranken selbst bindet; oder
er ist nach vincire wegen der Geschmeidigkeit seiner Zweige benannt.
Lat. vinum, griech. oivog, hebr. jajin, arab. äthiop. wain, deutsch Wein,
frz. vin, engl, wine, niederl. wijn ist selbstredend mit vitis verwandt
und findet sich wie Linum und Cannabis mit leichten Modifikationen
wohl in allen Kultursprachen wieder,
t/. Weinstock.
/. Vigne.
e. Vine.
/7. Wijnstok.
X.
Xanthium, ^avd'iov.
Diosc. IV. 136. JvvavaL ös 0 y.aoTcbg — ^avd'ag TQiyag Ttoieiv.
— /Moncov de — dyavd^cüöi].
Von ^ap&og: goldgelb, blond, da es die Haare blond färbt.
d. Spitzklette, wegen der spitzen Blätter und Stengelstacheln. Die Frucht-
hüllchen sind ebenfalls stachlig, s. unter Galium Aparine.
f. Glouteron, grateron, petite bardane; vergl. unter Lappa und Galium
Aparine. — Grapelles, von grappe: Traube, wegen der traubenförmigen
Anordnung der Früchte. — Herbe aux ecrouelles, wurde als „Kraut
gegen Skrofeln“ gebraucht; nach anderer Erklärung sollen unter
ecrouelles strumaartige Erkrankungen verstanden werden.
e. Burweed, s. unter Galium Aparine.
71. Stekelnoot: Stachelnuß.
Z.
Zannichellia.
Nach J. H. Zannichelli, 1662 — 1729; hat eine Flora von Venetien
geschrieben.
d. Teichfaden, wegen der fadenförmig flutenden Stengel.
f. Zannichelle.
e. Homed Pondweed: Gekrümmtes Teichkraut, wegen der leicht ge-
krümmten Karpelle.
n. Zannichellia.
Zea,
^£0, Zeia hieß eine Triticumart: von leben.
d. Mais, die Pflanze wurde von Kolumbus nach Europa gebracht. Auf
Haiti wird sie mahiz, mahis genannt.
f. Mays.
e. Maize.
«. IMais.
Zostera,
von tcootr^Q'. Gürtel; wegen der sehr langen, bandförmigen Blätter.
d. Seegras, weil es im Meer wächst. — Wasserriemen, s. vorher. — Wier ndl.
= Draht. — Seeball, Meerpille, da es durch die Wellen zu Kugeln
verfilzt wird. — Tang, verwandt mit dehnen.
f. Pailleuse, von paille: Stroh, da es getrocknet als Matratzeneinlage
benutzt wird. — Verdiere, von vert, wegen der grünen Rasen, die
es bildet. — Rubans: Bänder. — Crin vegetal: Pflanzenhaar, im
Gegensatz zu Crin, Roßhaar, womit ebenfalls die hlatratzen gefüllt
werden.
e. Grass-wrach, unter wrach versteht man, was das hleer auswirft.
n. Zeegras — Zeewier — Wiert.